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In Gedenken an Christina

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir trauern um unsere gute Freundin und langjährige Mitstreiterin Christina Burchert vom Arbeitskreis Umwelt in Schüttorf. Die letzten Monate kämpfte Christina tapfer gegen eine aggressive Krebs-Erkrankung – am letzten Samstag verlor sie im Alter von nur 58 Jahren diesen Kampf. Unser tiefes Mitgefühl gehört ihrem Mann, ihrem Bruder und den weiteren Angehörigen.

Christina war in den letzten Jahren eine tragende Säule der Anti-Atom-Szene in Gronau, Lingen und Ahaus. Ihre menschliche Warmherzigkeit, ihre positive Lebenseinstellung, ihre Entschlossenheit, ihre Energie und ihre Selbstlosigkeit machten sie zu einer ganz besonderen Persönlichkeit. Sie hat uns davon immer wieder viel mit auf den Weg gegeben.

Zusammen mit ihrem Mann Achim gründete sie den AKU Schüttorf und dann auch die Volxküche Schüttorf. Dutzende Demos, Mahnwachen und Sonntagsspaziergänge versorgte sie mit ihrem leckerem Kuchen. Viele Anti-Atom-Bewegte haben sie so kennengelernt. Aber sie wirkte auch weit darüber hinaus intensiv an der Vernetzung der Anti-Atom-Inis in NRW und Niedersachsen mit. Besonders wichtig war Christina die internationale Zusammenarbeit, mit den Initiativen in den Niederlanden, in Belgien und Russland genauso wie mit AktivistInnen aus dem Niger und Südafrika.

Uranmüllexporte Gronau-Russland vor dem Aus?

Pressemitteilung

Münster/Gronau/Bonn, 1. September 2020

– BMU: Noch 17 100 Tonnen abgereichertes Uran in Gronau

– Keine Rücktransporte von „wiederangereichertem“ Uran

– Urenco liefert erstmals Uran für russische Brennelemente

Bundesumweltministerium und E.ON antworteten auf Anfragen

Nach übereinstimmenden Angaben des Bundesumweltministeriums (BMU) und des Energiekonzerns E.ON scheinen die Uranmüllexporte von der Urananreicherungsanlage in Gronau nach Russland kurz vor dem Aus zu stehen. So schrieb das BMU unter Berufung auf das NRW-Wirtschaftsministerium der Initiative SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster, dass in diesem Jahr nur noch zwei dieser Transporte mit jeweils 900Tonnen abgereichertem Uranhexafluorid (UF6) zu erwarten seien. E.ON teilte dem Dachverband Kritischer Aktionärinnen und Aktionäre mit, dass es „derzeit keine konkreten Planungen“ für weitere Transporte nach 2020 gebe. E.ON hält zusammen mit RWE ein Drittel der Anteile am deutsch-britisch-niederländischen Urananreicherer Urenco. Zwischen Mai 2019 und Ende August 2020 hat es bereits 18 Urantransporte von Gronau nach Russland gegeben, mit denen insgesamt rund 16 200 Tonnen UF6 als Uranmüll von Gronau nach Russland exportiert wurden.

Darüber hinaus teilte das BMU mit, dass zum 30. Juni 2020 noch immer rund 17 100 Tonnenabgereichertes UF6 auf dem Gelände der Urananreicherungsanlage Gronau lagerten. Ende 2018 waren es noch rund 23 950 Tonnen gewesen. Damit hat sich trotz der massiven Exporte in den letzten anderthalb Jahren die tatsächliche Lagermenge in Gronau vergleichsweise nur wenig verringert. Das zeugt davon, wieviel Tausend Tonnen Uranabfall regelmäßig bei der Urananreicherung anfallen.

Das BMU teilte zudem mit, dass in den Jahren 2018, 2019 und 2020 bislang kein einziger „Rücktransport“ von wiederangereichertem UF6 von Russland nach Gronau stattgefunden habe. Urenco behauptet hingegen immer, dass es sich bei dem UF6 um „Wertstoff“ handele, der zur Wiederanreicherung nach Russland exportiert werde. Die BMU-Zahlen sprechen jetzt eine andere Sprache.

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Nachlese zur Fahrraddemo am 29. August

Angesichts eines erneuten Wettrüstens und zunehmender internationaler Konflikte hat das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ zu einer Fahrraddemo am Samstag, 29. August, für Frieden und Abrüstung aufgerufen. Zudem wollten die Aktivisten auf den Antikriegstag (1. September) aufmerksam machen und an das Ende des 2. Weltkrieges vor 75 Jahren erinnern.

