(Beitragsbild: © Berto Kemper)
„Keine Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus ‒ hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn“
Heute startet um 11 Uhr am Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd eine Demonstration gegen die angekündigten 152 Atommülltransporte vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus statt. Die Demo steht unter dem Motto „Keine Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus – hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn“. Mit der Demo erneuern die Anti-Atom-Organisationen aus dem Münsterland und dem Rheinland zusammen mit dem BUND NRW und dem Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) ihre Forderung an die NRW-Landesregierung und die Bundesregierung, auf die gefährlichen Atommülltransporte über die maroden Autobahnen und Brücken zu verzichten. Stattdessen fordern sie eine Weiterlagerung des hochradioaktiven Atommülls in Jülich bis zum Bau eines Endlagers.
Die Auftaktkundgebung findet in Bottrop-Fuhlenbrock unmittelbar neben dem Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd an der Kreuzung Oberhausener Straße / Hanielstr. / Im Fuhlenbrock statt. Danach geht es durch das angrenzende Wohnviertel und schließlich über die Autobahnbrücken „Oberhausener Straße“ und „Fernewaldstraße“ zurück zum Ausgangspunkt. Dort wird eine Abschlusskundgebung stattfinden. Sprechen werden unter anderem Vertreter:innen des BUND NRW, des Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich sowie der BI „Kein Atommüll in Ahaus“. Auch lokale Politiker:innen aus Bottrop sowie des Bündnisses zum Erhalt des Sterkrader Waldes an der A2 in Oberhausen kommen zu Wort.
Am Donnerstag hatte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen in einem Eilverfahren entschieden, dass die beiden Autobahnbrücken ungehindert genutzt werden können (Aktenzeichen 14 L 102/26). Aktuell klagt der BUND vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg gegen den Sofortvollzug der Transportgenehmigung.
„Wir freuen uns sehr, dass sich jetzt in Bottrop an der 170 Kilometer langen Autobahnstrecke zwischen Jülich und Ahaus Protest regt. Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn und jahrelange Castor-Transporte bringen keine Lösung der Atommüllprobleme. Deshalb fordern wir erneut nachdrücklich ein politisches Umdenken, das zu einer Weiterlagerung des Atommülls in Jülich führt. Dort muss vor Ort eine angemessene Lagermöglichkeit für die nächsten Jahrzehnte geschaffen werden“, erklärten gemeinsam Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Jens Dütting von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“.
„Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg geht davon aus, dass die CASTOR-Transporte bis zur Entscheidung des Gerichts nicht starten – jetzt wird sich zeigen, ob Politik und Behörden Recht und Sicherheit ernst nehmen. Wir demonstrieren, weil genau das nicht dem stillen Vertrauen überlassen werden darf. Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Straße, solange Gerichte noch prüfen und Sicherheitsfragen offen sind. Unsere Präsenz hier in Bottrop ist der notwendige Druck, damit Verantwortung nicht weggeschoben wird“, erklärte Kerstin Ciesla, die stellvertretende Landesvorsitzende des BUND NRW.
2025: 50 Prozent mehr verdächtige Drohnensichtungen in NRW
Für die Anti-Atomkraft-Organisationen wird immer deutlicher, wie brisant diese Atommülltransporte tatsächlich sind: Marode Autobahnen und Brücken, schwere Unfälle, sicherheitstechnisch brisante Baustellen und allein in 2025 rund 50 Prozent mehr verdächtige Drohnensichtungen in NRW sprechen eine deutliche Sprache. Sich umfassend gegen diese realen Gefahren und Risiken zu wappnen, ist ein nahezu aussichtsloses Unterfangen. Zudem sieht es auch am Zielort Ahaus nicht besser aus, da die Genehmigung dort auch schon 2036 ausläuft. Diese Castor-Transporte sind eine Reise ohne Ziel.
Castor-Transporte sind Reise ohne Ziel
„Mit der Demo in Bottrop wollen wir sowohl die Anwohner:innen über die erheblichen Gefahren durch die Atommülltransporte informieren, aber auch auf das offensichtliche, sicherheitstechnische Nadelöhr auf der A2 aufmerksam machen. Die Großbaustelle zwischen Oberhausen und Bottrop führt zu Fahrbahnverengungen, sodass ein seitlicher Schutz der Castor-LKW nicht möglich ist. Von daher sind wir mit der Gewerkschaft der Polizei einer Meinung, dass die Castor-Pläne für die Autobahnen ‘Wahnsinn’ und eine ‘sinnlose Mammutaufgabe’ sind“, ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
Aktuell haben die Anti-Atomkraft-Organisationen zudem an NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) sowie Innenminister Herbert Reul (CDU) geschrieben, weil sie von der NRW-Landesregierung eine neue politische Initiative zur Verhinderung der Castor-Transporte fordern. Antworten stehen noch aus. Für den 7. März bereiten die Anti-Atomkraft-Organisationen bereits die nächste Demo in Ahaus vor.
Den Aufruf für die Demo finden Sie hier:





