152 Castoren bleiben vorerst in Jülich – Gericht entscheidet noch

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  • Die 152 Atommüllbehälter mit rund 300 000 Brennelementekugeln (BE-Kugeln) bleiben vorerst in Jülich.
  • Das Verwaltungsgericht in Berlin entscheidet erst Ende 2025 oder Anfang 2026 über den Transport der BE-Kugeln nach Ahaus.

Die Transporte von 152 Behältern mit hochradioaktivem Atommüll von Jülich nach Ahaus beginnen wahrscheinlich erst im Jahr 2026. Grund dafür ist eine Klage der Umweltschutzorganisation BUND. Das Verwaltungsgericht in Berlin entscheidet über diese Klage, gibt seine Entscheidung aber erst Ende Dezember oder Anfang Januar 2026 bekannt. Die Organisation BUND will die Transporte mit einem Eilantrag stoppen. Das Gericht in Berlin ist zuständig, weil auch das verantwortliche Amt in Berlin sitzt.

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/atommuell-umstrittene-castor-transporte-erst-2026-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-251222-930-456355

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18.12. Castor-Debatte im Bundestag

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Voraussichtlich gegen 16.50 Uhr: Castor-Debatte im Bundestag

‒ Antrag der Linken wird beraten und abgestimmt

Anti-Atom-Organisationen fordern Castor-Absage Jülich-Ahaus:

„Atommülltransporte sind unkalkulierbares Sicherheitsrisiko“

Am heutigen Donnerstag, 18. Dezember, debattiert der Bundestag voraussichtlich gegen 16.50 Uhr einen Antrag der Links-Fraktion. Der Antrag wendet sich gegen die ab Anfang 2026 geplante jahrelange Verlagerung der 152 Castor-Behälter mit dem hochradioaktiven Atommüll des Forschungszentrums Jülich ins Atommülllager Ahaus. Am Ende der Debatte folgt die abschließende Abstimmung. Die Debatte wird live gestreamt.

Die Anti-Atom-Organisationen aus dem Münsterland und Jülich sowie der BUND NRW und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz fordern seit langem, eine Weiterlagerung des Atommülls in Jülich zu ermöglichen und den drohenden Castor-Marathon auf den maroden Autobahnen von NRW abzuwenden. Auch die Stadt Ahaus ist gegen die Transporte. Erst am Sonntag sind knapp 300 Menschen am Zwischenlager Ahaus auf die Straße gegangen. Für den 18. Januar ist ein weiterer Sonntagsspaziergang in Ahaus geplant und am 24. Januar eine Demonstration am Autobahn-Rasthof Bottrop – einem neuralgischen Punkt an der 170 kilometerlangen Autobahnstrecke von Jülich nach Ahaus.

Nach jetzigem Kenntnisstand will zudem das Verwaltungsgericht Berlin noch vor Weihnachten über eine Eilklage des BUND NRW gegen den Sofortvollzug der Transportgenehmigung für die Jülich-Castoren entscheiden. Danach können beide Seiten noch vor das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg ziehen.

„Es ist traurig, dass die Sicherheit für Mensch und Umwelt nicht im Vordergrund steht. Es sollte nicht nötig sein, dass Umweltverbände Gerichte bemühen müssen, weil politische Fehlentscheidungen aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen getroffen wurden. Der Deutsche Bundestag hat es in der Hand, am heutigen Tage diese unsinnigen Transporte zu stoppen und eine sichere Alternative durch den Bau eines Zwischenlagers in Jülich zu beschließen“, erklärte Kerstin Ciesla, stellvertretende Landesvorsitzende des BUND NRW.

„Schwere Unfälle auf den Autobahnen, enge Großbaustellen, marode Brücken, ein mangelhaftes Strahlenschutzkonzept, unbeherrschbare Gefahren durch Drohnen – die Liste der berechtigten Kritikpunkte an den gefährlichen Transportplänen ist lang. Die Gewerkschaft der Polizei spricht zu Recht von „Wahnsinn“. Die vorliegende Transportgenehmigung hätte niemals zum Sofort-Vollzug freigegeben werden dürfen. Zum jetzigen Zeitpunkt müssen die Weiterlagerung des Atommülls in Jülich sowie die Klärung der Endlagerfrage Priorität haben“, ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

„Wir erwarten, dass der Bundestag die Chance wahrnimmt und sich gegen die gefährlichen Atommülltransporte ausspricht. Es muss dringend neue Gespräche geben zwischen Bundesregierung und NRW-Landesregierung. Es gibt wirklich wichtigere Dinge, als jahrelang hochradioaktiven Atommüll planlos von einem Zwischenlager in ein anderes zu transportieren. Und in Ahaus sind sich alle Parteien im Rat mit der parteilosen Bürgermeisterin in ihrer Ablehnung der Castor-Transporte einig. Werden die Bundestags-Fraktionen heute ihren Kolleg:innen vor Ort den Rücken stärken?“, fragt Peter Bastian von der Initiative SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster.

Hier geht es zur heutigen Castor-Debatte im Bundestag:

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw51-de-atomtransporte-1129206

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Antrag der Linken (21/586): „Keine unnötigen Atomtransporte mit hochradioaktivem Abfall aus Jülich ins Zwischenlager Ahaus“.

Der Bundestag hat am Donnerstag, 18. Dezember 2025, den Antrag der Fraktion Die Linke abgelehnt. Zuvor diskutierten die Abgeordneten eine halbe Stunde lang über das Thema.

Die Linke wollte mit ihrem Antrag den Transport von hoch radioaktivem Atommüll von Jülich ins Zwischenlager Ahaus verhindern.

Die Fraktionen von CDU/CSU, AfD und SPD stimmten gegen den Antrag. Die Linksfraktion stimmte dafür, und Bündnis 90/Die Grünen enthielten sich. Der Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit legte eine Beschlussempfehlung (21/1629) zur Abstimmung vor.

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Rund 300 bei Sonntagsspaziergang Atommülllager Ahaus

(Beitragsbild: Berto Kemper)

Anti-Atom-Organisationen fordern Castor-Absage:

“Atommülltransporte sind unkalkulierbares Sicherheitsrisko“

Proteste auch in 2026:

18. Januar: Ahaus

– 24. Januar: Autobahn-Rasthof Bottrop

Rund 300 Menschen haben heute am Atommülllager in Ahaus demonstriert. Zu dem Protest hatten mehrere Initiativen gegen Atomkraft aufgerufen, so auch der BUND NRW, der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und die bundesweite Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt. Sie unterstreichen damit ihre Forderung an die Bundesregierung und die NRW-Landesregierung, die aktuell ab Anfang 2026 geplante Verlagerung der 152 Castor-Behälter mit dem hochradioaktiven Atommüll des Forschungszentrums Jülich ins Atommülllager Ahaus abzusagen. Stattdessen fordern sie, eine Weiterlagerung des Atommülls in Jülich zu ermöglichen und den drohenden Castor-Marathon auf den maroden Autobahnen von NRW abzuwenden. Zudem fordern sie die Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau, der Brennelementefabrik Lingen und des Forschungsreaktors Garching. Auch von Garching sollen in 2026 Castoren nach Ahaus rollen.

Nach jetzigem Kenntnisstand will das Verwaltungsgericht Berlin noch vor Weihnachten über eine Eilklage des BUND NRW gegen den Sofortvollzug der Transportgenehmigung für die Jülich-Castoren entscheiden. Danach können beide Seiten noch vor das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg ziehen. Am 18. Dezember wird sich zudem der Bundestag auf Antrag der Linken mit dem Thema beschäftigen. Die ersten konkreten Pläne für die Castor-Transporte Jülich-Ahaus reichen schon in das Jahr 2010 zurück.

Bild: Berto Kemper

Auf der Demo in Ahaus haben heute Nachmittag unter anderem die Ahauser Bürgermeisterin Karola Voß (parteilos) sowie Helge Bauer von .ausgestrahlt und Kerstin Ciesla, die stellvertretende Landesvorsitzende des BUND NRW, sprechen.

„Wir wollen uns auf dem Sonntagsspaziergang als Allererstes für die großartige Unterstützung bedanken, die wir in Ahaus in 2025 wieder erleben durften. Ohne den Einsatz von so vielen Menschen und Organisationen, darunter auch die Stadt Ahaus selbst, wären dieses Jahr schon die ersten Castoren gerollt. Wir erwarten nun endlich politische Einsicht in Berlin und Düsseldorf und fordern deshalb nochmals eindringlich von Bund und Land, die Bedingungen für einen dauerhaften Verbleib des Jülicher Atommülls vor Ort zu schaffen. Noch ist es nicht zu spät! Ein mehrjähriger Atommüll-Marathon auf den Autobahnen ohne jeden Sinn und Verstand muss auf jeden Fall vermieden werden“, so Janna Dujesiefken von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“.

