Mahnwache am Forschungszentrum Jülich | Tag X3 | ab 18.00 Uhr
Es verdichten sich die Hinweise: Morgen Abend (5. Mai) soll der dritte Castor-Transport in Jülich starten und in der Nacht zum Mittwoch in Ahaus ankommen.
Kommt vorbei und zeigt euren Protest gegen die unsinnige Verschiebung von Atommüll von einem Zwischenlager ins nächste!
Atommüll sollte nur noch einmal transportiert werden – und zwar ins Endlager.
***Versammlungsort ist auf der Stetternicher Staatsforst Straße (ETC – Enrichment Technology Company) circa 20 Meter vor der Kreuzung Wilhelm-Johnen-Straße***
Anreise zur Mahnwache
Von Autobahnabfahrt Düren in Richtung Jülich (B56):
An der Ampelkreuzung rechts in Richtung Selgersdorf
Am Ende von Selgersdorf links auf die Beschilderung achten: In Richtung Hambach … Daubenrath auf den Hambacher Weg
Nach circa 500 Meter links in Richtung Daubenrath
Durch den Ort Daubenrath weiter bis Kasterstraße
Dann Kasterstraße weiter folgen bis zur Stetternicher Staatsforst Straße (geht links in den Wald hinein | „Schleichweg“)
Stetternicher Staatsforst Straße vorbei am ETC bis zum Versammlungsort
(Quelle: https://www.openstreetmap.org)
Die Anreise mit der Rurtalbahn bis zur Haltestelle „Forschungszentrum” ist auch diesmal nach 17.30 Uhr möglich.
Hier der Fußweg (etwa 2 km) zum Forschungszentrum. Die Mahnwache ist Ecke Wilhelm-Johnen-Straße/Stetternicher Staatsforst Straße.
Falls die Polizei euch nicht zum Versammlungsort lassen will, weist darauf hin, dass es sich um eine angemeldete Versammlung handelt und der Zugang gemäß Grundgesetz und Versammlungsgesetz möglich sein muss!
Meldet solche Vorkommnisse bitte dem Ermittlungsausschuss beziehungsweise auch über den Castor-Ticker, damit sich andere Menschen darauf einstellen können.
Das Mitführen von Alkohol und alkoholischen Getränken ist verboten. Auch das Mitführen von Behältnissen aus Glas und Blech ist nicht gestattet.
Panne und Polizeikosten Castor-Transporte Jülich-Ahaus:
Brief an Minister Neubaur und Reul
Waren Pannen in Jülich und Ahaus „meldepflichtige Ereignisse“?
Wie hoch waren die Polizeikosten für die Einsätze?
Trägt NRW die Polizeikosten alleine?
Gab es Verletzungen der Flugverbotszone?
Ist Zeitrahmen bis August 2027 für Castor-Transporte zu halten?
Die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland und in Jülich haben einen Brief an NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) und NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) geschrieben. Darin bitten sie um Auskunft über die Probleme und die Kosten der ersten beiden Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus.So hatte sich die Abfahrt des zweiten Castor-Transports in Jülich wegen einer Panne verzögert und der erste Castor konnte im Zwischenlager Ahaus eine Woche lang nicht fachgemäß an die Überwachungssysteme angeschlossen werden. Die Initiativen wollen nun unter anderem wissen, ob diese Pannen von der NRW-Atomaufsicht als „meldepflichtige Ereignisse“ eingestuft wurden. Zudem fragen die Initiativen nach dem weiteren Vorgehen der NRW-Landesregierung in Sachen Castor-Transporte, unter anderem mit Bezug auf die aus Garching angekündigten Atommüll-Transporte.
Proteste werden fortgesetzt – nächster Castor kurz vor Pfingsten?
Unterdessen kündigen die Anti-Atomkraft-Initiativen an, die Proteste zwischen Jülich und Ahaus fortzusetzen.
