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Deutscher Atommüll zum 9. Fukushima-Jahrestag auf dem Weg über Amsterdam nach Russland

Anti-Atomkraft-Initiativen und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) protestieren aktuell gegen einen Sonderzug mit Uranmüll, der heute (9.3.2020) gegen 12.15 Uhr von der Gronauer Urananreicherungsanlage Richtung Amsterdam und letztlich nach Russland gestartet ist. Der Zug passierte dabei in der Mittagszeit auch den Hauptbahnhof von Münster und fuhr Richtung Hamm weiter. In Gronau und Münster fanden spontane Protestmahnwachen von Anti-Atomkraft-Initiativen statt, an denen sich auch Mitglieder der parteiunabhängigen Grün Alternativen Liste Gronau (GAL) und der Vorbereitungsgruppe des Gronauer Ostermarsches beteiligten.

Der Sonderzug bestand aus einer Lokomotive, die 12 große Bahnwaggons zog. Vermutlich befanden sich in den Waggons wieder 600 Tonnen Atommüll in Form von abgereichertem Uranhexafluorid. Dieser Uranmüll fällt in großen Mengen bei der Urananreicherung in Gronau an. Uranhexafluorid ist radioaktiv und reagiert bei Freisetzungen zur hochgefährlichen Flusssäure. Seit dem Frühjahr 2019 wird derartiger Uranmüll wieder von Gronau aus über Münster und quer durch das Ruhrgebiet und die Niederlande zum Hafen in Amsterdam transportiert. Von dort wird der Gronauer Atommüll mit einem Frachtschiff nach Russland transportiert.

Bürgerinitiativen und Umweltverbände wie der BBU haben bereits 2019 vielfältig gegen diesen Atommüllexport protestiert. Grundsätzlich wird von der Landesregierung in Düsseldorf sowie von der Bundesregierung das generelle Verbot jeglichen Uranexports und die sofortige Stilllegung der Gronauer Urananreicherungsanlage gefordert.

Das Gronauer BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz kritisiert: „Es ist unglaublich, dass erneut Uranmüll von Gronau nach Russland exportiert wird. Und das auch noch gerade zum 9. Jahrestag der Atomkatastrophe in Fukushima in Japan. Der Jahrestag ist am 11. März, also am Donnerstag. An dem Tag wird dann vermutlich der deutsche Atommüll in den Niederlanden für die Seefahrt nach Russland verladen.“

Der Urenco-Konzern, der auch die Urananreicherungsanlagen in Gronau und Almelo (NL) betreibt, wurde am 4. März 2020 50 Jahre alt. Aus diesem Anlass gab es auch mehrere Protestaktionen. Und am Karfreitag führt ein Ostermarsch in Zusammenarbeit mit der Friedensbewegung zur Gronauer Urananreicherungsanlage; Auftakt wird um 13 Uhr beim Gronauer Bahnhof sein.

Anti-Atomkraft-Initiativen und BBU sind sich einig: Der Protest gegen die Urananreicherungsanlagen und Urantransporte des Urenco-Konzerns, an dem auch RWE und EON beteiligt sind, wird vielfältig und international weiter gehen.

(Pressemitteilung: BBU)

 

Hintergrundinformationen:

http://urantransport.de/aktuelles