Skip to main content

Endlager-Suche: Partizipation Fehlanzeige

(Beitragsbild: pixabay.com)

Pressemitteilung

„Fachkonferenz Teilgebiete“ am Wochenende unter inakzeptablen Rahmenbedingungen

Verschiedene Umweltorganisationen und Bürgerinitiativen kritisieren die im Rahmen der Standortsuche für ein Atommüll-Endlager für das Wochenende angesetzte Auftaktveranstaltung der „Fachkonferenz Teilgebiete“.

In einem reinen Online-Format will die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ihren vor knapp drei Wochen veröffentlichten „Zwischenbericht Teilgebiete“ erläutern. Am zweiten Tag der Veranstaltung soll es dann laut Atommüll-Bundesamt um die „Selbstorganisation“ der Konferenz gehen.

Ludwig Wasmus, Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD, kritisiert: „Große Teile der Datengrundlage des Zwischenberichts sind geheim und können von den Betroffenen in den Teilgebieten nicht überprüft werden. Damit ist die versprochene Transparenz, die Grundlage für jede Partizipation ist, nicht gegeben.“

Auch die „Selbstorganisation“ ist eine Farce. Jochen Stay, Sprecher von .ausgestrahlt: „Die Behörde hat extra ein Notariat eingerichtet, um zu verhindern, dass auf der Konferenz über andere Aspekte der Standortsuche als den Zwischenbericht gesprochen wird. Dabei gibt es zahlreiche weitere Themen, über die sich die Betroffenen austauschen wollen. Dies von vorneherein verhindern zu wollen, zeigt, wie wenig dem Bundesamt daran gelegen ist, eine tatsächlich offene Debatte zuzulassen. Das Postulat vom lernenden Verfahren ist wertlos, wenn die zahlreiche bereits getroffenen Vorfestlegungen im Verfahren nicht mehr in Frage gestellt werden können.“

“Peter Meyer, Sprecher der Bürgerinitiative Strahlenschutz Braunschweig, dazu: „Das Bundesamt stellt im Vorfeld der Auftaktveranstaltung immer wieder in den Vordergrund, dass sich die Konferenz ja selbst organisieren kann. So soll es nur als Vorschlag verstanden werden, dass die Behörde bereits eine Moderationsfirma  beauftragt hat. Doch sollte die Konferenz eine andere, neutrale Moderation bevorzugen, so gibt es dafür keine Finanzierung. Zudem hat das Bundesamt festgelegt, welche thematischen Arbeitsgruppen von der bei ihm angesiedelten Geschäftsstelle der Konferenz organisatorisch unterstützt werden. Damit wird die Konferenz dabei behindert, eigenständig festzulegen, welche Arbeitsgruppen sie für sinnvoll erachtet. Unter Selbstorganisation stelle ich mir etwas anderes vor.“

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg: „Immer wieder haben Umweltorganisationen und auch das Nationale Begleitgremium gefordert, aufgrund der Corona-Pandemie die Konferenz zu verschieben, da ein Online-Format die Diskussions- und Interaktionsmöglichkeiten massiv einschränkt. Wie sollen sich viele hundert Menschen, die sich bisher nicht kennen, in einer Online-Schalte selbst organisieren? Da das Bundesamt den Ablauf und die Interaktionen kontrolliert, gibt es für die Teilnehmenden keine Möglichkeiten, davon abzuweichen und eigenständige Ansätze zu verfolgen. Partizipation ist unter diesen Bedingungen nicht möglich.“

Pressemitteilung: Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD | BI Luechow-Dannenberg | Biss e. V Braunschweig | .ausgestrahlt

Stromversorgung in Belgien auch ohne umstrittene Reaktoren Doel 1 und 2 gewährleistet

Umweltinstitut München | Gemeinsame Pressemitteilung vom 13. Oktober 2020  


Die Sicherheit der Stromversorgung in Belgien wäre durch eine sofortige Abschaltung der Atomreaktoren Doel 1 und 2 nicht beeinträchtigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Umweltinstitut München. Unter Beibehaltung der bisherigen Importstromkapazitäten ist sogar ein vollständiger Atomausstieg Belgiens machbar.

