Dienstag und Mittwoch wieder Transporte Jülich-Ahaus
‒ Mahnwachen in Jülich und in Ahaus
‒ Es warten noch 142 Castoren in Jülich auf Abtransport
Für diese Woche sind erneut Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus geplant. Das hat das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ aus zuverlässigen Quellen erfahren. An zwei aufeinanderfolgenden Abenden sollen Atommüll-Behälter vom Zwischenlager in Jülich ins Zwischenlager nach Ahaus transportiert werden.
Die Initiative erwartet den Transport für Dienstag (04.08.) und Mittwoch (05.08.) und ruft zu neuem Protest auf. An beiden Abenden wird sie vor dem Forschungszentrum Jülich demonstrieren. Die Gruppe trifft sich wie gewohnt ab 20 Uhr an der Ecke Wilhelm-Johnen-Straße/Stetternicher Staatsforst Straße.
In Ahaus findet am Mittwoch (05.08.) eine Mahnwache statt.
Dienstag und Mittwoch Atommülltransporte Jülich-Ahaus
‒ Mahnwachen in Jülich und in Ahaus
‒ Es warten noch 142 Castoren in Jülich auf Abtransport
Wir haben Informationen, dass diese Woche sehr wahrscheinlich erneut zwei Einzeltransporte mit hochradioaktivem Atommüll von Jülich nach Ahaus fahren.
An zwei Abenden hintereinander rollt der Müll vom Jülicher Zwischenlager in das nächste nach Ahaus. Das sind erst die Behälter Nummer elf und zwölf von insgesamt 152.
Die Initiative „Stop Westcastor“ erwartet den Transport der Atommüllbehälter für Dienstag (04.08.) und Mittwoch (05.08.).
Wir stehen ab 20 Uhr wieder an der gewohnten Stelle (Ecke Wilhelm-Johnen-Straße/Stetternicher Staatsforst Straße) vor dem Forschungszentrum.
Wenige Tage vor dem Jahrestag der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki rufen mehrere Anti-Atomkraft-Organisationen für Sonntag, 2. August, zu einer Demonstration in Gronau an der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage auf. Start ist um 12 Uhr mit einer Fahrraddemo vom Bahnhof in Gronau. Um 13 Uhr beginnt dann eine Kundgebung vor der Urananreicherungsanlage an der Röntgenstraße.
Anlass der Demonstration ist die offensichtliche Zustimmung der Bundesregierung zu Plänen der britischen Regierung, den deutsch-britisch-niederländischen Urananreicherer Urenco an militärischen Atomprojekten zu beteiligen. Die Anti-Atomkraft-Organisationen sehen dies als klaren Bruch des Vertrags von Almelo, in dem festgelegt wurde, dass die Urananreicherung von Urenco nur rein zivilen Zwecken dienen solle. Dieser radikale Kurswechsel hin zu einer militärischen Nutzung der Urananreicherung betrifft auch die deutschen Energiekonzerne RWE und E.ON, denen gemeinsam das deutsche Anteils-Drittel an Urenco gehört.
„Wenn es um die Urananreicherung geht, ist die Frage einer militärischen Nutzbarkeit leider nie sehr weit. Die zugrunde liegende Zentrifugentechnologie gilt als der einfachste Weg, um atomwaffenfähiges Uran zu gewinnen. Aber auch als Zulieferer für das britische Militär, z. B. für den Betrieb von Atom-U-Booten, würde Urenco in eine militärische Spirale hineingezogen werden, deren Ende nicht absehbar ist. Wir fordern deshalb von der Bundesregierung ein Veto gegen diese britischen Pläne und die Stilllegung der Urananreicherungsanlage in Gronau“, erklärte Udo Buchholz vom Arbeitskreis Umwelt Gronau.
Dazu ergänzte Dr. Angelika Claussen von der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW, die auch bereits den Friedensnobelpreis erhalten hat: „Die zivile Nutzung der Atomenergie befindet sich weltweit im Niedergang, wie die jährlichen Berichte des World Nuclear Industry Status Report zeigen. Die aktuellen Bestrebungen nach Modernisierung und nuklearer Aufrüstung durch die Atomwaffenstaaten sind der eigentliche Treiber für die Aufweichung der Grenzen zwischen ziviler und militärischer Urananreicherung. Deutschland, Niederlande und Großbritannien bereiten mit dem nuklearen Technologiekonzern URENCO die waffenfähige Urananreicherung Großbritanniens vor. Nicht anders lässt sich die verklausulierte Antwort aus dem Bundesumweltministerium verstehen. Zum Hiroshima-Tag ist unsere friedenspolitische Botschaft klar: Wir brauchen dringend atomare Abrüstung im Sinne des Atomwaffenverbotsvertrags statt europäischer Atomwaffen. Wer die nuklearen Drohgebärden Russlands eindämmen will, muss den politischen Willen zu Rüstungskontrolle und nuklearer Abrüstung zeigen.“
Mit der Demonstration in Gronau wollen die Atomkraftgegner:innen zugleich auch gegen den erst vor wenigen Tagen genehmigten Einstieg des Kreml-Atomkonzerns Rosatom in die Brennelementefertigung im benachbarten Lingen/Emsland protestieren – sowie gegen Pläne der niederländischen Regierung, an der Emsmündung bei Eemshaven womöglich zwei neue AKW-Blöcke zu errichten.
