Nach 40 Jahren: Aufhebung der Betriebsgenehmigung für UAA gefordert

Klare Forderung 40 Jahre nach der offiziellen Inbetriebnahme der Urananreicherungsanlage in Gronau:
Aufhebung der Betriebsgenehmigungen!


Anlässlich des 40. Jahrestages der offiziellen Inbetriebnahme der Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau (NRW) fordern Umweltverbände und Bürgerinitiativen (darunter der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU, die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt Nordrhein-Westfalen (LNU), das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen und der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau) die Aufhebung ihrer Betriebsgenehmigungen und die sofortige Stilllegung der umstrittenen und bundesweit einzigartigen Atomfabrik.


Die Urananreicherungsanlage begann bereits am 15. August 1985 mit der Produktion von angereichertem Uran, das die Grundlage für den Betrieb zahlreicher Atomkraftwerke in aller Welt ist. Die offizielle Einweihung der Anlage erfolgte dann vor 40 Jahren unter Protest am 12. Juni 1986, nur wenige Wochen nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl. Zur Einweihung wurde der damalige Bundesforschungsminister Riesenhuber mit einem Hubschrauber eingeflogen. Vor der Anlage demonstrierten rund 300 Bürgerinnen und Bürger gegen die Anlage und die damit verbundenen Gefahren.

Umstritten ist die Anlage auch, weil die in ihr genutzte Zentrifugentechnik auch zur Produktion von Uran für Atomwaffen genutzt werden kann. Aus diesem Grund wurden in der jüngsten Zeit auch die Urananreicherungsstandorte im Iran, bei denen ebenfalls mit der Zentrifugentechnik gearbeitet wird, bombardiert. Die Anlage in Gronau ist weder gegen Flugzeugabstürze noch gegen militärische Angriffe oder Drohnenbeschuss gesichert.

Gegen den Betrieb der Anlage richten sich auch vier Jahrzehnte nach der Inbetriebnahme immer wieder Protestaktionen.

Gemeinsame Pressemitteilung:

·Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich
·Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
·AKW-NEE-Gruppe Aachen
·Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
·Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
·Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“
·Grün Alternative Liste (GAL) Gronau
·Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt Nordrhein-Westfalen (LNU)
·Natur- und Umweltschutzverein Gronau (NUG)




Details zur Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau

Betrieben wird die Gronauer Urananreicherungsanlage vom Urenco-Konzern, der international tätig ist, und der unter anderem auch die niederländische Schwesteranlage in Almelo, 30 Kilometer westlich von Gronau, betreibt. Der deutsche Zweig des Urenco-Konzerns ist jeweils zu 50 Prozent im Besitz der Energiekonzerne E.ON und RWE.

Der Atomausstieg in NRW muss konsequent umgesetzt werden


Trotz beschlossenem Atomausstieg wird seit 4 Jahrzehnten in Gronau angereichertes Uran für Atomkraftwerke produziert – bisher ohne Laufzeitbegrenzung. Die Initiativen und Verbände fordern: „Die Landesregierung in Düsseldorf stellt die zuständige Atomaufsicht und muss gemeinsam mit der Bundesregierung den Atomausstieg konsequent umsetzen. Die Anlage in Gronau darf da nicht länger ausgeklammert werden. Als zuständige NRW-Wirtschaftsministerin ist Mona Neubaur für den Betrieb der Urananreicherungsanlage verantwortlich. Es liegt in ihrer Hand für die Stilllegung der Anlage zu sorgen.“

Das Atommüllproblem drängt in Gronau

Beim Betrieb der Urananreicherungsanlage fällt Atommüll an, der in großen Mengen unter dem freien Himmel neben der Anlage gelagert wird (Containerlager für abgereichertes Uranhexafluorid, UF6) und für den es kein Endlager gibt. Abgereichertes Uranhexafluorid wurde in der Vergangenheit auch in großen Mengen nach Russland und Frankreich exportiert. Neben der Gronauer Urananreicherungsanlage wurde zudem ein Hallenlager für rund 60.000 Tonnen Atommüll in Form von Uranoxid gebaut. Eingelagert wurde dort aber bisher noch nichts. Bereits atomrechtlich beantragt wurde zudem der Bau eines Hallenlagers neben der Urananreicherungsanlage, in dem alte und kontaminierte Uranzentrifugen gelagert werden sollen.

