Die umstrittenen Kugelhaufenreaktoren nach Jülicher Muster erzeugten nur wenig Nutzenergie, aber riesige Mengen an Atommüll. Dieses große Müllproblem – 457 Brennelementecastoren (12. 000 t) für eine Strommenge, die gerade 2,5 Tage des heutigen deutschen Strombedarfs decken kann – saß man in Jülich jahrzehntelang aus, ohne sich ernsthaft um angemessene Lösungen zu bemühen. Die Weiterentwicklung von Kugelcastoren hatte Priorität vor der Entsorgung. Nun ist – entgegen allen Versprechungen – unter dem Vorwand der Nichtverbreitung von Nuklearmaterial geplant, diesen Müll mit enormen Kosten in die USA zu verschieben und in Savannah River eine riskante Wiederaufbereitung dafür neu zu entwickeln. Diese gefährliche Müllverschiebung muss verhindert werden, denn von der Verantwortung für diesen besonderen üblen Müll dürfen wir uns nicht freikaufen und die Belastungen anderen Weltregionen aufbürden; sie ist auch rechtlich fragwürdig. Jülich muss sich seiner Entsorgungsverantwortung endlich stellen.
Dr. Rainer Moormann | Whistleblower
Quelle: atommüllalarm | September 2014
Anmerkung: 457 Brennelementecastoren (152 Castoren stehen im Jülicher Zwischenlager aus dem Versuchskernkraftwerk AVR Jülich & 305 Castoren im Ahauser Zwischenlager aus dem Kernkraftwerk Hamm-Uentrop (12. 000 t) für eine Strommenge, die gerade 2,5 Tage des heutigen deutschen Strombedarfs decken kann.