Gegen 12 Uhr starten Akteure von „Stop Westcastor“ vom Jülicher Kulturbahnhof, (Bahnhofstraße) aus. Die Fahrradroute ging in Richtung Haupteingang des Forschungszentrums Jülichs (FZJ) und endete vor dem Eingangsbereich der Enrichment Technology Company (ETC). Gegen 13 Uhr fand dort eine Abschlusskundgebung statt.

Pressestimmen:

Jülicher Nachrichten: „Kleine Fahrraddemo um das FZJ“

Scharf links.de

Lokalkompass.de

Herzog Magazin Jülich

Radio Rur

Grußwort von Tom Clements, Umweltaktivist aus South Carolina / USA

Dear Bicycling Friends!  Liebe Fahrradfreundinnen und Freunde!

I send greetings of solidarity on the occasion of your (Ich sende euch Grüße zu eurer) Fahrraddemo um das Forschungszentrum Jülich!

As an avid bicyclist, I can’t think of a clearer way than your bike ride around the FZJ to show support for peace and disarmament and for climate and environmental protection.

Als begeisterter Fahrradfahrer kann ich mir keinen authentischeren Weg denken als eure Fahrt rund um das FZJ, wenn es darum geht Frieden, Abrüstung, Klima- und Umweltschutz zu unterstützen.

Each morning, when I do a 15-km bike ride, to start the day, it’s not only for my health but also a political statement for alternative transportation. Likewise, I view your ride to be a highly visible expression of support for the cleaner and more peaceful future than we all seek.

Jeden Morgen fahre ich als erstes 15 km mit dem Rad, nicht nur für meine Gesundheit, sondern auch als eine politische Demonstration für alternativen Transport. Ebenso sehe ich eure Tour als deutlich sichtbaren Ausdruck für die saubere und friedlichere Zukunft, die wir alle herbeisehnen.

Here in South Carolina, we continue to stand with you in opposition to the scheme to import to the U.S. Department of Energy’s Savannah River Site (SRS) the Castor casks containing the AVR highly radioactive spent fuel. Thank you for remaining firmly against the proposal to ship that problem elsewhere.

Hier in South Carolina stemmen wir uns weiterhin gemeinsam mit euch gegen die Pläne des US Energieministeriums DOE, die Castorbehälter mit hochradioaktivem Jülicher AVR-Atommüll zum SRS zu bringen. Danke euch, dass ihr fest bleibt gegen das Ansinnen, diesen Problemmüll anderswohin zu verschiffen!

As the U.S. Department of Defense contractors and their political allies are starting a new nuclear arms race, the work of SRS Watch is now focused on stopping a facility at SRS that would manufacture new plutonium “pits” – triggers of nuclear warheads – for old and new nuclear weapons. Stopping the SRS Plutonium Bomb Plant is also the focus of allied groups nationwide and I call on you all to join with us in opposing this misguided project which is at the heart of on-going, insane plans for nuclear war.

Weil aber die Vertragspartner des US. “Verteidigungs”ministeriums und ihre politischen Verbündeten dabei sind, einen neuen atomaren Rüstungswettlauf zu beginnen, konzentriert sich die Arbeit von SRS Watch neuerdings darauf, dagegen zu opponieren, dass SRS neue Plutoniumeinsätze für Atomsprengköpfe herstellen könnte, als Ersatz für alte, aber auch für gänzlich neue Atomwaffen. Diese SRS-Plutoniumbombenwerkstatt zu stoppen ist auch das Ziel verbündeter Gruppen in unserem ganzen Land, und ich rufe euch alle auf, sich mit uns diesem fehlgeleiteten Projekt entgegenzustellen, das ein Herzstück neuer  gefährlicher Pläne zur Vorbereitung eines Atomkrieges darstellt.

I hope you enjoy the ride and that it helps recommit you to efforts for peace, justice and a healthy environment. Together we can the build that new world that we seek!

Ich hoffe, ihr habt Freude an eurer Fahrt, und wünsche dass sie hilft, euren Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und eine gesunde Umwelt zu verstärken. Zusammen können wir diese neue Welt bauen, die wir suchen. 

In Solidarity & Friendship – (Freundschaft)

Tom Clements

SRS Watch

Columbia, South Carolina

Grußwort von SOFA Münster (Sofortiger Atomausstieg):

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir überbringen euch heute solidarische Grüße von den Anti-Atom-Initiativen im Münsterland. Eure Demo heute ist ein wichtiger Baustein im Kampf für eine atomfreie und zivile Zukunft. An kaum einem Ort wird der jahrzehntelange Wahnsinn der Atomlobbyisten deutlicher als in Jülich. Auch die rapide Verwischung zwischen ziviler und militärischer Nutzung der Atomkraft fokussiert sich auf Jülich. Die nach außen unscheinbare Firma ETC ist eine Tochter von Urenco und der französischen Orano. Hier werden die Uranzentrifugen erforscht und entwickelt, die dann in den Urananreicherungsanlagen im westfälischen Gronau, aber auch in den Niederlanden, Frankreich, Großbritannien und den USA die Atomenergie am Laufen halten – von Atomausstieg ist in Jülich nichts zu sehen!

In den letzten Jahren zeigt sich durch Berichte von US-Medien und des US-Kongresses immer deutlicher, dass Urenco und ETC sich in den USA auch für Projekte bewerben, die eindeutig militärischen Charakter haben. So soll ein Reaktor des AKW-Betreibers TVA beliefert werden, der als „Nebenprodukt“ Tritium für die Erneuerung der US-Atomsprengköpfe herstellt. Im Januar dann berichtete das Magazin Physics Today, dass das Pentagon an neuen Mini-Reaktoren von Urenco interessiert ist, die mit deutlich höher angereichertem Uran 235 bestückt werden sollen – und das alles angereichert mit Zentrifugen aus dem Hause ETC!

Wir sagen ganz deutlich: Wer für das Pentagon Aufträge übernimmt, lässt sich auf eine extrem gefährliche und unverantwortliche Militarisierung der Urananreicherung ein. Das heizt militärische Konflikte weltweit an und verschärft die atomare Bedrohung.

Wir fordern deshalb von der Bundesregierung, der NRW-Landesregierung sowie von Urenco und ETC ein sofortiges Ende dieser militärischen Nuklear-Planspiele – und ein sofortiges Ende der Uranzentrifugenforschung in Jülich sowie der Urananreicherung in Gronau – für eine Zukunft ohne Atomkraft und ohne Atomwaffen!

Solidarische Grüße aus Münster
SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster

Fahrraddemo um Forschungszentrum Jülich

Beitragsbild: pixabay.com

Pressemitteilung

Aktivisten für Frieden und Abrüstung, für Klima- und Umweltschutz

Jülich, 24.08.2020. Angesichts eines erneuten Wettrüstens und zunehmender internationaler Konflikte ruft das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ zu einer Fahrraddemo am Samstag, 29. August, für Frieden und Abrüstung auf. Zudem wollen die Aktivisten auf den Antikriegstag (1. September) aufmerksam machen und an das Ende des 2. Weltkrieges vor 75 Jahren erinnern.

Gegen 12 Uhr starten Akteure von „Stop Westcastor“ vom Jülicher Kulturbahnhof, (Bahnhofstraße) aus. Die Fahrradroute geht in Richtung Haupteingang des Forschungszentrums Jülichs (FZJ) und endet vor dem Eingangsbereich der Enrichment Technology Company (ETC). Gegen 14 Uhr findet dort eine Abschlusskundgebung statt.

Vorfahrt für die Energiewende!

(Beitragsbild: pixabay.com)

Replik auf Dr. Rainer Moormann und Dr. Anna Veronika Wendland

Text von Dr. Alex Rosen (Co-Vorsitzender der IPPNW)

Es ist ein Kennzeichen guter Wissenschaft, unter dem Eindruck neuer Erkenntnisse Entscheidungen der Vergangenheit auf den Prüfstand zu stellen. Es gibt jedoch Diskurse, die so umfassend abgeschlossen wurden, dass man sie nicht alle paar Jahre wieder führen muss.

Ende 2022 wird in Deutschland der letzte Atomreaktor vom Netz genommen. Gleichzeitig hat die Bundesregierung nun den Ausstieg aus der Kohleverstromung beschlossen. Leider viel zu zögerlich, denn es braucht zügige Maßnahmen, um zumindest die schlimmsten Szenarien der Klimakatastrophe noch aufhalten zu können. Die Wucht, mit der sich unser Ökosystem in den kommenden Jahren verändern wird, ist selbst für sonst nüchterne Wissenschaftler beängstigend. So war es nur eine Frage der Zeit, bis die Atomindustrie erneut nach einem Ausstieg aus dem Ausstieg ruft. Nun da Wind- und Solarkraft die Kilowattstunde deutlich günstiger produzieren können als Atommeiler und das alte Kostenargument nicht mehr zieht, muss plötzlich das Klima als Begründung herhalten.

Der deutsche Atomausstieg hat einen jahrzehntelangen gesellschaftlichen Großkonflikt befriedet. Um diesen Konsens in Frage zu stellen, bedürfte es wesentlicher neuer Erkenntnisse. Doch die gibt es nicht. Es existieren keine belastbaren Studien, die zeigen, dass sich ein Festhalten an der Atomenergie für Klima und Umwelt lohnen würde. Atomenergie ist nicht skalierbar und weiterhin ein exklusives Projekt weniger Staaten. Nur rund 5% der weltweiten Energieproduktion wird durch Atomkraft gedeckt. 85% aller Staaten haben weder Atomenergie noch die finanziellen oder technischen Voraussetzungen dafür. Für eine globale Energiestrategie ist sie daher völlig ungeeignet.

Quelle: https://www.ippnw.de/atomenergie/artikel/de/vorfahrt-fuer-die-energiewende.html

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„Ob zivil ob militärisch – gegen die Atomkraft wehr’di(s)ch!“

(Karte aus OpenStreetmap.org)

Fahraddemo um das Forschungszentrum in Jülich

11 Uhr: Auftakt Kuba | Bahnhof Jülich

12 Uhr: Start der Fahrraddemo

14 Uhr: Abschlusskundgebung ETC

Samstag, den 29. August 2020

Redebeiträge und Musik zum Auftakt, Zwischenkundgebung Forschungszentrum und Abschluss am ETC

Zum Antikriegstag, 1.September 2020, dem Jahrestag des Beginns des 2.Weltkrieges mahnen wir ein entschlossenes Vorgehen an gegen die gegenwärtigen Spiele mit dem Feuer, die die Nato mit ihrem (wegen der Coronakrise nur verschoben) „Defender“-Manöver direkt an der russischen Grenze und der Erneuerung ihres Atombombenarsenales betreibt.

Und wir treten für gemeinsames Handeln der Friedens, der Anti-AKW- und der Klimabewegung ein: Das Militär ist der größte Klimasünder.

Ohne die Atombombe, die in den 1940er Jahren, die USA als erste bauten, weil sie glaubten, die Nazis hätten sie schon bald, gäbe es keine zivile Atomenergienutzung. Den damaligen Energieversorgungsunternehmen wurde diese als Nebenprodukt der Bombenentwicklung staatlicherseits aufgedrängt, selbst in der BRD, obwohl die offiziell keine Atombombe haben durfte.

Leider fiel auch ein Teil der frühen Antikriegsbewegung auf die heuchlerische Parole „Atome für den Frieden“ herein.

Fahrraddemo um Forschungszentrum

Ob zivil oder militärisch – gegen die Atomkraft wehr‘ di(s)ch!

Fahraddemo um das Forschungszentrum in Jülich

11 Uhr Auftakt Kuba | Bahnhof Jülich
12 Uhr: Start der Fahraddemo
14 Uhr: Abschlusskundgebung ETC

Samstag, 29. August 2020

Redebeiträge und Musik zum Auftakt, Zwischenkundgebung Forschungszentrum und Abschluss am ETC.

Karte aus Openstreetmap.org

… weitere Infos: zum Flyer

Anfragen: Katastropenschutz bei Urantransporten

Anfragen an die Landräte der Kreise Borken und Steinfurt zum Katastrophenschutz bei Urantransporten

Unter Protest hat am Donnerstag (9.7.2020) wieder ein Sonderzug mit Uranmüll die Urananreicherungsanlage in Gronau (Kreis Borken) verlassen. Der Zug durchquerte zunächst den Kreis Steinfurt und fuhr dann von Münster weiter Richtung Amsterdam. Von dort soll der Uranmüll mit einem Schiff nach Russland verbracht werden. Im April hatte sich die Stadt Münster zum Schutz der Bevölkerung mit Nachdruck gegen derartige Atomtransporte ausgesprochen.

Jetzt hat sich das Gronauer Ratsmitglied Udo Buchholz mit zehn Fragen an die für den Katastrophenschutz zuständigen Landräte der Kreise Borken und Steinfurt, Dr. Zwicker und Dr. Effing, gewandt. Udo Buchholz vertritt im Rat der Stadt Gronau die parteiunabhängige Grün Alternative Liste (GAL) Gronau; er wohnt im Nahbereich der Urananreicherungsanlage.

In seinen Fragen an die Landräte erkundigt sich Buchholz danach, ob die Landräte und Hilfskräfte wie Feuerwehren, THW oder DRK vorab über den Uranmülltransport informiert waren, welche Löschmittel in welchen Mengen für den möglichen Brandfall in den Kreisen vorrätig sind und ob die Landräte die Stadt Münster in deren Ablehnung der gefährlichen Atomtransporte unterstützt.

Udo Buchholz hofft, dass er trotz der Ferienzeit zeitnah Antworten der Landräte bekommt.

Die Grün Alternative Liste (GAL) Gronau lehnt die umstrittenen Uranmülltransporte von Gronau nach Russland generell ab und Mitglieder der GAL beteiligen sich immer wieder an Protestaktionen. Die GAL Gronau hatte 2019 von NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart in Erfahrung gebracht, dass wieder Uranmüll von Gronau nach Russland transportiert wird. Grundlegend fordert die GAL Gronau die sofortige Stilllegung der Gronauer Urananreicherungsanlage, damit in ihr nicht immer weiter Uranmüll produziert wird, für den es keine sichere Entsorgungsmöglichkeit gibt.

Quelle: Pressemitteilung Udo Buchholz

Uranmüll nach Russland

Urenco versucht sich vergeblich Protesten gegen Uranmüll-Exporte zu entziehen:

Uranmüllzug bereits heute nach Russland gestartet

Der für kommenden Montag (13.7.) erwartete Zug mit abgereichertem Uranhexafluorid aus der Urananreicherungsanlage Gronau ist bereits heute (9.7.) gegen 11 Uhr in Gronau gestartet und hat um 12.15 Uhr das Münsteraner Stadtgebiet passiert. Anti-Atom-Initiativen und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hatten den Zug später erwartet.

Auch das Schiff für den Weitertransport des gefährlichen Uranmülls soll bereits heute Abend in Amsterdam eintreffen. Der Abtransport wurde von spontanen Protesten in Gronau und Münster begleitet. Im Kreis Steinfurt  fanden in Ochtrup, Metelen, Burgsteinfurt und Nordwalde Mahnwachen und Beobachtungsaktionen statt. Weitere Initiativen wollen den Zug auch im Ruhrgebiet auf dem Weg nach Amsterdam aufspüren und Flagge gegen die Uranmüllexporte zeigen.

Atommüll beim Namen nennen

Die Atomkraftgegner*innen gehen davon aus, dass der Betreiber der Gronauer Urananreicherungsanlage Urenco (Tochterunternehmen unter anderem von RWE und Eon) mit dem vorgezogenen Termin die für Montag angekündigten Proteste und somit die öffentliche Diskussion umgehen wollte. Seit Jahren fordern russische und deutsche Umweltschützer*innen, dass das abgereicherte Uranhexafluorid auch laut Gesetz endlich als das deklariert wird, was es ist: Nämlich Atommüll, der in Russland unter freiem Himmel gelagert wird.

Udo Buchholz vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz dazu: „Die erneute Anreicherung lohnt sich weder wirtschaftlich, noch wird so die Entsorgung des dann erneut entstehenden abgereicherten Urans gelöst.“

Urenco beruft sich weiterhin darauf, dass das abgereicherte Uranhexafluorid erneut angereichert werden könne, weshalb es ein Wertstoff sei. Ob eine Neuanreicherung in Russland wirklich erfolgt, ist nicht nachvollziehbar, da Urenco  auch bemüht ist, seine Uranimporte geheim zu halten.

Peter Bastian von der Initiative für den sofortigen Atomausstieg in Münster (SOFA) erklärt dazu: „Da passt es nur ins Bild, dass die Uranmüllexporte in aller Heimlichkeit stattfinden sollen und Urenco die Öffentlichkeitsarbeit der Umweltinitiativen durch geänderte Fahrpläne zu torpedieren versucht und die Öffentlichkeit scheut.“

Der Druck auf Urenco steigt, denn die internationalen Proteste entlang der Transportroute nehmen seit Monaten zu: Per Bahn geht es von Gronau über Münster nach Hamm. Von dort gibt es drei Bahnstrecken durch das Ruhrgebiet zur niederländischen Grenze: a) Hamm-Lünen-Datteln-Recklinghausen-Oberhausen-Emmerich, b) Hamm-Dortmund-Herne-Gelsenkirchen-Oberhausen-Emmerich sowie c) Hamm-Unna-Hagen-Wuppertal-Düsseldorf/Duisburg-Mönchengladbach/Viersen-Venlo. In Amsterdam wird die Uranfracht auf die „Mikhail Dudin“ verladen und rund um Dänemark sowie an Kopenhagen/Malmö, Helsinki und Tallinn vorbei nach St. Petersburg transportiert. Danach geht es erneut per Bahn zur geschlossenen Atomstadt Novouralsk bei Ekaterinburg.

Internationale Proteste werden fortgesetzt

Die deutsch-niederländischen Proteste sind auch ein Zeichen der Solidarität mit den betroffenen Menschen in Russland und den von Repression bedrohten russischen Umweltschützer_innen. Zumal vor kurzem bekannt wurde, dass in den Niederlanden die Verschiffung weiterer Uranmüllexporte genehmigt wurde, obwohl Urenco in Deutschland behauptet hatte, die Exporte werden 2020 beendet. Die Mit-Eigentümerin RWE schwiegen sich auf Nachfrage dazu jüngst bei der Aktionärsversammlung aus. Eon-Chef Bernotat verschleierte hingegen trotz der bekannten Genehmigungen aus den Niederlanden die Aktionäre, es seine keine weiteren Transportpläne bekannt.

Für den 9. August sind die nächsten größeren Proteste vor der Urananreicherungsanlage Gronau geplant. Anlässlich des 75. Jahrestages des Atombombenabwurfes auf Nagasaki soll der Ostermarsch 2020 nachgeholt und auf die Zusammenhänge zwischen Urananreicherung und Atomwaffen aufmerksam gemacht werden. Der Ostermarsch sollte eigentlich Karfreitag stattfinden und wurde wegen der Corona-Krise verschoben.

(Quelle: Pressemitteilung)

Berichte vom heutigen Transport:

Fotos: https://www.anti-atom-aktuell.de/2020/2020-07-09_Urantranport

Euratom-Vertrag

Offener Brief

an die deutsche Bunderegierung

Deutsche EU-Ratspräsidentschaft nutzen – versprochene Überarbeitung des Euratom-Vertrages umsetzen 

Am 1. Juli 2020 übernimmt Deutschland den Vorsitz im Rat der Europäischen Union. In dieser Zeit leitet und koordiniert die deutsche Bundesregierung die Arbeit des Rates. Eine Vielzahl von Umweltverbänden und Bürgerinitiativen aus Deutschland und weiteren europäischen Staaten, darunter auch die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI), nimmt das zum Anlass, die Bundesregierung aufzufordern, einen konkreten Zeitplan für die Überarbeitung des Euratom-Vertrages zu vereinbaren.

Bereits in der Koalitionsvereinbarung von 2018 hatten CDU/CSU und SPD vereinbart, dass der Euratom-Vertrag „hinsichtlich der Nutzung der Atomenergie an die Herausforderungen der Zukunft angepasst“ werden muss. Weiter wurde als Teil der Koalitionsvereinbarung festgehalten, dass in Zukunft „keine EU-Förderung für neue Atomkraftwerke“ erfolgen dürfe.

Die Bundesregierung solle den Vorsitz nutzen, sich innerhalb der EU für einen schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomenergie einzusetzen.

Wörtlich heißt es: „Wir erwarten von der Bundesregierung jedoch, dass sie mindestens die im Koalitionsvertrag zugesicherte Revision des Euratom-Vertrages als einen Schwerpunkt der deutschen Ratspräsidentschaft voranbringt.“

Der Euratom-Vertrag verhindere einen ökologischen Umbau der Energieerzeugungsstruktur in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und steht damit den Klimazielen von Paris diametral entgegen.

Die BI verweist in diesem Zusammenhang auf eine gemeinsame Erklärung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften sowie der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, die unter dem Titel Energiewende 2030 den Weg zur Klimaneutralität in Europa beschreiben:„ Ein wichtiger Baustein ist eine Energiewende, die weg von der Nutzung fossiler Energieträger und hin zur Gewinnung und Nutzung erneuerbarer Energien führt.“  


Den Aufruf finden Sie unter: Euratom

Quelle: Pressemitteilung „ Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg“

Beitragsbild: pixabay.com