„Ende Gelände“ vom 19. – 24. Juni 2019 im Rheinischen Braunkohlerevier

. . . . . . . . . . . . . . . . Aus dem Aufruf:

Vom 19. bis 24. Juni stellen wir uns ungehorsam der Zerstörung im Rheinland entgegen und blockieren die Kohle-Infrastruktur. . . .
. . . Im Rheinland will der Kohle-Konzern RWE Fakten schaffen: Bagger fressen sich unaufhörlich in die Landschaft, verschlingen Wälder, fruchtbares Ackerland und ganze Dörfer. Als größte CO2-Quelle Europas zerstört die Braunkohle-Industrie im Rheinland die Zukunft von Menschen weltweit.
Dem stellen wir uns entgegen!


Letztes Jahr haben wir mit anderen tausenden Menschen in einem breiten Bündnis für den Hambi gekämpft. Dieses Jahr stehen wir Seite an Seite mit allen Menschen, deren Zuhause durch Kohle und Klimakrise zerstört wird. . . .
. . . Unsere Aktionsform ist eine offen angekündigte Massenblockade mit vielfältigen Beteiligungsmöglichkeiten. Wir werden uns ruhig und besonnen verhalten, von uns wird keine Eskalation ausgehen, wir gefährden keine Menschen. Wir wollen eine Situation schaffen, die für alle Teilnehmenden transparent ist und in der wir aufeinander achten und uns unterstützen.
Kohleausstieg ist immer noch Handarbeit.
Also: auf geht’s, ab geht’s, Ende Gelände!
Damit #AlleDörferBleiben – weltweit.


Hier gibt´s den kompletten Aufruf als pdf

. . . . . . . . . . . Alle Infos rund um die Aktion: www.ende-gelaende.org/de

flickr-Account von „Ende Gelände„: https://www.flickr.com/photos/133937251@N05/albums

Längere Lagerfrist für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll in Ahaus?

Foto: pixabay.com

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) weist darauf hin, dass am 4. Juni 2019 (ein Dienstag) in Legden bei Ahaus (Kreis Borken) ein Erörterungstermin beginnt, bei dem es um das Atommülllager in Ahaus geht. Konkreter Anlass des Termins ist die beantragte Verlängerung der Lagerfrist für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll. Die aktuelle Lagerungsgenehmigung läuft am 20. Juli 2020 aus. Beantragt ist jetzt eine Lagerungsdauer bis Ende 2057. Gegen diese verlängerte Lagerfrist wurden zahlreiche Einsprüche bei der zuständigen Bezirksregierung in Münster eingereicht. Auch der BBU hat in einer Stellungnahme die geplante längere Lagerdauer für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll abgelehnt. Die Stellungnahme findet man auf der Homepage des BBU unter:

https://bbu-online.de/Einwendungen/BBU%20Stellungnahme%20Ahaus%20Maerz%202019.pdf

Erörterungstermin findet in Legden statt, nicht in Ahaus!

Der Erörterungstermin soll am 4. Juni 2019 um 10 Uhr beginnen – im Audimax des ‚Dorf Münsterland‘-Hotels, Haidkamp 1, 48739 Legden – nicht in Ahaus! Alle Personen und Organisationen, die Anfang des Jahres einen Einspruch gegen die längere Atommüll-Lagerdauer erhoben haben, sind teilnahmeberechtigt. Man kann ganztägig teilnehmen oder bei Zeitmangel auch stundenweise. Einlass ist täglich ab 9 Uhr. Bei Bedarf wird der Erörterungstermin an den Folgetagen fortgesetzt. Zur Einlassberechtigung ist ein Personaldokument mitzubringen. Ausführliche Informationen zum Ablauf des Erörterungstermins gibt es im Internet unter:    

http://www.bezreg-muenster.de/de/service/bekanntmachungen/verfahren/strahlenschutz/zwischenlager_ahaus/index.html

Informationsblatt der Bezirksregierung zum Erörterungstermin:    

http://www.bezreg-muenster.de/de/service/bekanntmachungen/verfahren/strahlenschutz/zwischenlager_ahaus/_ablage/Infoheft_Zwischenlager_Ahaus_web.pdf

