Proteste in Jülich & Ahaus: 4. Castor-Transport

Heute (20.05.) wahrscheinlich verschobener Castor-Transport

Da der für gestern geplante Atommüll-Transport von Jülich nach Ahaus kurzfristig aus bislang unbekannten Gründen anscheinend auf heute verschoben wurde, haben Anti-Atomkraft-Initiativen aus Jülich und dem Münsterland für heute spontan zusätzliche Proteste angekündigt: So beginnen um 18 Uhr in Jülich wieder zwei Mahnwachen vor dem Forschungszentrum sowie nahe der Autobahn-Auffahrt zur A44 am „Königshäuschen“. In Ahaus gibt es ab 20.30 Uhr eine Mahnwache an der zentralen Castor-Kreuzung Schorlemer Straße/Schumacher-Ring, die bis zur Ankunft des Castor-Transports in Ahaus angemeldet ist.

Bereits am gestrigen Abend gab es Protestaktionen in Jülich und Ahaus: In Jülich fand eine Mahnwache vor dem Forschungszentrum statt, in Ahaus nahmen rund 100 Menschen trotz Regens an einer Fahrrad-Demo zum Atommülllager und zu einer Autobahn-Brücke über die A31 teil. So machten sie darauf aufmerksam, dass beim dritten Castor-Transport vor zwei Wochen mehrere Autobahn-Brücken entgegen vorheriger Ankündigungen der Polizei und des Innenministeriums unbewacht waren. „Vor Beginn der Castor-Transporte war immer von höchsten Sicherheitsmaßnahmen die Rede. Bereits beim dritten Castor wurde aber massiv an Personal, und damit an der Sicherheit, gespart – das darf so nicht nochmal passieren. Es zeigt sich, dass Castor-Transporte keine sinnvolle Option sind. Atommüll-Konvois über die Autobahn sind keine Atommüll-Entsorgung. Deshalb werden wir auch heute wieder auf der Straße sein“, so Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ in einem gemeinsamen Statement.

Neuer Urantransport zur Urananreicherungsanlage Gronau aufgedeckt

Auf scharfe Kritik stoßen bei den Anti-Atomkraft-Initiativen und dem Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) auch die ständigen Urantransporte von und zur Urananreicherungsanlage in Gronau. Diese Transporte erfolgen mehrfach im Jahr mit Sonderzügen und wöchentlich mit LKWs. So wurde erst gestern bei der Urananreicherungsanlage die Ankunft von drei britischen LKW beobachtet, die mit mehreren Containern beladen waren. Sie können radioaktives Uranhexafluorid oder Reststoffe dieses gefährlichen Stoffes beinhaltet haben. Im britischen Capenhurst steht eine Partner-Urananreicherungsanlage des deutsch-britisch-niederländischen Urenco-Konzerns.

Polizei: Castor auf morgen (20.05.) verschoben

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Proteste in Jülich und Ahaus heute und morgen

Am gestrigen Nachmittag wurden die Anmelder:innen der Protestaktionen in Jülich und Ahaus in einer überraschenden Aktion vom Polizeipräsidium Münster darüber informiert, dass der für heute Abend geplante Castor-Transport von Jülich nach Ahaus angeblich verschoben worden sei. Dabei sickerte dann auch durch, dass der Atommüll-Transport nun anscheinend am morgigen Mittwoch, 20. Mai, stattfinden soll. Aus verschiedenen Quellen verlautet zudem, dass morgen erstmals zwei Castor-LKWs von Jülich nach Ahaus fahren sollen.

Die Anti-Atomkraft-Initiativen aus Jülich und dem Münsterland halten unterdessen an den für heute geplanten Protestaktionen fest. So beginnt um 18 Uhr in Jülich wie angekündigt die Mahnwache vor dem Forschungszentrum und in Ahaus um 18.30 Uhr die Fahrraddemo ab Bahnhof. Sie führt zur Castor-Strecke und dann weiter zum Zwischenlager und zur Castor-Autobahn A31. Auch die Mahnwache ab 19 Uhr an der zentralen Castor-Kreuzung Schorlemer Straße/Schumacher-Ring findet wie geplant statt.

Für den morgigen Mittwoch sind nun auch spontane Mahnwachen in Jülich und Ahaus angekündigt. Details folgen noch.