„Die sofortige Abschaltung der Reaktoren Doel 1 und 2 würde die Versorgungssicherheit in Belgien nicht negativ beeinträchtigen“, stellt die Autorin des Papiers, Anika Limbach, fest. „Ein Kapazitätszuwachs grundlastfähiger Leistung innerhalb der letzten vier Jahre – insbesondere von Gaskraftwerken – gleicht den Wegfall der beiden Meiler mehr als aus.“

Die Atomreaktoren im belgischen Doel sind hoch umstritten. Mit Brennstoff versorgt werden sie seit jeher aus der Atomfabrik im niedersächsischen Lingen. Gegen den Brennelemente-Export nach Doel 1 und 2 ist derzeit die Klage eines Aachner Bürgers anhängig. Der Betrieb dieser Meiler ist insbesondere aufgrund altersbedingter Sicherheitsdefizite in hohem Maße risikobehaftet. Aus Sicht des Betreibers Engie Electrabel ist ein Weiterbetrieb jedoch für die Sicherheit der Stromversorgung Belgiens unverzichtbar – und dies, obwohl Doel 1 und 2 seit 2018 zweimal für jeweils rund 8 Monate zeitgleich stillstanden.

„Noch vor wenigen Jahren ließ vor allem eine angespannte Situation auf dem belgischen Strommarkt einen Atomausstieg in Belgien unmöglich erscheinen. Doch die Rahmenbedingungen haben sich verändert“, so Limbach weiter. „Anhand einer aktuellen Leistungsbilanz des belgischen Stromsektors wird deutlich, dass heute sogar ein vollständiger Atomausstieg unter Beibehaltung der jetzigen Importstromkapazitäten möglich wäre.“

Im Falle eines Super-GAUs im belgischen Atomkraftwerk Doel wären Menschen in ganz Europa betroffen. Doch die Atommeiler gefährden nicht mehr nur die Bevölkerung, sondern sie belasten auch das Stromsystem selbst.

„Die belgischen Atommeiler sind inzwischen so unzuverlässig geworden, dass sie die Versorgungssicherheit gefährden“, stellt Philip Bedall, Referent für Atompolitik am Umweltinstitut München fest. „Ungeplante Ausfälle sind eine hohe Belastung für das belgische Stromsystem. Ein Atomausstieg schafft mehr Stabilität im Stromsektor und Freiraum für den Ausbau der Erneuerbaren.“

Hintergrund

„Zur Sicherheit der Stromversorgung in Belgien – aktuelle Situation und Entwicklung“, Factsheet des Umweltinstitut München, Oktober 2020

Kurzstudie belegt: Ohne Doel 1 und 2 gehen in Belgien die Lichter nicht aus

Diese Woche (13.10.2020) wurde im Namen des Umweltinstituts München ein weiterer Baustein veröffentlicht.

Eine Kurzstudie belegt: Ohne Doel 1 und 2 gehen in Belgien die Lichter nicht aus. Das wird von der Gegenseite gerne behauptet.

… zum Factsheet: „Zur Sicherheit der Stromversorgung in Belgien – aktuelle Situation und Entwicklung.“ Factsheet des Umweltinstitut München, Oktober 2020

… zur Meldung des Umweltinstitutes:
http://www.umweltinstitut.org/aktuelle-meldungen/meldungen/2020/atom/kurzstudie-versorgungssicherheit-in-belgien.html

CASTOR-Transport aus Sellafield nach Biblis

Pressemitteilung

Bündnis CASTOR-stoppen

www.castor-stoppen.de

CASTOR-Transport aus Sellafield nach Biblis vom 1. November bis 4. November

Dieser ursprünglich für Anfang April geplante Transport mit hochradioaktiven Brennelementen wurde am 12. März durch Bundesinnenminister Seehofer “mit sofortiger Wirkung suspendiert”. Der Einsatz von 6.000 Bundespolizisten wäre wegen der damaligen Ausbreitung des Corona-Virus “nicht zu verantworten”.

Jetzt soll der CASTOR-Transport trotz der aktuell weit höheren und ansteigenden Corona-Zahlen im Zeitraum vom 26. Oktober bis zum 4. November durchgeführt werden. Zuerst ab dem 26. Oktober als Schiffstransport von Sellafield nach Nordenham bei Bremerhaven. Dann als Schienentransport im Zeitfenster vom 1. November bis 4. November von Nordenham nach Biblis.