Gefahren der Urananreicherung, der Urantransporte und der atomwaffentauglichen Zentrifugentechnik

Wiederholt gab es in der Urananreicherungsanlage Gronau Störfälle und 2010 wurde ein Arbeiter in der Anlage verstrahlt. Anti-Atomkraft-Initiativen, der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und weitere Organisationen befürchten, dass der Anlagenbetrieb mit zunehmendem Alter der Anlage noch unsicherer wird.

Weitere Gefahren gehen von den zahlreichen Urantransporten mit LKW und Sonderzügen von und zur Anreicherungsanlage aus, die ganz NRW, aber auch weitere Bundesländer, durchqueren. Oft werden sie auch international durchgeführt. Hilfs- und Rettungskräfte wie das THW oder örtliche Feuerwehren an den Transportstrecken werden im Vorfeld nicht über die gefährlichen Transporte informiert. Bei einem Transportunfall könnte es zu weitreichenden Verseuchungen kommen.

Auch aus den Reihen der Friedensbewegung wird immer wieder die Stilllegung der Gronauer Urananreicherungsanlage gefordert. Die Urananreicherungsanlage könnte im Konfliktfall ein militärisch wichtiges Angriffsziel sein, denn die Zentrifugentechnik, die in der Anlage zum Einsatz kommt, kann auch zur Produktion von Uran für Atomwaffen genutzt werden. Aus diesem Grund wurden vor wenigen Monaten die Urananreicherungsstandorte im Iran bombardiert. Um auf die militärische Brisanz der Urananreicherung hinzuweisen, finden immer wieder Ostermärsche zur Gronauer Urananreicherungsanlage statt.

Proteste seit den 70er Jahren bis heute … und auch weiterhin


Die örtliche Bürgerinitiative, der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, ist schon seit 1981 gegen jegliche Nutzung der Atomenergie aktiv und der grenzüberschreitende Protest im Dreiländereick von NRW, Niedersachsen und Niederlande reißt nicht ab. Immer wieder fanden und finden Demonstrationen und Blockaden von örtlichen und überörtlichen Initiativen statt, es gab Unterschriftenaktionen und immer wieder Mahnwachen gegen Urantransporte. Zentrale Forderung: Die zuständige NRW-Landesregierung soll die sofortige Aufhebung aller bisher für die UAA erteilten Betriebsgenehmigungen veranlassen. Dass das rechtlich möglich und machbar ist, wurde mehrfach mit Gutachten belegt.

https://www.wn.de/muensterland/gutachten-sieht-keine-rechtlichen-hurden-fur-urenco-aus-1391557


Wichtiges Element der dauerhaften Proteste in und um Gronau gegen die Urananreicherung und die damit verbundenen Urantransporte sind die monatlichen Sonntagsspaziergänge. Sie finden schon traditionell seit Ende 1986 regelmäßig am ersten Sonntag im Monat um 14 Uhr an der Urananreicherungsanlage statt. Nächster Termin: 5. Juli 2026. Rund 40 Jahre nach der Inbetriebnahme der Anlage werden dann sicherlich auch viele Erinnerungen an die Proteste in den letzten Jahrzehnten zur Sprache kommen. Und aus den Erinnerungen ergeben sich dann bestimmt auch neue Ideen für weitere Aktivitäten.

Die Pause-Taste gedrückt: Im Juni kein Castor?

(Beitragsbild: © Adobe Stock | Andre B)

Im Juni kein Castor Jülich-Ahaus mehr?

‒ Technische Probleme in Jülich und WM-Belastung?

‒ Atomkraftgegner fordern Ende der Transporte

‒ Morgen, Mittwoch: Proteste in Jülich und Ahaus

Die Castor-Transporte vom Forschungszentrum Jülich zum Zwischenlager Ahaus sind offensichtlich völlig aus dem Takt geraten: Wie Anti-Atomkraft-Initiativen und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz aus gut informierten Quellen erfahren haben, soll überraschenderweise bis Ende Juni kein Castor mehr rollen. Damit ergäbe sich seit dem letzten Castor von Mitte Mai eine Transportpause von mindestens sechs Wochen. Der Grund dafür ist noch unklar, doch die Initiativen gehen davon aus, dass zum einen die zu erwartende Arbeitsbelastung der Polizei durch die WM sowie in Jülich Probleme beim Zusammenstellen der Castor-Konvois ausschlaggebend sind. Bis jetzt waren nur Einzeltransporte unterwegs, die den ohnehin immensen Polizeiaufwand natürlich deutlich erhöhen.

