Scharfe Kritik an Castor-Transport-Ankündigung

(Beitragsbild: pixabay.com)

„Politische Bankrotterklärung für Bund und NRW“

– Castor-Lagerung vor Ort in Jülich ist weiterhin beste Option

– Spontane Mahnwachen in Jülich und Ahaus

– 31. August, 14 Uhr: Demo Zwischenlager Ahaus

Mit großer Empörung und scharfer Kritik reagieren die Anti-Atomkraft-Initiativen in Jülich und im Münsterland auf die heutige Ankündigung (07.08) der NRW-SPD, dass bereits in den nächsten Tagen mit der Transportgenehmigung für die 152 Castor-Behälter mit rund 300 000 hochradioaktiven Brennelementkugeln aus dem Forschungszentrum Jülich zu rechnen sei. Ziel der Atommülltransporte, die laut SPD über einen Zeitraum von vier bis acht Jahren (!) mit einem enormen Polizeiaufwand über die Autobahnen abgewickelt werden sollen, ist das Zwischenlager Ahaus. Doch dessen Genehmigung läuft auch bereits 2036 aus. Zudem ist das Atommülllager in Ahaus eines der bundesweit ältesten mit den dünnsten Wänden und ist deshalb für eine langfristige Lagerung denkbar ungeeignet. Deshalb fordern die Initiativen aus sicherheitspolitischen Gründen weiterhin die Lagerung vor Ort in Jülich.

Die Anti-Atomkraft-Initiativen kündigen zudem gegen diesen unverantwortlichen Castor-Marathon neue Proteste an: Am Tag nach Bekanntgabe der Transportgenehmigung soll es jeweils um 18 Uhr spontane Mahnwachen vor dem Forschungszentrum Jülich und dem Zwischenlager Ahaus geben. Für Sonntag, 31. August, rufen die Intiativen um 14 Uhr zu einem großen Anti-Atom-Sonntagsspaziergang am Atommülllager in Ahaus auf. Weitere Proteste sind für den Herbst in Vorbereitung.

Die Ankündigung der SPD ist eine politische Bankrotterklärung sowohl für die NRW-Landesregierung wie auch für die Bundesregierung. Im Bund könnte das SPD-geführte Bundesumweltministerium die Castor-Transporte sofort stoppen. In NRW hat Schwarz-Grün zum Start 2022 vollmundig eine Reduzierung der Atomtransporte durch NRW versprochen. Doch nun droht die größte Transportserie mit hochradioaktivem Atommüll in der Geschichte der Bundesrepublik – das ist ein klarer Wortbruch und bedeutet ein erhebliches politisches Versagen. Wir fordern, dass NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und der Ahauser CDU-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Jens Spahn, sowie die NRW-Landes-SPD nun dringend in Berlin ihr Gewicht in die Waagschale werfen, um diesen Castor-Wahnsinn noch zu stoppen. Und wofür haben wir in NRW eigentlich eine grüne Wirtschaftsministerin als Atomaufsicht, von der aber im Ernstfall einfach nichts zu sehen ist?“ so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.