„Nun macht sich die Polizei doppelte Arbeit – da nun sowohl heute wie morgen demonstriert werden wird. Der Grund für die sehr kurzfristige Terminverschiebung ist auch noch völlig unklar: Möglich sind zum Beispiel erneut technische Probleme bei der Bereitstellung der Castor-LKW in Jülich oder auch akuter Personalmangel bei der Polizei für den heutigen Abend. Wir werden jedoch wieder genauso wachsam kontrollieren, ob es erneut zu Zwischenfällen kommt und ob die Polizei die Mindeststandards bei der Sicherung der hochradioaktiven Atommüllfahrten einhält. Es bleibt dabei: Atommüll-Konvois auf der Autobahn sind keine Atommüllentsorgung“, erklärte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Morgen (19.05.) vierter Castor Jülich-Ahaus?

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Fahrrad-Demo auch über Autobahnbrücke

  • Beim Schutz des Castors darf nicht wieder gespart werden
  • „Atommülltransporte zeigen Versagen in der Atommüll-Entsorgung“

Nach Informationen der Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland und in Jülich soll am morgigen Dienstag, 19. Mai, der vierte Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus starten. Bisher gingen alle drei Castor-Transporte trotz des enormen Aufwands mit Pannen und Unzulänglichkeiten einher. Das Zwischenlager Ahaus ist zudem auch nur bis 2036 genehmigt, sodass die Endlagerung des Atommülls weiter völlig ungeklärt ist. Deshalb fordern die Initiativen einen Abbruch des Atommüll-Wahnsinns auf der Autobahn.

„Beim ersten Mal dauerte der Anschluss der Überwachung in Ahaus deutlich  länger als geplant, beim zweiten Mal war der Sicherheits-Akku des LKW nicht rechtzeitig aufgeladen und beim dritten Mal fehlte es an Polizei-Schutz für den Konvoi. Es handelt sich hier also nicht um eine verantwortungsvolle `Entsorgungs-Option`, sondern um ein politisch herbeigeführtes Atommüll-Chaos, in das sich die Verantwortlichen verstrickt haben. Land und Bund müssen nun die Notbremse ziehen, statt der Bevölkerung und der Polizei über Jahre hinweg weitere völlig sinnlose und gefährliche Castor-Transporte zuzumuten“, so Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“.

Morgen Proteste in Jülich und Ahaus − auch über Autobahnbrücke!

Auch beim vierten Castor-Transport bringen die Anti-Atomkraft-Initiativen am morgigen Dienstag ihren Protest gegen den Castor-Wahnsinn aktiv auf der Straße: In Jülich wird es wieder ab 18 Uhr eine Dauer-Mahnwache vor dem Forschungszentrum Jülich geben. In Ahaus startet um 18.30 Uhr eine Fahrrad-Demo vom Bahnhof durch die Innenstadt zur Castor-Strecke am Schumacher-Ring. Dort beginnt dann um 19 Uhr an der zentralen Castor-Kreuzung mit der Schorlemer-/Schöppingerstraße eine Kundgebung und Dauermahnwache bis zur nächtlichen Ankunft des Castor-Konvois.

Um auf die schlechte Absicherung der Autobahnbrücken beim letzten Castor-Transport aufmerksam zu machen, startet von dieser Mahnwache auf  der Schorlemer Straße/Schumacher-Ring um 19.30 Uhr eine zweite Fahrrad-Demo. Ziel ist das Zwischenlager und anschließend die Autobahnbrücke über die A31 auf der Schöppinger Straße. Dort gibt es ein Aktions-Picknick. Danach geht es über die Brücke und am Zwischenlager vorbei zurück zur Dauer-Mahnwache an der zentralen Castor-Kreuzung Schorlemer Straße/Schumacher-Ring.

Routine-Verhalten der Polizei erhöht Gefahren − Landesregierung schweigt

Noch immer stehen 149 Castoren in Jülich und die Gefahren durch Unfälle, Sabotage oder gar Anschläge steigen mit dem Routine-Verhalten der Polizei, das schon jetzt zu brisanten Fahrlässigkeiten geführt hat. Nach drei Transporten zeigt sich deutlich, dass es real keine Ausweichrouten gibt und sich deshalb Termine und Fahrtzeiten sehr gut abschätzen lassen. Ab Sommer fällt wegen einer Baustelle auch die zweite A31-Ausfahrt bei Heek für mehrere Monate aus.

