Skip to main content

Probe-Castorfahrt Jülich–Ahaus: „politisch gescheitert“

NRW-Wirtschaftsministerium muss Uhren auf Null stellen:

Räumungsanordnung in Jülich aufheben

dann Runder Tisch mit allen Verfahrensbeteiligten

neue Proteste für nächsten Probe-Castor 21.11. angekündigt

Angesichts des massiven Polizeieinsatzes auf den Autobahnen zwischen Jülich und Ahaus mit mehreren Dutzend Einsatzfahrzeugen, Polizeihundertschaften sowie Sondereinsatzeinkräften und einem Hubschrauber sehen die Anti-Atomkraft-Initiativen die Testfahrt mit einem leeren Probe-Castor vom Forschungszentrum Jülich zum Brennelemente-Zwischenlager Ahaus politisch als gescheitert.

„Was wir gestern erlebt haben, war ein riesiger Zirkus, der allein dem Zweck diente, eine sichere Atommüllentsorgung vorzutäuschen. Diese gibt es jedoch weder auf der Autobahn noch in Ahaus. Atommüll ist kein Polizeiproblem, sondern muss langfristig und verantwortungsvoll gelöst werden. Und das bedeutet: weitere Lagerung vor Ort in Jülich und Bau eines neuen Zwischenlagers dort. Atommülltransporte verschärfen nur die Probleme, wie sich schon jetzt zeigt.“

Felix Ruwe (BI „Kein Atommüll in Ahaus“)

„Die zuständige NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur muss die Uhren des Verfahrens auf Null stellen und als Erstes die 2014 erteilte Räumungsanordnung für das Jülicher Zwischenlager aufheben. Dann sollte sie alle Beteiligten zu einem Spitzengespräch am Runden Tisch ins Ministerium einladen. Dazu zählen die beteiligten Bundesministerien Umwelt, Finanzen und Forschung, das Forschungszentrum Jülich, aber auch die Städte Jülich und Ahaus. Es ist schleierhaft, warum das in den letzten 15 Jahren nicht ein einziges Mal geschehen ist. Nun wird es dringend Zeit für ein solches Spitzengespräch, bevor ohne Not in NRW ein unsinniges und gefährliches Castor-Chaos auf den Autobahnen angerichtet wird. Jetzt ist die Zeit für eine Kehrtwende und einen Neuanfang.“

Marita Boslar (Aktionsbündnis „Stop Westcastor“)

Trotz mehrerer Versuche der Polizei, eine Beobachtung des Castor-Konvois zu verhindern, gelang den Anti-Atomkraft-Initiativen eine lückenlose Dokumentation der Castor-Strecke: In Jülich ging es ab 22.06 Uhr zunächst über die B56, dann die Autobahnen 44, 46 und 57 und gegen 23.30 Uhr auf der A44 über den Rhein und durch den Düsseldorfer Flughafentunnel. Weiter ging es über die A52 und die A3 nach Duisburg, wo der Castor-Konvoi einen Schlenker zu A59 machte, bevor er zur A3 zurückkam. Gegen 0.45 Uhr erreichte der Leertransport bei Bottrop die A31 und gegen 2 Uhr das Zwischenlager in Ahaus. Dort musste noch mehr als 30 Minuten rangiert werden. Heute Nacht soll der Leer-Castor wieder zurück nach Jülich fahren.

Gestern gab es in Jülich vor dem Forschungszentrum wie schon am Montag eine Mahnwache von Atomkraftgegner:innen. Ebenfalls am Montag hatten in Ahaus Landwirte und Anti-Atomkraft-Initiativen mit einer Trecker-Demo sowie der Ahauser Bürgermeisterin Karola Voß ihren Unmut deutlich gemacht. Alle Beteiligten rufen zu neuen Protesten auf. Diese sind für die nächste Probe-Castorfahrt am 21. November bereits anvisiert.

Die Anti-Atom-Initiativen weisen zudem darauf hin, dass Castor-Transporte nach Ahaus keinen Sicherheitsgewinn bringen. So gibt es in Ahaus keine Reparaturmöglichkeit für defekte Castoren. Zudem ist vor einer noch immer ungeklärten Endlagerung eine weitere Neuverpackung der rund 300 000 Brennelementkugeln notwendig, die in Ahaus nicht möglich ist. Außerdem läuft die Genehmigung für das Zwischenlager Ahaus schon in 13 Jahren aus und es ist weiterhin eine Klage der Stadt Ahaus gegen die Einlagerungsgenehmigung für die Jülicher Castoren vor dem OVG Münster anhängig.

