(Beitragsbild: © Adobe Stock | Kanin | KI generiert)
Neue Anti-Atom-Proteste in Ahaus und Jülich:
‒ Castoren Nummer 19 & 20 am Dienstag und Mittwoch
‒ überregionale Demonstration am 17. Oktober mit Live-Musik, Fahrrad-Demo und Motorrad-Korso
‒ Kritik an Atompolitik in Lingen, Gronau und Ahaus
Castoren 19 und 20 – Mahnwachen und Ampel-Demo
Für Dienstag (22.9.) und Mittwoch (23.9.) erwarten die Anti-Atomkraft-Initiativen die Castortransporte 19 und 20 von Jülich nach Ahaus, da die Transport-LKW bereits am Donnerstag nach Jülich zurückfuhren. Die Polizeipräsenz bei den Castortransporten nimmt den Beobachtungen der Atomkraftgegner/innen nach immer weiter ab:
„Teilweise fehlt die Hubschrauberbegleitung und es waren auch nicht immer alle Brücken bewacht. In Zeiten von hybriden Angriffen mit Sprengstoff-Drohnen und der nun bekannten Route bleiben diese Castor-Transporte ein unnötiges Risiko, zumal auch die veraltete Lagerhalle in Ahaus nicht für eine Langzeitlagerung geeignet ist“, so Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich.
Deswegen sind für beide Transporte Mahnwachen in Jülich und Ahaus geplant:
„Wir haben für den 19. Castor am Dienstag um 22 Uhr eine Mahnwache neben der Transportstrecke an der Schorlemer Str. angemeldet, ebenso für Castor Nr. 20 am Mittwoch“, erklärt Heiner Möllers von der BI Ahaus. Auch in Jülich soll wieder am Forschungszentrum und an der Autobahn-Zufahrt „Am Königshäuschen“ mit Mahnwachen ab 20.30 Uhr demonstriert werden. Am Mittwoch will die BI in Ahaus im Feierabend-Verkehr zusätzlich mit einer Ampel-Demo auf die Atommüllverschiebung aufmerksam machen: „Von 16-19 Uhr ziehen wir bei grün immer mit Transparenten über die Fußgänger-Ampel, bei rot warten wir auf dem Fußweg“, so Heiner Möllers weiter.
Demo am 17. Oktober in Ahaus mit Motorrad-Korso, Fahrrädern und Live-Musik
„Aussitzen & Hoffen“ als Prinzip der Atompolitk in Lingen, Gronau und Ahaus?
Für den 17. Oktober rufen die Anti-Atomkraft-Initiativen zu einer überregionalen Demonstration in Ahaus auf. Dabei brennt ihnen nicht nur der Ahauser Atommüll unter den Nägeln, sondern auch die aus ihrer Sicht verantwortungslose Atompolitik an den Standorten Gronau und Lingen: „Wir lehnen die Kooperation der Lingener Framatome Brennelementefabrik mit Rosatom ab. Wer jetzt noch dem Kreml unterstellte Mitarbeiter in kritische Infrastruktur einbindet und Geld in Putins Kriegskasse spült, verschließt die Augen vor der Realität“, so Jens Dütting (Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen).
Udo Buchholz vom Arbeitskreis Umwelt Gronau ergänzt:„Gleichzeitig soll der Urenco-Konzern, Betreiber der Urananreicherungsanlage Gronau und der ETC Zentrifugen-Fertigung Jülich, nach den Plänen der britischen Regierung auch für militärische Zwecke wie Atom-U-Boote arbeiten. Damit drohen die Wege der nuklearen Rüstungspolitik auch immer stärker zu den Uranzentrifugen in Gronau zu führen. Die Unternehmen des Urenco-Konzerns sind untereinander sehr verschachtelt und es ist kaum nachvollziehbar, an welchen Entwicklungen/ Arbeiten Urenco beteiligt ist. Wir halten militärische Atomprogramme für eine grundsätzliche Bedrohung, nicht für einen Schutzschirm. Abgesehen davon, rücken die Anlagen damit verstärkt in den Fokus für hybride Angriffe und Spionage.“
Im Demo-Aufruf heißt es deswegen: Die Bundesregierung und die Landesregierungen in NRW und Niedersachsen dürfen nicht länger nach dem Prinzip „Schweigen, Aussitzen, Hoffen“ arbeiten. Für die Demo haben sich die Organisator/innen breit aufgestellt: Die Teilnahme ist zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auch mit dem Motorrad möglich, dabei gibt es verschiedene Routen. Gemeinsame Kundgebungen und Live-Musik gibt es am Rathaus und an der Castor-Transport-Strecke:
- Start einer Fahrrad-Demo 10.30 Bahnhof Ahaus
- Start einer Motorrad-Demo 10.30 Uhr Parkplatz “Am Stadtpark”
- Auftakt-Kundgebung 11 Uhr am Rathaus Ahaus
- Demos zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Motorrad
- gemeinsame Abschluss-Kundgebung an der Castor-Transport-Strecke Schumacherring/ Teppich Janning
- Live-Musik mit dem Duo “CaoTina” + Getränke, Gebäck, Gegrilltes