Geplante Bahn-Strecke über Bremen, Hannover, Göttingen, Fulda, Frankfurt, Darmstadt ins hessische Atomkraftwerk Biblis Wieder soll Atommüll konzeptlos von einem Ort zum anderen verschoben werden. Erstmals seit 2011 kommen neue CASTOR-Transporte aus den Plutoniumfabriken La Hague (F) und Sellafield (GB). Die CASTOR-Zwischenlager sind und werden zu unsicheren Langzeitlagern, ein sinnvolles Konzept für eine Langzeitlagerung fehlt. Jeder unnötige Transport ist ein zusätzliches radioaktives Risiko, deshalb lehnen wir diese CASTOR-Atommüllverschiebungen ab.

Deshalb hat sich 2019 das bundesweites Protestbündnis CASTOR-stoppen gegen diese unnötigen und sinnlosen Atommüllverschiebungen gegründet. Das Bündnis besteht aus Gruppen der Anti-AKW-Bewegung und aus Klimagruppen. Wir mobilisieren unter dem Motto: Atomausstieg sofort und weitere Energiewende jetzt – es ist noch lange nicht vorbei!

– es gibt kein vertretbares Konzept für den vorhandenen Atommüll – die Energiewende wird mit Ausbremsregelungen sabotiert

– Atomenergie ist kein Beitrag gegen die Klimakatastrophe

Im Zentrum unserer Kritik gegen den kommenden Transport stehen die Mängel an den Zwischenlagern, wie am AKW Biblis. Keine der Zwischenlager-Hallen verfügt über Einrichtungen, die bei einer Beschädigung der CASTOR-Behälter (zum Beispiel altersbedingte Undichtigkeiten) zur Reparatur genutzt werden könnten. Es ist schlichtweg verantwortungslos den Atommüll dorthin zu fahren, da eine Langzeitlagerung und Reparatur dort nicht stattfinden kann. Den Transport jetzt mitten in einer ansteigenden Pandemielage durchzuführen, wertet das Bündnis als weiteres Zeichen der Verantwortungslosigkeit der zuständigen Behörden und Ministerien.

Wir rufen zum Protest gegen diese sinnlose Atommüll-Verschiebung auf. Protest-Infopunkte sind die Mahnwachen in Nordenham, Bremen, Oldenburg, Hannover, Göttingen und Biblis. Alle aktuellen Informationen auf unserer Homepage: www.castor-stoppen.de

Hintergrundpapier zu den CASTOR-Transporten unter Materialien: http:// castor-stoppen.de Infopapier zu den Standort-Zwischenlagern: http://www.atommuellkonferenz.de/wp-content/uploads/Positionspapier_Zwischenlagerung_hoch_radioaktiver_Abfaelle.pdf

Bündnis CASTOR-stoppen http://www.castor-stoppen.de

Gorleben ist tatsächlich raus

Pressemitteilung
Der Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) schließt den bisherigen Endlagerstandort Gorleben von der weiteren Endlagersuche aus. Den Ausschlag gaben neben den Ausschlusskriterien und den Mindestanforderungen laut BGE die Abwägungskriterien.

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) reagiert dennoch verhalten auf diesen Bericht, denn eine Gleichbehandlung von Ton, Kristallin und Salzgestein sei nicht erkennbar, wenn von 90 Teilgebieten allein 74 auf Salz fielen.

„Wir hatten die klare Erwartung, dass Gorleben in dem neuen Suchverfahren wegen der geologischen Mängel herausfallen müsste, und zwar bereits im ersten Schritt “, so BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Die Datenfülle zu Gorleben sei im Gegensatz zu allen anderen Teilgebieten erdrückend. „Wenn nach über 40 Jahren nun ein Schlussstrich unter das Gorleben-Kapitel gezogen wurde, ist es eine Chance, das Suchverfahren wirklich unbelastet von den alten Querelen wissenschaftsbasiert und fair zu gestalten. Unsere Befürchtung, Gorleben als Rückfalloption aus politischen Gründen im Spiel zu halten, ist seit heute vom Tisch.“

Am 4. Oktober wird an den Atomanlagen in Gorleben dennoch demonstriert.

Ehmke: „Das wird keine Jubelparty. Wir bringen uns solidarisch weiter in das Endlagersuchverfahren ein. Im Anschluss an die Kundgebung werden wir die „Ehrenrunde“ rund um das Bergwerksgelände laufen, die uns bereits Peter Altmeier 2013 prophezeite, doch diesmal hoffentlich nicht als Verlierer und Spielball von Parteien- und Länderegoismen“.