Castor-Transporte Jülich/Ahaus:

‒ Heute, 6.11.: Mahnwachen in Ahaus und Jülich

‒ Landwirte kommen mit Traktoren

‒ Probe-Castorfahrt am 7./8.11. und am 21./22.11.

‒ „Räumungsanordnung für Jülicher Castoren-Lager zurücknehmen“

Am heutigen Montag, 6. November, protestieren Anti-Atomkraft-Initiativen in Ahaus und Jülich gegen die zwei angekündigten Probe-Castorfahrten vom Forschungszentrum Jülich zum Brennelemente-Lager in Ahaus. In Ahaus startet die Kundgebung um 17 Uhr am Kreisverkehr Legdener Straße/Schumacher Ring. Mehrere Landwirte haben sich mit Traktoren angekündigt. In Jülich beginnt die Mahnwache vor dem Haupttor des Forschungszentrums um 19 Uhr. Auch der Jülicher Bürgermeister Axel Fuchs plädiert für den Verbleib der 152 Castoren in Jülich.

Unterdessen wurde im Ahauser Stadtrat am letzten Donnerstag mitgeteilt, dass die erste Testfahrt mit einem Leer-Castor in der Nacht vom morgigen Dienstag, 7.11., auf Mittwoch, 8.11., stattfinden soll. Mit Beteiligung der Düsseldorfer Atomaufsicht soll dann vom 21. auf den 22. November ein weiterer Probe-Castor rollen.

Erst vor wenigen Tagen war bei einem Gespräch mit NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur bekanntgeworden, dass die bisher öffentlich immer als kritisch bezeichnete Erdbebensicherheit für das jetzige Castoren-Lager in Jülich anscheinend schon seit einiger Zeit kein Verfahrenshindernis mehr ist. Die Anti-Atomkraft-Initiativen fordern deshalb, dass die zuständige Ministerin die 2014 erteilte Räumungsanordnung zurücknimmt und stattdessen die Ertüchtigung des jetzigen Lagers sowie den Neubau eines Castoren-Lagers in Jülich entschieden vorantreibt. Die Initiativen weisen darauf hin, dass es in Ahaus keine Reparaturmöglichkeit für defekte Castoren gibt und zudem vor einer noch immer ungeklärten Endlagerung eine weitere Neuverpackung der rund 300 000 Brennelementkugeln notwendig ist, die in Ahaus nicht möglich ist. Außerdem läuft die Genehmigung für das Zwischenlager Ahaus schon in 13 Jahren aus und es ist weiterhin eine Klage der Stadt Ahaus gegen die Einlagerungsgenehmigung für die Jülicher Castoren vor dem OVG Münster anhängig.

„Castor-Transporte nach Ahaus heben die gesetzlich verankerte Verantwortung des Forschungszentrums Jülich für den Atommüll bis zur Endlagerung nicht auf – im Gegenteil: Die Transporte über die Autobahnen von NRW stellen ein enormes, zusätzliches Risiko dar. Wir erwarten von der Landesregierung und der beteiligten Bundesregierung verantwortungsvolles und vorausschauendes Handeln – deshalb müssen die Transportvorbereitungen umgehend abgebrochen werden.“

Felix Ruwe BI „Kein Atommüll in Ahaus“

„Jetzt ist die Zeit für eine Kehrtwende!“

„Der Verbleib der 152 Castoren in Jülich und der Neubau einer Lagerhalle für eine verantwortungsvolle Zwischenlagerung sind die beste Option. Die Eigentümer des Jülicher Atommülls haben diese Option bislang immer hintertrieben. Jetzt ist die Zeit für eine Kehrtwende! Warum wurden insbesondere die Erkenntnisse zur Erdbebensicherheit so lange unter Verschluss gehalten?“

Marita Boslar (Aktionsbündnis „Stop Westcastor“)

Die Initiativen kündigen bereits jetzt zunehmende und entschlossene Proteste an, um die widersinnigen, jahrelangen Castor-Transporte über die Autobahnen von NRW zu verhindern.

Wende im Jülicher-Castor-Streit?

  • NRW-Atomaufsicht und BASE: Keine Erdbebengefahr mehr für Jülicher Castor-Lager!
  • Landesregierung könnte Räumungsanordnung nun aufheben
  • Montag, 6. November: Proteste in Jülich und Ahaus gegen Castor-Probetransport

Jülich/Ahaus, 02.11.2023. Bei einem Gespräch mit Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbänden teilte NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur letzte Woche mit, dass in Bezug auf die Lagerung der 152 Castorbehälter mit 300 000 hochradioaktiven Brennelementen im Jülicher Zwischenlager der Punkt Erdbebengefahr als Verfahrenshindernis anscheinend ausgeräumt werden konnte. Das hatte zuvor auch das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) mitgeteilt. Damit entfällt der Hauptgrund, warum 2014 die unverzügliche Räumung des Jülicher Zwischenlagers angeordnet worden war. Die Anordnung durch die NRW-Atomaufsicht diente vor allem als vorrangiges Argument für den Abtransport der 152 Castoren von Jülich nach Ahaus. Diese gefährlichen Castor-Transporte quer durch NRW haben nun noch weniger als bisher eine Berechtigung. Nach Ansicht der Anti-Atomkraft-Initiativen kann die zuständige NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur nunmehr die bisherige Räumungsanordnung aufheben und sich stattdessen ganz auf den Neubau eines Castor-Lagers in Jülich konzentrieren.

„Es besteht also keine Eile, das Jülicher Zwischenlager zu räumen. Die Gutachten zeigen, dass eine kurzfristige Ertüchtigung des bestehenden Jülicher Castor-Lagers und eine langfristige Lagerung in einem möglichst sicheren Zwischenlager-Neubau möglich sind.“

Marita Boslar (Aktionsbündis „Stop Westcastor“

Unklar ist allerdings noch, wie weit der Genehmigungs-Prozess für den kurzfristigen Weiterbetrieb des Jülicher Zwischenlagers vorangeschritten ist, welche weiteren Unterlagen immer noch nicht von der Jülicher Gesellschaft für Entsorgung von Nuklearanlagen (JEN) eingereicht wurden.

„Wir sind wütend darüber, dass die JEN nur auf den widersinnigen und gefährlichen Abtransport der Castoren nach Ahaus fokussiert ist. Der Neubau eines Zwischenlagers in Jülich wird seit über zehn Jahren hintertrieben und verzögert. Die Verantwortung für die langfristige Lagerung und Vorbereitung des Atommülls für die Endlagerung muss bei den Verursachern in Jülich verbleiben! Deshalb gehen wir am kommenden Montag um 17 Uhr in Ahaus und um 19 Uhr in Jülich erneut mit Mahnwachen auf die Straße.“

Felix Ruwe (BI „Kein Atommüll in Ahaus“)

Wie das BASE der Anti-Atomkraft-Organisation .ausgestrahlt vergangene Woche auf Anfrage mitteilte, ist man bereits 2022 zu der Erkenntnis gekommen, dass die Erdbebensicherheit entgegen früherer Annahmen doch gegeben sei.

„Es ist schier unglaublich mit welcher unverantwortlichen Verschleppungstaktik die JEN seit über zehn Jahren die sichere Lagerung ihres Atommülls boykottiert. Das alles passiert unter den Augen zweier Bundesministerien und eines NRW-Landesministeriums, die Teil des dortigen Aufsichtsrates sind. Selbst nach der Mitteilung des BASE an die JEN 2022, dass die Erdbebensicherheit wohl doch gegeben ist, arbeitet die JEN nicht ausreichend daran, den genehmigungslosen Zustand des bestehenden Zwischenlagers zu beenden. Immer noch fehlen der BASE angemahnte Unterlagen von der JEN. Die NRW-Landesregierung muss dringend Verantwortung im Aufsichtsrat übernehmen, nicht zuletzt um die Aussagen ihres Koalitionsvertrages zur Verhinderung unnötiger Atommüll-Transporte zu erfüllen. Ihrer Aufsichtsrolle gerecht werden müssen auch die drei Bundesministerien, für Umwelt, für Finanzen und für Forschung, die die Option der weiteren Lagerung in Jülich bislang beharrlich ignorieren.“

Helge Bauer (.ausgestrahlt)

„Es muss hier endlich um langfristige, maximale Sicherheit für den hochbrisanten Atommüll gehen – denn auch das Ahauser Zwischenlager hat nur eine Genehmigung bis 2036 und entspricht nicht mehr dem Stand von Wissenschaft und Technik! Castortransporte nach Ahaus führen also zu einem ähnlichen Desaster wie jetzt in Jülich.“

Kerstin Ciesla (BUND Landesverband NRW)

Die Mahnwachen in Jülich und Ahaus finden am kommenden Montag, 6. November, um 19 Uhr vor dem Forschungszentrum in Jülich und um 17 Uhr am Kreisverkehr Kurt-Schumacher-Ring/Tobit in Ahaus statt. Anlass ist der ab dem 6. November angekündigte 2. Probe-Castortransport von Jülich nach Ahaus mit einem kompletten Leer-Castor.

3. November: Lecomte und Poddig in Jülich

Ein Abend mit den Aktivistinnen Cécile Lecomte und Hanna Poddig

„Atomtransporte stoppen? Weiterhin wichtig und richtig!“

Jülich, 27.10.2023. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac Inde-Rur und das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ laden zu einer Abendveranstaltung mit den Aktivistinnen und Autorinnen Cécile Lecomte und Hanna Poddig in den Jülicher Kulturbahnhof (Bahnhofstraße 13) ein. Die Veranstaltung ist am Freitag, 3. November 2023, im kleinen Saal und beginnt um 19 Uhr. „Warum wir es weiterhin richtig und wichtig finden, Atomtransporte zu stoppen“, erklären Lecomte und Poddig an diesem Abend. Des Weiteren berichten sie über die Notwendigkeit von verschiedenen Formen des Protestes gegen Atomanlagen und Atomtransporte. Der Eintritt ist frei.

Aufgrund ihres Engagements gegen Atomtransporte erhielt Lecomte 2022 den „Nuclear-free Future Award“ – den Ehrenpreis in der Kategorie „Besondere Anerkennung“.

Mit ihren spektakulären Abseilaktionen, hat sie es immer wieder geschafft, die Öffentlichkeit auf die Problematik der Atomkraft aufmerksam zu machen. In der Szene ist sie auch als „Eichhörnchen“ bekannt. Zu den geplanten Castor-Transporten von Jülich nach Ahaus sagt Lecomte:„Die Verschiebung von Atommüll ist keine Lösung. Das ist sinnlos und gefährlich. Kreativer Widerstand ist notwendig.“

Hanna Poddig hat unter anderem „Radikal mutig. Meine Anleitung zum Anderssein“, verfasst. Als Kletteraktivistin war sie für die Umwelt- und Naturschutzorganisation „Robin Wood“ an zahlreichen Aktionen beteiligt, darunter Castor-Blockaden in Gorleben (Wendland).

Weitere Infos:

http://www.eichhoernchen.ouvaton.org/ 

https://de.wikipedia.org/wiki/Hanna_Poddig https://urantransport.de/2017/05/aktivistin-im-knast-wegen-urantransportblockade-2012/

DOE’s Office of Hearings and Appeals Compels the Savannah River Site to Release Key Documents

Savannah River Site Watch

Columbia, South Carolina  USA

For Immediate Release

October 24, 2023

DOE’s Office of Hearings and Appeals Compels the Savannah River Site to Release Key Documents Related to Failed Decade-Long Efforts to Import Highly Radioactive Spent Fuel from Germany

Documents Reveal Frantic Interactions with Germany in Misguided Attempt to Import Highly Radioactive Waste to DOE’s Savannah River Site (SRS) in South Carolina, for Processing and Dumping

Columbia, SC – Internal U.S. Department of Energy email communication reveals that efforts to keep alive a decade-long scheme to import highly radioactive German spent fuel to the U.S. Department of Energy’s Savannah River Site (SRS) in South Carolina were unsuccessful and the effort was terminated by German authorities. The termination of the project has been celebrated by those who support clean-up at SRS of waste created as a result of production of plutonium and other materials for nuclear weapons.

Emails from 2022 and 2023, obtained via a Freedom of Information Act (FOIA) request by the non-profit organization Savannah River Site Watch, clearly show DOE officials and the company aiming to ship the material, Edlow International, frantically working to keep the faltering project alive and that they lacked an understanding of the political situation in Germany against the export. DOE originally failed to provide the emails to SRS Watch in response to a FOIA request but SRS Watch appealed the lack of an “adequate search” to DOE’s Office of Hearings and Appeals and won, compelling release of the emails.

If the project had gone forward, a large amount of irradiated graphite fuel stored in 152 casks could have been dumped at SRS with the inexplicable cooperation of the DOE’s Office of Environmental Management (EM), the very office engaged in clean-up at the site. If this misguided EM effort had gone forward clean-up of the site could have been significantly complicated and delayed.

The failure of the effort to import the nuclear waste to SRS is lauded as an environmental victory by the non-profit organization Savannah River Site Watch. Likewise, the project’s failure to develop a reprocessing technique to remove uranium from the irradiated graphite fuel is positive from a nuclear non-proliferation perspective.

“Boosters of the project were aiming to make financial hay from the scheme, which would have had the unacceptable outcome of more hard-to-manage nuclear waste being dumped at SRS. We wish that to thank our German colleagues for their diligence in making sure the highly radioactive waste stays where it is currently located in Germany.”

Tom Clements, director of SRS Watch

The emails indicate that the media office at SRS was going to admit in a “comms plan” one of the reasons for termination of the project, but the explanation was quashed by a DOE official in headquarters who was desperately looking for a positive spin on the status of the failing project:

„The Department of Energy has decided to stop contract negotiations for technology development and the potential acceptance and processing of German graphite-coated spent nuclear fuel spheres at the Savannah River Site. Moving forward with this effort would be inconsistent with current priorities to accelerate mission completion, minimize risks, reduce costs, and reduce EM’s long-term liability at Savannah River. A number of outstanding contract issues remain, and negotiations with the German nuclear research corporation Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen mbH (JEN) have reached an impasse with further talks unlikely to change the respective positions on these issues. DOE will continue to welcome missions at Savannah River consistent with its goals and priorities.“

In one of the emails obtained by SRS Watch, and dated October 19, 2022, JEN confirmed they were the ones who terminated the project and informed SRS about the decision. Those reasons include: illegality of export of the material from Germany, a decision to build a new storage facility where the waste is now stored, implementation of policies to minimize the risky transport of the material and failure by the Savannah River National Laboratory (SRNL) to develop a processing technique.

Consultation began in 2012 between DOE and German entities to export spent fuel from a long closed experimental gas-cooled reactor – the Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor (AVR) – with research into processing of the nuclear waste being done by the Savannah River National Laboratory. The spent fuel, some of which contains U.S.-origin uranium, consists of about 290,000 uranium-impregnated irradiated graphite balls, stored in 152 robust Castor casks stored at the Forschungszentrum Jülich (Jülich Research Center, FZJ), located in the state of North Rhine-Westphalia (NRW) in western Germany. The spent fuel is currently managed by the government entity Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen mbH (JEN) and should stay at Jülich until comprehensive federal plans are developed and implemented for spent fuel disposal and not trucked to a temporary storage site in Ahaus, Germany.

SRS Watch joins German anti-nuclear colleagues and in supporting construction of a new storage facility at Jülich, or upgrading of the current facility, and no transport of the spent fuel in questions away from that current storage site. For more information from German groups, see: https://www.westcastor.org/ and https://www.ausgestrahlt.de/blog/2023/10/12/atomm%C3%BCll-auf-abwegen/.

The recent emails obtained by SRS Watch and some other key documents are posted on the SRS Watch website: https://srswatch.org/wp-content/uploads/2023/10/FOIA-German-document-list-on-SRS-Watch-Oct-23-2023.pdf.

