Panne bei Castor-Transport

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Panne bei Castor-Transport sorgt für Verzögerung:

  • Stromversorgung für Castor-LKW war defekt
  • Anti-Atomkraft-Initiativen fordern Aufklärung

„Polizei-Konvois auf Autobahn sind keine Atommüllentsorgung“

Mit großer Sorge reagieren die Anti-Atomkraft-Initiativen in Jülich und im Münsterland auf die technische Panne am Castor-LKW, die gestern Abend in Jülich die Abfahrt des Atommüll-Konvois um rund 90 Minuten verzögerte. Nach Angaben der federführenden Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) gegenüber dem WDR gab es ein technisches Problem mit der Stromversorgung des Castor-LKWs. Die Anti-Atomkraft-Initiativen verlangen nun von der NRW-Landesregierung Aufklärung über diesen sicherheitsrelevanten Vorfall.

„Was genau war an dem Castor-LKW defekt? Wer hat den Schaden am späten Abend tatsächlich behoben? Warum wurde nicht bis Tagesanbruch gewartet, um eine gründliche Untersuchung durchzuführen? Wer hat die nächtliche Reparatur im Freien letztlich abgenommen – der TÜV, eine Vertragswerkstatt oder einfach nur der Transporteur Orano? Was wäre passiert, wenn der Schaden auf der Autobahn erneut aufgetreten wäre – hätte der Castor-Transport dann mitten auf der Autobahn stehen bleiben müssen? Wer hat letztlich grünes Licht für die Abfahrt aus Jülich kurz vor Mitternacht gegeben – das NRW-Wirtschaftsministerium, die Polizei oder die JEN? Gab es politischen Druck von der JEN, aus Düsseldorf oder aus Berlin, dass der Castor-Transport unbedingt noch in der Nacht stattzufinden habe? Es gibt viele Fragen, für die wir aus dem für die Atomaufsicht zuständigen NRW-Wirtschaftsministerium nun klare, ausführliche und rasche Antworten erwarten“, so Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Die Initiativen erinnern daran, dass schon der Anschluss des ersten Castors an die Behälter-Überwachung im Zwischenlager Ahaus Ende März eine Woche gedauert hat, weil sich laut Betreiberin BGZ „die Abläufe noch einspielen“ müssten. Dabei hatte die BGZ immer betont, man habe mit genau diesem Castor-Typ besonders viel Erfahrung in Ahaus. Und Ende 2023 kam es bei einem Probetransport zu einer ungewöhnlichen Panne: Damals verlor der noch unbeladene Castor-LKW laut NRW-Innenministerium „den Sichtkontakt“ zur vorausfahrenden Polizeikolonne und bog deshalb im Autobahnkreuz Kaiserberg falsch ab. Danach brauchte die NRW-Landesregierung sieben Monate, um diese peinliche Panne einzugestehen. Die Initiativen erwarten nun, dass die Landesregierung wesentlich schneller für Aufklärung sorgt.

Auch beim zweiten Castor-Transport hat sich gezeigt, dass die 152 Castor-Behälter mit den knapp 300.000 hochradioaktiven Brennelementkugeln aus Jülich nur unter massivem Polizeieinsatz über die Autobahnen transportiert werden können. Es sind jeweils Tausende Polizisten im Einsatz und es verwundert deshalb nicht, dass die Kosten für die beiden bisherigen Polizeieinsätze bislang von der NRW-Landesregierung geheim gehalten werden. Doch noch immer stehen 150 Castor-Behälter in Jülich – und in diesem Tempo wird die Verlagerung selbst in Dreier-Konvois nicht vor 2030 abgeschlossen sein, obwohl die Transportgenehmigung nur bis Mitte nächsten Jahres gültig ist. Aber auch die Lagergenehmigung im Zwischenlager Ahaus gilt nur bis 2036. Danach tut sich bis zur Errichtung eines Endlagers eine jahrzehntelange, bislang völlig genehmigungslose Lücke bei der Atommüllentsorgung in NRW auf.

