Heute (20.05.) wahrscheinlich verschobener Castor-Transport
Da der für gestern geplante Atommüll-Transport von Jülich nach Ahaus kurzfristig aus bislang unbekannten Gründen anscheinend auf heute verschoben wurde, haben Anti-Atomkraft-Initiativen aus Jülich und dem Münsterland für heute spontan zusätzliche Proteste angekündigt: So beginnen um 18 Uhr in Jülich wieder zwei Mahnwachen vor dem Forschungszentrum sowie nahe der Autobahn-Auffahrt zur A44 am „Königshäuschen“. In Ahaus gibt es ab 20.30 Uhr eine Mahnwache an der zentralen Castor-Kreuzung Schorlemer Straße/Schumacher-Ring, die bis zur Ankunft des Castor-Transports in Ahaus angemeldet ist.
Bereits am gestrigen Abend gab es Protestaktionen in Jülich und Ahaus: In Jülich fand eine Mahnwache vor dem Forschungszentrum statt, in Ahaus nahmen rund 100 Menschen trotz Regens an einer Fahrrad-Demo zum Atommülllager und zu einer Autobahn-Brücke über die A31 teil. So machten sie darauf aufmerksam, dass beim dritten Castor-Transport vor zwei Wochen mehrere Autobahn-Brücken entgegen vorheriger Ankündigungen der Polizei und des Innenministeriums unbewacht waren. „Vor Beginn der Castor-Transporte war immer von höchsten Sicherheitsmaßnahmen die Rede. Bereits beim dritten Castor wurde aber massiv an Personal, und damit an der Sicherheit, gespart – das darf so nicht nochmal passieren. Es zeigt sich, dass Castor-Transporte keine sinnvolle Option sind. Atommüll-Konvois über die Autobahn sind keine Atommüll-Entsorgung. Deshalb werden wir auch heute wieder auf der Straße sein“, so Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ in einem gemeinsamen Statement.
Neuer Urantransport zur Urananreicherungsanlage Gronau aufgedeckt
Auf scharfe Kritik stoßen bei den Anti-Atomkraft-Initiativen und dem Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) auch die ständigen Urantransporte von und zur Urananreicherungsanlage in Gronau. Diese Transporte erfolgen mehrfach im Jahr mit Sonderzügen und wöchentlich mit LKWs. So wurde erst gestern bei der Urananreicherungsanlage die Ankunft von drei britischen LKW beobachtet, die mit mehreren Containern beladen waren. Sie können radioaktives Uranhexafluorid oder Reststoffe dieses gefährlichen Stoffes beinhaltet haben. Im britischen Capenhurst steht eine Partner-Urananreicherungsanlage des deutsch-britisch-niederländischen Urenco-Konzerns.







