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  • 400. Protestspaziergang in Gronau

    Euregioweiter Dauerprotest gegen Urananreicherung. Die monatlich stattfindenden Sonntagsspaziergänge an der Gronauer Urananreicherungsanlage zählen zu den bundesweit ältesten und kontinuierlichsten Protestaktionen der bundesweiten Anti-Atomkraft-Bewegung.
  • Urencos massive Atommüllprobleme

    • Uranumwandlung in UK verzögert sich weiter • 300 Millionen Euro Sparprogramm wegen Kostenüberschreitung • Polizeiliche Vorladungen in Novouralsk • 9. Dezember: Neuer Uranmülltransport Gronau-Russland?
  • Seit 2019 gehört der Atommüll dem Staat

    15 Zwischenlager mit 1.254 Castor-Behältern jetzt in staatlicher Hand. Langfristiger Verbleib ungeklärt. Mit dem Jahreswechsel sind große Teile des hochradioaktiven Atommülls in Deutschland von den AKW-Betreibern an den Staat übergegangen. Von bundesweit 16 Zwischenlagern sind seit dem 1. Januar alle bis auf eines in staatlicher Hand.
  • Westcastor-Resolution

    • Zwischenlager-Neubau in Jülich gemäß den aktuellen Sicherheits-Anforderungen mit Öffentlichkeitsbeteiligung auf Augenhöhe • Keine Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus! • Endgültige Absage des Castor-Exports aus Jülich in die USA! • Verantwortungsübernahme durch Verursacher und zuständige Ministerien! • Einhaltung des NRW-Koalitionsvertrages!

NEIN zur radioaktiv strahlenden Olympiade in Japan!

Lasst uns gemeinsam für eine Gesellschaft kämpfen, in der der Mensch im Mittelpunkt von Denken und Handeln steht und nicht die ökonomische und machtpolitische Rationalität !

Japan lädt die Sportler*innen der Welt zu sich ein: 2020 sollen die Olympischen Spiele von der Metropole Tokio ausgerichtet werden. 230 Kilometer vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi entfernt. (Spiele der XXXII. Olympiade, 24. Juli – 9. Aug. 2020, s. Spiegel Online) Aber auch in der Hauptstadt der Präfektur Fukushima sind olympische Wettkämpfe geplant: Baseball und Softball-Spiele sollen dort ausgetragen werden – 50 Kilometer vom havarierten Atomkraftwerk entfernt.

Am 11. März 2011 kam es nach einem Erdbeben (Stärke 9.0) und einem nachfolgenden Tsunami zur Atomkatastrophe mit Kernschmelze in drei Reaktoren des Atomkraftwerkes Fukushima Daiichi. (Von 6 Reaktoren waren 3 in Betrieb. Das Atomkraftwerk lieferte 10 Prozent des Stroms in Japan) Durch diese verheerende Kombination der Katastrophen verloren im März 2011 circa 300.000 Menschen ihr Zuhause und 20.000 starben (Tagesspiegel 15.05.2019), 2000 Arbeiter*innen wurden verstrahlt. Radioaktive Wolken verstrahlten Japan und den umliegenden Ozean.

Vergleichbar ist das nur mit dem Super-GAU in Tschernobyl in der Nacht vom 25. auf den 26. April 1986. Viele Menschen erlitten damals schwerwiegende Strahlenschäden und viele sind daran bereits gestorben. Von der Tschernobyl-Katastrophe sind über 600 Millionen Menschen in ganz Europa gesundheitlich betroffen. (Das geht aus einer Studie der IPPNW Deutschland und der Gesellschaft für Strahlenschutz zu den gesundheitlichen Folgen von Tschernobyl hervor (IPPNW-Studie, April 2011).

Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima wurden nach und nach alle 54 Reaktorblöcke in den 17 Atomkraftwerken Japans vom Netz genommen. Die Industrienation kam völlig ohne Atomstrom aus. Im Juli 2012 wurde nach 2 Monaten ohne Atomstrom der erste der beiden Druckwasserreaktoren am AKW Öi wieder in Betrieb genommen. Im September 2013 gingen beide Reaktoren wegen Routinewartungen wieder vom Netz. Ab da war Japan für knapp 2 Jahre komplett frei von Atomenergie, bis im August 2015 der erste Reaktor am AKW Sendai wieder hochgefahren wurde. Ende Oktober 2018 waren neun Reaktoren wieder in Betrieb.