„Es ist ein fatales Zeichen, dass bereits beim dritten Castor-Transport auf den Begleithubschrauber verzichtet wurde und mehrere Brücken unbewacht waren. Die Polizei muss sich auf die tatsächlichen Gefahren fokussieren, nicht auf die Demonstrationen“, so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. „Zudem erwarten wir von der NRW-Landesregierung endlich Antworten auf unsere Fragen zu den Pannen bei den ersten beiden Transporten. Es zeigt sich leider sehr deutlich, dass die schwarz-grüne Landesregierung die Öffentlichkeit nicht informieren möchte. Schon deshalb sind unsere Proteste sehr wichtig, um ein Mindestmaß an öffentlicher Kontrolle sicherzustellen.“

Große Sorge nach Drohnenangriff auf Emirate-AKW

Angereichertes Uran kommt auch von Urenco aus Gronau

„Bundesregierung muss Uranexporte in Kriegsgebiete stoppen“

Drohnen haben das AKW Barakah am Persischen Golf in den Vereinigten Arabischen Emiraten angegriffen. Anti-Atomkraft-Initiativen aus NRW und dem Emsland, .ausgestrahlt und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) sind darüber extrem beunruhigt. Sie weisen darauf hin, dass für die Brennelemente in dem AKW auch angereichertes Uran von Urenco aus der Urananreicherungsanlage Gronau (Westfalen) verwendet wurde. Da die Exportgenehmigungen für angereichertes Uran letztlich von der Bundesregierung abgesegnet werden müssen, ist auch Deutschland am Betrieb dieses AKW in der Kriegsregion am Persischen Golf beteiligt.

Urenco ist über den südkoreanischen Atomkonzern Kepco in die Lieferkette für Barakah mit eingebunden. Entsprechende Ausfuhrgenehmigungen für das angereicherte Uran aus Gronau zur Brennelementefertigung in Südkorea werden regelmäßig vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erteilt, zuletzt nach Angaben des Bundesumweltministeriums am 6. November 2025. Die Anti-Atomkraft-Initiativen und Verbände fordern nun einen sofortigen Ausfuhrstopp für angereichertes Uran, das in Kriegs- oder Krisengebiete zum Einsatz kommen soll. Sie erinnern daran, dass Urenco auch schon das von Russland in der Ukraine militärisch besetzte AKW Saporischschja mit angereichertem Uran beliefert hat.

„Die Angriffe auf Atomanlagen am Persischen Golf sind extrem beunruhigend, weil sie zu einer großen nuklearen Katastrophe führen können. Nach der Ukraine und dem Iran ist dies nun ein weiteres Land, wo Atomkraftwerke und Atomanlagen direkt in die Kriegsführung mit einbezogen werden. Das ist eine äußerst gefährliche Entwicklung. Und es ist absolut verantwortungslos, dass sowohl am Persischen Golf wie auch in der Ukraine ein Teil des angereicherten Urans aus der deutschen Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau stammt. Die Bundesregierung muss endlich die Exportlizenzen für den Urenco-Konzern aufheben – in Kriegs- und Krisengebiete darf kein angereichertes Uran made in Germany geliefert werden“, so Jens Dütting vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

„Atomkraftwerke sind nicht nur ein Sicherheitsrisiko im Normalbetrieb – sie können jederzeit zu militärischen oder terroristischen Angriffszielen werden. Wer auf Atomkraft setzt, nimmt diese Gefahr bewusst in Kauf. Auch deshalb lehnen wir die Nutzung von Atomkraft entschieden ab“, ergänzte Bettina Ackermann von der bundesweiten Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt.

Urenco gehört zu je einem Drittel dem britischen und niederländischen Staat. Das deutsche Drittel gehört gemeinsam RWE und E.ON, sodass auch diese beiden deutschen Großkonzerne an der Belieferung des AKW Barakah am Persischen Golf indirekt mit beteiligt sind.

Verwendete Quellen:

1. Beteiligung von Urenco bei der Belieferung von Barakah:

https://www.urenco.com/news/global/2023/supply-chain-delivery-mooted-at-wuc

2. Belieferung von Barakah durch Urenco via KEPCO in Südkorea:

https://www.nucnet.org/news/operators-begin-fuel-loading-at-barakah-2-apr-1400-plant-3-1-2021

3. Aktuelle deutsche Exportgenehmigung von Urenco Gronau für 200t angereichertes Uran für KEPCO in Südkorea vom 6.11.2025 (S. 29):

https://www.bundesumweltministerium.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Nukleare_Sicherheit/ausfuhrgenehmigungen_brennelemente_bf.pdf

Castor-Alarm: Mahnwache am Tag X4 vor Forschungszentrum

(Beitragsbild: © Adobe Stock | Phatharaporn)

***Castor-Alarm***

Mahnwache am Forschungszentrum Jülich | Tag X4 | ab 18.00 Uhr

Es verdichten sich die Hinweise: Dienstagabend (19. Mai) soll der vierte Castor-Transport in Jülich starten und in der Nacht zum Mittwoch in Ahaus ankommen.