Die Kritik am Suchverfahren sei damit nicht vom Tisch. Vor allem die Fachkonferenz Teilgebiete, in der alle betroffenen Regionen den BGE-Bericht unter die Lupe nehmen, böte keine Möglichkeit einer echten Mitbestimmung.  

(Quelle: Pressemitteilung Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.)

Kein Grad weiter – heißt keinen Meter weiter für die Kohlebagger!

Kommt zur Demo am Samstag, 26. September 2020, um 12 Uhr in Hochneukirch am Tagebau-Garzweiler II.

Ein Kohleausstieg 2038 ist zu spät! Achtzehn weitere Jahre Kohleabbau sind eine massive Gefahr – für die Dörfer am Garzweiler-Tagebau und
Lebensgrundlagen weltweit.

Am 26. September 2020 gehen „Fridays for Future“ und „Alle Dörfer bleiben“ auf die Straße, um unsere Solidarität mit Ende Gelände und den Anti-Kohle-Kidz auszudrücken und als eine vereinte Klimagerechtigkeitsbewegung zu zeigen:

ES REICHT! Es muss SOFORT Schluss sein mit den veralteten Methoden der Energiegewinnung durch Braunkohle und Co, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels noch abwenden zu können.

Die Demo startet um 12 Uhr am Marktplatz in Hochneukirch, gut erreichbar mit dem ÖPNV, und wird später an der Grube vorbeigehen, von wo aus wir direkten Blick auf den Ort der Zerstörung und der Klima-Ungerechtigkeit bekommen.

Für die Dörfer kämpfen heißt für globale Klimagerechtigkeit kämpfen!

Quelle: Ende Gelände

In Gedenken an Christina

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir trauern um unsere gute Freundin und langjährige Mitstreiterin Christina Burchert vom Arbeitskreis Umwelt in Schüttorf. Die letzten Monate kämpfte Christina tapfer gegen eine aggressive Krebs-Erkrankung – am letzten Samstag verlor sie im Alter von nur 58 Jahren diesen Kampf. Unser tiefes Mitgefühl gehört ihrem Mann, ihrem Bruder und den weiteren Angehörigen.

Christina war in den letzten Jahren eine tragende Säule der Anti-Atom-Szene in Gronau, Lingen und Ahaus. Ihre menschliche Warmherzigkeit, ihre positive Lebenseinstellung, ihre Entschlossenheit, ihre Energie und ihre Selbstlosigkeit machten sie zu einer ganz besonderen Persönlichkeit. Sie hat uns davon immer wieder viel mit auf den Weg gegeben.

Zusammen mit ihrem Mann Achim gründete sie den AKU Schüttorf und dann auch die Volxküche Schüttorf. Dutzende Demos, Mahnwachen und Sonntagsspaziergänge versorgte sie mit ihrem leckerem Kuchen. Viele Anti-Atom-Bewegte haben sie so kennengelernt. Aber sie wirkte auch weit darüber hinaus intensiv an der Vernetzung der Anti-Atom-Inis in NRW und Niedersachsen mit. Besonders wichtig war Christina die internationale Zusammenarbeit, mit den Initiativen in den Niederlanden, in Belgien und Russland genauso wie mit AktivistInnen aus dem Niger und Südafrika.

Uranmüllexporte Gronau-Russland vor dem Aus?

Pressemitteilung

Münster/Gronau/Bonn, 1. September 2020

– BMU: Noch 17 100 Tonnen abgereichertes Uran in Gronau

– Keine Rücktransporte von „wiederangereichertem“ Uran

– Urenco liefert erstmals Uran für russische Brennelemente

Bundesumweltministerium und E.ON antworteten auf Anfragen

Nach übereinstimmenden Angaben des Bundesumweltministeriums (BMU) und des Energiekonzerns E.ON scheinen die Uranmüllexporte von der Urananreicherungsanlage in Gronau nach Russland kurz vor dem Aus zu stehen. So schrieb das BMU unter Berufung auf das NRW-Wirtschaftsministerium der Initiative SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster, dass in diesem Jahr nur noch zwei dieser Transporte mit jeweils 900Tonnen abgereichertem Uranhexafluorid (UF6) zu erwarten seien. E.ON teilte dem Dachverband Kritischer Aktionärinnen und Aktionäre mit, dass es „derzeit keine konkreten Planungen“ für weitere Transporte nach 2020 gebe. E.ON hält zusammen mit RWE ein Drittel der Anteile am deutsch-britisch-niederländischen Urananreicherer Urenco. Zwischen Mai 2019 und Ende August 2020 hat es bereits 18 Urantransporte von Gronau nach Russland gegeben, mit denen insgesamt rund 16 200 Tonnen UF6 als Uranmüll von Gronau nach Russland exportiert wurden.