Angesichts der enormen Gefahren für die Bevölkerung kündigen die Organisationen für 2026 die Fortsetzung der Proteste gegen die Atommülltransporte an. So gibt es in Ahaus bereits am 18. Januar einen neuen Sonntagsspaziergang. Und am 24. Januar wird eine Demo am Autobahnrasthof Bottrop im Stadtteil Bottrop-Fuhlenbrock unmittelbar an der A2 stattfinden. Dieser neuralgische Punkt an der 170 Kilometer langen Castor-Strecke quer durch NRW von Jülich nach Ahaus ist derzeit durch eine Großbaustelle zwischen Oberhausen und Bottrop gefährlich verengt. Ein seitlicher Schutz der Castor-LKW durch Polizeifahrzeuge ist somit nicht mehr möglich.

„Schwere Unfälle auf der Autobahn wie in den vergangenen Tagen, enge Großbaustellen, marode Brücken, ein mangelhaftes Strahlenschutzkonzept, unbeherrschbare Gefahren durch Drohnen – die Liste der berechtigten Kritikpunkte an den gefährlichen Transportplänen ist lang. Die Gewerkschaft der Polizei spricht zu Recht von `Wahnsinn`. Die vorliegende Transportgenehmigung hätte niemals zum Sofort-Vollzug freigegeben werden dürfen. Zum jetzigen Zeitpunkt müssen die Weiterlagerung des Atommülls in Jülich sowie die Klärung der Endlagerfrage Priorität haben“, ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

An dem heutigen Protest-Spaziergang haben rund 300 Menschen teilgenommen.

Erste Pressestimmen:

https://www1.wdr.de/nachrichten/ahaus-protest-vor-zwischenlager-100.html

https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/wdr-ahaus-lauter-protest-vor-atommuell-zwischenlager-100.html

https://www.evangelisch.de/inhalte/250624/14-12-2025/anti-atomkraftinitiativen-fordern-absage-von-atomtransporten

(Bilder: ex_aaa-West)

Initiativen alarmiert: Brennender Schwertransport auf Castor-Strecke

Anti-Atom-Organisationen alarmiert:

Brennender Schwertransport auf Castor-Strecke und marode Brücken

„Atommülltransporte Jülich-Ahaus sind unverantwortlich“

Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland und Jülich sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) sind alarmiert und mehr als besorgt: Der folgenreiche Brand eines Schwerlasttransporters mit umfangreichen Staus gestern am Autobahnkreuz Kaiserberg auf der A3 sowie der schwere Unfall eines Gefahrguttransporters auf der A46 bei Haan unterstreichen die enormen Gefahren, die durch Castor-Atommülltransporte von Jülich nach Ahaus – quer durch NRW – drohen. Ebenfalls erschreckend sind aktuelle Meldungen zum maroden Zustand zahlloser Brücken in NRW aufgrund einer unkontrollierten Zunahme des gesamten Schwerlastverkehrs.

Die Anti-Atomkraft-Organisationen fordern deshalb angesichts der Gesamtsituation den unverzüglichen Abbruch der Vorbereitungen für den Transport von 152 Castor-Behältern mit rund 300 000 hochradioaktiven Brennelementekugeln vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus. Bereits Ende 2023 hatte sich ein Probe-Transport just im Autobahnkreuz Kaiserberg verfahren, weil er laut NRW-Innenministerium den Sichtkontakt zur vorausfahrenden Polizei-Eskorte verloren hatte. Am Autobahnkreuz Kaiserberg war 2024 zudem ein Stück Autobahn abgesackt.

„Autobahnen sind gefährliche Orte: Schwere Unfälle, Großbaustellen, marode Brücken und Straßen – es kann jederzeit zu einer folgenreichen Ausnahmesituation kommen. Dazu kommen bei Atomtransporten mit hochradioaktivem Atommüll noch die Gefahren durch Drohnen. Davor warnten schon vor einiger Zeit eine Studie im Auftrag von .ausgestrahlt sowie kürzlich in der Süddeutschen Zeitung auch Sicherheitsbehörden. Deshalb fordern wir von der NRW-Landesregierung und der Bundesregierung ganz klar, auf diesen jahrelangen, hochriskanten und völlig überflüssigen Atommüll-Marathon auf den Autobahnen von NRW zu verzichten. Stattdessen muss endlich eine Weiterlagerung vor Ort in Jülich ermöglicht werden“, erklärte Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ in Jülich.

Die Organisationen rufen gemeinsam für den jetzigen Sonntag, 14. Dezember, um 14 Uhr zu einem außerordentlichen Sonntagsspaziergang am Atommülllager in Ahaus auf. Zudem fordern sie die Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau, der Brennelementefabrik Lingen und des Forschungsreaktors Garching. Auch aus Garching sollen in 2026 Castoren nach Ahaus rollen. Nach bisherigem Kenntnisstand will das Verwaltungsgericht Berlin noch vor Weihnachten über einen Eilantrag des BUND NRW gegen den Sofort-Vollzug der Transport-genehmigung für die Jülicher Castoren entscheiden.

24. Januar: Castor-Demo am Autobahn-Rasthof Bottrop

„Angesichts der Gefahren für die Bevölkerung kündigen wir für 2026 die Fortsetzung der Proteste gegen die Atommülltransporte an. Konkret wird am 24. Januar eine Demo am Autobahnrasthof Bottrop im Stadtteil Bottrop-Fuhlenbrock unmittelbar an der A2 stattfinden. Dieser neuralgische Punkt an der 170 Kilometer langen Castor-Strecke quer durch NRW von Jülich nach Ahaus ist derzeit durch eine Großbaustelle gefährlich verengt. Das minimiert die Schutzmöglichkeiten für die Castor-LKW erheblich. Zudem sind die Anwohner:innen bislang überhaupt nicht informiert. Szenen wie in Kaiserberg oder Haan dürfen sich mit hochradioaktivem Atommüll nicht wiederholen“, erklärt Peter Bastian vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Den Demo-Aufruf für den Ahauser Sonntagsspaziergang am 14.12. finden Sie hier:

Das Gutachten von .ausgestrahlt zur Sicherheit von Castor-Transporten finden Sie hier:

14. Dezember: Castor-Spaziergang in Ahaus

(Beitragsbild: iStock | Man_Half-tube)

14 Uhr: Castor-Sonntagsspaziergang Zwischenlager Ahaus

Anti-Atom-Organisationen fordern neue Atommüll-Gespräche: „Bundes- und Landesregierung müssen sich endlich bewegen“

Mehrere Anti-Atomkraft-Initiativen, der BUND NRW, der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und die bundesweite Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt rufen gemeinsam für den jetzigen Sonntag, 14. Dezember, um 14 Uhr zu einem weihnachtlichen Sonntagsspaziergang am Atommülllager in Ahaus auf. Sie kritisieren dabei scharf, dass sowohl die Bundesregierung wie auch die NRW-Landesregierung bislang an den gefährlichen Plänen für die Verlagerung der 152 Castor-Behälter mit dem hochradioaktiven Atommüll des Forschungszentrums Jülich ins Atommülllager Ahaus festhalten. Stattdessen fordern die Initiativen und Verbände neue politische Gespräche zwischen Bund und Land, um eine Weiterlagerung des Atommülls in Jülich zu ermöglichen und den drohenden Castor-Marathon auf den maroden Autobahnen von NRW abzuwenden. Zudem fordern sie die Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau, der Brennelementefabrik Lingen und des Forschungsreaktors Garching. Auch von dort sollen in 2026 Castoren nach Ahaus rollen.

Angesichts der Gefahren für die Bevölkerung kündigen die Organisationen für 2026 die Fortsetzung der Proteste gegen die Atommülltransporte an. Konkret wird am 24. Januar eine Demo am Autobahnrasthof Bottrop im Stadtteil Fuhlenbrock unmittelbar an der A2 stattfinden. Dieser neuralgische Punkt an der 170 Kilometer langen Castor-Strecke quer durch NRW von Jülich nach Ahaus ist derzeit durch eine Großbaustelle gefährlich verengt.

„Wir wollen uns auf dem Sonntagsspaziergang als Allererstes für die großartige Unterstützung bedanken, die wir in Ahaus in 2025 wieder erleben durften. Ohne den Einsatz von so vielen Menschen und Organisationen wären dieses Jahr wahrscheinlich schon die ersten Castoren gerollt. Aber wir erwarten endlich mehr politische Einsicht in Berlin und Düsseldorf und fordern deshalb nochmals eindringlich von Bund und Land, die Bedingungen für einen dauerhaften Verbleib des Jülicher Atommülls am Ort zu schaffen. Ein mehrjähriger Atommüll-Marathon auf den Autobahnen ohne jeden Sinn und Verstand muss auf jeden Fall vermieden werden“, so Janna Dujesiefken von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“.

Diese Forderung unterstützt auch Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ in Jülich: „Der Atommüll wurde in Jülich produziert, also sollte er auch hier bis zur Klärung der Endlagerfrage gelagert werden. Transporte von einem Zwischenlager in ein anderes machen keinen Sinn. Das Forschungszentrum Jülich darf sich vor seiner Verantwortung nicht wegdrücken.“

Auf der Demo am Sonntag werden in Ahaus vor dem Haupttor des bundeseigenen Atommülllagers unter anderem die Ahauser Bürgermeisterin Karola Voß sowie Helge Bauer von .ausgestrahlt und Kerstin Ciesla, die stellvertretende Landesvorsitzende des BUND NRW, sprechen. Um 13.45 Uhr verkehrt ein kostenloser Shuttle-Bus vom Bahnhof in Ahaus zum Zwischenlager in Ahaus-Ammeln an der Schöppinger Landstraße. Dort werden auch warme Getränke sowie Kuchen angeboten. Für Kinder gibt es eine süße Advents-Überraschung sowie Malkreide.

„Unfallgefahren auf der Autobahn, enge Großbaustellen, marode Brücken, mangelhaftes Strahlenschutzkonzept, Gefahren durch Drohnen – die Liste der berechtigten Kritikpunkte an den gefährlichen und unausgereiften Transportplänen ist lang. Die vorliegende Transportgenehmigung hätte niemals zum Sofort-Vollzug freigegeben werden dürfen. Zum jetzigen Zeitpunkt müssten die Weiterlagerung des Atommülls in Jülich sowie die Klärung der Endlagerfrage Priorität haben“, ergänzte Kerstin Ciesla, stellvertretende Landesvorsitzende des BUND NRW.

24. Januar: Castor-Demo an Autobahn-Großbaustelle Bottrop

„Im dicht besiedelten Ruhrgebiet werden sehr viele Menschen ohne ihr Wissen jahrelang von diesen völlig unnötigen und gefährlichen Atommülltransporten betroffen sein. Der Autobahnabschnitt Oberhausen−Bottrop auf der A2 ist dabei aufgrund der Großbaustelle ein offensichtliches Nadelöhr, da die Fahrbahnverengung keine seitliche Abschirmung der Castor-LKWs durch Begleitfahrzeuge möglich macht. Zudem muss das Tempo der Atom-Konvois gedrosselt werden. So eine Baustelle ist ein sicherheitstechnischer Alptraum. Deshalb werden wir in Bottrop-Fuhlenbrock am 24. Januar am Autobahn-Rasthof demonstrieren und die Anwohner*innen informieren“, so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Den Demo-Aufruf für den Ahauser Sonntagsspaziergang am 14. Dezember finden Sie hier:

„Atommüllverlagerung Jülich-Ahaus unausgereift und gefährlich“

Anti-Atom-Organisationen fordern neue Castor-Gespräche zwischen Bund und Land

Die Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland und Jülich sowie der BUND NRW kritisieren die Bundesregierung und die Landesregierung von NRW scharf. Die Regierungen halten an gefährlichen und schlecht durchdachten Plänen fest. Sie wollen 152 Castor-Behälter mit hochradioaktivem Atommüll vom Forschungszentrum Jülich in das Atommülllager Ahaus transportieren. Laut WDR will die Transportfirma Orano nächsten Monat womöglich sogar ohne rechtskräftiges Urteil starten, obwohl NRW-Innenminister Reul (CDU) gerade erst das Gegenteil versprochen hat. Die Anti-Atom-Organisationen fordern stattdessen erneut eindringlich politische Gespräche zwischen Bund und Land, um eine Weiterlagerung des Atommülls in Jülich zu ermöglichen und den drohenden Castor-Marathon auf den maroden Autobahnen von NRW abzuwenden. Für den 14. Dezember rufen sie um 14 Uhr zu einer neuen Demo am Zwischenlager in Ahaus auf. Für den 24. Januar ist eine weitere Demo am Autobahnrasthof Bottrop an der A2 angemeldet. Dieser neuralgische Punkt ist derzeit durch eine Großbaustelle gefährlich verengt.