Hier die Postkarte von SAND (Vorder+Rückseite): Tokio 2020 strahlende Olympia (zum runterladen)

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400. Protestspaziergang in Gronau

400. Sonntagsspaziergang: Euregioweiter Dauerprotest gegen Urananreicherung

Am Sonntag (5. Januar 2020) hat an der Urananreicherungsanlage in Gronau der 400. monatliche Sonntagsspaziergang stattgefunden. Wie an jedem ersten Sonntag im Monat haben sich Mitglieder niederländischer und deutscher Umwelt- und Friedensorganisationen aus dem Dreiländereck von NRW mit Niedersachsen und den Niederlanden beteiligt.

Bei dem Jubiläumsspaziergang waren wieder Bahnwaggons auf dem Gronauer Anlagengelände zu sehen. Unklar ist, wann der nächste Sonderzug mit Uranmüll Richtung Russland starten wird. Ende 2019 hat es gegen derartige Atommüllexporte zunehmende Proteste gegeben

Die monatlich stattfindenden Sonntagsspaziergänge an der Gronauer Urananreicherungsanlage zählen zu den bundesweit ältesten und kontinuierlichsten Protestaktionen der bundesweiten  Anti-Atomkraft-Bewegung. Der erste Sonntagsspaziergang an der Urananreicherungsanlage fand Ende September 1986 im Rahmen einer Umweltwoche der Stadt Gronau statt. 1986 hatte sich auch die Atomkatastrophe in Tschernobyl ereignet. Im Oktober 1986 wurde kein Sonntagsspaziergang durchgeführt und seit November 1986 hat bisher an jedem 1. Sonntag im Monat ein Sonntagsspaziergang an der Gronauer Uranfabrik stattgefunden. Die Protesttradition wird fortgesetzt.

(PM: BBU)

Weitere Informationen zum Themenkomplex Urenco und Urananreicherungsanlagen:

www.bbu-online.de

www.sofa-ms.de

http://www.wise-uranium.org

https://www.ippnw.de

https://www.laka.org

http://close-capenhurst.org.uk

Deutsch-Russische Solidaritätsbekundung an der Gronauer UAA

Silvester an der Gronauer Urananreicherungsanlage: Deutsch-Russische Solidaritätsbekundung

Mit einer spontanen Aktion haben Atomkraftgegner*innen am Silvesternachmittag an der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau ihre Solidarität mit der russischen Anti-Atomkraft-Bewegung zum Ausdruck gebracht. Gleichzeitig sprachen sie sich in einer Silvestererklärung für ein Verbot von Atomtransporten und für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen aus.
An der Aktion beteiligten sich unter anderem Mitglieder des Arbeitskreises Umwelt (AKU) Gronau, der Grün Alternativen Liste (GAL) Gronau, des Aktionsbündnisses Münsterland gegen Atomanlagen und des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU).

Im Sommer 2019 wurde bekannt, dass der Urenco-Konzern, der die Gronauer Urananreicherungsanlage betreibt, wieder Uranmüll nach Russland exportiert. Die Transporte aus der Gronauer Anlage wurden seit Mai fast im Dreiwochentakt fast immer an Montagen durchgeführt. Dabei wurde der Protest in den letzten Wochen immer stärker und wiederholt fanden neben Mahnwachen auch Kletterproteste oberhalb der Bahnstrecke Gronau – Münster statt, die Polizei und Bahn zum Einstellen des Bahnbetriebes animierten. Der Export des Uranmülls nach Russland führte quer durch die Niederlande und das radioaktive Material wurde von Amsterdam nach St. Petersburg mit Schiffen verbracht. Auch in den Niederlanden und in Russland lösten und lösen die Uranmüllexporte Proteste aus.

Wann rollt der nächste Uranmülltransport von Gronau Richtung Russland?

In der Vorweihnachtszeit erreichten erneut Bahnwaggons die Gronauer Urananreicherungsanlage und Anti-Atomkraft-Initiativen hatten sich zum Jahreswechsel erneut auf die mögliche Abfahrt eines Sonderzuges mit Uranmüll von Gronau über Münster nach Amsterdam vorbereitet. Bis zum Silvesternachmittag haben die Waggons jedoch das Gelände der Gronauer Urananreicherungsanlage nicht verlassen.