Kritik an dem Erörterungstermin

In einer Pressemitteilung vom 14. Mai 2019 hat die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ den Erörterungstermin kritisiert. In der Mitteilung heißt es: „Der Termin ist alles andere als bürgerfreundlich: Wer kann schon an einem Dienstagvormittag zu einer Erörterung kommen – die berufstätige Bevölkerung jedenfalls in der Regel nicht! Offenbar will die Bezirksregierung die Teilnehmerzahl so gering wie möglich halten“. Und Udo Buchholz vom Vorstand des BBU bemängelt, dass der Erörterungstermin nicht in Ahaus sondern in Legden durchgeführt wird:
„So werden viele der hauptbetroffenen Ahauserinnen und Ahauser nicht oder nur eingeschränkt an der Erörterung teilnehmen können.“

Vorbereitungstreffen in Ahaus

Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ ruft trotz der Hemmnisse alle Einwenderinnen und Einwender, die es zeitlich ermöglichen können, zur Teilnahme an der Erörterung auf. Zur Vorbereitung auf den Termin lädt die Bürgerinitiative zu einem Treffen in Ahaus am Montag, dem 27. Mai, 20 Uhr, in der Gaststätte „Am Schulzenbusch“ ein. Um den bevorstehenden Erörterungstermin ging es auch beim Sonntagsprotest der Bürgerinitiative am 19. Mai in Ahaus, an dem sich rund 30 besorgte Personen beteiligt haben.

Wer eventuell nicht mehr genau weiß, ob er / sie einen Einspruch gegen die längere Lagerdauer unterschrieben und eingereicht hat, sollte das frühzeitig mit der Bezirksregierung Münster klären. Wer an dem Vorbereitungstreffen der Bürgerinitiative nicht teilnehmen kann, kann sich unabhängig von dem Vorbereitungstermin mit der Bürgerinitiative in Verbindung setzen. Und wer aus Zeitmangel nicht an der Erörterung teilnehmen kann, kann eine Vertretung zur Teilnahme bevollmächtigen.

Weitere Informationen zum Atommülllager in Ahaus, zu drohenden Castor-Atommülltransporten nach Ahaus und zu weiteren Aspekten des weiten Themenfeldes „Atommüll“ unter:    

(BBU-Pressemitteilung)

Umweltministerin Schulze brüskiert Ahauser Bevölkerung

Seit ihrem Amtsantritt als Bundesumweltministerin versucht die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ Kontakt mit Frau Schulze aufzunehmen, um mit ihr über die Problematik der geplanten Atommüll-Transporte nach Ahaus zu sprechen.
Insbesondere sollte es dabei um die geplanten 152 Transporte von Brennelementen aus Jülich nach Ahaus gehen. Die Bitten um einen Gesprächstermin wurden bisher regelmäßig abgelehnt oder einfach ignoriert.

Diese Verweigerungsstrategie hat jetzt einen neuen Höhepunkt erfahren: Die Bürgerinitiative wollte die „Ahauser Erklärung“, die von 44 Organisationen unterstützt wird und die in wenigen Monaten von über 11.500 Menschen unterschrieben worden war, Frau Schulze persönlich überreichen. Die Ahauser Erklärung wendet sich gegen die geplanten Atommüll-Transporte aus Garching und Jülich nach Ahaus sowie gegen die drohende Umwandlung des Ahauser Zwischen- in ein Endloslager. Eine persönliche Übernahme dieser Unterschriften hat die Ministerin aus „Termingründen“ verweigert – obwohl sie Ort und Zeitpunkt der Übergabe selbst hätte festlegen können!

“Wenn Frau Schulze in diesen Tagen genügend Zeit hat, um z.B. in Münster auf dem Dach der Landesbausparkasse die Aufstellung von drei Bienenstöcken ministeriell zu begleiten, so müssen wir sie deutlich an ihre Aufgaben im Bereich der nuklearen Sicherheit erinnern“, so Felix Ruwe von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“. „Offenbar ist Frau Schulze ihre eigene Positionsänderung peinlich: Als Ministerin des Landes NRW war sie vor 8 Jahren noch dafür eingetreten, dass der Müll aus Jülich solange dort bleibt, bis er in ein Endlager transportiert werden kann – jetzt hält ihr Ministerium den Transport nach Ahaus für die beste, weil vermeintlich am schnellsten zu realisierende Lösung. Die schnellste ist aber nicht die sicherste und langfristig beste Lösung“.