„Wir sehen uns in unserer Kritik bestätigt. Nur mit einem enormen Polizeiaufgebot konnten die ersten beiden von 152 Castor-Behälter nach Ahaus gebracht werden. Da ist es eine Farce, dass die Transporte vorab als günstigste Option gepriesen wurden. Und schon jetzt gab es erstaunliche Pannen. Nun fürchten wir ganz konkret, dass die NRW-Landesregierung aus Kostengründen die polizeiliche Sicherung der Castor-Transporte demnächst deutlich zurückfahren wird. Das wird sich als Knackpunkt für die noch ausstehenden Dutzende weiterer Atommülltransporte erweisen. Denn jede Nachlässigkeit der Sicherheitsbehörden kann bei Sabotage oder Terrorgefahren katastrophale Folgen haben“, erklärte Matthias Eickhoff von der Initiative SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster.
„Der jahrelang kommunizierte Wunsch des Jülicher Forschungszentrums, einmal pro Woche zu fahren, hat sich schon jetzt als Luftblase erwiesen. Es ist immer noch nicht klar, ob die angekündigten Dreier-Konvois wirklich funktionieren – zusammen bringen sie fast 400 Tonnen auf die Waage. So werden sie manche Brücken nur einzeln queren können – ein erheblicher Belastungstest für die marode Straßen-Infrastruktur von NRW – mit ungewissem Ausgang“, ergänzte Jens Dütting vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
„Wir sind tief enttäuscht von der Bundes- und NRW-Landesregierung. Wir kämpfen seit 16 Jahren gegen diese verantwortungslosen Atommüll-Pläne. Doch zu keinem Zeitpunkt wurde eine konstruktive Lösung gesucht, um die hochgefährlichen Atommülltransporte über die Autobahnen von NRW zu verhindern. Und im Hintergrund wartet schon Markus Söder mit seinem atomwaffenfähig hochangereichertem Atommüll aus dem Forschungsreaktor Garching. Ohne Klärung der Endlagerfrage sind Atommülltransporte nach Ahaus eine Reise ohne Ziel. Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn und Polizei-Konvois sind keine Atommüllentsorgung, sondern reine Show. Wir werden deshalb weiterhin gegen die Castor-Transporte entschlossen und anhaltend auf die Straße gehen“, erklärten Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“ gemeinsam.
Nach bisherigem Kenntnisstand gehen die Anti-Atomkraft-Initiativen davon aus, dass wenige Tage vor Pfingsten Mitte Mai der nächste Castor-Transport von Jülich nach Ahaus fahren soll. Die Initiativen sind aber auch darauf eingestellt, kurzfristig Proteste zu organisieren.
Den Brief an die Minister Neubaur und Reul finden sie hier:
Castor-Transporte aus Jülich und Garching verhindern
Uranfabriken in Gronau und Lingen stilllegen
9. März: Mahnwache zu Reul-Besuch in Ahaus-Ottenstein
Castor-Tag X1: Proteste unter anderem in Jülich und Ahaus
Am gestrigen Samstag (7.3.) haben rund 450 Atomkraftgegner:innen in Ahaus mit einer kraftvollen Demonstration gegen die geplanten jahrelangen, sinnlosen und hochgefährlichen Castor-Transporte aus Jülich, Garching und Berlin ins Zwischenlager Ahaus demonstriert. Konkret befürchten sie noch vor Beginn der NRW-Osterferien am 26. März den ersten von insgesamt bis zu 152 Castor-Transporten mit hochradioaktivem Atommüll aus dem Forschungszentrum Jülich über 170 Autobahn-Kilometer ins Zwischenlager Ahaus. Zu der Demo aufgerufen hatten über 50 Initiativen, Verbände, Klimagruppen, Kirchen und Parteien.
Darüber hinaus forderten die Organisationen die Vollendung des Atomausstiegs in Deutschland. Das bedeutet konkret die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau, der Brennelementefabrik Lingen und des Forschungsreaktors Garching. Stattdessen forderten sie eine Forcierung der erneuerbaren Energiewende, um die Abkehr von fossilen und uranhaltigen Rohstoffen zu beschleunigen. Sie kritisierren dabei die Versuche der Bundesregierung, die Energiewende auszubremsen.
Kerstin Ciesla, die stellvertretende Landesvorsitzende des BUND NRW erklärte dazu: „Wir sind tief enttäuscht, dass auf der politischen Ebene zwischen Bundesregierung und NRW-Landesregierung kein Versuch unternommen wird, die 152 Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus noch abzuwenden. Dabei ist völlig klar, dass die Sicherheitsgefahren weiter zunehmen – Stichworte ´hybride Kriegsführung´, Kampfdrohnen und Terrorgefahren. Wir prüfen deshalb sehr genau, welche Optionen nach dem inhaltlich äußerst unbefriedigenden Eil-Beschluss des OVG Berlin-Brandenburg bleiben, und rufen die NRW-Landesregierung und die Bundesregierung auf, sich zu verpflichten, erst eine Entscheidung im Hauptverfahren abzuwarten. Ohne gesicherte Endlagerung gibt es keine Eile für den Transport von einem Zwischenlager in ein anderes.“
„Für uns ist der anhaltende Protest gegen die sinnlose Verlagerung des hochradioaktiven Atommülls von Jülich nach Ahaus ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Wir kämpfen schon seit 16 Jahren gegen diese gefährlichen Pläne. Anstatt in Jülich für die 152 Castoren ein neues, möglichst sicheres Zwischenlager zu bauen, fürchten wir eine Dauerlagerung in der Lagerhalle in Ahaus, deren Genehmigung auch schon 2036 ausläuft. Atomtransporte nach Ahaus sind eine Reise ohne Ziel. Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn. Wir werden deshalb gegen die Castor-Transporte entschlossen und anhaltend auf die Straße gehen“, erklärten Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“ gemeinsam.
„Atomausstieg in Deutschland endlich vollenden“
„15 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima und trotz des vom Bundestag beschlossenen Atomausstiegs laufen auch in Deutschland noch Atomanlagen. Der Gronauer Urananreicherer Urenco liefert z. B. angereichertes Uran via Südkorea für die Reaktoren in den Vereinigten Arabischen Emiraten – mitten im Kriegsgebiet am Persischen Golf. Die Brennelementefabrik Lingen will das wirtschaftliche Überleben ausgerechnet durch eine Kooperation mit dem Kreml-Atomkonzern Rosatom sichern, während der Forschungsreaktor Garching als ziviler Reaktor mit atomwaffenfähig hochangereichertem Uran betrieben wird. Atomkraft ist kein sauberes Geschäft, sondern extrem gefährlich. Deshalb fordern wir die Stilllegung dieser drei Atomanlagen, damit der Atomausstieg vollendet wird“, ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. Die Demonstration war zudem ein Zeichen der Solidarität mit den niederländischen Anti-Atom-Initiativen, weil im Nachbarland mehrere neue Atomkraftwerke geplant sind.
Anti-Atom-Initiativen kündigen neue Proteste an:
Für den morgigen Montag, 9. März, hat die BI „Kein Atommüll in Ahaus“ ab 19.15 Uhr eine Mahnwache in Ahaus-Ottenstein, Ecke Im Garbrock/Solmsstraße, aus Anlass eines Besuchs von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) angemeldet. Der Innenminister hat wie zuvor schon Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und seine Stellvertreterin Mona Neubaur (Grüne) eine Gesprächseinladung der Anti-Atom-Initiativen ausgeschlagen. Auch Bundesumweltminiter Carsten Schneider (SPD) als Eigentümer des Ahauser Zwischenlagers will nicht Ahaus kommen. Die Initiativen kritisieren diese Verweigerungshaltung scharf.
Sollte es nun tatsächlich zum 1. Castor-Transport kommen, starten am Abend des ersten Transports – am Tag X1 – in Jülich und Ahaus zeitgleich um 18 Uhr zwei Protestaktionen:
Jülich: Kundgebung vor dem Forschungszentrum
Ahaus: Demo ab Bahnhof zum Rathaus
Weitere Proteste an der 170 Kilometer langen Strecke sind zu erwarten – die Transporte werden höchstwahrscheinlich in der Nacht stattfinden.
Ganz allgemein stellen sich die Initiativen auf eine sehr lange Kampagne ein. Die SPD hatte einen Transport-Zeitraum von vier bis acht Jahren errechnet. Die Gewerkschaft der Polizei spricht deshalb von „Wahnsinn“, der mehrere Hundertschaften der NRW-Polizei auf Jahre zur reinen Castor-Begleitung verdonnern wird. Das ganze Transportvorhaben zeigt sehr deutlich die völlige Hilf- und Planlosigkeit im Umgang mit dem Atommüll in Deutschland.
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