Um die mögliche Abfahrt des Uranmülls nicht zu verpassen hatten in den letzten Tagen immer wieder Atomkraftgegner*innen nachgesehen, ob die Bahnwaggons noch auf dem Gelände der Uranfabrik stehen. Die unermüdlichen Beobachterinnen und Beobachter trafen sich dann am Silvesternachmittag zum „Jahresabschluss“ an der nördlichen Feuerwehrzufahrt der Urananreicherungsanlage. Dabei zogen sie ein positives Fazit ihrer Aktivitäten. Sie betonten, dass es 2019 wieder gelungen ist, auf die vielfältigen Gefahren der Urananreicherung und der Urantransporte aufmerksam zu machen. Die Kontakte zu niederländischen und russischen Umweltorganisationen wurden vertieft und für 2020 werden weitere grenzüberschreitende Aktionen vorbereitet.

Solidarität mit der russischen Umweltbewegung

An den Zaun der Urananreicherungsanlage hängten die Anti-Atomkraft-Initiativen eine Silvesterbotschaft: „Solidarity with the Russian environmental movement.

Ban nuclear transports – Decommission nuclear plants. Immediately!“(Solidarität mit der russischen Umweltbewegung. Atomtransporte verbieten – Atomfabriken stilllegen. Sofort!).

Erste Protest-Aktion im neuen Jahr wird der Neujahrs-Sonntagsspaziergang am 5. Januar 2020 an der Urananreicherungsanlage Gronau sein. Die Sonntagsspaziergänge finden seit Ende 1986 immer am ersten Sonntag im Monat um 14 Uhr statt. Der Neujahrsspaziergang im Januar wird gleichzeitig der 400. Sonntagsspaziergang in ununterbrochener Folge sein.

PM: Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)

Abschaltfest AKW Philippsburg

Wir feiern den Ausstieg!

Wann: 29. Dezember 2019 um 12.00 – 13.30

Wo: Haupttor AKW Philippsburg

Der letzte badische Atomreaktor, KKP 2, wird für immer am 31. Dezember 2019 abgeschaltet.

Wir, die Anti-Atom-Ini Karlsruhe, wollen mit euch feiern.

Nachdem wir 30 Jahre lang oft vor dem Atomkraftwerk Philippsburg demonstriert haben, werden wir am Sonntag, dem 29. Dezember 2019, um 12 Uhr, die endgültige Abschaltung des letzten badischen Atomreaktors ´feiern´.
Da wollen wir natürlich vor Ort sein. Zusammen mit hoffentlich vielen Menschen, die sich für eine Energiewelt ohne Atomkraft einsetzen, gestalten wir um zwölf Uhr nochmals eine symbolische Abschiedsmahnwache am Haupteingang des AKW Philippsburg.

Wir laden dazu alle ein, die mit uns diesen für unsere Region historischen Moment begehen wollen, mit uns auch zu demonstrieren. Wir, die Anti-Atom-Ini-Karlsruhe, werden janusköpfige Masken tragen, die darauf hinweisen sollen, dass zwar die Gefahr eines Supergaus durch KKP 1 und KKP 2 endgültig der Vergangenheit angehört, aber 62 Castoren mit hochradioaktiven Atommüll in einem unsicheren Zwischenlager noch lange Zeit vor Ort verbleiben werden. Beim Abriss der beiden Blöcke wird noch viel Atommüll entstehen, werden noch viele Radionuklide in die Luft und in das Wasser abgeben werden.

Trotzdem: Wir feiern und freuen uns auf eure Grußadressen, und noch besser, auf eure Teilnahme vor dem Haupteingang des AKW Philippsburg am Sonntag, dem 29. Dezember 2019 um 12 Uhr

(Quelle: Pressemitteilung Anti Atom Karlsruhe)

Abschaltfest AKW Philipsburg

EIN STRAHLENDES LAND

Wo? Kulturbahnhof Jülich | Kultur im Bahnhof e.V. | Bahnhofstr. 13 | 52428 Jülich |

Wann? 29. Januar 2020 | Beginn: 20:00 Uhr | Einlass: 19:30 Uhr

Wie gefährlich radioaktive Strahlung sein kann, weiß man spätestens seit Tschernobyl und Fukushima. Radioaktive Strahlung ist in Deutschland viel verbreiteter als wir glauben. Der Investigativjournalist Marvin Oppong ist mit einem Geigerzähler durch ganz Deutschland gereist auf der Suche nach radioaktiven Orten. Seine Reise führt ihn zu Nuklearanlagen, zu einem radioaktiv kontaminierten Einkaufscenter, auf Uranhalden in Ostdeutschland und zu einem strahlenden Bolzplatz neben einer Kita.

Quelle:

https://www.kuba-juelich.de/index.php/programm/kino/ein-strahlendes-land/

   

Es geht auch um den Jülicher Atommüll:

 

Uranmülltransport aus Gronau: Proteste in St. Petersburg

Uranmülltransport aus Gronau führt zu Protesten in St. Petersburg: Polizei-Aktion gegen russischen Greenpeace-Experten

Atomkraftgegner fordern diplomatische Note von Bundes- und Landesregierung  

Die für jetzt Freitag (20.12.) in St. Petersburg erwartete Ankunft des Frachtschiffes Mikhail Dudin mit 600 Tonnen abgereichertem Uranmüll aus Gronau/Westfalen hat gestern (17.12.) im Stadtzentrum von St. Petersburg zu neuen Protesten mit gelben Anti-Atom-Tonnen geführt. Danach kam es zu einer Polizei-Aktion gegen den renommierten Energieexperten von Greenpeace Russland, Rashid Alimov. Alimov wurde in den Abendstunden vor seiner Wohnung von Polizisten abgeführt und zu einer Polizeistation gebracht. Dort wurde ihm in Zusammenhang mit der Protestaktion „Landbesetzung“ vorgeworfen, was in Russland mit einer hohen Geldstrafe geahndet werden kann. Danach durfte Alimov wieder nach Hause gehen.

Bereits vor drei Wochen hatte die Polizei in der geschlossenen Atomstadt Novouralsk bei Ekaterinburg mehrere Umweltschützer vorgeladen, weil sie gegen die Ankunft des deutschen Uranmülls protestiert hatten. Der Gronauer Uranmüll soll an der Uranfabrik von Novouralsk auf unbestimmte Zeit unter freiem Himmel dauergelagert werden.

„Die Uranmülltransporte von Gronau nach Russland führen auch dort zu Protesten und zu staatlichen Einschüchterungsmaßnahmen. Verantwortlich für diesen Atommüllexport sind der Urananreicherungskozern Urenco und die deutschen Anteilseigner RWE und EON. Diese Firmen tragen aus unserer Sicht auch die Verantwortung für die Konsequenzen, die jetzt auf die Menschen in Russland zukommen, die nur ihre demokratischen Grundrechte auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit wahrnehmen wollen. Wir erwarten von der Bundesregierung und der NRW-Landesregierung, dass sie bei der russischen Regierung auf diplomatischem Wege Protest gegen das Vorgehen der Polizei einlegen. Notwendig und konsequent wäre ein sofortiger Exportstopp für die Gronauer Uranabfälle, damit sich die Situation nicht noch weiter zuspitzt. Wir erklären uns solidarisch mit den Betroffenen in Russland“, erklärte Udo Buchholz vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz.

Dr. Alex Rosen, Co-Vorsitzender der deutschen IPPNW ergänzt: „Es ist unser deutscher Atommüll, der jetzt in Russland zu berechtigten Sorgen um Umwelt und öffentliche Gesundheit führt. Es wäre unsere Verantwortung, eine nach aktuellstem wissenschaftlichen Standard vertretbare und möglichst sichere Versorgung dieses strahlenden Abfalls zu gewährleisten. Stattdessen ‚entsorgt‘ ihn Urenco kostensparend nach Russland. Wieder einmal wird klar und deutlich, dass es ein Fehler war, die Urananreicherung in Gronau und die Brennelementefertigung in Lingen vom Atomausstieg auszuklammern. Wir müssen beide Anlagen schließen und aus dem Geschäft mit der Atomenergie aussteigen, wenn wir unserer Verantwortung für die Sicherheit der Umwelt und der öffentlichen Gesundheit nachkommen wollen.“  

In Russland haben inzwischen mehr als 57 000 Menschen eine Online-Petition von Greenpeace Russland gegen die Uranmüllexporte unterschrieben. Bereits vergangene Woche hat jedoch der Chef von Urenco Deutschland, Joachim Ohnemus, im WDR angekündigt, die Uranmüllexporte von Gronau aus im nächsten Jahr trotz der vielfältigen Proteste einfach fortzusetzen. Anti-Atomkraft-Initiativen haben dagegen bereits neue Proteste angekündigt. Erste Aktion im neuen Jahr wird der Sonntagsspaziergang am 5. Januar um 14 Uhr vor der Urananreicherungsanlage Gronau sein.  

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Umstrittener Uranmülltransport in Amsterdam angekommen

Foto: BBU

Umstrittener Uranmülltransport aus der Gronauer Uranfabrik ist in Amsterdam angekommen.

Der Sonderzug mit Uranmüll, der am Dienstag (10.12.) unter Protest von der Urananreicherungsanlage in Gronau (NRW) Richtung Russland gestartet ist, ist in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (11./12.12.) in Amsterdam angekommen. Dort wird der Uranmüll auf ein Schiff verladen. Letztliches Ziel ist dann Russland.

Am Montag und Dienstag wurde vor der Urananreicherungsanlage, aber auch in rund 15 weiteren Orten in NRW sowie in den Niederlanden gegen den Uranmüllexport von Gronau nach Russland mit Mahnwachen, Flugblattaktionen und einer Abseilaktion demonstriert. Getragen wurden die Proteste von Bürgerinitiativen, von Greenpeace, vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und von weiteren Organisationen. Auch Mitglieder der parteiunabhängigen Wählergemeinschaft „Grün Alternative Liste (GAL) Gronau“ haben sich an den Protesten beteiligt. Im Sommer hatte die GAL mit einer Anfrage an den NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart aufgedeckt, dass wieder Uranmüll von Gronau nach Russland exportiert wird. Initiativen, Verbände und GAL fordern das Verbot des Uranmüllexeports und die sofortige Stilllegung der Gronauer Uranfabrik, damit dort nicht ständig weiterer Uranmüll produziert wird.

Mitglieder der GAL Gronau werden weiterhin darauf achten, ob und wann auf dem Gelände der Urananreicherungsanlage erneut ein Sonderzug mit Uranmüll zusammen gestellt wird. Die GAL wird sich dann erneut an Protesten beteiligen.

Im Rat der Stadt Gronau hat GAL-Ratsmitglied Udo Buchholtz am Mittwoch (11.12.) nachgefragt, wann die Gronauer Stadtverwaltung, beziehungsweise die ehemalige Bürgermeisterin, erstmals über die neuen Uranmülltransporte von Gronau nach Russland, die wieder seit Mai 2019 erfolgen, informiert wurde. Bürgermeister Rainer Doetkotte sicherte Buchholz eine schriftliche Antwort zu.

In der Vergangenheit wurde bereits bis 2019 Uranmüll von Gronau nach Russland exportiert. Nach damaligen Protesten wurden die Transporte eingestellt.

(PM: GAL Gronau)

Abseilaktion vor Uranmüllzug bei Münster

– Uranmüllzug von Urananreicherungsanlage Gronau erneut gestoppt
– spontane Mahnwachen in Gronau, Ochtrup und Burgsteinfurt
– „Uranmüllexporte von Gronau nach Russland einstellen“

Fotos unter https://www.facebook.com/BBU72/

Die Abseilaktion war eine von insgesamt zwölf Aktionen.

Der heutige Uranmüllzug mit 600 Tonnen abgereichertem Uranhexafluorid (UF6) aus der Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau/Westfalen Richtung Russland wurde heute (10.12.2019) zwischen Münster-Häger und Münster-Kinderhaus durch eine Abseilaktion von der Brücke der A1 erneut aufgehalten. Die Polizei stoppte daraufhin den Uranzug kurz vor 12 Uhr im Bahnhof von Altenberge und ist vor Ort. Ein Kletterteam der Polizei ist um 13 Uhr eingetroffen. Um 13.20 Uhr wurde die Aktion beendet. Anti-Atomkraft-Initiativen kündigten allerdings weitere Protestaktionen gegen den Uranmüllexport nach Russland an. Um 14.15 Uhr passierte der Sonderzug den Münsteraner Hauptbahnhof und fuhr Richtung Hamm weiter.

Heute Vormittag gab es spontane Mahnwachen in Gronau, Ochtrup und Burgsteinfurt, wo der Uranzug ebenfalls zehn Minuten mitten im Bahnhof
stand. AtomkraftgegnerInnen fordern ein Ende der Uranmüllexporte von Gronau nach Russland. Für heute Nachmittag wurden weitere spontane Mahnwachen entlang der Bahnstrecke angekündigt, unter anderem um 14.30 Uhr am Bahnhof von Unna sowie um 16 Uhr in Ennepetal am Bahnhof.

Bereits beim letzten Uranmülltransport von Gronau nach Russland Mitte November stoppten AtomkraftgegnerInnen den Uranzug bei Burgsteinfurt im Münsterland mit einer Abseilaktion für mehr als sieben Stunden. Auch in Russland werden neue Proteste geplant. Rund 54 000 Menschen haben dort bereits eine Online-Petition von Greenpeace Russland gegen die
Uranmüllexporte unterschrieben. Gestern unterstüzte der Ko-Vorsitzende der russischen Umweltorganisation Ecodefense, Vladimir Slivyak, die Mahnwachen in Münster und in Unna.

Streckenverlauf des Urantransports von Gronau nach Amsterdam

Der Uranzug wird nach Abschluss der jetzigen Protestaktion zunächst nach Münster weiterfahren.Bislang fuhren die Uranzüge dann weiter zum Güterbahnhof in Hamm, um dort zu rangieren.

Im weiteren Verlauf sind zwei Routen möglich:

Nordroute: Von Hamm über Lünen-Recklinghausen-Herten-Gelsenkirchen Buer-Gladbeck-Bottrop-Oberhausen nach Duisburg-Rheinhausen und Krefeld.

Südroute: Von Hamm über Unna-Hagen-Ennepetal-Wuppertal-Düsseldorf nach Mönchengladbach. Ab Viersen geht es dann auf einer Strecke über Venlo-Eindhoven-Rotterdam nach Amsterdam.

Wichtig: Der Uranzug kann heute in Münster bereits südlich des Hauptbahnhofs rangieren und dann erneut durch den Hauptbahnhof über Greven-Emsdetten-Rheine-Salzbergen-Schüttorf-Bad Bentheim-Hengelo-Deventer nach Amsterdam fahren. Zusätzlich fahren auch LKWs mit UF6 in zwei Chargen an zwei Tagen von Gronau über Enschede-Hengelo-Almelo-Deventer-Amersfoort zur Verladung nach Amsterdam.

In Amsterdam erfolgt die Verladung im Amerikahaven, wo bereits seit
Freitag das Transportschiff Mikhail Dudin wartet.

Weitere Infos:
www.bbu-online.de, www.sofa-ms.de, www.urantransport.de,
https://www.laka.org

(PM: BBU)

Bei weiteren Aktionen gegen Uranmüllexporte von Gronau nach Russland werden wir informieren. Jeder kann eigene Aktionen an der Strecke starten.

25 Jahre Protestspaziergang

Jubiläum: 25 Jahre Sonntagsspaziergang in Ahaus

Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ und andere Gruppen und Aktive des Aktionsbündnisses „Münsterland gegen Atomanlagen“ laden zum Sonntagsspaziergang am 15. Dezember um 14 Uhr vor das Atommülllager Ahaus ein: Seit 1994 gibt es den Sonntagsspaziergang als Protest gegen das Atommüllager.

Der erste fand im Dezember 1994 statt, führte zu gleich acht Festnahmen und setzte damit eine Protesttradition in Gang, die dann 1998 und auch 2005 zu den großen Castor-Protesten führten. Heute drohen noch immer neue Castor-Transporte aus Jülich (152 „Westcastoren“) und Garching (hochangereicheter Atommüll) – deshalb wollen wir das antiatomare Widerstands-Jahr entspannt feiernd, aber auch kämpferisch am 15. Dezember vor dem Zwischenlager ausklingen lassen. Die VolXküche sorgt für warme Getränke!

Als sichtbares Protestzeichen werden neue gelbe Xe und schwarze Fahnen aufgestellt – seid dabei!

(Quelle: BI „Kein Atommüll in Ahaus“)