Kleine Anfrage im Landtag NRW:
. . . 16. September 2016 . . . Hanns-Jörg Rohwedder MdL, Piratenfraktion NRW
Kleine Anfrage im Landtag NRW:
. . . 16. September 2016 . . . Hanns-Jörg Rohwedder MdL, Piratenfraktion NRW
Am Samstag, 10.09.2016, treffen sich die Anti-Atomkraft-Initiativen aus NRW im Welthaus in Aachen.
Sie beraten dort über aktuelle Themen und planen Schwerpunkte für gemeinsame Aktionen.
Es wird auch darum gehen, wie weiterhin Druck auf den Betreiber des AKWs Tihange ausgeübt werden kann.
In den vergangenen Jahren hat sich die NRW-Anti-Atom-Landeskonferenz (LaKo) zur besseren Vernetzung bewährt.
„Es hat seit 1977 in der Anti-AKW-Bewegung viele LAKOs gegeben, aber noch nie eine in Aachen. Das Treffen aller NRW Anti-Atom-Gruppen in Aachen bedeutet auch, dass die Relevanz von Tihange in ganz NRW gesehen wird.“ betont Martina Haase von der AKW-Nee Gruppe in Aachen.
Aber auch an weiteren Anti-Atom-Themen dürfte es den Teilnehmer*innen nicht mangeln: rostige Fässer in der Duisburger Konditionierungsanlage, Drohung von Castor-Transporten zwischen Jülich und Ahaus, ständige Urantransporte quer durch NRW, Uranlieferungen aus Gronau zu den AKWs Tihange und Fessenheim, die Brennelementefabrik in Lingen und dann natürlich direkt an den NRW-Grenzen die Schrott-Reaktoren in Tihange und Doel.
Es gibt viel zu tun in der Anti-Atom-Bewegung. In Aachen wird dazu am Wochenende ein wichtiger Schritt getan!
(PM von Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie)
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=> Einladung zur Anti-Atom Landeskonferenz NRW am 10. September 2016 . . . 29. August 2016 . . . ASW Weiterlesen
Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland und Rheinland sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs / Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) haben sich mit der Landesatomaufsicht im NRW-Wirtschaftsministerium getroffen.
Bei dem konstruktiven Gespräch ging es um die Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau sowie Möglichkeiten zur Verhinderung der angekündigten Castor-Transporte aus Jülich und Garching ins Zwischenlager Ahaus.
. . . teilte das NRW-Wirtschaftsministerium mit, dass die Landesregierung die Einladung des Bundesumweltministeriums zu Gesprächen über eine Stilllegung der Gronauer Uranfabrik angenommen habe und diese Gespräche in einigen Wochen beginnen.
„Wir erwarten, dass sowohl die NRW-Landesregierung wie auch die Bundesregierung ernsthaft verhandeln und zügig die Urananreicherung beenden. Zudem droht mit dem Beginn einer zeitlich unbefristeten Lagerung von Uranmüll in Gronau die Entstehung eines oberirdischen Endlagers,“ so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
Die Anti-Atomkraft-Initiativen forderten deshalb die NRW-Atomaufsicht auf, die mittlerweile auf Anfang 2017 verschobene Inbetriebnahme des neuen Uranmüll-Lagers in Gronau zu verhindern sowie die hochgefährliche Freilagerung von Uranhexafluorid (UF6) zu beenden.
Auch ein Exportstopp von angereichertem Uran aus Gronau für die Brennelementeproduktion für Pannenreaktoren – wie z. B. in Belgien und bald in der Ukraine – war Gesprächsthema.
. . . betonte das NRW-Wirtschaftsministerium, dass weiterhin alle drei Optionen – Neubau eines Zwischenlagers in Jülich, Export in die USA sowie Transport nach Ahaus – für die 300.000 hochradioaktiven Brennelementkugeln auf dem Tisch lägen.