Kommt vorbei und zeigt euren Protest gegen die unsinnige Verschiebung von Atommüll von einem Zwischenlager ins nächste!

Atommüll sollte nur noch einmal transportiert werden – und zwar ins Endlager.

***Versammlungsort ist auf der Stetternicher Staatsforst Straße (ETC – Enrichment Technology Company) circa 20 Meter vor der Kreuzung Wilhelm-Johnen-Straße***

Anreise zur Mahnwache

Von Autobahnabfahrt Düren in Richtung Jülich (B56):

  • An der Ampelkreuzung rechts in Richtung Selgersdorf
  • Am Ende von Selgersdorf links auf die Beschilderung achten: In Richtung Hambach … Daubenrath auf den Hambacher Weg  
  • Nach circa 500 Meter links in Richtung Daubenrath
  • Durch den Ort Daubenrath weiter bis Kasterstraße
  • Dann Kasterstraße weiter folgen bis zur Stetternicher Staatsforst Straße (geht links in den Wald hinein | „Schleichweg“)
  • Stetternicher Staatsforst Straße vorbei am ETC bis zum Versammlungsort

(Quelle: https://www.openstreetmap.org)

Die Anreise mit der Rurtalbahn bis zur Haltestelle „Forschungszentrum” ist auch diesmal nach 17.30 Uhr möglich.

Hier der Fußweg (etwa 2 km) zum Forschungszentrum. Die Mahnwache ist Ecke Wilhelm-Johnen-Straße/Stetternicher Staatsforst Straße.

Falls die Polizei euch nicht zum Versammlungsort lassen will, weist darauf hin, dass es sich um eine angemeldete Versammlung handelt und der Zugang gemäß Grundgesetz und Versammlungsgesetz möglich sein muss!

Meldet solche Vorkommnisse bitte dem Ermittlungsausschuss beziehungsweise auch über den Castor-Ticker, damit sich andere Menschen darauf einstellen können.

Das Mitführen von Alkohol und alkoholischen Getränken ist verboten. Auch das Mitführen von Behältnissen aus Glas und Blech ist nicht gestattet.

Vierter Castor 19. Mai – Tag X4?

(Beitragsbild: © Adobe Stock | Haseeb)

Neue Proteste in Jülich und Ahaus

Die Anti-Atomkraft-Initiativen gehen derzeit davon aus, dass nächste Woche Dienstag (19. Mai), der vierte Castor von Jülich nach Ahaus rollen wird. Sie kündigen dazu neue Proteste in Jülich und Ahaus sowie entlang der 170 Kilometer langen Autobahnstrecke an.

„Der bisherige Ablauf der Castor-Transporte bekräftigt uns darin, weiterhin auf die Straße zu gehen. Polizei-Konvois auf der Autobahn sind keine Atommüll-Entsorgung. Bundes- und NRW-Landesregierung sind ganz offensichtlich dem Thema Atommüll nicht gewachsen. Wir hätten nie gedacht, dass es tatsächlich zu diesem jahrelangen Castor-Marathon auf der Autobahn kommen könnte – von einem Zwischenlager in ein anderes Zwischenlager, ohne Klärung der Endlagerfrage. Das ist völlig sinnlos und der schiere Wahnsinn. Hier offenbart sich ein massives politisches Versagen in Berlin und Düsseldorf. Die Castor-Transporte müssen dringend gestoppt werden“, erklärten Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ gemeinsam.

Dritter Castor mit gefährlichen Sicherheitslücken

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Castor mit gefährlichen Sicherungslücken:

  • Atomkraftgegner:innen gelangen auf unbewachte Autobahnbrücken
  • Kein Begleithubschrauber mehr
  • Führt Personalmangel zu Abstrichen bei Sicherung?