„Eines ist sicher: Endlose Polizei-Konvois auf der Autobahn sind keine Atommüllentsorgung. Mit massivem personellen und technischen Aufwand täuschen die Bundesregierung und die NRW-Landesregierung vor, dass sich in der Atommüll-Entsorgung etwas bewegt. Doch real tut sich nichts. Und leider kümmert sich NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst eher um die olympischen Höhen für Rhein und Ruhr, aber nicht um die drängenden Basis-Fragen rund um die Zukunft des Atommülls in NRW. Bund und Land haben hier bislang politisch komplett versagt“, ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Am Abend und in der Nacht kam es in Jülich, Bottrop und Ahaus wieder zu mehreren Protestaktionen. In Ahaus demonstrierten 230 Menschen und formten ein menschliches „X“. Eine Mahnwache harrte vor dem Zwischenlager bis zur Ankunft des Castors gegen 3.30 Uhr aus. In Bottrop konnten Atomkraftgegner:innen letztlich gegen 2.20 Uhr gut sichtbar ihren Protest an der A2 deutlich machen. Und die Präsenz der Mahnwache vor dem Forschungszentrum Jülich hat dazu beigetragen, dass die JEN ihre Panne am Castor-LKW gegenüber der Presse eingestehen musste. Diese öffentliche „Kontrolle“ vor Ort ist enorm wichtig.

Proteste gegen Castor-Transporte werden fortgesetzt

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„Wir werden unsere Proteste fortsetzen. Denn wir sehen unsere Befürchtung bestätigt, dass die Verlagerung des hochradioaktiven Atommülls von Jülich nach Ahaus ein jahrelanges, völlig sinnfreies und gefährliches Unterfangen ist, das erhebliche Polizeikräfte in NRW auf Jahre hinaus bindet, aber keinen Sicherheitsgewinn bringt. Außerdem werden wir auch weiter konsequent gegen jede Einschränkung im Versammlungsrecht ankämpfen – es darf für die Castor-Transporte in NRW keine Sonderregelungen geben“, so Hanna Poddig von der Initiative SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster.

Heute (21.04.) Castor-Proteste in Jülich, Bottrop, Ahaus

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Demo auf Castor-Route

Update 3, 21.4.26: WDR meldet groß, dass heute der Castor fährt – also auf nach Jülich, Bottrop und Ahaus!! Mit diesem riesigen Aufwand werden die insgesamt 152 Castoren nicht nach Ahaus kommen (oder erst in 10 Jahren) – bringen wir die Castor-Lawine zum Erliegen!

Update 2, 20.4.26: Es gibt eine weitere Mahnwache in Jülich nahe der Autobahn-Auffahrt Jülich West . Kommt ab 18 Uhr zur Aachener Landstraße 25 (Königshäuschen), Bushaltestelle Neubourheim, erreichbar mit Bussen aus Aachen und Jülich.

Update 20.4.26: Sollten Polizei und die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) keinen Rückzieher machen, gehen Anti-Atomkraft-Initiativen in NRW davon aus, dass der zweite Castor-Transport von Jülich nach Ahaus am Dienstag, 21.4.2026, stattfindet. In Jülich, Bottrop und Ahaus sind nun neue Proteste vorbereitet und bei der Polizei angemeldet.

In Jülich findet wieder ab 18 Uhr eine Dauer-Mahnwache vor dem Forschungszentrum Jülich statt, die genaue Adresse lautet: Ecke Wilhem-Johnen-Straße/Stetternicher Staatsforst Straße. Hier rechnen die Initiativen wieder mit Einschränkungen bei der Anreise, bisher blieben Anfragen an die Rurtalbahn zum Ausfall des Haltepunktes „Forschungszentrum“ unbeantwortet. Es handelt sich um eine angemeldete Mahnwache, die Polizei muss also den Zugang im Rahmen des Grundrechtes auf Versammlungsfreiheit gewähren – und das diesmal bitte ohne lange Umwege!

In Ahaus gibt es um 18 Uhr eine Auftaktkundgebung vor dem Rathaus mit anschließender Demonstration zur Transportstrecke an der Kreuzung Schöppinger Straße/Schorlemer Straße. Hier hat die Polizei inzwischen einer symbolischen Blockade in Form eines aus Menschen gebildeten, großen X auf der Transportroute zugestimmt. Ebenso darf anschließend ein Demonstrationszug über die Transportroute der Schöppinger Straße zum Ahauser Atommülllager ziehen. Dort findet wieder eine Mahnwache statt, bis der Castor das Zwischenlager erreicht. Protest muss dort statfinden, wo das Atommüll-Dilemma sichtbar wird! Hier wird jahrelang Atommüll von A nach B gekarrt und Herr Spahn faselt davon, im Abbau befindliche AKW wieder in Betrieb zu nehmen – so einen Unfug nehmen wir nicht hin!

In Bottrop haben Aktivist_innen ab 20.30 Uhr eine Mahnwache an der Kreuzung Fernewaldstraße/Oberhausener Straße angemeldet. Wenn der Castor in Jülich losfährt, soll die Mahnwache mit leuchtenden Xen auf die beiden Autobahnbrücken über die A2 verlagert werden. Die Aktion ist bei der Polizei angemeldet, sollte es Auflagen geben, mit denen kein Protest in Castor-Sichtweite möglich ist, wird gegebenenfalls vor dem Verwaltungsgericht geklagt.