„De facto ist aber durch die im Juli erteilte Einlagerungsgenehmigung für das Zwischenlager Ahaus diese Option die einzige, die von den Betreibern des Forschungszentrums Jülich – dem Bund und dem Land NRW – ernsthaft und mit Nachdruck verfolgt wird. Wir erwarten jedoch von der NRW-Landesregierung die Einhaltung des Koalitionsvertrags von 2012: Das bedeutet nur noch einen Castor-Transport von Jülich, nämlich in ein noch zu errichtendes Endlager. In der Zwischenzeit ist der Neubau eines sicherheitstechnisch modernen Zwischenlagers in Jülich die einzige Alternative, denn auch einen Atommüll-Export lehnen wir entschieden ab,“ so Hartmut Liebermann von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“.
. . . erneuerten in Düsseldorf zudem ihre Einladung an NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin, die beiden Atomstandorte in Gronau und Ahaus persönlich zu besuchen und mit den Initiativen sowie der Bevölkerung vor Ort zu sprechen. Die Initiativen und die NRW-Atomaufsicht erklärten ihre Bereitschaft zu weiteren Gesprächen.
„An den Atomstandorten Gronau und Ahaus sind die Dinge momentan politisch stark im Fluss. Wir setzen uns intensiv dafür ein, dass die Urananreicherung und die Brennelementefertigung endlich in den Atomausstieg einbezogen werden, und dass gefährliche und sinnlose Atomtransporte quer durch NRW unbedingt vermieden werden. Die NRW-Landesregierung muss dem Leben und der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürgern klar Vorrang einräumen gegenüber den Interessen des Urananreicherers Urenco und des Forschungszentrums Jülich,“ so Angelika Claussen vom IPPNW.
(PM vom 2. September 2016 von • Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen • Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau • BI „Kein Atommüll in Ahaus“ • Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) • IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs / Ärzte in sozialer Verantwortung))
An die Teilnehmer*innen bisheriger Anti-Atom-Landeskonferenzen in NRW, an weitere Umwelt- und Friedensinitiativen in NRW, an landesweite Umweltverbände, politische und kirchliche Jugendorganisationen, an Energiewendegruppen, an Anti-Atom-Initiativen in den Niederlanden, Belgien und in Niedersachsen
Wir laden herzlich für den Samstag, den 10. September 2016 zu einer Landeskonferenz (LaKo) nach Aachen ein.
Ziel dieses Treffens soll es sein, gemeinsame Aktionen und Schwerpunkte für die kommende Zeit zu planen und abzustimmen.
Datum: Samstag, 10. September 2016
Uhrzeit: 11:00 bis ca. 17:00 Uhr
Ort: Welthaus Aachen (www.welthaus-aachen.de)
Adresse: 52064 Aachen, An der Schanz 1
(direkt am Bahnhof „Schanz“)
Seit unserer letzten LaKo im Jahr 2014 haben sich die Probleme an den Atomstandorten in NRW weiter verschärft.
Neue Gefahren drohen durch die Schrottreaktoren in Belgien (Doel/Tihange) und Frankreich (Fessenheim/Cattenom) , die ja bekanntlich auch von der Brennelementefabrik in Lingen und der Urananreicherung in Gronau mit „Brennstoff“ beliefert werden.
In der Städteregion Aachen formiert sich der Widerstand und mittlerweile klagen rund 70 Gemeinden gegen den Weiterbetrieb von Tihange-2 (NL, D, L).
Das Atomdesaster in Jülich nimmt keine Ende, noch immer stehen die Wahnsinns-Planungen, den Atommüll in die USA zu exportieren im Raum und auch das „Zwischenlager“ in Ahaus steht hierfür im Focus der Atombetreiber.
An der UAA in Gronau soll noch in 2016 das neue Uranmülllager für 60.000t Uranoxid in Betrieb genommen werden, das Uran-Freilager in Gronau ist so voll wie noch nie und auch der Urenco-Verkauf und Börsengang ist noch nicht vom Tisch.
Auch die Schließung der Konditionierungsanlage in Duisburg im Jahr 2019 steht nach aktuellen Verlautbarungen wieder in den Sternen, 1307 Atomfüllfässer aus Gorleben, z.T. angerostet, sei Dank.
Atom-bzw. Urantransporte haben statt ab-, wie es die Landesregierung vorsah, über Straßen und Schienen in NRW zugenommen.
Wie zu befürchten, haben sich die Atomkonzerne aus der Verantwortung für den Atommüll „herausgekauft“ und die nuklearen und finanziellen Hinterlassenschaften „vergesellschaftet“.
Und auch die Ergebnisse der sog. Atommüllkommission sind eine Farce: „Außer Spesen nix gewesen“.
Es gibt also genug zu besprechen und zu planen, auch über das Jahr 2016 hinaus!
Schon jetzt möchten wir euch auf die geplante Demonstration am 29.10.16 in Lingen hinweisen.
(Den Aufruf findet ihr unter www.lingen-demo.de)
In diesem Sinne bis zum 10.9. in Aachen!
Einlader: NRW Anti-Atom Landeskonferenz
Kontakt: Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie (www.anti-akw-ac.de)
(2-min. – Vorschau)
Der 60-minütige Dokumentarfilm wurde auf professionellem Digital- Videoequipment von einer Gruppe 16-18jähriger Wuppertaler Schülerinnen und Schülern anläßlich des CASTOR Transportes in das Atomzwischenlager Ahaus im März 98 mit Unterstützung durch 3 Medienpädagogen des „Medienprojektes Wuppertal“ gedreht.
Er thematisiert den Widerstand im Umfeld des CASTOR-Transport.
Aspekte des Videos sind: die Demonstrationen in Ahaus und Münster, Widerstandsaktionen, Gleisbesetzungen und deren Räumung, Polizeigewalt gegen den Widerstand der DemonstrantInnen, das Leben der DemonstrantInnen in den Camps, Interviews mit der Bevölkerung vor und während des Transportes, mit Gefangenen (nach ihrer Freilassung), GleisbesetzerInnen etc. und eine Reflexion der jugendlichen FilmemacherInnen selbst. • Länge 60 Min. • © 1998 Medienprojekt Wuppertal
www.medienprojekt-wuppertal.de
(PM vom 10.8.16 von www.bi-luechow-dannenberg.de)
Die Polizei muss sich erneut durch das Bundesverfassungsgericht rüffeln lassen: Wenn sich Demonstranten rechtswidrig an einer Schienenblockade beteiligen, darf sie diese trotzdem nicht ohne Einschalten eines Richters in Gewahrsam nehmen.
Beim letzten Castortransport im Herbst 2011 hatten rund 3000 Menschen bei Harlingen die Gleise blockiert.
Nur ein Teil war der Aufforderung durch die Polizei gefolgt, sich von den Gleisen zu entfernen.
1.346 Demonstranten blieben trotzig sitzen und wurden in Gewahrsam genommen und in einer “Freiluft” – Gefangenensammelstelle auf offenem Feld verbracht – ohne richterlichen Beschluss, wie es sich eigentlich gehört.
Erst als der Castorzug den Verladebahnhof Dannenberg erreicht hatte, wurden sie peu à peu freigelassen.
Einer dieser Castor-Gegner hatte geklagt und verlangte Schmerzensgeld, wurde aber vom Landgericht Lüneburg belehrt, dass er als Folge seines rechtswidriges Verhalten keinen Anspruch auf Schmerzensgeld habe. Nun, nach dem Beschluss des Höchsten Gerichts, muss das Landgericht Lüneburg den Fall erneut verhandeln. (AZ: 1 BvR 171/15)
“Dieses Urteil erfüllt den Kläger aber auch uns alle mit Genugtuung”, kommentiert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI) den Fall. Wieder einmal musste erst ein Gang vor das Bundesverfassungsgericht erfolgen, damit die polizeiliche Willkür bei Castor-Transporten dokumentiert wird.
In der Regel, so BI-Sprecher Wolfgang Ehmke, bleibe das rechtswidrige Verhalten der Polizei folgenlos. “Wir erinnern keinen Fall, wo es dienstrechtliche Konsequenzen gehabt hat”, so Ehmke. Man musste sogar davon ausgehen, dass der Rechtsbruch durch die Polizei eingeplant war, um den Castortransport abzuwickeln. Allein Klagen, die ein Schmerzensgeld einforderten, hätten diese unsägliche polizeiliche Praxis bremsen können.
weiterlesen => Ein Kommentar von Rechtsanwältin Ulrike Donat
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mehr Infos zum Castor 2011 => http://antiatomeuskirchen.blogsport.de/category/castor2011
Sehr enttäuscht sind die Anti-Atomkraft-Initiativen von der Antwort des NRW-Wirtschaftsministeriums in Bezug auf die drohenden Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus.
