Auf der Landesdelegiertenkonferenz in Köln am vergangenen Wochenende (24. und 25. Mai) positionierten sich die Grünen: Sie stimmten gegen Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus.
Dringlichkeitsantrag : „Aufruf an die Bundesregierung: unnötige Castortransporte verhindern“
Landesparteitag der Grünen | Dringlichkeitsantrag : „Aufruf an die Bundesregierung: unnötige Castortransporte verhindern“ | ab 7:04:50 bis 7:09:07 | Samstag, 24.05.2025
Castor-Baustelle ab 19.5. in Ahaus und dann Atommüll-Transporte?
Neue Proteste in Ahaus:
12. Mai 18 Uhr Mahnwache am Tobit-Kreisverkehr
19. Mai 18 Uhr Kundgebung vor dem Rathaus –JEN zu Besuch
Nach Informationen der Stadt Ahaus soll ab dem 19. Mai der zweite Kreisverkehr umgebaut werden. Dieser befindet sich zwischen Legdener Straße und Schuhmacherring (Tobit-Kreisel). Der Umbau dient der Vorbereitung für die geplanten 152 Castor-Lkw-Transporte vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus.Deshalb erwarten die Anti-Atomkraft-Initiativen in Kürze die noch ausstehende Transportgenehmigung für die massive Atommüllverschiebung.Nach Ansicht der Bürgerinitiativen und Umweltverbände bergen diese Transporte ein enormes Risiko über marode Autobahnen und bringen keinen langfristigen Sicherheitsgewinn.
Die Ahauser Münsterland-Zeitung berichtet, dass der Stand der bundesbehördlichen Transportgenehmigungen sich noch nicht geändert habe. Im Januar hatte der zuständige NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) wegen der fehlenden Genehmigung noch die Castor-Bauarbeiten an demselben Kreisverkehr kurzfristig gestoppt. „Es ist ein Skandal, dass die schwarz-grüne Landesregierung den Atommüllverursachern aus Jülich den Weg frei macht“, so Janna Dujesiefken von der BI ´Kein Atommüll in Ahaus´. „Deswegen werden wir sowohl am 12. Mai um 18 Uhr am Kreisverkehr und am 19. Mai um 18 Uhr vor dem Ahauser Rathaus demonstrieren. Dann kommen nämlich die staatlich geleiteten Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) und die Ahauser BGZ ins Rathaus, um ihre Atommüllpläne vorzustellen.“
In einem Schreiben vom 17. April teilte das Bundesforschungsministerium dem Linken Bundestagsabgeordneten Dr. Fabian Fahl mit, dass es seit 2022 vom Land NRW keine Absichtserklärung gab, die Mehrkosten für den Neubau eines Zwischenlagers in Jülich zu übernehmen. Dies ist eine herbe Rüge für die NRW-Landesregierung. Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich kritisiert: „Warum war die NRW-Landesregierung so untätig? Wir fordern umgehend ein Moratorium für die Castor-Transport-Vorbereitungen sowie ernsthafte Verhandlungen mit dem neuen Bundesumweltminister. Ziele müssen der Neubau eines sicheren Zwischenlagers in Jülich und der Verzicht auf die verantwortungslosen Castortransporte sein.“
Diese Forderung richten die Anti-Atomkraft‒ und Umweltinitiativen auch an den neuen Bundesumweltminister Carsten Schneider von der SPD. Ungeachtet dessen bereiten die Initiativen weitere Proteste vor. Sollte die Transportgenehmigung erteilt werden, finden am Tag darauf jeweils um 18 Uhr Mahnwachen vor dem Forschungszentrum Jülich und dem Zwischenlager Ahaus statt.
Die umstrittenen Kugelhaufenreaktoren nach Jülicher Muster erzeugten nur wenig Nutzenergie, aber riesige Mengen an Atommüll. Dieses große Müllproblem – 457 Brennelementecastoren (12. 000 t) für eine Strommenge, die gerade 2,5 Tage des heutigen deutschen Strombedarfs decken kann – saß man in Jülich jahrzehntelang aus, ohne sich ernsthaft um angemessene Lösungen zu bemühen. Die Weiterentwicklung von Kugelcastoren hatte Priorität vor der Entsorgung. Nun ist – entgegen allen Versprechungen – unter dem Vorwand der Nichtverbreitung von Nuklearmaterial geplant, diesen Müll mit enormen Kosten in die USA zu verschieben und in Savannah River eine riskante Wiederaufbereitung dafür neu zu entwickeln. Diese gefährliche Müllverschiebung muss verhindert werden, denn von der Verantwortung für diesen besonderen üblen Müll dürfen wir uns nicht freikaufen und die Belastungen anderen Weltregionen aufbürden; sie ist auch rechtlich fragwürdig. Jülich muss sich seiner Entsorgungsverantwortung endlich stellen.
Anmerkung: 457 Brennelementecastoren (152 Castoren stehen im Jülicher Zwischenlager aus dem Versuchskernkraftwerk AVR Jülich & 305 Castoren im Ahauser Zwischenlager aus dem Kernkraftwerk Hamm-Uentrop (12. 000 t) für eine Strommenge, die gerade 2,5 Tage des heutigen deutschen Strombedarfs decken kann.
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Keine Atommüll-Transporte von Jülich nach Ahaus! Atommüll-Lager-Neubau in Jülich jetzt!
5553 haben schon unterzeichnet – Wir sammeln weiter!
Wir fordern von der NRW-Landesregierung und der Bundesregierung:
Umsetzung des schwarz-grünen NRW-Koalitionsvertrages zur Vermeidung der Castortransporte
Zwischenlager-Neubau in Jülich gemäß den aktuellen Sicherheits-Anforderungen mit Öffentlichkeitsbeteiligung auf Augenhöhe
Keine Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus und auch nicht anderswohin!
Verantwortungsübernahme für eine langfristig sichere Atommüllentsorgung der Jülicher Kugel-Brennelemente durch Verursacher und zuständige Atomaufsichtsbehörden