„Es zeigt sich immer deutlicher, dass die Verlagerungspläne für den Jülicher Atommüll nicht durchdacht und ausgereift sind. Es gibt bisher nicht einmal ein Strahlenschutzkonzept und die Lagerhalle in Ahaus ist als eine der ältesten bundesweit auch eine der am wenigsten geeigneten. Wir fordern deshalb nochmals eindringlich von Bund und Land, endlich die Bedingungen für einen dauerhaften Verbleib des Jülicher Atommülls am Ort zu schaffen. Ein mehrjähriger Atommüll-Marathon auf den Autobahnen ohne jeden Sinn und Verstand muss auf jeden Fall vermieden werden“, so Hartmut Liebermann von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“.

„Es ist ein Skandal, dass die Transportfirma Orano im Auftrag der Bundesregierung trotz unseres laufenden Klageverfahrens vor dem Verwaltungsgericht Berlin schon wieder mit dem baldigen Start der Transporte droht, bevor der Rechtsweg abgeschlossen ist. Und das bislang unveröffentlichte Strahlenschutzkonzept sowie die nun angekündigten neuen Probetransporte belegen, dass die vorliegende Transportgenehmigung niemals zum Sofort-Vollzug hätte freigegeben werden dürfen. Wir sehen uns in unserem Klageverfahren bestätigt“, erklärte Kerstin Ciesla, stellvertretende Landesvorsitzende des BUND NRW.

24. Januar: Castor-Demo an Autobahn-Großbaustelle Bottrop

„Wir arbeiten derzeit konsequent an einer Ausweitung der Proteste ins Ruhrgebiet, wo sehr viele Menschen ohne ihr Wissen jahrelang von diesen völlig unnötigen und gefährlichen Atommülltransporten betroffen sein werden. Der Autobahnabschnitt Oberhausen−Bottrop auf der A2 ist dabei aufgrund der Großbaustelle ein offensichtliches Nadelöhr für die Castor-Transporte, da die Fahrbahnverengung keine seitliche Abschirmung der Castor-LKWs durch Begleitfahrzeuge möglich macht. Zudem muss das Tempo des Atom-Konvois gedrosselt werden. So eine Baustelle ist ein sicherheitstechnischer Alptraum. Deshalb werden wir in Bottrop am 24. Januar direkt an der Autobahn demonstrieren und die Anwohner:innen informieren“, ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Am 14. Dezember startet um 14 Uhr zum Jahresabschluss der außerordentliche Advents-Sonntagsspaziergang am Atommülllager in Ahaus-Ammeln. Um 13.45 Uhr wird es dazu einen kostenlosen Shuttle-Bus vom Bahnhof in Ahaus geben. Weitere Proteste sind in Vorbereitung.

6. Dezember: Nikolaus-Aktion von Westcastor

(Beitragsbild: pixabay.com | simisi1)

Die Mitglieder des Bündnisses „Stop Westcastor“ treffen sich am Samstag, 6. Dezember, zu einer Aktion. Mit Nikolausmützen und einem verkleideten Nikolaus sind sie ab 11:11 Uhr in der Kölnstraße 44 in Jülich präsent. Die Aktivisten haben Tennisbälle mit Atomzeichen bemalt. Diese stehen symbolisch für die tennisballgroßen Jülicher Brennelementekugeln. Mit dieser Aktion protestieren sie gegen die unnötigen und zudem gefährlichen Transporte von Atommüll vom Jülicher zum Ahauser Zwischenlager. Das löst das Problem jedoch nicht, sondern verschiebt es lediglich. Die Vertreter von „Stop Westcastor“ sind der Meinung, dass diese Vorgehensweise nach dem St.-Florians-Prinzip keine verantwortliche Lösung für die Hinterlassenschaften aus 20 Jahren Atomforschung sei. Dr. Rainer Moormann, ehemaliger Mitarbeiter des Forschungszentrums Jülich und Whistleblower, hat es einmal treffend formuliert: „Jülich muss sich seiner Entsorgungsverantwortung endlich stellen.“

Der Liedermacher Gerd Schinkel unterstützt Aktion

Schinkel schreibt seit 50 Jahren kritische Songtexte für die Umweltbewegung. Er stammt aus der Anti-Atom-Bewegung, die in den 1970er Jahren ihre Anfänge hatte. Der ehemalige Journalist sagt, er betreibe heute Journalismus mit Musik.