„Frau Schulze brüskiert damit nicht nur die Bürgerinitiative und die mehr als elftausend Menschen, die ihre Sorgen mit ihrer Unterschrift zum Ausdruck gebracht haben, sondern auch die 44 Organisationen, die hinter der Erklärung stehen. Darunter sind neben Umweltinitiativen auch Kirchengemeinden der Stadt Ahaus und Parteien, auch mehrere Ortsverbände von Frau Schulzes eigener Partei, der SPD“, so Hartmut Liebermann von der Bürgerinitiative.

„Mit ihrem Verhalten trägt Frau Schulze zur wachsenden Politikverdrossenheit bei. Wir haben sie daher in einem offenen Brief erneut aufgefordert, uns einen Gesprächstermin anzubieten“, ergänzt BI-Mitglied Burkhard Helling.
(PM)

(Banner von eichhörnchen)
– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

EURATOM abschaffen! Am 19. Mai 2019 nach Köln zur Europa-Demo „Ein Europa für Alle: Deine Stimme gegen Nationalismus!“

Mach mit und unterzeichne:

Der mehr als 60 Jahre alte Euratom-Vertrag fördert bis heute Bau und Entwicklung neuer Atomkraftwerke in der EU. Das ist nicht mehr zeitgemäß.
Ich fordere die Bundesregierung auf, alle nötigen Schritte auf den Weg zu bringen, um Euratom in seiner bisherigen Form abzuschaffen oder den Euratom-Vertrag von einem Atom-Förder- zu einem Atomausstiegs-Vertrag umzuschreiben.
Die EU und Euratom dürfen Atomkraft nicht länger fördern!

Unterschreibe hier: www.ausgestrahlt.de/aktionen/euratom


Und am 19. Mai 2019 auf nach Köln:

In Köln beginnen wir am 19. Mai um 11 Uhr mit unserem Sternmarsch von 4 Orten: Roncalliplatz, Rudolfplatz, Kalk Kapelle, Chlodwigplatz (Ubierring).
Dort laufen wir gemeinsam gegen 11:30 Uhr los, um gegen 12:30 Uhr bei der gemeinsamen Auftaktkundgebung auf der Deutzer Werft einzutreffen.
Auf der Deutzer Werft beginnen wir mit dem Vorprogramm um 12 Uhr.


Quelle/Text und mehr Infos bei: www.ein-europa-fuer-alle.de • Deine Stimme gegen Nationalismus!


(Mehr Infos zu Bukahara bei Wikipedia)
– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
Du willst / kannst mehr tun (z.B. auf der Europa-Demo am 19. Mai) ?
Infos und Unterschriftenlisten zum ausdrucken (pdf) bitte anklicken:

oder zum bestellen (kostenlos): Info-Flyer und Unterschriftenliste
– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Umweltinitiativen: „Atommüll soll in Jülich bleiben, bis es ein Endlager gibt“

Kurz nach Ostern kursierte in den Medien die Meldung über ein von der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) in Auftrag gegebenes neues Gutachten. Demzufolge soll jetzt die Erdbebensicherheit der bestehenden Lagerhalle für Brennelemente gewährleistet sein.

Die Existenz dieses Gutachtens war bereits seit Februar bekannt. Neu ist nur, dass es jetzt auch vom BfE (Bundesamt für nukleare Entsorgungssicherheit) akzeptiert worden ist. Die 152 Jülicher Castorbehälter mit rund 300.000 Brennelementkugeln könnten demnach vermutlich für einige weitere Jahre auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich gelagert werden.
Allerdings bescheinigt das Gutachten nur dem Fußboden der Halle die Erdbebenfähigkeit, nicht dem Gebäude als Ganzes. Eine dauerhafte Genehmigung des bestehenden Lagers ist daher nach wie vor nicht akzeptabel.
Lediglich bezüglich der nach wie vor geplanten Abtransporte der Castor-Behälter nach Ahaus oder in die USA kann damit für ein paar Jahre Zeit gewonnen werden, aber genau darauf kommt es den Betreibern in Jülich an.