Meanwhile, the lawsuit by SRS Watch and other non-profit groups in federal court in Columbia, SC demanding preparation of a “programmatic Environmental Impact Statement” (PEIS) by DOE’s National Nuclear Security Administration (NNSA) for production of plutonium “pits” for new nuclear warheads continues.  In a October 19, 2023 website post – Lawyers for SRS Watch & Allies Deal Blow to DOE Challenge to Admission of Key Documents in Federal Lawsuit concerning New Plutonium “Pits” (Cores) for New Nuclear Warheads – the status of the case is explained:  https://srswatch.org/lawyers-for-srs-watch-allies-deal-blow-to-doe-challenge-to-admission-of-key-documents-in-federal-lawsuit-concerning-new-plutonium-pits-cores-for-new-nuclear-warheads/

###

1. DOE’s Office of Hearings and Appeals, successful ruling for SRS Watch in FOIA appeal, August 1, 2023: https://srswatch.org/wp-content/uploads/2023/07/FIA-23-0022-FOIA-appeal-order-August-1-2023.pdf

2. Two batches of emails obtained from the Savannah River Site via FOIA requests by SRS Watchsubsequent to the appeal victory concerning earlier “inadequate search”, September 11, 2023: 

3. SRS initial response to SRS Watch FOIA request of September 15, 2023 related to involvement of private company Edlow International – was it formally or informally negotiating on behalf of DOE or not? https://srswatch.org/wp-content/uploads/2023/10/SRO-2023-01811-F-Clements-first-letter-Sep-18-2023-edlow.pdf

********************************************

Anmerkungen:

Tom hat durch eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz den E-Mail-Austausch zwischen JEN |SRS | DOE |Savannah River National Laboratory |Edlow (Transport-Unternehmen) erhalten.
Das DOE (Department oF Energy) hatte sich zunächst geweigert, ihm diese zur Verfügung zu stellen.
Aber er hat Berufung eingelegt und gewonnen!

Die beiden E-Mail-Sammlungen zwischen: JEN |SRS | DOE |Savannah River National Laboratory. Sie haben an den Diskussionen teilgenommen. Sogar das Transport-Unternehmen Edlow, das mit dem Export „Schweinegeld“ verdient hätte.

2. Zwei E-Mail-Sammlungen, die von der Savannah River Site über FOIA-Anfragen von SRS Watch im Anschluss an den Berufungssieg bezüglich früherer „unzureichender Suche“ erhalten wurden, 11. September 2023:

3. Die erste Antwort von SRS auf die FOIA-Anfrage von SRS Watch vom 15. September 2023 bezog sich auf die Beteiligung des privaten Unternehmens Edlow International – verhandelte es formell oder informell im Namen des DOE oder nicht? https://srswatch.org/wp-content/uploads/2023/10/SRO-2023-01811-F-Clements-first-letter-Sep-18-2023-edlow.pdf

NRW-Wirtschaftsministerium: Abkehr vom Koalitionsvertrag zur Vermeidung von Atommülltransporten?

(Beitragsbild: JEN mbH)

Ankündigung eines „Übungstransports“ mit einem CASTOR-Behälter von Jülich nach Ahaus – und zur darauf abgestimmten Erklärung des NRW-Wirtschaftsministeriums

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 24.10.23 erreichte uns die Meldung der Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) über einen weiteren „Übungstransport“ diesmal mit einem leeren CASTOR-Behälter von Jülich nach Ahaus.

Kurze Zeit später veröffentlichte das zuständige NRW-Wirtschaftsministerium (NRW-WM) eine PM mit der Überschrift: Atomaufsichtliche Anordnung zur unverzüglichen Entfernung der Kernbrennstoffe aus dem AVR-Behälterlager in Jülich.

https://www.wirtschaft.nrw/atomaufsichtliche-anordnung-zur-unverzueglichen-entfernung-der-kernbrennstoffe-aus-dem-avr

Die Anordnung ist nichts Neues, sie besteht seit 2014. Erstaunlich ist nur die Kombination dieser Meldungen und die Überschrift des NRW-WM. Gibt das NRW-WM damit die Koalitionsvereinbarung zu Vermeidung von Atommülltransporten in NRW auf?

Diese Meldung versucht die beabsichtigten Transporte mit dem Bericht des Haushaltsausschusses des Bundestages vom September 2022, der auf einem fehlerhaften Bericht des Bundesrechnungshofes basiert, der die bleibende Verantwortung und daraus resultierend zusätzlich erforderliche Transporte vor einer Endlagerung nicht erfasst zu rechtfertigen.

http://www.bundesrechnungshof.de/SharedDocs/Downloads/DE/Berichte/2022/stilllegung-und-rueckbau-kerntechnischer-versuchsanlagen-volltext.pdf?__blob=publicationFile&v=1

In diesem Bericht wird die Verantwortung der Besitzer und Betreiber des AVR-Reaktors im Forschungszentrum Jülich (FZJ) für besagten Atommüll bis zur Endlagerung ausgeblendet. Die Verantwortung des Forschungszentrums Jülich wurde vor gut einem Jahr auf der Tagung des NBG in Ahaus dargestellt.

https://www.youtube.com/watch?v=df4c5FsvdKE  (Nachzuschauen ab: 4:05,30!)

Daraus folgt eindeutig: Das FZJ ist und bleibt für die rund 300 000 Brennelementekugeln (BE-Kugeln) in den 152 CASTOR-Behältern bis zur Endlagerung verantwortlich. Da die BE-Kugeln vor der Endlagerung konditioniert und neu verpackt werden müssen, stehen für diesen Prozess weitere Transporte unter Umständen Rücktransporte nach Jülich an! Auch die mangelhafte Buchführung des FZJ erfordert vor der Endlagerung eine saubere Deklarierung! (Zählung, Radioaktivitätsbestimmung, Erfassung von Kugelbruch)

Für uns ist eine tatsächliche Berechnung aller möglichen Kosten unumgänglich.

Wir rechnen vor einer Atommüllendlagerung mit einer Langzeitlagerung zwischen 100 und 120 Jahren, einem Behältertausch und der notwendigen Konditionierung. Daraus folgen aber weitere Transport-Kosten und Risiken, da es in Ahaus keine „Heißen Zellen“ gibt und diese auch nach dem „Ansiedlungsvertrag“ zwischen der Stadt Ahaus und den BZA-Betreibern nicht erlaubt sind.

Es wäre schön, wenn der Bundesrechnungshof  neue Berechnungen in dieser Sache erstellt, und die oben angeführten Bundesministerien BMUV, BMBF und BMF auf die bisherige mangelhafte Argumentation bezüglich der sogenannten „günstigsten Variante“ aufmerksam macht.

So können wir dieses Vorgehen nicht tolerieren und reagieren mit weiteren Protesten.

NRW-weite Protestaktionen gegen Atommüll-Verschiebung

250 Menschen bei Protestaktionen gegen drohende Atommüll-Transporte zwischen Jülich und Ahaus:

Heftige Kritik an Forschungszentrum Jülich – Landesregierung soll Koalitionsvertrag umsetzen!

An mehreren Orten zwischen Jülich und Ahaus gab es heute Protestaktionen gegen drohende Atommüll-Transporte entlang der möglichen Autobahn-Transport-Routen durch Nordrhein-Westfalen. An der Kundgebung in Ahaus nahmen 200 teil, bei Mahnwachen in Jülich, Köln, Düsseldorf und Duisburg waren es 50 Menschen. Eine Solidaritäts-Protestaktion gab es auch nördlich von Ahaus an der A31 in Lingen.

Auf der Protestkundgebung in Ahaus wurde heftige Kritik am Forschungszentrum Jülich (FZJ) geübt.

Das FZJ will mit insgesamt 152 Straßentransporten ab nächstem Jahr die circa 300.000 Kugel-Brennelemente aus seinem stillgelegten Versuchsreaktor AVR ins Zwischenlager Ahaus verschieben.  Der Neubau eines Lagers in Jülich selbst, das den aktuellen Sicherheitsanforderungen entspricht, wird seitens des FZJ und seiner Entsorgungsgesellschaft JEN seit zehn Jahren boykottiert. „Dieses verantwortungslose Verhalten kann man von einer wissenschaftlichen Einrichtung nicht akzeptieren“.

Hartmut Liebermann (Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“) 

„Die Jülicher Brennelemente müssen vor einer späteren Endlagerung ordentlich deklariert und konditioniert werden. Das Verfahren dazu muss erst noch entwickelt werden, und dafür ist das FZJ zuständig. In Ahaus kann dies aus technischen und rechtlichen Gründen nicht geschehen.“

Zeitgleich fand vor dem Eingang des Forschungszentrums in Jülich eine Mahnwache statt. Marita Boslar vom örtlichen Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ erinnerte dort an den Koalitionsvertrag der NRW-Landesregierung, in dem klar die Zielsetzung proklamiert worden war, dass die Castor-Transporte nach Ahaus vermieden werden sollen.

