(Beitragsbild: pixabay.com)
Voraussichtlich gegen 16.50 Uhr: Castor-Debatte im Bundestag
‒ Antrag der Linken wird beraten und abgestimmt
Anti-Atom-Organisationen fordern Castor-Absage Jülich-Ahaus:
„Atommülltransporte sind unkalkulierbares Sicherheitsrisiko“
Am heutigen Donnerstag, 18. Dezember, debattiert der Bundestag voraussichtlich gegen 16.50 Uhr einen Antrag der Links-Fraktion. Der Antrag wendet sich gegen die ab Anfang 2026 geplante jahrelange Verlagerung der 152 Castor-Behälter mit dem hochradioaktiven Atommüll des Forschungszentrums Jülich ins Atommülllager Ahaus. Am Ende der Debatte folgt die abschließende Abstimmung. Die Debatte wird live gestreamt.
Die Anti-Atom-Organisationen aus dem Münsterland und Jülich sowie der BUND NRW und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz fordern seit langem, eine Weiterlagerung des Atommülls in Jülich zu ermöglichen und den drohenden Castor-Marathon auf den maroden Autobahnen von NRW abzuwenden. Auch die Stadt Ahaus ist gegen die Transporte. Erst am Sonntag sind knapp 300 Menschen am Zwischenlager Ahaus auf die Straße gegangen. Für den 18. Januar ist ein weiterer Sonntagsspaziergang in Ahaus geplant und am 24. Januar eine Demonstration am Autobahn-Rasthof Bottrop – einem neuralgischen Punkt an der 170 kilometerlangen Autobahnstrecke von Jülich nach Ahaus.
Nach jetzigem Kenntnisstand will zudem das Verwaltungsgericht Berlin noch vor Weihnachten über eine Eilklage des BUND NRW gegen den Sofortvollzug der Transportgenehmigung für die Jülich-Castoren entscheiden. Danach können beide Seiten noch vor das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg ziehen.
„Es ist traurig, dass die Sicherheit für Mensch und Umwelt nicht im Vordergrund steht. Es sollte nicht nötig sein, dass Umweltverbände Gerichte bemühen müssen, weil politische Fehlentscheidungen aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen getroffen wurden. Der Deutsche Bundestag hat es in der Hand, am heutigen Tage diese unsinnigen Transporte zu stoppen und eine sichere Alternative durch den Bau eines Zwischenlagers in Jülich zu beschließen“, erklärte Kerstin Ciesla, stellvertretende Landesvorsitzende des BUND NRW.
„Schwere Unfälle auf den Autobahnen, enge Großbaustellen, marode Brücken, ein mangelhaftes Strahlenschutzkonzept, unbeherrschbare Gefahren durch Drohnen – die Liste der berechtigten Kritikpunkte an den gefährlichen Transportplänen ist lang. Die Gewerkschaft der Polizei spricht zu Recht von „Wahnsinn“. Die vorliegende Transportgenehmigung hätte niemals zum Sofort-Vollzug freigegeben werden dürfen. Zum jetzigen Zeitpunkt müssen die Weiterlagerung des Atommülls in Jülich sowie die Klärung der Endlagerfrage Priorität haben“, ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
„Wir erwarten, dass der Bundestag die Chance wahrnimmt und sich gegen die gefährlichen Atommülltransporte ausspricht. Es muss dringend neue Gespräche geben zwischen Bundesregierung und NRW-Landesregierung. Es gibt wirklich wichtigere Dinge, als jahrelang hochradioaktiven Atommüll planlos von einem Zwischenlager in ein anderes zu transportieren. Und in Ahaus sind sich alle Parteien im Rat mit der parteilosen Bürgermeisterin in ihrer Ablehnung der Castor-Transporte einig. Werden die Bundestags-Fraktionen heute ihren Kolleg:innen vor Ort den Rücken stärken?“, fragt Peter Bastian von der Initiative SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster.
Hier geht es zur heutigen Castor-Debatte im Bundestag:
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw51-de-atomtransporte-1129206
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Antrag der Linken (21/586): „Keine unnötigen Atomtransporte mit hochradioaktivem Abfall aus Jülich ins Zwischenlager Ahaus“.
Der Bundestag hat am Donnerstag, 18. Dezember 2025, den Antrag der Fraktion Die Linke abgelehnt. Zuvor diskutierten die Abgeordneten eine halbe Stunde lang über das Thema.
Die Linke wollte mit ihrem Antrag den Transport von hoch radioaktivem Atommüll von Jülich ins Zwischenlager Ahaus verhindern.
Die Fraktionen von CDU/CSU, AfD und SPD stimmten gegen den Antrag. Die Linksfraktion stimmte dafür, und Bündnis 90/Die Grünen enthielten sich. Der Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit legte eine Beschlussempfehlung (21/1629) zur Abstimmung vor.