Hartmut Liebermann von der Initiative „Kein Atommüll in Ahaus“: „Dieser Abtransport der Castoren wirft nämlich nach wie vor sicherheitstechnische Probleme auf, zudem hat die Stadt Ahaus Klage eingereicht gegen die Lagerung des Jülicher Atommülls in Ahaus.“

Die Bürgerinitiativen aus Jülich und Ahaus sowie Initiativen und Umweltverbände aus ganz Deutschland fordern seit Jahren den Neubau einer sicheren Lagerhalle in Jülich, um unsinnige und gefährliche Transporte zu vermeiden.

Bereits 2013 hatte die Zwischenlagerhalle, in der abgebrannte Brennelemente aus dem Versuchsreaktor „AVR“ lagern, keine Genehmigung mehr.

„Inzwischen sind sechs Jahre verstrichen und ein neues sicheres Zwischenlager könnte schon längst in Jülich stehen. Warum behauptet die JEN, dass ein Neubau zehn Jahre beanspruchen würde? Wenn der politische Wille da ist, kann ein besseres Zwischenlager auch in vier Jahren gebaut werden“, moniert Marita Boslar (Aktionsbündnis „Stop Westcastor“).

Dezentrale Zwischenlager für radioaktive Abfälle nach dem STEAG-Konzept – Lagerhallen aus Stahlbeton – gibt es an einigen Standorten schon. Die Betreiber der dortigen Standort-Zwischenlager haben den baulichen Schutz gegen Störmaßnahmen oder sonstiger Einwirkungen Dritter (zum Beispiel durch Terroristen) nachgerüstet und die Zwischenlager sicherer gemacht.

Schon 2002 wurde mit der Novellierung des Atomgesetzes festgesetzt, dass der anfallende Atommüll an den Standorten der Atomkraftwerke dezentral zwischengelagert werden soll, bis es ein nationales Endlager gibt.
(PM)
– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

33. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl: Eindrücke von der Mahnwache vor der Engie-Niederlassung in Köln

(Fotos und Text: Chris Weise)
Etwa 40 Menschen kamen am 26.04.2019 zu einer Mahnwache vor der deutschen Niederlassung des Tihange-Betreibers Engie-Electrabel in Köln zusammen.
Vor einer „Tihange-Aus“-Säule erinnerten sie an den 33. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl.

Vor allem aber kritisierten sie die drohende Gefahr die von Tihange ausgeht und nach wie vor von der belgischen Politik ignoriert wird.
Damit waren sie grenzübergreifend nicht alleine:
Bei einer zeitgleichen Demo in Brüssel umzingelten etwa 150 Menschen die Engie-Zentrale.

Angeprangert wurden auch die Versuche der Atommafia sich als Klimaretter zu postionieren. Redner*innen wiesen darauf hin, daß die Atomindustrie eine große Menge fossiler Energie benötigt und daher Treibhausgase emittiert, hauptsächlich bei der Extraktion der Erze, der Zerkleinerung, der Raffination, der Urananreicherreicherung, dem Anlagenbau und der Demontage, der Abfallaufbereitung und -lagerung.
Also ein dreister Versuch von „Greenwashing“.


siehe zum Thema auch: .ausgestrahlt-Magazin Mai/Juni/Juli 2019


Hier noch einige Eindrücke von der Mahnwache in Köln vor der dortigen deutschen Niederlassung des Tihange-Betreibers Engie-Electrabel
(Bilder zum vergößern bitte anklicken):


(Fotos und Text: Chris Weise)
– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

26. April 2019 • Demo in Köln am Sitz von Tihange-Betreiber Engie-Electrabel • 33 Jahre Atomkatastrophe von Tschernobyl

33. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl am 26. April
Entfernung Jülich – Tschernobyl: 1.663 km
Entfernung Jülich – Tihange: 89 km
Demo vor den Toren des Tihange-Betreibers Engie-Electrabel in Köln
Strahlung kennt keine Grenzen. Unser Widerstand auch nicht!


Wir fordern die Schließung der fünf gefährlichen belgischen Atomreaktoren Tihange & Doel (teilweise mit Rissen) und einen schnellen Übergang zu den erneuerbaren Energien. Der Betreiber vom AKW Tihange ist Engie-Electrable und hat auch einen Sitz in Köln. Darum protestieren wir hier.

Kein Tschernobyl in Belgien und Nachbarländern

Zerplatzte Tanks, versagender Beton, Lecks in Primärkreisläufen . . .
seit 2012 haben sich die Vorfälle in den belgischen Kernkraftwerken vervielfacht. Die Wahrscheinlichkeit eines nuklearen Unfalls wird jeden Tag wahrscheinlicher. Ein schwerer Unfall würde ganz Belgien, Umgebung und auch Jülich und Köln kontaminieren.

Nuklear und Klima

Die Atomindustrie besteht aus vielen Bereichen, die alle eine große Menge fossiler Energie benötigen und daher Treibhausgase emittieren, hauptsächlich bei der Extraktion der Erze, der Zerkleinerung, der Raffination, der Urananreicherreicherung, dem Anlagenbau und der Demontage, der Abfallaufbereitung und -lagerung.

Entgegen den Behauptungen der Pro-Atomlobby produziert die Atomenergie Treibhausgase, etwa das Achtfache der Windenergie pro produzierter Einheit elektrischer Energie.
Ein einzelner Reaktor von einem GW erfordert die Gewinnung, Vermahlung und Raffinierung von 200.000 Tonnen Erz pro Jahr. Diese Schritte erfordern viel fossile Energie. Die Urananreicherung verbraucht 150.000 Tonnen Fluor und Chlor pro Jahr, potenzielle Quellen von Gasen mit einem viel höheren Treibhauseffekt als Kohlendioxid (CO2). Die Stilllegung der Atomkraftwerke und die möglichst wenig gefährliche Lagerung ihres strahlenden Abfalles für mehr als 100.000 Jahre wird für unsere Nachkommen einen Energieverbrauch erfordern, den niemand einschätzen kann.

Engie Electrabel

Die Engie Electrabel S.A. ist ein belgischer Stromversorger mit führender Stellung im gesamten Benelux. Sitz der Gesellschaft ist Brüssel. Sie ist eine Tochtergesellschaft der französischen Engie. Electrabel war ehemals börsennotiert, ist aber seit 2007 eine 100%-Tochter von GDF Suez. 2015 benannte sich der französische Konzern um in Engie und die Tochter in Engie Electrabel.
Electrabel ist Betreiber von Kernkraftwerken, darunter das Kernkraftwerk Doel und das Kernkraftwerk Tihange in Belgien. Die Blöcke Doel3 und Tihange2 werden von Kernkraftwerksgegnern aber auch Fachleuten in Belgien, Deutschland und den Niederlanden als nicht mehr sicher angesehen.
Die Electrabel Energie Deutschland wurde im Februar 2009 in GDF Suez Energie Deutschland und 2015 in Engie Deutschland AG umbenannt.

Das Kernkraftwerk Tihange . . .

. . . bei Huy (niederländisch: Hoei) in der Wallonischen Region von Belgien besteht aus drei Blöcken mit Druckwasserreaktoren.
Block 1 hat eine Leistung von ca. 1000 MWe und ging 1975 ans Netz, Block 2 mit einer Nettoleistung von 1.008 MW(e) und Block 3 mit 1.038 MW(e) folgten bis 1985.
2012 wurden „tausende Risse im Reaktorbehälter“ bis 15 cm Länge zunächst in Doel und im September 2012 auch in Tihange bekannt.
Im Februar 2015 teilten Electrabel und die belgische Atomaufsichtsbehörde FANK (Agence Fédérale de Contrôle Nucléaire ) mit, man habe tausende neue Risse in den Reaktoren Tihange-2 und Doel-3 gefunden.
Allein in Tihange stieg die Zahl von 2.000 auf 3.150.
(Text mit Material von: Flyer A. Curie; M. Haase; chw)

siehe auch => .ausgestrahlt-Info: Atomkraft in Belgien

Der GAU von Tschernobyl 1986 (Ein 5-min.-Info-Film von 2011)

Was geschah in Tschernobyl? • ZDF – heuteplus – 2-min.-Info • Am 26.04.2016 auf YouTube veröffentlicht


siehe auch => Die Atomkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 . . . www.ausgestrahlt.de
– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

„Richter Reißer verliert die Nerven und jede Verhältnismäßigkeit“

Bild: pixabay.com

Bericht vom 2. Prozesstag (11. April) am Amtsgericht Heilbronn gegen Cécile Lecomte. Ihr wird vorgeworfen am 16. November 2017 nicht schnell genug den schwimmenden Protest beim 4. Neckar-Castor-Transport verlassen zu haben, nachdem es eine sehr fragwürdige Versammlungsauflösung gegeben hatte.

„Richter Reißer verliert die Nerven und jede Verhältnismäßigkeit“

Wenn eine Beschuldigte nicht kuscht, sondern im Gericht schlicht erwartet, dass sich der Richter an die Strafprozessordnung hält, dann wird es spannend. Dann zeigt Richter Reißer, dass in seinem Saal nur sein Wille zählt, auch wenn es wie beim heutigen Prozess wegen der Castor-Transporte 2017 nur um eine Ordnungswidrigkeit geht, wenn überhaupt. Mal will der Richter Anträge nur mündlich hören, dann wieder will er Anträge nur schriftlich zum alleinigen Lesen für sich bekommen, ohne dass die ZuhörerInnen die wesentlichen Inhalte erfahren können. Anträge zur Beweisaufnahme, zur Prozessführung, zur Befangenheit wurden sämtlich schematisch in Rekordtempo abgelehnt, die wenigsten mit Begründung, und auch die wenigen Begründungen waren inhaltlich nicht vertretbar.

Das ganze unter Verweigerung eines Rechtsbestandes, indem der Richter wie schon beim vorherigen Prozesstag erneut drei VerteidigerInnen kurzfristig ablehnte, weil sie ihm nicht stromlinienförmig genug erschienen, und mit einer permanenten Drohkulisse von acht teilweise stehenden Justizmachtleuten im Saal. Es ist ebenso ein Skandal, dass Richter Reißer sich erneut weigerte, den Verhandlungsverlauf zu protokollieren oder protokollieren zu lassen. Ein nachträgliches Gedächtnisprotokoll verletzt das Recht auf einen fairen Prozess ebenso wie die grobe Unvollständigkeit der Akte und die Ablehnung aller Beweisanträge.
Nach gut zwei Stunden eskalierte die Situation, als der Richter der Beschuldigten nach abruptem Beenden der Beweisaufnahme ein Ultimatum von einer Minute setzte, mit ihrem Schlusswort zu beginnen. Eine hierfür beantragte Pause lehnte er ab, alle dazu gestellten Anträge wurden kurz abgebügelt. Als der Beschuldigten in dieser angespannten Willkür-Situation ein wenig vornehmes Wort heraus rutsche, erhielt sie eine Ordnungsstrafe von 300 Euro aufgebrummt, kurz später folgte als weitere Überreaktion des Richters ein Ausschluss der Beschuldigten, sie dürfe dann nur noch „still der Urteilsverkündung beiwohnen“.

Da der Richter ja alle VerteidigerInnen verhindert hatte und sich die Beschuldigte somit nur selbst verteidigen konnte, wäre damit auch die Verteidigung vom Prozess ausgeschlossen gewesen. Somit musste die Beschuldigte erneut das Wort ergreifen, was der Richter nicht duldete.
Offenbar mit seinen Nerven und seiner Autorität am Ende, verlor er nun jedes Maß und verhängte drei Tage „Ordnungs“- Haft zur sofortigen Vollziehung, zum Entsetzen der Zuhörerschaft, die sich das Recht nahm, diese zynische Willkür in freier Meinungsäußerung zu kommentieren. Wobei vom Richter jeder Satz mit dem Hinauswurf aus dem Gerichtssaal beantwortet wurde, wodurch sich dieser schnell leerte. Wie es mit dem Prozess weitergeht, blieb unklar. Man kann annehmen, dass das Gericht erneut Tumulte behaupten wird, die es gar nicht gab, um somit auch im Nachhinein die absurden Durchsuchungen der ProzessbesucherInnen vor Beginn und die Einschüchterungskulisse im Gerichtssaal zu rechtfertigen.

Zu erwähnen ist noch, dass einem gehbehinderten Prozessbesucher sein Gehstock weggenommen und nicht rechtzeitig wieder gegeben wurde, dass ein anderer Prozessbesucher wegen Fotografierens vor dem Gerichtsgebäude gewürgt wurde und dass die Polizei die schwerst gehbehinderte Beschuldigte zwang, ihren Elektrorollstuhl zu verlassen und in ein ungeeignetes Fahrzeug für den Transport in die Haft einzusteigen.

Es handelte sich unseres Erachtens um einen typischen politischen Prozess, in dem man für seine Gesinnung bestraft wird.

Quelle: Bündnis „Neckar castorfrei“