Unterdessen halten die Anti-Atomkraft-Initiativen an den für morgen angekündigten Protesten in Jülich und Ahaus fest. So startet in Ahaus um 18.30 Uhr am Bahnhof eine Fahrrad-Demo durch die Innenstadt zum Zwischenlager und einer Abschlusskundgebung an der Castor-Kreuzung Schorlemer Straße/Schumacher-Ring. In Jülich findet um 19 Uhr vor dem Forschungszentrum Jülich ebenfalls eine Mahnwache statt.

„Wir haben von Anfang an gesagt, dass die Castor-Transporte nicht so leicht abzuwickeln sind. Offensichtlich knirscht es hinter den Kulissen zwischen Jülich, Düsseldorf und Berlin, sodass jetzt erstmals diese Castor-Pause eingetreten ist. Wir fordern deshalb Aufklärung, was eigentlich los ist. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die völlig überflüssigen und unsinnigen Castor-Transporte zu beenden und sich um die Weiterlagerung in Jülich zu kümmern. Noch stehen dort 148 Castor-Behälter und wir gehen morgen auf die Straße, damit sich diese Anzahl nicht weiter verringert und in Jülich endlich ein neues Zwischenlager gebaut wird“, erklärte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

„Es stellt sich immer mehr die Frage, wie viele Jahre dieser Castor-Wahnsinn zwischen Jülich und Ahaus eigentlich andauern soll – vier Jahre, sechs Jahre oder noch länger? Auch das Zwischenlager in Ahaus ist ja nur bis 2036 genehmigt – und wohin geht der Atommüll dann? Wir fordern, dass der Fokus endlich weg von den Autobahn-Transporten hin zur Frage einer sicheren Endlagerung gelenkt wird. Das erfordert alle Ressourcen der Bundesregierung. Die Autobahn-Transporte hingegen sind eine reine Placebo-Aktion zur Täuschung der Öffentlichkeit“, so Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ in Jülich und Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ in einer gemeinsamen Erklärung.

Diese Woche neuer Castor Jülich-Ahaus?

(Beitragsbild © iStock | Man_Half-tube)

Mittwoch (10.06) / Donnerstag (11.06.) neuer Castor Jülich-Ahaus?

Zwei-Wochen-Takt ließ sich nicht halten

  • Mittwoch 18.30 Uhr: Raddemo ab Bahnhof Ahaus
  • Mittwoch 19 Uhr: Mahnwachen in Jülich und Ahaus

Die Castor-Transporte sind über Pfingsten durch den großen Polizeieinsatz rund um das Klimacamp in Hamm offensichtlich aus dem Zwei-Wochen-Takt geraten. Anti-Atomkraft-Initiativen aus Jülich und dem Münsterland rechnen nun für diesen Mittwoch oder Donnerstag, 10./11. Juni, mit dem fünften Transport. Ob es dabei erstmals zu einem „Doppelpack“ mit zwei Castor-LKW kommt, ist unklar.

Aus Protest gegen die Fortsetzung des gefährlichen Atommüll-Wahnsinns auf den maroden Autobahnen von NRW rufen die Initiativen für jetzt Mittwoch, 10. Juni, um 18.30 Uhr erneut zu einer Fahrraddemo ab Bahnhof Ahaus auf. Die Demoroute führt durch die Innenstadt hinaus zum Zwischenlager und zur Castor-Autobahn A31. Um 19 Uhr starten Mahnwachen vor dem Forschungszentrum in Jülich sowie an der zentralen Castor-Kreuzung Schorlemer Straße/Schumacher-Ring in Ahaus. Im Bedarfsfall wird es auch am Donnerstag spontan weitere Mahnwachen und Protestaktionen geben. Die Polizei bemüht sich weiterhin, die Castor-Transporte so lange wie möglich geheim zu halten. Das hat bislang aber in keinem Fall funktioniert.