Beim dritten Castor-Transport von Jülich nach Ahaus ist es in der vergangenen Nacht zu schwerwiegenden Sicherungslücken gekommen: Atomkraftgegner:innen gelangten unbemerkt auf zwei unbewachte Autobahnbrücken – einmal sogar direkt zur Durchfahrt des Castor-LKWs. Das lag offensichtlich daran, dass die Polizei erheblich weniger Personal eingesetzt hat und sogar auf den normalerweise üblichen Aufklärungs-Hubschrauber vor dem Castor verzichtet hat. Ob die mobile Drohnen-Abwehr noch im Einsatz war, ist ebenfalls fraglich.

„Wir sind entsetzt, dass unsere Befürchtungen schon beim dritten Castor-Transport eintreten. Weil die NRW-Landesregierung anscheinend die hohen Kosten für die polizeiliche Castor-Begleitung möglichst stark eindämmen will, fährt sie die Sicherung der Atommüll-Transporte unverantwortlich herunter. Unbewachte Autobahnbrücken, fehlender Hubschrauber – das sind gravierende Fahrlässigkeiten, die zeigen, dass weder die Polizeiführung noch das NRW-Innenministerium die erheblichen Gefahren durch die hochradioaktiven Atommüll-Transporte wirklich ernst nehmen“, so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen in einer ersten Bewertung.

„Anmelder:innen von Demonstrationen müssen sich regelmäßig mit der Polizei vor Gericht aus `Sicherheitsgründen` um den freien Zugang zu Autobahnbrücken streiten. Doch die Polizei selbst lässt diese im Dunkeln völlig unbewacht offenstehen. Das ist absurd“, ergänzte Hanna Poddig von der Initiative SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster.

Bei den ersten beiden Castor-Transporten waren noch 2000 beziehungsweise 2400 Beamte im Einsatz. Beide Male kam es zudem vor der Abfahrt in Jülich und nach der Ankunft in Ahaus zu Pannen: Der erste Castor konnte im Zwischenlager Ahaus eine Woche lang nicht an des externe Überwachungssystem angeschlossen werden und beim zweiten Castor verzögerte ein Problem mit der externen Stromversorgung die Abfahrt des Transport-LKW.

19. Mai: vierter Castor − neue Proteste in Jülich und Ahaus

Die Anti-Atomkraft-Initiativen gehen derzeit davon aus, dass in zwei Wochen, am Dienstag, 19. Mai, der vierte Castor von Jülich nach Ahaus rollen wird. Sie kündigen dazu neue Proteste in Jülich und Ahaus sowie entlang der 170 Kilometer langen Autobahnstrecke an.

„Der bisherige Ablauf der Castor-Transporte bekräftigt uns darin, weiterhin auf die Straße zu gehen. Polizei-Konvois auf der Autobahn sind keine Atommüll-Entsorgung. Bundes- und NRW-Landesregierung sind ganz offensichtlich dem Thema Atommüll nicht gewachsen. Wir hätten nie gedacht, dass es tatsächlich zu diesem jahrelangen Castor-Marathon auf der Autobahn kommen könnte – von einem Zwischenlager in ein anderes Zwischenlager, ohne Klärung der Endlagerfrage. Das ist völlig sinnlos und der schiere Wahnsinn. Hier offenbart sich ein massives politisches Versagen in Berlin und Düsseldorf. Die Castor-Transporte müssen dringend gestoppt werden“, erklärten Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ gemeinsam.

„In Jülich gab es gestern Abend (05.05.) einen Vorfall: Nach Beendigung der Mahnwache kamen zehn Polizisten auf unsere Demo-Gruppe zu, kesselten drei von uns ein und wollten ihre Personalien aufnehmen. Einer von ihnen wurde ziemlich heftig zum Mannschaftswagen abgeführt, weil er sich zunächst weigerte, seinen Personalausweis zu zeigen. Sie wollten ihn zu Boden drücken, um ihn zu durchsuchen. Dann zeigte er ihnen schließlich doch seinen Personalausweis. Der Vorwurf der Polizei lautete, die drei Aktivisten hätten sich auf einem Privatgelände aufgehalten. Die Aktivisten hatten sich jedoch lediglich auf einer Wiese hinter dem Forschungsgelände bewegt. Dort gab es weder ein `Betreten verboten`-Schild noch eine Absperrung.“


Heute 3. Castor – aber kein Atommüllkonzept

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Heute Abend dritter Castor Jülich-Ahaus:

  • WDR: Wieder nur Einzeltransport
  • Atommülltransporte komplizierter als erwartet?
  • Heute Abend Proteste in Jülich und Ahaus

Realsatire im Polizeipräsidium Münster: Angst vor Tennisbällen

Nach Informationen der Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland und in Jülich soll heute Abend der dritte Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus starten. Nach Angaben des WDR soll dabei wieder nur ein einziger Castor-Behälter transportiert werden. Diese Einzeltransporte erhöhen den Aufwand für Personal, Zeit und Kosten enorm. Die Anti-Atomkraft-Initiativen gehen deshalb davon aus, dass sich die reale Umsetzung der Atommülltransporte als schwieriger erweist, als vorab angenommen. Und die Castor-Transporte werden deutlich teurer als vorab behauptet.

Bei den ersten beiden Castor-Transporten waren 2000 beziehungsweise 2400 Beamte im Einsatz. Dabei  konnte Innenminister Reul anscheinend sein Versprechen nicht einhalten, nur Beamte aus NRW einzusetzen. Beide Male kam es zudem zu Pannen: Der erste Castor konnte im Zwischenlager Ahaus eine Woche lang nicht an des externe Überwachungssystem angeschlossen werden und beim zweiten Castor war kurz vor dem Start die externe Stromversorgung für den Transport-LKW nicht gesichert.

„Während die Bundes- und die NRW-Landesregierung mit dem Kopf durch die Wand wollen, erweisen sich die Castor-Transporte offensichtlich als komplizierter als vorher gedacht. Anscheinend befinden sich alle Beteiligten noch immer in einer Art Probephase – nur, dass jetzt mit realem, hochradioaktiven Atommüll auf den Autobahnen ′geprobt‘ wird. Wir halten das für unverantwortlich – und weisen erneut eindringlich darauf hin: Atommülltransporte mit großen Polizei-Konvois auf der Autobahn sind keine Atommüllentsorgung“, erklärten Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“.

Heute Proteste in Jülich und Ahaus

Heute Abend wird es in Jülich wieder ab 18 Uhr eine Dauer-Mahnwache vor dem Forschungszentrum Jülich geben. In Ahaus startet um 18.30 Uhr eine Fahrrad-Demo vom Bahnhof durch die Innenstadt zur Castor-Strecke am Schumacher-Ring. Dort beginnt dann um 19 Uhr an der Kreuzung mit der Schorlemer-/Schöppingerstraße die zentrale Kundgebung. Im Anschluss findet an dieser zentralen Castor-Kreuzung Richtung Zwischenlager auch die Dauer-Mahnwache bis zur nächtlichen Ankunft des Castor-Konvois statt. Aus diesem Grund findet am Zwischenlager dieses Mal keine Mahnwache statt.

Polizeipräsidium Münster mit Realsatire um Tennisbälle

Unterdessen hat das Polizeipräsidium Münster als federführende Versammlungsbehörde in einem Punkt die Realität aus den Augen verloren: Beim zweiten Castor hatte eine einzige Atomkraftgegnerin in Jülich einen Tennisball dabei, um den Anwesenden und der Presse anschaulich die ungefähre Größe der Brennelementekugeln zu verdeutlichen. Das sah die Polizei vor Ort sehr kritisch und nun wurde von der Polizeiführung in Münster allen Versammlungsanmelder:innen in Jülich und Ahaus explizit und proaktiv die Nutzung von Tennisbällen auf den Versammlungen untersagt! Auf Rückfrage kam als Begründung, Tennisbälle könnten als „Wurfgeschosse“ benutzt werden, insbesondere auf Autobahnbrücken – weder das Forschungszentrum Jülich noch die Innenstadt von Ahaus liegen jedoch an einer Autobahn… Ebenfalls auf Rückfrage riet das Polizeipräsidium in vollem Ernst dazu, man könne „Brennelementekugeln“ ja auch auf Papier aufmalen oder aus Styropor basteln… 

Anscheinend verwechselt das Polizeipräsidium Münster die Anti-Atomkraft-Initiativen mit Tennisvereinen oder Bastelgruppen. Die Initiativen fordern die Polizeiführung deshalb eindringlich dazu auf, die Versammlungsanmeldungen mit mehr Ernsthaftigkeit zu behandeln und den Anmeldeprozess nicht ins Lächerliche zu ziehen. Die realen Gefahren der Castor-Transporte gehen noch immer von Drohnen, Sabotage, Terror, Unfällen, Fahrfehlern, falschen Sicherheits-Einschätzungen und natürlich der radioaktiven Strahlung aus. Darauf sollte sich die Polizei konzentrieren.

Dienstag (05.05.) dritter Castor Jülich-Ahaus

(Beitragsbild: © Adobe Stock | ss404045)

Dienstag dritter Castor Jülich-Ahaus: Polizeigewerkschaft kritisiert hohe Belastung

Neue Proteste am Dienstag:

  • Jülich: ab 18 Uhr Dauer-Mahnwache
  • Ahaus: 18.30 Uhr Fahrrad-Demo | 19 Uhr Kundgebung | ab 20 Uhr Dauer-Mahnwache

„NRW-Polizei als Atommüll-Transporteur / politisches Versagen“

Nach Informationen der Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland und in Jülich soll bereits am jetzigen Dienstagabend, 5. Mai, der dritte Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus starten. Schon am 19. Mai soll dann der vierte Castor-Transport folgen. Zu Recht kritisierte die Gewerkschaft der Polizei im WDR den enorm hohen Personalaufwand für die Atommülltransporte. Bei den ersten beiden Transporten waren 2000 beziehungsweise 2400 Beamte im Einsatz. Damit wird die NRW-Polizei zum eigentlichen Atommüll-Transporteur und muss die ungelöste Entsorgungsfrage jahrelang in Dutzenden Autobahn-Einsätzen ausbaden. Anti-Atomkraft-Initiativen haben für Dienstag kurzfristig in Jülich und Ahaus mehrere Protestaktionen angemeldet.

„Es ist kein Wunder, dass die Gewerkschaft der Polizei die völlig unsinnigen und gefährlichen Atommülltransporte durch NRW kritisiert. Anstatt vor Ort in Jülich für eine langfristige Lagerung des hochradioaktiven Atommülls zu sorgen, verlagern Bundes- und Landesregierung die Atommüllentsorgung auf die Autobahn. Angesichts der hohen Personalbelastung für die Polizei und der hohen Kosten für die Landeskasse fürchten wir, dass die NRW-Landesregierung nun die Polizeisicherung der Castor-Transporte spürbar runterschraubt. Das wird dann jedoch zwangsläufig zu kritischen Sicherheitslücken entlang der 170 Kilometer langen Autobahnstrecke führen – und das auf Jahre hinaus. Planbarer können Gefahrenquellen und Sicherheitsrisiken kaum sein“, so Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ in einer gemeinsamen Stellungnahme.

„Noch immer stehen 150 Castor-Behälter in Jülich – und selbst in einem beschleunigten Tempo und in Dreier-Konvois wird die Verlagerung nicht vor 2030 abgeschlossen sein, obwohl die Transportgenehmigung nur bis Mitte nächsten Jahres gültig ist. Aber auch die Lagergenehmigung im Zwischenlager Ahaus gilt nur bis 2036. Danach tut sich bis zur Errichtung eines Endlagers eine jahrzehntelange, bislang völlig genehmigungslose Lücke bei der Atommüllentsorgung in NRW auf. Die Bundesregierung und die NRW-Landesregierung sind der Atommüllfrage politisch offenbar nicht gewachsen“, ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Neue Proteste am Dienstag (übermorgen) in Jülich und Ahaus

Kurzfristig wird es auch am jetzigen Dienstag, 5. Mai, in Jülich wieder ab 18 Uhr eine Dauer-Mahnwache vor dem Forschungszentrum Jülich geben. Beim letzten Transport wurde durch die Anwesenheit der Atomkraftgegner:innen die ungewöhnliche Panne bei der Abfahrt des Castor-LKWs bekannt. Die Initiativen haben dazu der NRW-Landesregierung einen bislang unbeantworteten Brief geschrieben.

In Ahaus startet ebenfalls kurzfristig am Dienstag um 18.30 Uhr eine Fahrrad-Demo vom Bahnhof durch die Innenstadt zur Castor-Strecke am Schumacher-Ring. Dort beginnt dann um 19 Uhr an der Kreuzung mit der Schorlemer-/Schöppingerstraße die zentrale Kundgebung. Im Anschluss findet an dieser zentralen Castor-Kreuzung Richtung Zwischenlager auch die Dauer-Mahnwache bis zur nächtlichen Ankunft des Castor-Konvois statt. Aus diesem Grund findet am Zwischenlager dieses Mal keine Mahnwache statt.

Für den 19. Mai werden ebenfalls Proteste vorbereitet.