Darüber hinaus teilte das BMU mit, dass zum 30. Juni 2020 noch immer rund 17 100 Tonnenabgereichertes UF6 auf dem Gelände der Urananreicherungsanlage Gronau lagerten. Ende 2018 waren es noch rund 23 950 Tonnen gewesen. Damit hat sich trotz der massiven Exporte in den letzten anderthalb Jahren die tatsächliche Lagermenge in Gronau vergleichsweise nur wenig verringert. Das zeugt davon, wieviel Tausend Tonnen Uranabfall regelmäßig bei der Urananreicherung anfallen.

Das BMU teilte zudem mit, dass in den Jahren 2018, 2019 und 2020 bislang kein einziger „Rücktransport“ von wiederangereichertem UF6 von Russland nach Gronau stattgefunden habe. Urenco behauptet hingegen immer, dass es sich bei dem UF6 um „Wertstoff“ handele, der zur Wiederanreicherung nach Russland exportiert werde. Die BMU-Zahlen sprechen jetzt eine andere Sprache.

Weiterlesen

Nachlese zur Fahrraddemo am 29. August

Angesichts eines erneuten Wettrüstens und zunehmender internationaler Konflikte hat das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ zu einer Fahrraddemo am Samstag, 29. August, für Frieden und Abrüstung aufgerufen. Zudem wollten die Aktivisten auf den Antikriegstag (1. September) aufmerksam machen und an das Ende des 2. Weltkrieges vor 75 Jahren erinnern.

Gegen 12 Uhr starten Akteure von „Stop Westcastor“ vom Jülicher Kulturbahnhof, (Bahnhofstraße) aus. Die Fahrradroute ging in Richtung Haupteingang des Forschungszentrums Jülichs (FZJ) und endete vor dem Eingangsbereich der Enrichment Technology Company (ETC). Gegen 13 Uhr fand dort eine Abschlusskundgebung statt.

Pressestimmen:

Jülicher Nachrichten: „Kleine Fahrraddemo um das FZJ“

Scharf links.de

Lokalkompass.de

Herzog Magazin Jülich

Radio Rur

Grußwort von Tom Clements, Umweltaktivist aus South Carolina / USA

Dear Bicycling Friends!  Liebe Fahrradfreundinnen und Freunde!

I send greetings of solidarity on the occasion of your (Ich sende euch Grüße zu eurer) Fahrraddemo um das Forschungszentrum Jülich!

As an avid bicyclist, I can’t think of a clearer way than your bike ride around the FZJ to show support for peace and disarmament and for climate and environmental protection.

Als begeisterter Fahrradfahrer kann ich mir keinen authentischeren Weg denken als eure Fahrt rund um das FZJ, wenn es darum geht Frieden, Abrüstung, Klima- und Umweltschutz zu unterstützen.

Each morning, when I do a 15-km bike ride, to start the day, it’s not only for my health but also a political statement for alternative transportation. Likewise, I view your ride to be a highly visible expression of support for the cleaner and more peaceful future than we all seek.

Jeden Morgen fahre ich als erstes 15 km mit dem Rad, nicht nur für meine Gesundheit, sondern auch als eine politische Demonstration für alternativen Transport. Ebenso sehe ich eure Tour als deutlich sichtbaren Ausdruck für die saubere und friedlichere Zukunft, die wir alle herbeisehnen.

Here in South Carolina, we continue to stand with you in opposition to the scheme to import to the U.S. Department of Energy’s Savannah River Site (SRS) the Castor casks containing the AVR highly radioactive spent fuel. Thank you for remaining firmly against the proposal to ship that problem elsewhere.