„In den ersten zehn Wochen ist es den bundeseigenen Atommüll-Betrieben in Jülich und Ahaus sowie der Polizei erst viermal gelungen, einen einzelnen Castor von Jülich nach Ahaus zu bringen. Hochgerechnet deutet dies auf eine Transportdauer von rund sechs Jahren hin. Es zeigt sich immer mehr, dass die angeblich kürzeste Variante für den Verbleib des hochradioaktiven Atommülls aus Jülich alles andere als kurz ist – und angesichts des immensen Polizeiaufgebots auch nicht kostengünstig. Nicht umsonst schweigen sich Bundes- und Landesregierung über die bisherigen Kosten für die vier Polizeieinsätze beharrlich aus. Wir werden unsere Proteste deshalb entschlossen fortsetzen, um auf die völlig ungelöste Atommüllentsorgung aufmerksam zu machen. Auch das Zwischenlager Ahaus ist ja nur bis 2036 genehmigt. Die Autobahntransporte sind eine reine Placebo-Aktion zur Täuschung der Öffentlichkeit“, so Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ in Jülich und Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ in einer gemeinsamen Erklärung.

Proteste in Jülich & Ahaus: 4. Castor-Transport

Heute (20.05.) wahrscheinlich verschobener Castor-Transport

Da der für gestern geplante Atommüll-Transport von Jülich nach Ahaus kurzfristig aus bislang unbekannten Gründen anscheinend auf heute verschoben wurde, haben Anti-Atomkraft-Initiativen aus Jülich und dem Münsterland für heute spontan zusätzliche Proteste angekündigt: So beginnen um 18 Uhr in Jülich wieder zwei Mahnwachen vor dem Forschungszentrum sowie nahe der Autobahn-Auffahrt zur A44 am „Königshäuschen“. In Ahaus gibt es ab 20.30 Uhr eine Mahnwache an der zentralen Castor-Kreuzung Schorlemer Straße/Schumacher-Ring, die bis zur Ankunft des Castor-Transports in Ahaus angemeldet ist.

Bereits am gestrigen Abend gab es Protestaktionen in Jülich und Ahaus: In Jülich fand eine Mahnwache vor dem Forschungszentrum statt, in Ahaus nahmen rund 100 Menschen trotz Regens an einer Fahrrad-Demo zum Atommülllager und zu einer Autobahn-Brücke über die A31 teil. So machten sie darauf aufmerksam, dass beim dritten Castor-Transport vor zwei Wochen mehrere Autobahn-Brücken entgegen vorheriger Ankündigungen der Polizei und des Innenministeriums unbewacht waren. „Vor Beginn der Castor-Transporte war immer von höchsten Sicherheitsmaßnahmen die Rede. Bereits beim dritten Castor wurde aber massiv an Personal, und damit an der Sicherheit, gespart – das darf so nicht nochmal passieren. Es zeigt sich, dass Castor-Transporte keine sinnvolle Option sind. Atommüll-Konvois über die Autobahn sind keine Atommüll-Entsorgung. Deshalb werden wir auch heute wieder auf der Straße sein“, so Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ in einem gemeinsamen Statement.

Neuer Urantransport zur Urananreicherungsanlage Gronau aufgedeckt

Auf scharfe Kritik stoßen bei den Anti-Atomkraft-Initiativen und dem Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) auch die ständigen Urantransporte von und zur Urananreicherungsanlage in Gronau. Diese Transporte erfolgen mehrfach im Jahr mit Sonderzügen und wöchentlich mit LKWs. So wurde erst gestern bei der Urananreicherungsanlage die Ankunft von drei britischen LKW beobachtet, die mit mehreren Containern beladen waren. Sie können radioaktives Uranhexafluorid oder Reststoffe dieses gefährlichen Stoffes beinhaltet haben. Im britischen Capenhurst steht eine Partner-Urananreicherungsanlage des deutsch-britisch-niederländischen Urenco-Konzerns.

Polizei: Castor auf morgen (20.05.) verschoben

(Beitragsbild: © Adobe Stock | Kanin | KI generiert)

Proteste in Jülich und Ahaus heute und morgen

Am gestrigen Nachmittag wurden die Anmelder:innen der Protestaktionen in Jülich und Ahaus in einer überraschenden Aktion vom Polizeipräsidium Münster darüber informiert, dass der für heute Abend geplante Castor-Transport von Jülich nach Ahaus angeblich verschoben worden sei. Dabei sickerte dann auch durch, dass der Atommüll-Transport nun anscheinend am morgigen Mittwoch, 20. Mai, stattfinden soll. Aus verschiedenen Quellen verlautet zudem, dass morgen erstmals zwei Castor-LKWs von Jülich nach Ahaus fahren sollen.

Die Anti-Atomkraft-Initiativen aus Jülich und dem Münsterland halten unterdessen an den für heute geplanten Protestaktionen fest. So beginnt um 18 Uhr in Jülich wie angekündigt die Mahnwache vor dem Forschungszentrum und in Ahaus um 18.30 Uhr die Fahrraddemo ab Bahnhof. Sie führt zur Castor-Strecke und dann weiter zum Zwischenlager und zur Castor-Autobahn A31. Auch die Mahnwache ab 19 Uhr an der zentralen Castor-Kreuzung Schorlemer Straße/Schumacher-Ring findet wie geplant statt.

Für den morgigen Mittwoch sind nun auch spontane Mahnwachen in Jülich und Ahaus angekündigt. Details folgen noch.

„Nun macht sich die Polizei doppelte Arbeit – da nun sowohl heute wie morgen demonstriert werden wird. Der Grund für die sehr kurzfristige Terminverschiebung ist auch noch völlig unklar: Möglich sind zum Beispiel erneut technische Probleme bei der Bereitstellung der Castor-LKW in Jülich oder auch akuter Personalmangel bei der Polizei für den heutigen Abend. Wir werden jedoch wieder genauso wachsam kontrollieren, ob es erneut zu Zwischenfällen kommt und ob die Polizei die Mindeststandards bei der Sicherung der hochradioaktiven Atommüllfahrten einhält. Es bleibt dabei: Atommüll-Konvois auf der Autobahn sind keine Atommüllentsorgung“, erklärte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Morgen (19.05.) vierter Castor Jülich-Ahaus?

(Beitragsbild: © Adobe Stock | Christian S)

Fahrrad-Demo auch über Autobahnbrücke

  • Beim Schutz des Castors darf nicht wieder gespart werden
  • „Atommülltransporte zeigen Versagen in der Atommüll-Entsorgung“

Nach Informationen der Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland und in Jülich soll am morgigen Dienstag, 19. Mai, der vierte Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus starten. Bisher gingen alle drei Castor-Transporte trotz des enormen Aufwands mit Pannen und Unzulänglichkeiten einher. Das Zwischenlager Ahaus ist zudem auch nur bis 2036 genehmigt, sodass die Endlagerung des Atommülls weiter völlig ungeklärt ist. Deshalb fordern die Initiativen einen Abbruch des Atommüll-Wahnsinns auf der Autobahn.

„Beim ersten Mal dauerte der Anschluss der Überwachung in Ahaus deutlich  länger als geplant, beim zweiten Mal war der Sicherheits-Akku des LKW nicht rechtzeitig aufgeladen und beim dritten Mal fehlte es an Polizei-Schutz für den Konvoi. Es handelt sich hier also nicht um eine verantwortungsvolle `Entsorgungs-Option`, sondern um ein politisch herbeigeführtes Atommüll-Chaos, in das sich die Verantwortlichen verstrickt haben. Land und Bund müssen nun die Notbremse ziehen, statt der Bevölkerung und der Polizei über Jahre hinweg weitere völlig sinnlose und gefährliche Castor-Transporte zuzumuten“, so Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“.

Morgen Proteste in Jülich und Ahaus − auch über Autobahnbrücke!

Auch beim vierten Castor-Transport bringen die Anti-Atomkraft-Initiativen am morgigen Dienstag ihren Protest gegen den Castor-Wahnsinn aktiv auf der Straße: In Jülich wird es wieder ab 18 Uhr eine Dauer-Mahnwache vor dem Forschungszentrum Jülich geben. In Ahaus startet um 18.30 Uhr eine Fahrrad-Demo vom Bahnhof durch die Innenstadt zur Castor-Strecke am Schumacher-Ring. Dort beginnt dann um 19 Uhr an der zentralen Castor-Kreuzung mit der Schorlemer-/Schöppingerstraße eine Kundgebung und Dauermahnwache bis zur nächtlichen Ankunft des Castor-Konvois.

Um auf die schlechte Absicherung der Autobahnbrücken beim letzten Castor-Transport aufmerksam zu machen, startet von dieser Mahnwache auf  der Schorlemer Straße/Schumacher-Ring um 19.30 Uhr eine zweite Fahrrad-Demo. Ziel ist das Zwischenlager und anschließend die Autobahnbrücke über die A31 auf der Schöppinger Straße. Dort gibt es ein Aktions-Picknick. Danach geht es über die Brücke und am Zwischenlager vorbei zurück zur Dauer-Mahnwache an der zentralen Castor-Kreuzung Schorlemer Straße/Schumacher-Ring.

Routine-Verhalten der Polizei erhöht Gefahren − Landesregierung schweigt

Noch immer stehen 149 Castoren in Jülich und die Gefahren durch Unfälle, Sabotage oder gar Anschläge steigen mit dem Routine-Verhalten der Polizei, das schon jetzt zu brisanten Fahrlässigkeiten geführt hat. Nach drei Transporten zeigt sich deutlich, dass es real keine Ausweichrouten gibt und sich deshalb Termine und Fahrtzeiten sehr gut abschätzen lassen. Ab Sommer fällt wegen einer Baustelle auch die zweite A31-Ausfahrt bei Heek für mehrere Monate aus.

„Es ist ein fatales Zeichen, dass bereits beim dritten Castor-Transport auf den Begleithubschrauber verzichtet wurde und mehrere Brücken unbewacht waren. Die Polizei muss sich auf die tatsächlichen Gefahren fokussieren, nicht auf die Demonstrationen“, so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. „Zudem erwarten wir von der NRW-Landesregierung endlich Antworten auf unsere Fragen zu den Pannen bei den ersten beiden Transporten. Es zeigt sich leider sehr deutlich, dass die schwarz-grüne Landesregierung die Öffentlichkeit nicht informieren möchte. Schon deshalb sind unsere Proteste sehr wichtig, um ein Mindestmaß an öffentlicher Kontrolle sicherzustellen.“

Große Sorge nach Drohnenangriff auf Emirate-AKW

Angereichertes Uran kommt auch von Urenco aus Gronau

„Bundesregierung muss Uranexporte in Kriegsgebiete stoppen“

Drohnen haben das AKW Barakah am Persischen Golf in den Vereinigten Arabischen Emiraten angegriffen. Anti-Atomkraft-Initiativen aus NRW und dem Emsland, .ausgestrahlt und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) sind darüber extrem beunruhigt. Sie weisen darauf hin, dass für die Brennelemente in dem AKW auch angereichertes Uran von Urenco aus der Urananreicherungsanlage Gronau (Westfalen) verwendet wurde. Da die Exportgenehmigungen für angereichertes Uran letztlich von der Bundesregierung abgesegnet werden müssen, ist auch Deutschland am Betrieb dieses AKW in der Kriegsregion am Persischen Golf beteiligt.

Urenco ist über den südkoreanischen Atomkonzern Kepco in die Lieferkette für Barakah mit eingebunden. Entsprechende Ausfuhrgenehmigungen für das angereicherte Uran aus Gronau zur Brennelementefertigung in Südkorea werden regelmäßig vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erteilt, zuletzt nach Angaben des Bundesumweltministeriums am 6. November 2025. Die Anti-Atomkraft-Initiativen und Verbände fordern nun einen sofortigen Ausfuhrstopp für angereichertes Uran, das in Kriegs- oder Krisengebiete zum Einsatz kommen soll. Sie erinnern daran, dass Urenco auch schon das von Russland in der Ukraine militärisch besetzte AKW Saporischschja mit angereichertem Uran beliefert hat.

„Die Angriffe auf Atomanlagen am Persischen Golf sind extrem beunruhigend, weil sie zu einer großen nuklearen Katastrophe führen können. Nach der Ukraine und dem Iran ist dies nun ein weiteres Land, wo Atomkraftwerke und Atomanlagen direkt in die Kriegsführung mit einbezogen werden. Das ist eine äußerst gefährliche Entwicklung. Und es ist absolut verantwortungslos, dass sowohl am Persischen Golf wie auch in der Ukraine ein Teil des angereicherten Urans aus der deutschen Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau stammt. Die Bundesregierung muss endlich die Exportlizenzen für den Urenco-Konzern aufheben – in Kriegs- und Krisengebiete darf kein angereichertes Uran made in Germany geliefert werden“, so Jens Dütting vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

„Atomkraftwerke sind nicht nur ein Sicherheitsrisiko im Normalbetrieb – sie können jederzeit zu militärischen oder terroristischen Angriffszielen werden. Wer auf Atomkraft setzt, nimmt diese Gefahr bewusst in Kauf. Auch deshalb lehnen wir die Nutzung von Atomkraft entschieden ab“, ergänzte Bettina Ackermann von der bundesweiten Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt.

Urenco gehört zu je einem Drittel dem britischen und niederländischen Staat. Das deutsche Drittel gehört gemeinsam RWE und E.ON, sodass auch diese beiden deutschen Großkonzerne an der Belieferung des AKW Barakah am Persischen Golf indirekt mit beteiligt sind.

Verwendete Quellen:

1. Beteiligung von Urenco bei der Belieferung von Barakah:

https://www.urenco.com/news/global/2023/supply-chain-delivery-mooted-at-wuc

2. Belieferung von Barakah durch Urenco via KEPCO in Südkorea:

https://www.nucnet.org/news/operators-begin-fuel-loading-at-barakah-2-apr-1400-plant-3-1-2021

3. Aktuelle deutsche Exportgenehmigung von Urenco Gronau für 200t angereichertes Uran für KEPCO in Südkorea vom 6.11.2025 (S. 29):

https://www.bundesumweltministerium.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Nukleare_Sicherheit/ausfuhrgenehmigungen_brennelemente_bf.pdf

Castor-Alarm: Mahnwache am Tag X4 vor Forschungszentrum

(Beitragsbild: © Adobe Stock | Phatharaporn)

***Castor-Alarm***

Mahnwache am Forschungszentrum Jülich | Tag X4 | ab 18.00 Uhr

Es verdichten sich die Hinweise: Dienstagabend (19. Mai) soll der vierte Castor-Transport in Jülich starten und in der Nacht zum Mittwoch in Ahaus ankommen.

Kommt vorbei und zeigt euren Protest gegen die unsinnige Verschiebung von Atommüll von einem Zwischenlager ins nächste!

Atommüll sollte nur noch einmal transportiert werden – und zwar ins Endlager.

***Versammlungsort ist auf der Stetternicher Staatsforst Straße (ETC – Enrichment Technology Company) circa 20 Meter vor der Kreuzung Wilhelm-Johnen-Straße***

Anreise zur Mahnwache

Von Autobahnabfahrt Düren in Richtung Jülich (B56):

  • An der Ampelkreuzung rechts in Richtung Selgersdorf
  • Am Ende von Selgersdorf links auf die Beschilderung achten: In Richtung Hambach … Daubenrath auf den Hambacher Weg  
  • Nach circa 500 Meter links in Richtung Daubenrath
  • Durch den Ort Daubenrath weiter bis Kasterstraße
  • Dann Kasterstraße weiter folgen bis zur Stetternicher Staatsforst Straße (geht links in den Wald hinein | „Schleichweg“)
  • Stetternicher Staatsforst Straße vorbei am ETC bis zum Versammlungsort

(Quelle: https://www.openstreetmap.org)

Die Anreise mit der Rurtalbahn bis zur Haltestelle „Forschungszentrum” ist auch diesmal nach 17.30 Uhr möglich.

Hier der Fußweg (etwa 2 km) zum Forschungszentrum. Die Mahnwache ist Ecke Wilhelm-Johnen-Straße/Stetternicher Staatsforst Straße.

Falls die Polizei euch nicht zum Versammlungsort lassen will, weist darauf hin, dass es sich um eine angemeldete Versammlung handelt und der Zugang gemäß Grundgesetz und Versammlungsgesetz möglich sein muss!

Meldet solche Vorkommnisse bitte dem Ermittlungsausschuss beziehungsweise auch über den Castor-Ticker, damit sich andere Menschen darauf einstellen können.

Das Mitführen von Alkohol und alkoholischen Getränken ist verboten. Auch das Mitführen von Behältnissen aus Glas und Blech ist nicht gestattet.