Unverzügliche Räumung“ des Zwischenlagers Jülich eine Farce

Angesichts des polizeilichen Aufwands, der Probleme mit der maroden Infrastruktur und der Terrorgefahr wird die Ahaus-Option nach Ansicht der Anti-Atom-Initiativen zur Farce: „Nach zwölf Jahren Vorbereitung und einer bisherigen Transportgeschwindigkeit von einem Castor pro Monat ist die behördlich angeordnete `unverzügliche Räumung` des Jülicher Zwischenlagers eine Farce. Dies zeigt, dass es nicht um einen sinnvollen Umgang mit dem Atommüll geht! Das ist kein Konzept, sondern Irrsinn, der lediglich den Wünschen der Atommüllverursachern entspricht, deren Verantwortung abzuschieben und zu verschleiern!“

Verbreitet die Sharepics und Termine und kommt nach Ahaus, Bottrop, Jülich! Alle Infos auf unserer Sonderseite Castor-Alarm Tag X²

(Quelle: SofA Münster)

Castor-Alarm: Proteste in Jülich, Bottrop & Ahaus

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Tag X2: Castor-Transport Jülich-Ahaus am 21.4.

Protest-Aktionen in Jülich, Bottrop & Ahaus

Demo in Ahaus auf Castor-Transportroute

  • 18.00 Uhr: Dauer-Kundgebung vor Forschungszentrum Jülich
  • 18.00 Uhr: Auftakt-Kundgebung in Ahaus am Rathaus, anschließend Demo
  • circa 19.00 Uhr: symbolische Blockade auf Transportroute in Ahaus
  • circa 20.00 Uhr : nächtliche Dauer-Mahnwache vor Zwischenlager Ahaus
  • 20.30 Uhr: Mahnwache in Bottrop Fernewaldstraße/Oberhausener Straße

Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) keinen Rückzieher machen, gehen Anti-Atomkraft-Initiativen in NRW davon aus, dass der zweite Castor-Transport von Jülich nach Ahaus am Dienstag, 21.04.2026, stattfindet. In Jülich, Bottrop und Ahaus sind nun neue Proteste vorbereitet und bei der Polizei angemeldet.

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In Jülich findet wieder ab 18 Uhr eine Dauer-Mahnwache vor dem Forschungszentrum Jülich statt, die genaue Adresse lautet: Ecke Wilhem-Johnen-Straße/Stetternicher Staatsforst Straße. Hier rechnen die Initiativen wieder mit Einschränkungen bei der Anreise, bisher blieben Anfragen an die Rurtalbahn zum Ausfall des Haltepunktes „Forschungszentrum“ unbeantwortet.

Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich macht deutlich: „Es handelt sich um eine angemeldete Mahnwache, die Polizei muss also den Zugang im Rahmen des Grundrechtes auf Versammlungsfreiheit gewähren – und das diesmal bitte ohne lange Umwege!“

In Ahaus gibt es um 18 Uhr eine Auftaktkundgebung vor dem Rathaus mit anschließender Demonstration zur Transportstrecke an der Kreuzung Schöppinger Straße/Schorlemer Straße. Hier hat die Polizei inzwischen einer symbolischen Blockade in Form eines aus Menschen gebildeten, großen X auf der Transportroute zugestimmt. Ebenso darf anschließend ein Demonstrationszug über die Transportroute der Schöppinger Straße zum Ahauser Atommülllager ziehen. Dort findet wieder eine Mahnwache statt, bis der Castor das Zwischenlager erreicht.

„Uns ist wichtig, unseren Protest auch dort kundzutun, wo das Atommüll-Dilemma sichtbar wird“, so Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in  Ahaus“. „Hier wird jahrelang Atommüll von A nach B gekarrt und Herr Spahn faselt davon, im Abbau befindliche AKW wieder in Betrieb zu nehmen – so einen Unfug nehmen wir nicht hin!“

In Bottrop haben Aktivist_innen ab 20.30 Uhr eine Mahnwache an der Kreuzung Fernewaldstraße/Oberhausener Straße angemeldet. Wenn der Castor in Jülich losfährt, soll die Mahnwache mit leuchtenden X-en auf die beiden Autobahnbrücken über die A2 verlagert werden.

„Wir haben die Aktion bei der Polizei angemeldet, sollte es Auflagen geben, mit denen kein Protest in Castor-Sichtweite möglich ist, scheuen wir uns nicht, vor dem Verwaltungsgericht zu klagen“, erklärt Hanna Poddig von der Initiative Sofa Münster.