Hier in South Carolina stemmen wir uns weiterhin gemeinsam mit euch gegen die Pläne des US Energieministeriums DOE, die Castorbehälter mit hochradioaktivem Jülicher AVR-Atommüll zum SRS zu bringen. Danke euch, dass ihr fest bleibt gegen das Ansinnen, diesen Problemmüll anderswohin zu verschiffen!

As the U.S. Department of Defense contractors and their political allies are starting a new nuclear arms race, the work of SRS Watch is now focused on stopping a facility at SRS that would manufacture new plutonium “pits” – triggers of nuclear warheads – for old and new nuclear weapons. Stopping the SRS Plutonium Bomb Plant is also the focus of allied groups nationwide and I call on you all to join with us in opposing this misguided project which is at the heart of on-going, insane plans for nuclear war.

Weil aber die Vertragspartner des US. “Verteidigungs”ministeriums und ihre politischen Verbündeten dabei sind, einen neuen atomaren Rüstungswettlauf zu beginnen, konzentriert sich die Arbeit von SRS Watch neuerdings darauf, dagegen zu opponieren, dass SRS neue Plutoniumeinsätze für Atomsprengköpfe herstellen könnte, als Ersatz für alte, aber auch für gänzlich neue Atomwaffen. Diese SRS-Plutoniumbombenwerkstatt zu stoppen ist auch das Ziel verbündeter Gruppen in unserem ganzen Land, und ich rufe euch alle auf, sich mit uns diesem fehlgeleiteten Projekt entgegenzustellen, das ein Herzstück neuer  gefährlicher Pläne zur Vorbereitung eines Atomkrieges darstellt.

I hope you enjoy the ride and that it helps recommit you to efforts for peace, justice and a healthy environment. Together we can the build that new world that we seek!

Ich hoffe, ihr habt Freude an eurer Fahrt, und wünsche dass sie hilft, euren Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und eine gesunde Umwelt zu verstärken. Zusammen können wir diese neue Welt bauen, die wir suchen. 

In Solidarity & Friendship – (Freundschaft)

Tom Clements

SRS Watch

Columbia, South Carolina

Grußwort von SOFA Münster (Sofortiger Atomausstieg):

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir überbringen euch heute solidarische Grüße von den Anti-Atom-Initiativen im Münsterland. Eure Demo heute ist ein wichtiger Baustein im Kampf für eine atomfreie und zivile Zukunft. An kaum einem Ort wird der jahrzehntelange Wahnsinn der Atomlobbyisten deutlicher als in Jülich. Auch die rapide Verwischung zwischen ziviler und militärischer Nutzung der Atomkraft fokussiert sich auf Jülich. Die nach außen unscheinbare Firma ETC ist eine Tochter von Urenco und der französischen Orano. Hier werden die Uranzentrifugen erforscht und entwickelt, die dann in den Urananreicherungsanlagen im westfälischen Gronau, aber auch in den Niederlanden, Frankreich, Großbritannien und den USA die Atomenergie am Laufen halten – von Atomausstieg ist in Jülich nichts zu sehen!

In den letzten Jahren zeigt sich durch Berichte von US-Medien und des US-Kongresses immer deutlicher, dass Urenco und ETC sich in den USA auch für Projekte bewerben, die eindeutig militärischen Charakter haben. So soll ein Reaktor des AKW-Betreibers TVA beliefert werden, der als „Nebenprodukt“ Tritium für die Erneuerung der US-Atomsprengköpfe herstellt. Im Januar dann berichtete das Magazin Physics Today, dass das Pentagon an neuen Mini-Reaktoren von Urenco interessiert ist, die mit deutlich höher angereichertem Uran 235 bestückt werden sollen – und das alles angereichert mit Zentrifugen aus dem Hause ETC!

Wir sagen ganz deutlich: Wer für das Pentagon Aufträge übernimmt, lässt sich auf eine extrem gefährliche und unverantwortliche Militarisierung der Urananreicherung ein. Das heizt militärische Konflikte weltweit an und verschärft die atomare Bedrohung.

Wir fordern deshalb von der Bundesregierung, der NRW-Landesregierung sowie von Urenco und ETC ein sofortiges Ende dieser militärischen Nuklear-Planspiele – und ein sofortiges Ende der Uranzentrifugenforschung in Jülich sowie der Urananreicherung in Gronau – für eine Zukunft ohne Atomkraft und ohne Atomwaffen!

Solidarische Grüße aus Münster
SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster