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Mahnwache vor dem ETC in Jülich

Torpediert das Unternehmen den angeblichen Atomausstieg?

Jülich, 14.09.2021. “Der Atomausstieg ist beschlossen, aber …“ – unter diesem Motto steht die Aktion des Bündnisses „Stop Westcastor“ am 18. September 2021 in Jülich.

Treffpunkt ist um 12 Uhr an der Bahnhaltestelle „Forschungszentrum Jülich“. Von dort gehen die Aktivisten zur Enrichment Technology Company (ETC) mit einem Zwischenstopp vor dem Forschungszentrum und anschließender Mahnwache vor dem ETC.

Mit dieser Aktion wollen sie kurz vor der Bundestagswahl ein deutliches Zeichen setzen.

In ihrem Aufruf fordern die Aktivisten des Aktionsbündnisses unter anderem die Forschung zu neuen Reaktoren und zu neuem AKW-Brennstoff einzustellen. Marita Boslar („Stop Westcastor“): „Es fließen noch immer Gelder in die Forschung und Entwicklung gefährlicher Atom- und Reaktortechnologien. Die Finanzierung  mit öffentlichen Mitteln jeglicher Atomforschung muss umgehend gestoppt werden.“ Des Weiteren fordern die Aktivisten die Vorbereitungen für einen Transport von Atommüll aus Jülich und Ahaus in die USA zu stoppen. „Der Export der 152 Jülicher und aller 457 Castoren mit Kugelbrennelementen stellt eine sehr teure Verlagerung des Atommüll-Problems dar. Zudem ist die Aufarbeitung der Brennelemente in den USA sicherheitstechnisch sehr problematisch.“ (Marita Boslar)

Die Aktion endet mit einer Mahnwache vor dem ETC. Das Tochterunternehmen des Urenco-Konzerns und des französischen Atomkonzerns Orano erforscht und entwickelt Zentrifugen für Urananreicherungsanlagen. Urenco betreibt unter anderem auch die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau. Dort wird das Uran für den Betrieb in AKWs angereichert.

Marita Boslar: „Da die Anlage eine unbefristete Betriebsgenehmigung hat, torpediert das in Jülich ansässige Unternehmen den angeblichen Atomausstieg.“

„Der Atomausstieg ist beschlossen, aber…“

…unter diesem Motto steht unsere Aktion am 18. September 2021 in Jülich zur anstehenden Bundestagswahl.

Treffpunkt: Bahnhaltestelle „Forschungszentrum Jülich“ gegen 12 Uhr von dort gehen wir zum Enrichment Technology Company (ETC)

Zwischenstopp vor dem Forschungszentrum und anschließende Mahnwache vor dem ETC

Mit dieser Aktion wollen wir kurz vor der Bundestagswahl ein deutliches Zeichen setzen.

Gefordert wird:

Alle noch laufenden AKWs müssen sofort abgeschaltet werden – nicht erst 2022!

Die noch laufenden 6 AKWs stellen – auch für einige hundert Tage – ein nicht hinnehmbares Risiko dar. Mit zunehmendem Alter werden die Alt-Reaktoren störanfälliger. Neckarwestheim-2, der jüngste unter den Reaktoren, hat schon 30 Jahre auf dem Buckel!

Die Atomfabriken in Gronau und in Lingen stilllegen – damit der Atomausstieg vollständig ist!

Beide verfügen über unbefristete Betriebsgenehmigungen: Die Urananreicherungsanlage in Gronau (NRW) und die Brennelementefabrik in Lingen (Niedersachsen). Sie versorgen AKWs  weltweit mit Uranbrennstoff.

Forschung zu neuen Reaktoren und zu neuem AKW-Brennstoff einstellen!

Es fließen noch immer Gelder in die Forschung und Entwicklung gefährlicher und umweltschädlicher Atom- und Reaktortechnologien.

Keine unnötigen Atomtransporte!

Bis es ein Endlager gibt, muss jeglicher Atommüll (schwach- mittel- und hochradioaktiv) am Standort der Atomanlage zwischengelagert werden. Die Konditionierung und Bearbeitung der Materialien muss beim Rückbau der Atomanlage am jeweiligen Standort geschehen.

Kein Export von Atommüll!

Die Vorbereitungen und Planungen von Atommüll aus Jülich und Ahaus in die USA müssen gestoppt werden! Der Export der 152 Jülicher und aller 457 Castoren mit Kugelbrennelementen stellt eine sehr teure Verlagerung des Atommüll-Problems dar. Zudem ist die Aufarbeitung der Brennelemente in den USA sicherheitstechnisch sehr problematisch.

In Jülich ist die Enrichment Technology Company (ETC) ansässig, ein Tochterunternehmen des Urenco-Konzerns und des französischen Atomkonzerns Orano. Die ETC erforscht und entwickelt Zentrifugen für Urananreicherungsanlagen. Urenco betreibt unter anderem auch die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau.

Dort wird das Uran für den Betrieb in AKWs angereichert, gleichzeitig gilt diese Technologie als Schlüssel zur Atombombenherstellung. Damit konterkariert das in Jülich ansässige Unternehmen nicht nur den angeblichen Atomausstieg, sondern steigert durch technische Entwicklungen die Gefahr der Verbreitung von Atomwaffen am Weltmarkt.

Aktion am Samstag, 18. September 2021

Treffpunkt: 12 Uhr Bahn-Haltestelle Forschungszentrum (Waldstraße / Wilhelm-Johnen-Straße)

 Von dort zum Haupttor des Forschungszentrums und dann zum ETC.

Aufgrund der Corona-Pandemie gilt für die  Versammlung eine durchgängige Masken- und Abstandspflicht.

 … weitere Infos: https://aapk.infoladen.de/

Nach Gorleben auch Schacht KONRAD aufgeben!

Mobile Atomaufsicht am Schacht KONRAD
Freitag, 13. August 16.00 Uhr

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg und die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD laden gemeinsam zur Mobilen Atomaufsicht am Freitag, den 13. August am Schacht KONRAD ein.

Nach dem Aus für das Endlagerprojekt am Standort Gorleben machen Umwelt- und Anti-Atom-Initiativen Druck: Das ausgediente Erzbergwerk dürfe aus Sicherheitsgründen nicht zu einem Atommülllager werden. Dort sollen rund 300.000 Kubikmeter schwach- und mittelaktive Abfälle gelagert werden.

Der Schacht KONRAD war ebenso wenig wie der Salzstock Gorleben-Rambow ein Ergebnis eines seriösen vergleichen Suchverfahrens. Im Juni haben die Umweltverbände BUND und Nabu beim niedersächsischen Umweltministerium einen Antrag auf Widerruf des Planfeststellungsbeschlusses zum Schacht KONRAD eingereicht. Mit einer Unterschriftenkampagne sollen die Forderungen untermauert werden.  

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, der bereits 1982 bei der ersten KONRAD-Schachtbesetzung mit dabei war: „Niemand würde heute ein ausgedientes Bergwerk für die Atommülllagerung nutzen. Es liegt auf der Hand, jetzt einen endgültigen Schlussstrich unter die Atommüllpolitik der 1970er Jahre zu ziehen. Der lange Atem der Widerständler/innen im Wendland und im Braunschweiger Land macht es möglich, die überfällige Kurskorrektur zu vollziehen und auch den Schacht KONRAD endlich aufzugeben.“

Beginn der Aktion ist um 16.00 Uhr direkt am Schacht KONRAD

Quelle: Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg

„Kreuzweg für die Schöpfung“ erreicht Ziel: Grubenrand in Garzweiler

Heute (1. August) erreicht der „Kreuzweg für die Schöpfung“ von Gorleben nach Garzweiler nach 29 Tagen und circa 500 Kilometer seinen Endpunkt in den bedrohten Dörfern Keyenberg und Lützerath am Braunkohletagebau Garzweiler. Das vom Gorlebener Gebet gestiftete gelbe Kreuz wird im Lützerath am Standort der ehemaligen „Eibenkapelle“ aufgestellt, das noch in kirchlichem Besitz ist.

„Noch haben wir die Möglichkeit zu handeln. Dieses Kreuz stellen wir als Symbol der Hoffnung gegen die Zerstörung der Schöpfung auf, die kaum irgendwo greifbarer ist als an diesem gigantischen Loch“, so die Theologin Cornelia Senne von der Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ und Mitorganisatorin des Kreuzweges.

Rund 100 Menschen kamen am Nachmittag in Keyenberg an und wurden dort vom Diözesanrat Aachen, dem Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ und weiteren lokalen Initiativen empfangen. Gemeinsam ging es anschließend nach Lützerath, parallel zur zerstörten Landstraße L277. Dort wurden die PilgerInnen vom traditionsreichen Aachener Friedenskreuz erwartet. Beim Gottesdienst zu Kreuzaufrichtung sprachen unter anderem der katholische Regionaldekan Markus Bruns, der evangelische Superintendent Jens Sannig, Pfarrer Manfred Esmajor sowie Elisabeth Hafner-Reckers vom Gorlebener Gebet.

„Auch wenn das Grundstück der Pfarrei Erkelenz gehört, so ist doch die gesamte Kirche im Rheinland aufgerufen, von diesem alten religiösen Ort ein Zeichen der Hoffnung ausgehen zu lassen. Es darf nicht RWE überlassen werden und uns damit weiter in die Klimakatstrophe treiben“, so Elisabeth Hafner-Reckers.

Wenn auch der „Kreuzweg für die Schöpfung“ heute an sein Ende kommt, sind wir noch lange nicht am Ziel. Die zahlreichen unterstützenden Initiativen werden mit vielfältigen Aktionen in Garzweiler und anderswo für die Bewahrung der Schöpfung eintreten. Den Vorabend der Ankunft verbrachte die Gruppe im Nikolauskloster in Jüchen.

Pater Andreas Petith gab ihnen in seinem Schlusswort zur Heiligen Messe mit auf den Weg: „Hören wir auf, unsere Dörfer zu zerstören um die Kohle abzubauen. Uns bleibt keine Zeit mehr – um uns und unserer Kinder willen.“

Fotos von der Ankunft werden unter https://kreuzweg-gorleben-garzweiler.de/fuer-presse/ zeitnah zur Verfügung gestellt.

(Quelle: Pressemitteilung „Kreuzweg für die Schöpfung“)

Gorleben, Lützerath und die Dörfer sollen leben!

Heute (4. Juli) startet der „Kreuzweg für die Schöpfung“ von Gorleben nach Garzweiler. Ein breites Bündnis aus Klima- und Umweltinitiativen, christlichen Gruppen und kirchlichen Institutionen unterstützt diese Aktion, bei der ein Kreuz aus Gorleben in 26 Etappen (circa 470 km) nach Lützerath, einem akut bedrohten Dorf an der Tagebaukante Garzweiler getragen wird.

Elisabeth Hafner-Reckers vom Gorlebener Gebet erklärt: „Wir stellen uns damit in die Tradition der Anti-AKW-Bewegung: Schon 1988 trugen Akti­vi­st:innen aus Wackersdorf ein Kreuz in einem „Kreuzweg für die Schöpfung“ an den Brenn­punkt Gorleben. Damals wie heute drückt sich darin der innere Zusammenhang der Proteste ebenso aus wie die Solidarität der Umweltaktivist:innen an den verschiedenen Schauplätzen.“

„Der Kohleausstieg in Deutschland ist zu langsam und nutzt eher den Konzernen als dem Klimaschutz. Zugleich versuchen einzelne Interessengruppen, die Atomkraft wieder als Energie-Alternative ins Spiel zu bringen – obwohl sich diese mit ihren ökologischen Risiken, exorbitanten Kosten und jahrzehntelangen Realisierungszeiten gleich mehrfach als Instrument disqualifiziert“, sagt Sönke Tangermann, Vorstand beim Ökoenergieanbieter Greenpeace Energy, dem Hauptunterstützer der Aktion.

„Atom- und Kohleausstieg gehören inhaltlich zusammen: Beide schädlichen Energieformen müssen vom Netz und schnell durch Erneuerbare ersetzt werden. Der Kreuzweg bündelt Protest und Forderungen zu beiden Themen in nötiger und sinnvoller Weise, weshalb wir die Aktion gerne unterstützen.“

Wolfgang Ehmke, Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, sieht in dem Kreuzweg einen Mutmacher: „Die Atompolitik ist an unserem bunten, vielfältigen Widerstand gescheitert. Das Greenpeace-Schiff „Beluga“ ist symbolhaft am ehemaligen Erkundungsbergwerk Gorleben gestrandet. Von dort aus wandert auch das Widerstandssymbol, das gelbe X, an andere Brennpunkte weiter – als Mut machendes Beispiel dafür, dass Zivilcourage Berge versetzt. Gorleben lebt – die Dörfer sollen leben!“  

In Lützerath verlieren heute noch Menschen ihr Zuhause für die veraltete, menschenfeindliche Braunkohletechnologie. Unter breiten Protesten und durch Einsatz massiver Polizeikräfte hat RWE im Januar mit Abrissen begonnen – im Oktober hatte der Konzern schon Hunderte Bäume im Dorf und der Umgebung gefällt. „Gerade hier, in der Wüstenei von Lützerath, wird das Kreuz aus Gorleben aufgerichtet werden – als Zeichen der Hoffnung, der Versöhnung und nicht zuletzt der Solidarität mit den Aktivist:innen vor Ort“, so Cornelia Senne von der Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“, die hier seit über einem Jahr „Gottesdienste an der Kante“ feiert.   

Der „Kreuzweg für die Schöpfung“ führt von Gorleben nach Lützerath, einem akut bedrohten Dorf an der Tagebaukante von Garzweiler im Rheinischen Braunkohlerevier, vorbei am AKW Grohnde, den Fleischfabriken von Tönnies, dem neuen Kohlekraftwerk Datteln 4, der RWE-Zentrale in Essen und der Landesregierung in Düsseldorf.  

weitere Infos: www.kreuzweg-gorleben-garzweiler.de

Quelle: Pressemitteilung BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg

Die „Westcastor-Resolution“

Auch wenn sich politische Verhältnisse verschoben haben (z.B. NRW – Koalitionsvertrag; die „Westcastor-Resolution“ ist vom Herbst 2016), unsere Forderungen sind noch immer aktuell!

Wir fordern:

• Zwischenlager-Neubau in Jülich gemäß den aktuellen Sicherheits-Anforderungen mit Öffentlichkeitsbeteiligung auf Augenhöhe
• Keine Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus!
• Endgültige Absage des Castor-Exports aus Jülich in die USA!
• Verantwortungsübernahme durch Verursacher und zuständige Ministerien!
• Einhaltung des NRW-Koalitionsvertrages!

Wir wenden uns gegen die geplanten Transporte der Jülicher Castoren nach Ahaus:

► Das Zwischenlager in Ahaus hat nur noch eine Genehmigung bis 2036. Bereits im Jahr 2030 müssen Pläne für die Räumung des Lagers vorgelegt werden.
► Das Ahauser Zwischenlager ist nicht gegen Flugzeugabstürze und Terrorangriffe gesichert.
► Die hochporösen, brennbaren Brennelementkugeln müssen vor einer wie auch immer gestalteten Endlagerung aufwendig konditioniert (=bearbeitet) werden – das ist in Ahaus nicht möglich.
► In Jülich gibt es eine ‚Heiße Zelle‘ zur Reparatur und Beladung von Castor-Behältern. Die Errichtung einer ‚Heißen Zelle‘ in Ahaus ist vertraglich ausgeschlossen.
► Im Koalitionsvertrag der NRW-Regierungsparteien SPD und Bündnis 90/Die Grünen heißt es unmissverständlich: „Zudem lehnen wir sinnlose und gefährliche Atomtransporte quer durch NRW ab. Wir wollen, dass die Castoren, vor allem die in Jülich lagernden, nur noch einmal transportiert werden – nämlich zu einem Endlager, wenn hierfür ein Standort gefunden ist.“

Seit 1993 lagern die Castoren in einem Zwischenlager des Forschungszentrums Jülich (FZJ), dessen Genehmigung am 30.06.2013 trotz Absehbarkeit ohne angemessene Reaktion der NRW-Atomaufsicht ausgelaufen ist. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bemängelte mehrfach fehlende oder mangelhafte Unterlagen zur Verlängerung der Genehmigung. Zur Erdbebensicherheit fehlen konkrete Untersuchungen, obwohl die Thematik seit 15 Jahren bekannt ist.
Zweimal wurde die weitere Lagerung der 152 Castoren in Jülich von der NRW-Atomaufsicht amtlich geduldet, bis am 02.07.2014 die Räumungsanordnung erteilt wurde. Seitdem lagern die Castoren illegal in Jülich – die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Offiziell sieht das Räumungskonzept des FZJ drei gleichwertige Optionen vor:
1. Export der Castoren in die USA, angeblich schnellste Option
2. Castor-Transporte nach Ahaus,
3. Neubau eines Zwischenlagers in Jülich, angeblich langsamste Option

Offensichtlich wird nur an den Plänen für Castor-Transporte nach Ahaus ernsthaft gearbeitet, da nur hierfür eine Einlagerungsgenehmigung (im Juli 2016 vom BfS erteilt) und eine Transportgenehmigung (noch in Bearbeitung) beantragt wurden. Für die anderen beiden Optionen sind noch keinerlei Anträge gestellt worden.
Da das kommerzielle AKW ‚Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor‘ Jülich (AVR) zwar ein Prototyp, aber kein Forschungsreaktor war, ist ein Export in die USA juristisch gar nicht zulässig.
Das FZJ ist zwar formal nicht mehr zuständig, hat aber die unbefriedigende Lage zu verantworten.

Zuständig für die Westcastoren sind: • das Bundesfinanzministerium als Besitzer der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) und somit der 152 Westcastoren, • das NRW-Umweltministerium, das • NRW-Wissenschaftsministerium und das • Bundesforschungsministerium im JEN-Aufsichtsrat, • das NRW-Wirtschaftsministerium als auf Landesebene zuständige Atomaufsicht, • das Bundesumweltministerium als übergeordnete Bundesatomaufsicht, • das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) als Genehmigungsbehörde für die Zwischenlager und den Transport.

Wir fordern den Stopp der Castor-Transport-Pläne und echte Verantwortungsübernahme!

=> hier gibt´s die Westcastor-Resolution als PDF mit Unterstützer*innen-Liste

Auch 2021: Never give up!

Verbände gegen Laufzeitverlängerung: Doel und Tihange

Gemeinsame Pressemeldung

IPPNW Regionalgruppe Aachen, NABU-Stadtverband Aachen e.V. , TDRM Aachen , Initiative 3 Rosen e.V. (Aachen) , Greenpeace Aachen

Verbände gegen Laufzeitverlängerung der belgischen Atomreaktoren in Doel und Tihange

Aufruf zu Stellungnahmen im Rahmen der UVP zu Doel 1 und 2 – noch bis 1. Juli

Die Aachener Umweltorganisationen IPPNW, TDRM, 3Rosen, NABU und Greenpeace begrüßen es, dass Stadt und Städteregion aus Sorge um das Wohlergehen ihrer Bevölkerung eine Laufzeitverlängerung der Reaktorblöcke 1 und 2 des AKW Doel ablehnen und im Rahmen der zur Zeit laufenden grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) Stellung bezogen haben.

Belgien hatte 2015 beschlossen, die Laufzeit der beiden ältesten Reaktorblöcke des AKW Doel, um zehn Jahre bis 2025 auf dann insgesamt 50 Jahre zu verlängern. Belgien hatte dazu aber völkerrechtswidrig keine grenzüberschreitende UVP durchgeführt, wie es die Espoo-Konvention verlangt. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg hatte Belgien daher im Juli 2019 verurteilt, und Belgien muss nun diese UVP nachholen.

Da alle Bürgerinnen und Bürger im Umkreis von 1000 Kilometern um das AKW Stellung nehmen können, gilt dies auch für die Region. Die IPPNW-Regionalgruppe hat daher eine Musterstellungnahme erarbeitet die sie allen Bürgerinnen und Bürgern auf ihrer Webside zur Verfügung stellt, zu finden unter: aachen/ippnw.de

Die Verbände fordern allerdings, dass Stadt und Städteregion es nicht bei dieser Stellungnahme belassen. Auch die Laufzeitverlängerung des Reaktorblocks 1 im AKW Tihange, nur etwa 65 Kilometer von Aachen entfernt, wurde von Belgien nie einer grenzüberschreitenden UVP unterzogen. Ein Unfall dort, etwa auch durch einen Flugzeugabsturz einer schweren Frachtmaschine vom nahe gelegenen Flughafen Lüttich, würde die Region im schlimmsten Fall unbewohnbar machen, warnen die Verbände. Sie fordern daher Stadt und Städteregion, aber auch Land und Bund dazu auf, zum Schutz ihrer Bürgerinnen und Bürger auch gegen die Laufzeitverlängerung von Tihange 1 und gegen den Ausbau des Flughafen Lüttich mit allen rechtlichen Möglichkeiten vorzugehen.

Eine ausführliche Stellungnahme des NABU Aachen findet sich unter www.NABU-Aachen.de. Auch dort sowie bei den anderen Organisationen ist die Muster-Stellungnahme verlinkt.

Einsprüche gegen die Laufzeitverlängerung der beiden alten Reaktoren sind bis zum 1. Juli 2021 möglich. Die Adresse sowie die Adressen der zuständigen deutschen Ministerien finden Sie in der NABU-Stellungnahme.

Vor 35 Jahren: Offizielle Intriebnahme der UAA in Gronau

Offizielle Inbetriebnahme der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau vor 35 Jahren / Demonstration am 8. August

Anlässlich des 35. Jahrestages der offiziellen Inbetriebnahme der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau (NRW) fordert der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) gemeinsam mit weiteren Initiativen und Verbänden die sofortige Stilllegung der umstrittenen Atomfabrik. Die Anlage begann am 15. August 1985 mit der Produktion von angereichertem Uran, das die Grundlage für den Betrieb zahlreicher Atomkraftwerke im In- und Ausland ist. Am 12. Juni 1986, nur wenige Wochen nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl, erfolgte dann die offizielle Einweihung der Uranfabrik im Dreiländereck NRW – Niedersachsen – Niederlande. Der damalige Bundesforschungsminister Riesenhuber wurde extra mit einem Hubschrauber zur Teilnahme an der Einweihung eingeflogen. Vor der Urananreicherungsanlage demonstrierten etwa 300 AtomkraftgegnerInnen und beerdigten symbolisch ein Atomkraftwerk. In den folgenden 35 Jahren – bis heute – brach der vielfältige Protest gegen die Anlage nicht ab.

Betrieben wird die Gronauer Urananreicherungsanlage vom Urenco-Konzern, der international tätig ist, und der unter anderem auch die niederländische Schwesteranlage in Almelo, 30 Kilometer westlich von Gronau, betreibt. Der deutsche Zweig des Urenco-Konzerns ist jeweils zu 50 Prozent im Besitz der Energiekonzerne E.ON und RWE.

Atomausstieg umsetzen – Land und Bund müssen die UAA Gronau sofort stilllegen!

Bisher erfolgt die Urananreicherung in Gronau ohne jede Laufzeitbegrenzung.

„Die zuständige Landesregierung in Düsseldorf muss gemeinsam mit der Bundesregierung endlich dafür Sorge tragen, dass dieser unhaltbare Zustand, der den Geist des bundesweiten Atomausstiegs vollkommen unterläuft, endlich beendet wird“, fordert das Gronauer BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz.

Wiederholt gab es in der Gronauer Uranfabrik Störfälle und 2010 wurde sogar ein Arbeiter in der Anlage verstrahlt. Der BBU, weitere Umweltverbände und Bürgerinitiativen wie der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau und das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen befürchten, dass der Anlagenbetrieb mit dem zunehmenden Alter der Anlage noch unsicherer wird. Immerhin ist der älteste Anlagenbereich bereits fast 36 Jahre in Betrieb.

Bei der Urananreicherung in der UAA Gronau fällt Atommüll an, der in großen Mengen unter dem freien Himmel neben der Anlage gelagert wird (Containerlager für abgereichertes Uranhexafluorid, UF6). Neben der Urananreicherungsanlage wurde zudem eine Halle als „Zwischenlager“ für rund 60.000 Tonnen Atommüll in Form von Uranoxid gebaut. Eingelagert wurde dort aber bisher noch nicht. Abgereichertes Uranhehafluorid wurde in der Vergangenheit immer wieder nach Russland und Frankreich exportiert. Gegen diese Atommüll-Verschiebung wurde häufig und kreativ mit Blockadeaktionen und Demonstrationen protestiert.

Proteste auch gegen Urantransporte und die atomwaffentaugliche Zentrifugentechnik

Von den zahlreichen Urantransporten mit LKW und Sonderzügen von und zur Anreicherungsanlage gehen erhebliche Gefahren aus. Hilfs- und Rettungskräfte wie das THW oder örtliche Feuerwehren an den Transportstrecken werden im Vorfeld nicht über die Transporte informiert. „Die UAA Gronau ist eine internationale Drehscheibe für Urantransporte und darum sind auch gemeinsame Proteste über Landesgrenzen hinweg immer wieder wichtig“, betont Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Auch Friedensorganisationen wie die Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW) oder die Deutsche Friedensgesellschaft / Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) fordern immer wieder die Stilllegung der Gronauer Urananreicherungsanlage. Die Zentrifugentechnik, die in der Gronauer Anlage, aber auch im Iran, zum Einsatz kommt, kann auch zur Produktion von Uran für Atomwaffen genutzt werden.

Schon vor dem Bau der UAA Gronau hat es in den 1970er Jahren Proteste gegen die Anlage gegeben. Nach der Inbetriebnahme brach der Protest nicht ab und es gab und gibt ständig weitere Aktionen gegen die Gronauer Uranfabrik, gegen die Urantransporte und gegen den vorgeschalteten Uranabbau, der in Kanada, Afrika und anderswo erfolgt. Ein Höhepunkt der Proteste war 2011 ein Ostermarsch zur Urananreicherungsanlage, an dem sich etwa 15.000 Personen beteiligt haben.

Zentrale Forderung der Anti-Atomkraft-Initiativen und Friedensorganisationen: Die zuständige NRW-Landesregierung muss die sofortige Aufhebung aller für die UAA erteilten Betriebsgenehmigungen veranlassen. Dass das rechtlich möglich und machbar ist, wurde mehrfach mit Gutachten belegt. Die Atomaufsicht in NRW ist beim NRW-Wirtschaftsministerium angesiedelt. Mehr dazu unter http://www.ippnw.de/atomenergie/atomrecht/artikel/de/gutachten-uranfabriken-koennen-stil.html

Weitere Proteste:

Wichtiges Element der dauerhaften Proteste in und um Gronau gegen die Urananreicherung und die damit verbundenen Urantransporte sind die monatlichen Sonntagsspaziergänge. Sie finden seit Ende 1986 regelmäßig am ersten Sonntag im Monat an der Urananreicherungsanlage statt. Nächster Termin: 4. Juli 2021. Weitere Proteste werden folgen, zum Beispiel am 8. August anlässlich der Jahrestage der Atombombenabwürfe über Hiroshima (6.8.45) und Nagasaki (9.6.45).

Dokumentation:

Pressebericht der Gronauer Nachrichten vom 13. Juni 1986 über die Einweihung der UAA Gronau und den Protest dagegen (Seite 32):

https://uwz-archiv.medianet.de/fileadmin/Anti%20Atom%20web/Gronau/Brosch%FCren/Dokumentation_10%20Jahre%20AKU_1991/aku1991.pdf

Gemeinsame Pressemitteilung:

  • Aktionsbündnis „Stop Westcastor
  • Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
  • Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
  • Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
  • Bündnis AgiEL (AtomkraftgegnerInnen im Emsland)
  • Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“
  • Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdiensgegnerInnen NRW
  • Ekkehard Lentz, Sprecher des Bremer Friedensforums
  • Initiative Sofortiger Atomausstieg (SofA) Münster
  • Natur- und Umweltschutzverein Gronau (NUG)
  • NaturFreunde Deutschlands

Endlagersuche: Zweite Beratungskonferenz beginnt am Donnerstag

Die Fachkonferenz Teilgebiete geht in die nächste Runde: Am Donnerstag beginnt die zweite Beratungsrunde.  

Zum Auftakt – am Donnerstagabend – wird Wolfgang Ehmke für die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) auf die bedeutsame Rolle der Zivilgesellschaft bei der Endlagersuche verweisen.

„Wer mit der Partizipation bei der Endlagersuche lediglich ein Mittel zur Akzeptanzbeschaffung verbindet, hat aus dem Atom-Konflikt nicht gelernt und liegt falsch. Mitgestaltung setzt auch Einflussnahme voraus. Ein Manko in den Beratungen sehe ich darin, dass diese Konferenz weit weg von einer Selbstorganisation ist“, sagt der BI-Sprecher vorab.

Die BI hat sich deshalb auch dafür eingesetzt, einen Beschluss zu erarbeiten, der am Freitagnachmittag zur Abstimmung steht: Für die Zeitspanne, in der die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) aus den 90, z.T. sehr großen Teilgebieten, die sie als günstig für die Endlagerung ausgewiesen hat, im nächsten Schritt Regionen werden lässt, die dann für die obertägige Erkundung vorgeschlagen werden, ist keinerlei formelle Beteiligung der Öffentlichkeit vorgesehen. „Diese Partizipationslücke muss geschlossen werden“, fordert die BI. https://www.endlagersuche-infoplattform.de/SharedDocs/Downloads/Endlagersuche/DE/Fachkonferenz/Dok_FKT_2.Beratungstermin/FKT_Bt2_005_TAG_A.pdf?__blob=publicationFile&v=7   „

Am Samstag sind wir dann im Nebenprogramm zu hören und zu sehen“, so Ehmke. Martin Donat und Andreas Carpentiero werden Interessierten Rede und Antwort stehen und darlegen, was aus ihrer Sicht bei der Endlagersuche besser zu machen wäre.  

Aufmerksam verfolgen werde man natürlich auch die nicht enden wollenden Versuche aus Kreisen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), der Pro-Atom-Organisation Nuklearia und AfD-Leuten, den Salzstock Gorleben-Rambow weiter im Spiel zu halten.    

Links:

Quelle: Pressemitteilung der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg