Vor dem Haupteingang des Jülicher Forschungszentrums (FZJ) gab es am Freitag, 11. März, eine Mahnwache. Rund 30 Atomkraftgegner*innen aus Köln, Aachen und aus dem Raum Mönchengladbach kamen zu der Aktion.
Aufgerufen hatte das regionale Aktionsbündnis „Stop Westcastor“. Anlass war der 5. Jahrestag der Atom-Katastrophe in Fukushima. => weiterlesen bei www.kraz.ac
(mb)
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Deutsche Anti-Atom-Initiativen bereiten Einwendungen in den USA vor
Ahaus/Jülich, 28.01.2016
Das war wie ein Paukenschlag:
Ende vergangener Woche veröffentlichte die US-Energiebehörde DOE eine 210-seitige Umweltverträglichkeitsstudie. In dieser Studie wird von der Annahme und Verarbeitung der Brennelementekugeln aus dem Jülicher AVR (Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor) und dem Thorium-Hochtemperatur-Reaktor (THTR) ausgegangen.
Beide Reaktortypen waren Kernkraftwerke (AVR war ein Versuchskernkraftwerk), die als Leistungsreaktoren kommerziell genutzt wurden und Strom ins Netz speisten, insgesamt 4,4 Milliarden Kilowattstunden.
„Vertreter der Bundesregierung haben immer wieder behauptet, den Export der Jülicher Brennelementkugeln in die USA und die in Ahaus lagernden Kugeln, die vom THTR aus Hamm-Uentrop stammen, seien nicht geplant“, so Marita Boslar vom Aktionsbündnis Stop Westcastor. „Die Endlagerkommission für hoch radioaktive Abfallstoffe hat außerdem am 2.Oktober 2015, die Einführung eines generellen Exportverbots für hoch radioaktive Abfälle beschlossen und forderte außerdem auch eine Neuregelung eines Exportverbots für bestrahlte Brennelemente aus Forschungsreaktoren zu erarbeiten“, Marita Boslar weiter.
Umweltverträglichkeitsprüfung immer wieder verschoben
Mitte 2014 wurde eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) begonnen, nach Verzögerungen von mehr als einem Jahr wurde sie jetzt fertig.
Ab sofort bis zum 11. März sind Einwendungen gegen die drohende Einlagerung des Atommülls aus Deutschland möglich.
Nicht nur die Bevölkerung in South Carolina – auch Bürger aus Deutschland können Einwendungen über
GermanSpentNuclearFuelEA[ät]leidos.com abgeben.
Claudia Baitinger (BUND NRW): „Wir werden auf jeden Fall davon Gebrauch nehmen und Einwendungen abgeben.“
Sollte es zu einer positiven Entscheidung kommen, dann wäre ein Export der insgesamt 455 Castoren aus dem Jülicher und dem Ahauser Zwischenlager, in denen die Brennelementekugeln lagern, wahrscheinlicher. Bereits 2014 hatten der Bund für Umwelt und Naturschutz und Greenpeace Klagen gegen den Export der Castoren angekündigt. Das gilt unverändert.
„Big Deal“ : USA-Deutschland
Geplanter Export verstößt gegen geltendes Atomrecht
Für die NRW Landesregierung und auch für die Bundesregierung ist eine „Verschiebung“ des Atommülls in die USA eine sehr verlockende Variante: sie wären einen Großteil ihrer Altlasten los. „Da spielt es dann auch keine Rolle, dass der geplante Export gegen geltendes Atomrecht verstößt und extrem viel Geld kosten wird“, sagt Peter Bastian (Sofa Münster).
In einem kürzlichen Vortrag des SRS (Savannah River Site) wird immer wieder von Forschungsreaktoren gesprochen.
„Der Atommülltrip 4000 Seemeilen über den Atlantischen Ozean und die Verbringung der Castoren in den Militärkomplex SRS nach South Carolina soll bis zu 1,5 Milliarden Euro kosten. Im Bundeshaushalt sind Millionen im dreistelligen Bereich veranschlagt, aber eine Aufschlüsselung der möglichen Ausgaben für die jeweiligen Optionen (Transport nach Ahaus, Verbleib in Jülich, Export in die USA) ist politisch nicht gewollt“, so Peter Bastian weiter.
Entwicklung neuer Technik zur Wiederaufbereitung der Brennelementekugeln
Die nötige Technik zur Trennung von Uran beziehungsweise Thorium vom Graphit muss noch demonstriert werden. Diese extrem teure Aktion soll die deutsche Seite finanzieren.
Marita Boslar: „Eine Voraussetzung, die das DOE nennt, um über die Annahme der Brennelementekugeln entscheiden zu können, ist eine Pilotanlage zur Wiederaufbereitung der Kugeln beim SRS aufzubauen. Das kann Jahre dauern und könnte bedeuten, dass die Jülicher Castoren erst einmal nach Ahaus geschafft werden sollen, weil das aktuelle Lager in Jülich keine Genehmigung mehr hat, bevor dann der offenbar geplante endgültige Transport von AVR plus THTR-Castoren in die USA ablaufen soll, also vielfacher sinnloser Atommülltourismus.“
(PM von Bündnis gegen Castor-Exporte)
Hintergrundinformationen
Sollte der Export-Plan umgesetzt werden, würden über den Hafen Nordenham (Niedersachsen) mindestens 30 Transporte per Schiff abgewickelt. Von dort gehen die Schiffsladungen rund 6000 Kilometer über den Atlantischen Ozean nach Charleston, einem US-Militärhafen. Per Bahn würden die Castoren nochmals 300 Kilometer zum Militärkomplex Savannah River Site (South Carolina) verfrachtet.
Im Atomkomplex SRS wurden seit den 1950ern bis zum Ende des Kalten Krieges Atomwaffen produziert, heute ist SRS hoch radioaktiv belastet.
Tom Clements, Leiter der Nichtregierungsorganisation „SRS Watch“, und bei Greenpeace International 15 Jahre lang aktiv, spricht von der militärischen Anlage als „Black box“. Was hier rein kommt, ist für immer einer öffentlichen Überprüfung entzogen.
Er nahm an zwei Mahnwachen (2014 und 2015), die sich gegen Castor-Exporte in die USA richteten, vor dem Haupttor des Jülicher Forschungszentrums teil und führte Informationsveranstaltungen dazu durch.
Da der Atommüll aus dem Versuchskernkraftwerk (AVR) stammt, ist ein Export in die USA nach deutschem und europäischem Recht illegal. Bund, Land und das Jülicher Forschungszentrum versuchten den als Leistungsreaktor kommerziell genutzten Versuchsreaktor des AVR im Nachhinein zu einem Forschungsreaktor umzudefinieren – dieser wäre nämlich vom Exportverbot ausgenommen! Ein Forschungsreaktor ist technisch ganz anderes als ein AKW, denn er kann zur Stromerzeugung nicht verwendet werden.
Das Bündnis gegen Castor-Exporte ist ein Zusammenschluss aus landes- und bundesweiten Anti-Atom-Initiativen und dem BUND NRW.
• Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ http://westcastor.blogsport.de
• Initiative Savannah River Site Watch www.srswatch.org
• Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
• Sofa Münster www.sofa-ms.de
• Wegberger Montagsspaziergänger gegen Atomkraft
• Bund für Umwelt und Naturschutz NRW e.V. www.bund-nrw.de
• attac Jülich www.attac-netzwerk.de/inde-rur
2. November 2016 • Komm zur Mahnwache am Forschungszentrum Jülich

Noch immer ist unklar, was mit den 152 in Jülich lagernden Castorbehältern passieren soll.
Die Betreiber des Zwischenlagers haben nun die Einlagergenehmigung für das Zwischenlager in Ahaus erhalten. Ein weiterer Schritt in Richtung gefährlicher Castortransporte, die schon im nächsten Jahr stattfinden könnten.
Auch der mögliche illegale Export des Atommülls in die USA ist immer noch nicht vom Tisch.
Um den Druck auf die Verantwortlichen zu erhöhen, veranstalten verschiedene Bürgerinitiativen eine Mahnwache vor dem Haupteingang des FZJ. Sie richten sich mit einer klaren Forderung an die Betreiber:
Jeder Transport von Atommüll stellt ein hohes Risiko dar.
Für Jülich gibt es nur eine Option, den Neubau eines Zwischenlagers vor Ort!

Die Mahnwache findet am
2. November 2016
von 14-16 Uhr
vor dem Haupttor des FZJ
(Wilhelm-Johnen-Straße, Jülich) statt.
Kommt zahlreich und bringt Eure Anti-Atom-Fahne mit.
(Text von Helge Bauer; .ausgestrahlt)
IPPNW und über 60 weitere Initiativen unterzeichnen die „Westcastor-Resolution“
Drei Wochen nach Vorstellung der Westcastor-Resolution haben inzwischen bundesweit über 60 Initiativen, Verbände und Parteien die Resolution unterzeichnet – darunter auch IPPNW-Deutschland.
Die IPPNW unterstützt damit die Forderungen eines möglichst sicheren Zwischenlager-Neubaus in Jülich sowie den Stopp der Castortransportpläne aus Jülich nach Ahaus oder in die USA.
Dr. Alex Rosen, Kinderarzt und stellvertretender Vorsitzender der IPPNW dazu: „Wir haben die Westcastor-Resolution unterzeichnet, weil wir, wie die vielen Bürger*innen-Initiativen in Nordrhein-Westfalen, der Meinung sind, dass gefährlicher Atommüll nicht planlos durch die Landschaft transportiert werden darf. Bis es eine verantwortbare Lösung für die Dauerlagerung gefährlicher Strahlenabfälle gibt, ist die sicherste Lösung für den Atommüll aus Jülich der Neubau eines sicheren Zwischenlagers auf dem Gelände. Das Lager in Ahaus ist ebenfalls unzureichend gegen Naturkatastrophen oder Anschläge gesichert und auch ein Weitertransport in die USA entbehrt aktuell jeder politischen und wissenschaftlichen Grundlage.“
Durch die Westcastor-Resolution wird deutlich, dass sich nicht nur die Betroffenen in Ahaus und dem Münsterland gegen die sinnlose Atommüllverschiebung wehren.
Denn im Raum Aachen/ Jülich haben alle Anti-Atomkraft-Initiativen und mehrere politische Parteien die Resolution unterzeichnet und sprechen sich für einen möglichst sicheren Zwischenlager-Neubau in Jülich aus. Darunter sind zum Beispiel das Aktionsbündnis Stop Westcastor, Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie und Bündnis 90/ Die Grünen Jülich.
Ebenso stößt die Resolution bundesweit auf Zustimmung und fordert die zuständigen Landes- und Bundesministerien endlich zu verantwortungsvoller Zusammenarbeit auf.
Eigentümer der 152 Castoren ist die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen, die dem Bundesfinanzministerium gehört, aber auch das NRW-Wissenschafts- und das NRW-Umweltministerium haben Staatssekretäre im Aufsichtsrat dieser Firma und die NRW-Atomaufsicht ist weisungsbefugt, um einen sichere Lagerung der Castoren zu gewähren.
„Es darf nicht sein, dass die Ministerien die Verantwortung hin und her schieben und so einen zügigen und möglichst sicheren Zwischenlager-Neubau in Jülich verzögern“ erklärt Peter Bastian vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. „Das ist verantwortungslos gegenüber den Menschen in Ahaus, den USA und Jülich, die dem gefährlichen Atommüll ausgesetzt sind bzw. ausgesetzt werden“.
(PM vom 17.10.2016 von IPPNW; Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges – Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.)
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p.s.: Bündnis 90/Die Grünen Ortsverband Jülich und viele andere haben die Westcastor-Resolution schon unterzeichnet. Vielleicht entschließen sich ja auch noch andere Orts-/Kreisverbände zur Unterzeichnung.
Wenn auch Ihr die Westcastor-Resolution mit eurer Gruppe/ eurem Verband oder eurer Partei unterzeichnen wollt, meldet Euch bitte mit dem Betreff „Westcastor-Resolution“ unter info[at]sofa-ms.de
Trauer um Willi Hesters
Die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland und auch weit darüber hinaus trauern um Willi Hesters.
Der Sprecher des Aktionsbündnisses Münsterland gegen Atomanlagen ist am 26. September 2016 im Alter von nur 61 Jahren gestorben.
Das innige Mitgefühl der Initiativen gilt seiner Frau und den Familienangehörigen.
Willi Hesters setzte sich seit vielen Jahren im Münsterland und anderswo unermüdlich für eine sichere Energieversorgung ohne Atomkraftwerke und Uranfabriken ein. Immer wieder setzte er Zeichen und vermittelte, dass die Zukunft mit kleinen und großen Schritten positiv gestaltet werden kann. Er war für viele Menschen in seinem Umfeld ein großes Vorbild und verlässlicher Partner, da er sich unermüdlich für die Dinge die ihm wichtig waren eingesetzt hat, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Seine ganze Kraft hat er in die ehrenamtliche politische und soziale Arbeit gesteckt. Mit seinem Optimismus motivierte er immer wieder Menschen, sich für eine friedliche Welt zu engagieren. Selber war er auch in der Flüchtlingshilfe sehr aktiv und unterstützte vor Ort Flüchtlinge.
Wenn es mehr Menschen wie Willi Hesters gäbe, dann sähe die Welt schon etwas besser aus.
Im Münsterland hat sich Willi Hesters besonders gegen die Urananreicherungsanlage in Gronau, gegen das Atommüll-Lager in Ahaus und gegen die mit den Anlagen verbundenen Uran- und Atommüll-Transporte engagiert. Seine Aktivitäten führten ihn dabei auch bis nach Russland. Dort unterstützte er die Proteste russischer Umweltorganisationen gegen Uranmülltransporte von Gronau nach Russland.
Willi Hesters hat dabei einen wichtigen Beitrag zur Beendigung dieser gefährlichen Transporte geleistet. Zudem hatte er durch seine Arbeit großen Anteil daran, dass Atommülltransporte von Ahaus nach Russland verhindert werden konnten.
Bis kurz vor seinen plötzlichen Tod hat er an der Planung einer Demonstration gegen Atomanlagen und Atomtransporte mitgewirkt, die am 29. Oktober in Lingen stattfinden wird.
Die Anti-Atomkraft-Initiativen werden Willi Hesters nicht vergessen und werden sich in seinem Sinne weiter für ein Leben ohne Atomanlagen, ohne Kriege und für internationale Völkerverständigung einsetzen.
An der Abschiedsfeier mit Urnenbeisetzung können alle Menschen, die Willi Hesters kannten, teilnehmen:
Freitag, 7. Oktober, 15.30 Uhr,
Friedhof Nordwalder Straße, Emsdetten.
(PM)
Welche Strategie verfolgt die Landesregierung, um gemäß ihrem Koalitionsvertrag „sinnlose und gefährliche Atomtransporte“ von einem Zwischenlager in ein anderes zu verhindern?
Kleine Anfrage im Landtag NRW:
. . . 16. September 2016 . . . Hanns-Jörg Rohwedder MdL, Piratenfraktion NRW
Erstmals findet die Landeskonferenz der Anti-Atomkraft-Initiativen in Aachen statt
Am Samstag, 10.09.2016, treffen sich die Anti-Atomkraft-Initiativen aus NRW im Welthaus in Aachen.
Sie beraten dort über aktuelle Themen und planen Schwerpunkte für gemeinsame Aktionen.
Es wird auch darum gehen, wie weiterhin Druck auf den Betreiber des AKWs Tihange ausgeübt werden kann.
In den vergangenen Jahren hat sich die NRW-Anti-Atom-Landeskonferenz (LaKo) zur besseren Vernetzung bewährt.
„Es hat seit 1977 in der Anti-AKW-Bewegung viele LAKOs gegeben, aber noch nie eine in Aachen. Das Treffen aller NRW Anti-Atom-Gruppen in Aachen bedeutet auch, dass die Relevanz von Tihange in ganz NRW gesehen wird.“ betont Martina Haase von der AKW-Nee Gruppe in Aachen.
Aber auch an weiteren Anti-Atom-Themen dürfte es den Teilnehmer*innen nicht mangeln: rostige Fässer in der Duisburger Konditionierungsanlage, Drohung von Castor-Transporten zwischen Jülich und Ahaus, ständige Urantransporte quer durch NRW, Uranlieferungen aus Gronau zu den AKWs Tihange und Fessenheim, die Brennelementefabrik in Lingen und dann natürlich direkt an den NRW-Grenzen die Schrott-Reaktoren in Tihange und Doel.
Es gibt viel zu tun in der Anti-Atom-Bewegung. In Aachen wird dazu am Wochenende ein wichtiger Schritt getan!
(PM von Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie)
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=> Einladung zur Anti-Atom Landeskonferenz NRW am 10. September 2016 . . . 29. August 2016 . . . ASW Weiterlesen
Treffen zwischen Anti-Atomkraft-Initiativen und NRW-Atomaufsicht
Beendigung Urananreicherung / Verhinderung Castor-Transporte
Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland und Rheinland sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs / Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) haben sich mit der Landesatomaufsicht im NRW-Wirtschaftsministerium getroffen.
Bei dem konstruktiven Gespräch ging es um die Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau sowie Möglichkeiten zur Verhinderung der angekündigten Castor-Transporte aus Jülich und Garching ins Zwischenlager Ahaus.
1. Zur Urananreicherung in Gronau . . .
. . . teilte das NRW-Wirtschaftsministerium mit, dass die Landesregierung die Einladung des Bundesumweltministeriums zu Gesprächen über eine Stilllegung der Gronauer Uranfabrik angenommen habe und diese Gespräche in einigen Wochen beginnen.
„Wir erwarten, dass sowohl die NRW-Landesregierung wie auch die Bundesregierung ernsthaft verhandeln und zügig die Urananreicherung beenden. Zudem droht mit dem Beginn einer zeitlich unbefristeten Lagerung von Uranmüll in Gronau die Entstehung eines oberirdischen Endlagers,“ so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
Die Anti-Atomkraft-Initiativen forderten deshalb die NRW-Atomaufsicht auf, die mittlerweile auf Anfang 2017 verschobene Inbetriebnahme des neuen Uranmüll-Lagers in Gronau zu verhindern sowie die hochgefährliche Freilagerung von Uranhexafluorid (UF6) zu beenden.
Auch ein Exportstopp von angereichertem Uran aus Gronau für die Brennelementeproduktion für Pannenreaktoren – wie z. B. in Belgien und bald in der Ukraine – war Gesprächsthema.
2. Zu den angekündigten Castor-Transporten von Jülich nach Ahaus . . .
. . . betonte das NRW-Wirtschaftsministerium, dass weiterhin alle drei Optionen – Neubau eines Zwischenlagers in Jülich, Export in die USA sowie Transport nach Ahaus – für die 300.000 hochradioaktiven Brennelementkugeln auf dem Tisch lägen.
„De facto ist aber durch die im Juli erteilte Einlagerungsgenehmigung für das Zwischenlager Ahaus diese Option die einzige, die von den Betreibern des Forschungszentrums Jülich – dem Bund und dem Land NRW – ernsthaft und mit Nachdruck verfolgt wird. Wir erwarten jedoch von der NRW-Landesregierung die Einhaltung des Koalitionsvertrags von 2012: Das bedeutet nur noch einen Castor-Transport von Jülich, nämlich in ein noch zu errichtendes Endlager. In der Zwischenzeit ist der Neubau eines sicherheitstechnisch modernen Zwischenlagers in Jülich die einzige Alternative, denn auch einen Atommüll-Export lehnen wir entschieden ab,“ so Hartmut Liebermann von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“.
3. Die Anti-Atomkraft-Initiativen . . .
. . . erneuerten in Düsseldorf zudem ihre Einladung an NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin, die beiden Atomstandorte in Gronau und Ahaus persönlich zu besuchen und mit den Initiativen sowie der Bevölkerung vor Ort zu sprechen. Die Initiativen und die NRW-Atomaufsicht erklärten ihre Bereitschaft zu weiteren Gesprächen.
„An den Atomstandorten Gronau und Ahaus sind die Dinge momentan politisch stark im Fluss. Wir setzen uns intensiv dafür ein, dass die Urananreicherung und die Brennelementefertigung endlich in den Atomausstieg einbezogen werden, und dass gefährliche und sinnlose Atomtransporte quer durch NRW unbedingt vermieden werden. Die NRW-Landesregierung muss dem Leben und der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürgern klar Vorrang einräumen gegenüber den Interessen des Urananreicherers Urenco und des Forschungszentrums Jülich,“ so Angelika Claussen vom IPPNW.
(PM vom 2. September 2016 von • Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen • Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau • BI „Kein Atommüll in Ahaus“ • Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) • IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs / Ärzte in sozialer Verantwortung))
Einladung zur Anti-Atom Landeskonferenz NRW am 10. September 2016
An die Teilnehmer*innen bisheriger Anti-Atom-Landeskonferenzen in NRW, an weitere Umwelt- und Friedensinitiativen in NRW, an landesweite Umweltverbände, politische und kirchliche Jugendorganisationen, an Energiewendegruppen, an Anti-Atom-Initiativen in den Niederlanden, Belgien und in Niedersachsen
Hallo liebe Leute!
Wir laden herzlich für den Samstag, den 10. September 2016 zu einer Landeskonferenz (LaKo) nach Aachen ein.
Ziel dieses Treffens soll es sein, gemeinsame Aktionen und Schwerpunkte für die kommende Zeit zu planen und abzustimmen.
Datum: Samstag, 10. September 2016
Uhrzeit: 11:00 bis ca. 17:00 Uhr
Ort: Welthaus Aachen (www.welthaus-aachen.de)
Adresse: 52064 Aachen, An der Schanz 1
(direkt am Bahnhof „Schanz“)
Seit unserer letzten LaKo im Jahr 2014 haben sich die Probleme an den Atomstandorten in NRW weiter verschärft.
Neue Gefahren drohen durch die Schrottreaktoren in Belgien (Doel/Tihange) und Frankreich (Fessenheim/Cattenom) , die ja bekanntlich auch von der Brennelementefabrik in Lingen und der Urananreicherung in Gronau mit „Brennstoff“ beliefert werden.
In der Städteregion Aachen formiert sich der Widerstand und mittlerweile klagen rund 70 Gemeinden gegen den Weiterbetrieb von Tihange-2 (NL, D, L).
Das Atomdesaster in Jülich nimmt keine Ende, noch immer stehen die Wahnsinns-Planungen, den Atommüll in die USA zu exportieren im Raum und auch das „Zwischenlager“ in Ahaus steht hierfür im Focus der Atombetreiber.
An der UAA in Gronau soll noch in 2016 das neue Uranmülllager für 60.000t Uranoxid in Betrieb genommen werden, das Uran-Freilager in Gronau ist so voll wie noch nie und auch der Urenco-Verkauf und Börsengang ist noch nicht vom Tisch.
Auch die Schließung der Konditionierungsanlage in Duisburg im Jahr 2019 steht nach aktuellen Verlautbarungen wieder in den Sternen, 1307 Atomfüllfässer aus Gorleben, z.T. angerostet, sei Dank.
Atom-bzw. Urantransporte haben statt ab-, wie es die Landesregierung vorsah, über Straßen und Schienen in NRW zugenommen.
Wie zu befürchten, haben sich die Atomkonzerne aus der Verantwortung für den Atommüll „herausgekauft“ und die nuklearen und finanziellen Hinterlassenschaften „vergesellschaftet“.
Und auch die Ergebnisse der sog. Atommüllkommission sind eine Farce: „Außer Spesen nix gewesen“.
Es gibt also genug zu besprechen und zu planen, auch über das Jahr 2016 hinaus!
Schon jetzt möchten wir euch auf die geplante Demonstration am 29.10.16 in Lingen hinweisen.
(Den Aufruf findet ihr unter www.lingen-demo.de)
Atomausstieg bleibt Handarbeit!
In diesem Sinne bis zum 10.9. in Aachen!
Einlader: NRW Anti-Atom Landeskonferenz
Kontakt: Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie (www.anti-akw-ac.de)
History ? „Trainstopping“ – Castor-Widerstand Ahaus 1998
(2-min. – Vorschau)
Ein Video über den Widerstand gegen den Castortransport nach Ahaus im März 98
Der 60-minütige Dokumentarfilm wurde auf professionellem Digital- Videoequipment von einer Gruppe 16-18jähriger Wuppertaler Schülerinnen und Schülern anläßlich des CASTOR Transportes in das Atomzwischenlager Ahaus im März 98 mit Unterstützung durch 3 Medienpädagogen des „Medienprojektes Wuppertal“ gedreht.
Er thematisiert den Widerstand im Umfeld des CASTOR-Transport.
Aspekte des Videos sind: die Demonstrationen in Ahaus und Münster, Widerstandsaktionen, Gleisbesetzungen und deren Räumung, Polizeigewalt gegen den Widerstand der DemonstrantInnen, das Leben der DemonstrantInnen in den Camps, Interviews mit der Bevölkerung vor und während des Transportes, mit Gefangenen (nach ihrer Freilassung), GleisbesetzerInnen etc. und eine Reflexion der jugendlichen FilmemacherInnen selbst. • Länge 60 Min. • © 1998 Medienprojekt Wuppertal
www.medienprojekt-wuppertal.de