„Wir erwarten von der Landesregierung, dass sie sich ernsthaft für den Bau eines neuen Zwischenlagers in Jülich einsetzt, das den heutigen Sicherheitsstandards entspricht. So steht es im Koalitionsvertrag. Die Landesregierung muss mehr tun, um ihren Beschluss umzusetzen. Nur Geld für ein Grundstück zur Verfügung stellen, reicht nicht aus!“

Marita Boslar (Aktionsbündnis „Stop Westcastor“)

Sowohl der Bürgermeister von Jülich, Axel Fuchs (parteilos), als auch die Bürgermeisterin von Ahaus, Carola Voß (parteilos), haben sich ebenfalls einhellig für den Verbleib der AVR-Brennelemente in Jülich ausgesprochen. Die Stadt Ahaus hat neben den laufenden Klagen gegen die Einlagerungsgenehmigung überdies Klagen gegen die Transportgenehmigungen angekündigt.

Das „Bündnis gegen Castortransporte Jülich-Ahaus“ wird nun auch vom BUND Landesverband NRW unterstützt. Kerstin Ciesla erklärt dazu:

„Bereits vor zehn Jahren haben wir uns für eine Lagerung in Jülich eingesetzt, die Verantwortlichen haben die Zeit nicht für einen Neubau genutzt und argumentieren jetzt, dass Castortransporte nach Ahaus die schnellste Option seien. Das ist eine unverschämtes Verschieben des Atommüllproblems!“           

© .ausgestrahlt

Wachsender Zuspruch für Aktionstag

Drohende Castor-Transporte Jülich – Ahaus: Wachsender Zuspruch für Aktionstag am 15. Oktober

Proteste auch in Düsseldorf, Lingen und Duisburg!

Im Vorfeld des Castor-Aktionstags zwischen den Atommüllstandorten Jülich und Ahaus am Sonntag, 15. Oktober, wächst der Zuspruch: Mahnwachen und Kundgebungen soll es am Sonntag zwischen 14 und 15 Uhr nicht nur in Jülich und Ahaus geben, sondern nunmehr auch in Düsseldorf, Duisburg und Lingen. Anlass sind die geplanten Atommüll-Transporte von Jülich nach Ahaus. Mit insgesamt 152 Straßentransporten sollen ab nächstem Jahr die 300.000 Kugel-Brennelemente aus dem stillgelegten Versuchsreaktor AVR in Jülich ins Zwischenlager Ahaus gebracht werden. Das Lager in Jülich ist bereits seit 2013 nicht mehr genehmigt, da es nicht erdbebensicher ist. Ein Neubau am Ort, das den aktuellen Sicherheitsanforderungen entspricht, ist aber seitens des Forschungszentrums Jülich (FZJ) und seiner Entsorgungsgesellschaft JEN seit zehn Jahren boykottiert worden.

„Atommüll-Verschiebung ist keine Lösung. Solange kein Endlager zur Verfügung steht, sollten die Jülicher Atomkugeln zunächst dort gelagert werden, wo sie entstanden sind: in Jülich.“

Marita Boslar (Aktionsbündnis „Stop Westcastor“)

„Die Jülicher Brennelemente müssen vor einer späteren Endlagerung ordentlich deklariert und konditioniert werden. Das Verfahren dazu muss erst noch entwickelt werden, und dafür ist das FZJ verantwortlich. In Ahaus kann dies aus technischen  und rechtlichen Gründen nicht geschehen.“

Hartmut Liebermann (Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“)

Bereits am letzten Wochenende sprach sich die bundesweite Atommüllkonferenz in Göttingen einstimmig gegen die widersinnigen Atommülltransporte aus. Auch der BUND und ausgestrahlt stellen sich gegen das Transportvorhaben.

© .ausgestrahlt

Protestaktionen gegen die Transporte soll es an folgenden Standorten geben (Sonntag, 15.10., jeweils zwischen 14 und 15 Uhr):

Jülich: Mahnwache vor dem Haupttor des Forschungszentrums

Düsseldorf: Mahnwachen an Brücken über die A46 (Fleher Brücke und Kölner Landstraße)

Duisburg: Bannerdrops an der A3 und der A42

Ahaus: Kundgebung im Stadtzentrum (am „Mahner“/ Kirche St. Marien)

Lingen: Solidaritätsaktion mit Transparenten an der Brücke über die A31