„Unverzügliche Räumung“ des Zwischenlagers Jülich eine Farce

Angesichts des polizeilichen Aufwands, der Probleme mit der maroden Infrastruktur und der Terrorgefahr wird die Ahaus-Option nach Ansicht der Anti-Atom-Initiativen zur Farce: „Nach zwölf Jahren Vorbereitung und einer bisherigen Transportgeschwindigkeit von einem Castor pro Monat ist die behördlich angeordnete `unverzügliche Räumung` des Jülicher Zwischenlagers eine Farce. Dies zeigt, dass es nicht um einen sinnvollen Umgang mit dem Atommüll geht“, sind sich die Vertreter_innen der Anti-Atomkraft-Initiativen einig.

Castor-Alarm: Mahnwache am Tag X2 vor Forschungszentrum

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***Castor-Alarm***

Mahnwache am Forschungszentrum Jülich | Tag X2 | ab 18.00 Uhr

Es verdichten sich die Hinweise: Nächste Woche soll der zweite Castor-Transport am Dienstag, 21. April, in Jülich starten und in der Nacht zum Mittwoch in Ahaus ankommen.

Kommt vorbei und zeigt euren Protest gegen die unsinnige Verschiebung von Atommüll von einem Zwischenlager ins nächste!

Atommüll sollte nur noch einmal transportiert werden – und zwar ins Endlager.

***Versammlungsort ist auf der Stetternicher Staatsforst Straße (ETC – Enrichment Technology Company) circa 20 Meter vor der Kreuzung Wilhelm-Johnen-Straße***

Anreise zur Mahnwache

Von Autobahnabfahrt Düren in Richtung Jülich (B56):

  • An der Ampelkreuzung rechts in Richtung Selgersdorf
  • Am Ende von Selgersdorf links auf die Beschilderung achten: In Richtung Hambach … Daubenrath auf den Hambacher Weg  
  • Nach circa 500 Meter links in Richtung Daubenrath
  • Durch den Ort Daubenrath weiter bis Kasterstraße
  • Dann Kasterstraße weiter folgen bis zur Stetternicher Staatsforst Straße (geht links in den Wald hinein | „Schleichweg“)
  • Stetternicher Staatsforst Straße vorbei am ETC bis zum Versammlungsort

Von Jülich kommend (B56) ab der Ampelkreuzung entsprechend links und dann wie ober erwähnt.

***Beachtet, die Anreise aus westlicher Richtung über Leo-Brandt- Straße, Waldstraße und Wilhelm-Johnen- Straße nicht möglich!***


(Quelle: https://www.openstreetmap.org)


Die Anreise mit der Rurtalbahn bis zur Haltestelle „Forschungszentrum” ist vermutlich wieder nur bis 17.30 Uhr möglich.

Hier der Fußweg (etwa 2 km) zum Forschungszentrum. Die Mahnwache ist Ecke Wilhelm-Johnen-Straße/Stetternicher Staatsforst Straße.

(Quelle: https://www.openstreetmap.org)

Falls die Polizei euch nicht zum Versammlungsort lassen will, weist darauf hin, dass es sich um eine angemeldete Versammlung handelt und der Zugang gemäß Grundgesetz und Versammlungsgesetz möglich sein muss!


Meldet solche Vorkommnisse bitte dem Ermittlungsausschuss beziehungsweise auch über den Castor-Ticker, damit sich andere Menschen darauf einstellen können.

Das Mitführen von Alkohol und alkoholischen Getränken ist verboten. Auch das Mitführen von Behältnissen aus Glas und Blech ist nicht gestattet.


Brief an Landesregierung und Proteste Jülich & Ahaus

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Zweiter Castor-Transport Jülich-Ahaus vermutlich 21. April

  • Brief an Landesregierung:

Initiativen fordern Antworten auf offene Sicherheitsfragen und eingeschränktes Versammlungsrecht bei erstem Transport

  • Proteste beim Castor-Transport am Tag X2:

‒ 18 Uhr: Dauer-Kundgebung vor Forschungszentrum Jülich

‒ 18 Uhr: Demo in Ahaus vom Rathaus zur Transportstrecke in Ahaus

‒ circa 19.30 Uhr symbolische Sitzblockade an der Transportstrecke in Ahaus

‒ ab 20 Uhr: Nächtliche Dauer-Mahnwache vor Zwischenlager Ahaus

Die Anti-Atomkraft-Initiativen in NRW haben erste Hinweise, dass der zweite Castor-Transport von Jülich nach Ahaus am Dienstag, 21.4.2026, stattfinden soll. Deshalb bereiten sie neue Proteste vor und wenden sich an die Politik: In einem vierseitigen Brief fordern sie von der NRW-Landesregierung Aufklärung über Unstimmigkeiten beim ersten Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll von Jülich nach Ahaus. Sie fordern deshalb den Stopp weiterer Castor-Transporte.