Antwort zu Jülicher Castor-Debakel enttäuschendBislang hatte die NRW-Landesregierung stets gefordert, dass die rund 300.000 hochradioaktiven Brennelementkugeln nur noch einmal, nämlich in ein Endlager, transportiert werden sollen.
Nun heißt es lapidar mit Blick auf die bereits erteilte Einlagerungsgenehmigung für die 152 Jülicher Castoren ins Zwischenlager Ahaus sowie die bereits beantragte Transportgenehmigung: „Das Land NRW hat insofern für beide vorgenannten Genehmigungen keine atomrechtlich begründbaren Zuständigkeiten, um die möglichen Transporte von Jülich nach Ahaus oder die Aufbewahrung in Ahaus zu untersagen.“
„Das ist eindeutig zu wenig, denn erstens ist das Land NRW selbst am Forschungszentrum Jülich beteiligt und somit für die Entstehung des Atommülls gemeinsam mit der Bundesregierung verantwortlich. Und zweitens kann sich die Atomaufsicht in NRW nicht um ein hochbrisantes Thema drücken, das zwei Atomstandorte in NRW betrifft sowie eine mögliche Transportstrecke, die quer durch die dichtbesiedeldsten Gebiete des Landes führt. Die Landesregierung steht bei den Bürgern mit ihrem Koalitionsvertrag im Wort und muss den Castor-Wahnsinn für NRW verhindern,“ forderte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
(aus einer PM von • Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen und • Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) vom 9. August 2016)
Jülich / Ahaus, 02.08.2016
Für den kommenden Donnerstag, 4. August 2016 hat die Ahauser CDU eine Sondersitzung des Stadtrats beantragt.
Einziger Tagespunkt: die 152 Jülicher Castoren. Dabei geht es um die kürzlich erteilte Einlagerungsgenehmigung des Bundesamtes für Strahlenschutz zur Aufbewahrung der Jülicher AVR-Brennelemente im Zwischenlager Ahaus.
„Die Ahauser CDU scheint alarmiert zu sein, sonst hätte sie keine Sondersitzung beantragt“, so Peter Bastian vom SOFA Münster (Sofortiger Atomausstieg). Eingeladen sind Vertreter vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), von der Jülicher Entsorgungsgesellschaft (JEN) und von der Gesellschaft für Nuklear Service (GNS). Sie sollen den Ratsmitgliedern Rede und Antwort stehen.
„Obwohl das Ahauser Zwischenlager als unzureichend gegen Terrorangriffe gesichert gilt und das BfS den Bau einer Schutzmauer angeordnet hat, ist eine Einlagerungsgenehmigung erteilt worden“, sagt Hartmut Liebermann von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“.
Aus aktuellem Anlass findet am 4. August um 18 Uhr vor dem Ahauser Rathaus eine Mahnwache statt.
Marita Boslar vom „Aktionsbündnis Stop Westcastor„: Die Jülicher Castoren erst einmal nach Ahaus zu transportieren ist eine Scheinlösung, denn was ist nach 2036, wenn die Genehmigung für das Ahauser Zwischenlager ausläuft? Ein Endlager gibt es dann noch nicht.“
Seit Jahren fordern Atomkraftgegner den Neubau eines zeitgemäßen Zwischenlagers in Jülich. Das könnte viele Castor-Transporte vermeiden. Die AKW-Gegner vermuten, dass an dieser Option gar nicht gearbeitet wird, denn seit Jahren wartet das BfS auf Unterlagen, die einen Neubau ermöglichen.
Peter Bastian (Sofortiger Atomausstieg Münster): „Sollte nun auch die noch fehlende Transportgenehmigung zwischen Jülich und Ahaus erteilt werden, wird es Proteste an den Transportrouten kreuz und quer über die NRW-Autobahnen geben!“
(PM von Bündnis gegen Castor-Exporte vom 02.08.2016)
Am 26. Juli 2016 positionierte sich das SRS Citizens Advisory Board (SRS CAB) gegen den geplanten Import. Dieser Rat wurde unter US-Bundesrecht als Beratungsgremium für die Zuständigen des US-Energieministeriums in der Savannah River Site-Anlage eingerichtet.
Der Vorsitzende der Bürgerbewegung Savannah River Site Watch, Tom Clements, äußerte sich erfreut. Er sieht das Ergebnis als Erfolg der Kooperation zwischen US-amerikanischen und deutschen Anti-AKW-Gruppen. Tom Clements war im September 2014 in Deutschland auf einer Informationstour. Unter anderem führte die Piratenfraktion zwei Veranstaltungen in Düsseldorf mit ihm als Vortragendem durch.
Bei dem Material handelt es sich um ein Gemenge aus bestrahltem Thorium, Uran und Graphit, das aus den Reaktoren in Jülich und Hamm stammt. Es enthält weitere radioaktive Zerfallsprodukte in unterschiedlichen Mengen und Konzentrationen, die durch Reaktorbetrieb und Lagerung entstanden. Das Material aus Jülich liegt in einem Zwischenlager in Jülich, das ohne Genehmigung, nur auf Anordnung betrieben wird und geräumt werden muss. Dort ermittelt die Staatsanwaltschaft aufgrund einer Anzeige eines Aktivistens wegen des Verdachts des ungenehmigten Betreibens einer Nuklearanlage.
Nach Ansicht der Piratenfraktion wäre ein Export nach deutschem und EU-Recht illegal, da der Atommüll aus Leistungsreaktoren stammt. Zudem ist Savannah River Site in einem traurigen Zustand, versprüht den nostalgisch-morbiden Charme von Nuklearanlagen aus den 1950ern und stünde in Deutschland wohl längst als Industriemuseum unter Denkmalsschutz.
Hanns-Jörg Rohwedder, Sprecher für Klima-, Umwelt- und Naturschutz der Piratenfraktion: „Wir halten unsere Forderungen aufrecht. Es darf keine weiteren Transporte von radioaktivem Abfall aus der nuklearen Stromproduktion geben. Solange es kein sicheres Endlager gibt, muss der Abfall an Ort und Stelle sicher verwahrt bleiben. Für Jülich fordern wir den Neubau eines sicheren Zwischenlagers auf dem Jülicher Gelände. Bundes- und Landesregierung müssen jetzt klar sagen, dass die Exportoption in die USA vom Tisch ist.“
In den USA scheint man auch nicht mehr so begeistert von der Idee zu sein. Das Energieminsterium dort hat zwei Jahre an einem “environmental assessment” (EA) dazu gearbeitet. Das entspricht etwa einer Umweltverträglichkeitsprüfung in der EU.
Der ursprünglich geplante Veröffentlichungstermin im Juni 2016 wurde am 26. Juli auf ungewisse Zeit verschoben, da das Dokument laut den Verantwortlichen bei SRS nochmals überarbeitet werde.
Diese erste EA befasst sich ohnehin nur mit Forschung und Entwicklung von Prozesstechniken für diesen sehr speziellen Atomabfall. Man erwartet, dass diese vom Forschungszentrum Jülich (FZJ) bezahlt werden. Für den Fall, dass diese erste EA veröffentlicht und das Projekt weitergeführt wird, müsste noch eine zweite zeitaufwändige EA durchgeführt werden.
Hanns-Jörg Rohwedder: „Damit ist ein schneller Direktexport aus Jülich in die USA vom Tisch. Offenbar hat man in Deutschland mit dieser Möglichkeit gerechnet und bereits vor einigen Tagen eine Lagergenehmigung für Jülicher Müll in Ahaus erteilt. Wieweit die vergammelte Infrastruktur für Transporte in beiden Lagern inzwischen in Ordnung ist, ist nicht bekannt. Die Kräne in beiden Lagern waren defekt, in Ahaus muss eine neue Schutzmauer gebaut werden.“
(PM von Hanns-Jörg Rohwedder MdL, Piratenfraktion NRW vom 27.07.16)
Ahaus, Jülich, den 22.07.16
Gestern hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die Aufbewahrungsgenehmigung für die 152 Castor-Behälter mit ausgedienten Brennelementen des Jülicher Versuchsreaktor (AVR) im Ahauser Atommüll-Lager (BZA) erteilt.
Zwar sind wir es seit langem gewohnt, dass solche Genehmigungen mitten in der allgemeinen Urlaubszeit erteilt werden, um die Wirkung öffentlicher Kritik an solchen Entscheidungen möglichst ins Leere laufen zu lassen.
Dennoch kommt die Genehmigung zum jetzigen Zeitpunkt einigermaßen überraschend: Wurde doch seitens der Genehmigungsbehörde kürzlich noch der Eindruck erweckt, dass diese Genehmigung erst dann möglich sei, wenn die notwendig gewordene sicherheitstechnische Nachrüstung des BZA (Schutzmauerbau und Anlage von Kerosin-Abflussrinnen) fertig gestellt sei. Es stellt sich die Frage, wie das BfS eine Einlagerungsgenehmigung für ein Lager erteilen kann, das nach seinen eigenen Maßstäben gegenwärtig nicht den aktuellen Sicherheitsmaßstäben genügt.
Zwar weist das BfS beschwichtigend darauf hin, dass zusätzlich zur Einlagerungsgenehmigung auch noch eine Transportgenehmigung benötigt werde, bevor die Castoren aus Jülich nach Ahaus rollen können. Dazu müsse die Jülicher Betreibergesellschaft erst einen Antrag stellen, was nicht sicher sei, da sie auch noch andere Optionen verfolge: nämlich den Transport der Brennelemente in die USA oder die Lagerung in einer ertüchtigten oder ganz neuen Lagerhalle in Jülich.
Die Jülicher Betreiber haben jedoch mehrfach deutlich gemacht, dass sie gar kein Interesse daran haben, die für eine Lagerung in Jülich notwendigen Voraussetzungen zu treffen. Sie wollen die strahlenden Reste ihrer eigenen unrühmlichen nuklearen Vergangenheit so schnell wie möglich loswerden. Und der Transport in die USA dürfte schon aus rechtlichen Gründen keine reale Option mehr sein. Also ist damit zu rechnen, dass die Jülicher Betreiber so schnell wie möglich eine Transportgenehmigung für Ahaus beantragen werden.
Damit drohen erneut überflüssige und mit Risiken behaftete Atommüll-Transporte quer durch Nordrhein-Westfalen. Das radioaktive Potenzial im Ahauser Atommüll-Lager würde erneut beträchtlich erhöht. Das ist umso gravierender, als das BfS gerade erst bekannt gegeben hat, dass mit einer Räumung des Lagers zum Jahr 2036, dem Jahr der Beendigung der genehmigten Aufbewahrungsfrist, keinesfalls zu rechnen ist.
Es wäre zu wünschen, dass sich die Landesregierung NRW an ihre eigenen Absichtserklärungen erinnert (Transporte aus Jülich nur noch einmal in ein Endlager…) und sich gegen die angekündigten Transporte aus Jülich zur Wehr setzt.
Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ wird den Widerstand gegen die Transporte nach Ahaus organisieren. Und sie wird dies gemeinsam mit anderen Initiativen aus dem ganzen Münsterland und aus NRW, auch aus dem Jülicher Raum, tun.
So kündigte auch Marita Boslar an: „Das Aktionsbündnis STOP Westcastor wird den Widerstand mitorganisieren und unterstützen.“
(PM)
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siehe auch => Atommüll aus Jülich bald nach Ahaus? . . . 22.07.16 . . . www1.wdr.de
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und => Regelungsgehalt der Aufbewahrungsgenehmigung vom 07.11.1997 in der Fassung der 8. Änderungsgenehmigung vom 21.07.2016 für das Transportbehälterlager Ahaus . . . 21.07.2016 . . . www.bfs.de
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und => Zwischenlagerung der AVR-Brennelemente in Ahaus genehmigt – Entscheidung über weiteren Verbleib steht aus . . . 22.7.16 . . . GNS
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siehe zum Thema auch => Erfolgreiche Abschlusskundgebung in Jülich am 21. Mai 2016 . . . 23. Mai 2016 . . . ASW
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