So wurden die im letzten Jahr von der Genehmigungsbehörde BASE angekündigten Sicherheitsmaßnahmen nicht oder nur lückenhaft umgesetzt. Die Polizei bestätigte in der Berichterstattung indirekt, dass einige Streckenabschnitte marode sind. Außerdem schränkte die Polizei den Zugang zu angemeldeten Versammlungen sowie die Bewegungsfreiheit von Anwohner_innen und Arbeitnehmer_innen in Jülich und Ahaus deutlich ein.

„Insgesamt hat sich beim ersten Castor-Transport für uns gezeigt, dass diese Atommüllverschiebung nach Ahaus mit diesem polizeilichen Aufwand und Grundrechtseinschränkungen sowie den Risiken und offenen Fragen, keine Perspektive für die angekündigte `Entsorgung` von Atommüll aus Jülich, Garching, Berlin oder Mainz sein kann!“, so die Anti-Atomkraft-Initiativen in dem Brief.

Neue Demo-Route in Ahaus soll Zugang zu Versammlung ermöglichen

Für die Teilnahme an den Mahnwachen vor dem Forschungszentrum in Jülich und dem Zwischenlager in Ahaus mussten weite Umwege in Kauf genommen werden. Einige Teilnehmer_innen hatten trotz verschiedener Umwege keinen Zugang zu den Versammlungen.

Die Haltestelle „Forschungszentrum” der Rurtalbahn in Jülich wurde ohne Vorankündigung nicht bedient. Das Angebot der Versammlungsleitung der 18-Uhr-Demo in Ahaus, als geordneter Demonstrationszug zur Mahnwache am Zwischenlager zu ziehen, wurde von der Einsatzleitung mehrfach abgelehnt.

Um diesen Einschränkungen entgegenzuwirken, hat die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ (BI) den nächsten Castor-Transport eine Kundgebung um 18 Uhr am Rathaus sowie einen Demonstrationszug vom Rathaus zur Transportstrecke an der Kreuzung Schöppinger Straße/ Schumacherring angemeldet.

Gegen 19.30 Uhr findet dort eine symbolische Sitzblockade statt. Anschließend ziehen die Teilnehmer_innen als angemeldete Demonstration weiter zur Dauer-Mahnwache am Zwischenlager Ahaus.

„Damit fällt auch der Weg zur Mahnwache unter das Versammlungsgesetz, ist ordnungsgemäß angemeldet und die Polizei kann sich darauf entsprechend einstellen. Was 2005 möglich war, muss auch 2026 machbar sein“, so Heiner Möllers von der BI Ahaus.

Ausweichrouten und Streckenkontrollen angekündigt, aber nicht umgesetzt

Die Anti-Atomkraft-Initiativen sind verärgert und besorgt darüber, dass die vom BASE angekündigten Sicherheitsmaßnahmen beim ersten Castor-Transport nicht umgesetzt wurden. In einer Videokonferenz mit Vertretern der BI und der Stadt Ahaus hatte das BASE im vergangenen Jahr Kontrollen der Transportstrecke vor jedem Transport angekündigt. Laut Frau Kallenbach-Herbert von der Jülicher Entsorgungsgesellschaft (JEN) stehen diese nicht vor und nach jedem Castor-Transport auf dem Plan. Offenbar fanden sie auch nicht statt. Dabei wiegt jeder Castor-Transport 130 Tonnen. Die Polizei hatte gegenüber der Presse angegeben, dass sie wegen Bedenken bei einigen Brücken zunächst nur mit einem Castor-LKW fahren werde.

Ebenso hatte das BASE angekündigt, dass es Ausweichrouten geben müsse. Die Drohen-Verbotszone sah jedoch lediglich eine Ausweichroute rund um Mönchengladbach vor. Wie die BI am Transport-Tag feststellte, war einer der beiden umgebauten Kreisverkehre zwischen Autobahn und Zwischenlager in Ahaus bereits wieder abgesackt.

„Beim ersten Castor wurde unser Protest offenbar als größeres Problem angesehen als die marode Infrastruktur“, zeigt sich Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich wütend. „Genau wie bei der Endlagersuche geht unser Vertrauen in die Behörden und die Atompolitik hier gegen null! Deswegen wird es auch beim zweiten Castor-Transport ab 18 Uhr eine Mahnwache vor dem Forschungszentrum in Jülich geben!“