„Im Iran-Krieg rund um den Persischen Golf sowie in der Ukraine werden Atomanlagen inzwischen zu Zielen für militärische Angriffe. Das beunruhigt uns sehr, zumal Urenco sowohl das vom russischen Militär besetzte ukrainische AKW Saporischschja beliefert hat so wie aktuell auch den Reaktorkomplex Barakah in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit angereichertem Uran beliefert. Für uns ist klar, dass weder diese unverantwortlichen Uranlieferungen in Kriegsgebiete noch der direkt am Ukraine-Krieg beteiligte russische Atomkonzern Rosatom oder der Neubau von Atomkraftwerken zu einer friedlicheren Welt beitragen können. Atomkraft löst keine Energieprobleme, sondern schafft geopolitische Abhängigkeiten und ist viel zu teuer – wir fordern deshalb ganz klar die Stilllegung der Uranfabriken in Gronau und Lingen sowie den Verzicht auf neue Atomreaktoren im Nachbarland“, so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
Bereits am Montagabend demonstrierten in Lingen vor der Brennelementfabrik rund 100 Atomkraftgegner:innen mit einer Mahnwache gegen den Einstieg von Rosatom in die hiesige Brennelementeproduktion.
Technische Panne bei Castor-Transport Jülich-Ahaus:
Castor wurde nachts in Jülich abgesagt!
Proteste in Jülich, Duisburg und Ahaus
„Castor-Transporte Verschwendung von Geld und Ressourcen“
Beim 10. Castor-Transport von Jülich nach Ahaus ist es am späten gestrigen Abend gegen 22.45 Uhr kurz vor der Abfahrt in Jülich augenscheinlich zu einer folgenschweren Panne gekommen: Während die Polizei schon abfahrbereit am Forschungszentrum Jülich aufgefahren war und ein Polizei-Hubschrauber über dem Gelände kreiste, blieb der Transport-LKW kurz vor der Schranke defekt auf dem Gelände zurück und Techniker begannen mit einer Untersuchung des Problems. Gegen 0.50 Uhr erreichte dann ein kommerzieller Reparatur-Service das Forschungszentrum, der das Problem aber nicht lösen konnte. Gegen 1.15 Uhr erfolgte dann die Absage des Transports, sodass die Polizei sofort danach in Jülich und Ahaus abrückte.
Den ganzen Abend über demonstrierten in Jülich, Duisburg und Ahaus erneut Atomkraftgegner:innen mit Mahnwachen gegen die widersinnigen und gefährlichen Transporte. In Jülich konnte das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ das Geschehen am Forschungszentrum live beobachten: „Um 22.45 Uhr war alles abfahrbereit, doch plötzlich ging es nicht weiter. Eine ähnliche Situation hatten wir schon Ende April beim zweiten Castor, als sich dann herausstellte, dass die Batterien für die Transporteinheit nicht aufgeladen waren und sich die Abfahrt um 90 Minuten verzögerte. Nun gab es erneut ein unvorhergesehenes technisches Problem am Castor-LKW, das dieses Mal offensichtlich deutlich gravierender war. Wir fordern deshalb umgehend Aufklärung über diese aktuelle Panne, die zur nächtlichen Absage des Castors führte. Und es zeigt sich, wie wichtig die Proteste vor Ort und an der 170 Kilometer langen Autobahnstrecke sind, um live sehen zu können, wenn diese erheblichen Probleme auftreten“, Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ in Jülich.
„Wir sind immer noch erst beim 10. Castor. Wie soll das nun noch 142 Mal weitergehen? Dieses Mal ist der Schaden auf dem Gelände des Forschungszentrums in Jülich aufgetreten. Was wäre passiert, wenn die Panne unterwegs auf der Autobahn passiert wäre? Auf solche Schadensfälle ist die Polizei doch gar nicht vorbereitet. Außerdem fragen wir uns, ob womöglich das Transportunternehmen der größten Transportserie für hochradioaktiven Atommüll in der Geschichte der Bundesrepublik einfach nicht gewachsen ist? Wir fordern deshalb nachdrücklich ein Ende des Castor-Wahnsinns auf den Autobahnen von NRW. Die Transporte sind eine reine Verschwendung von Steuergeld und Polizei-Ressourcen“, ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
Die Anti-Atomkraft-Initiativen erklärten, dass sie die Proteste auf jeden Fall fortsetzen werden.
– Castor-Transporte Numer 9 und 10 am Dienstag und Mittwoch erwartet
– Atomkraftgegner:innen flexibel mit Protesten an verschiedenen Orten
– Brücken müssen überwacht werden – auch ohne Proteste
Da die 152 Castor-Behälter offenbar nur als Einzeltransporte von Jülich nach Ahaus gebracht werden können, kann bei der Polizei offenbar keine Rücksicht auf die Ferien genommen werden. Für den heutigen Dienstag und morgigen Mittwoch starten nach Informationen der Anti-Atomkraft-Initiativen die Castoren Nummer 9 und 10, in der Woche darauf dann Nummer 11 und 12.
„Mit flexiblen Protesten an verschiedenen Orten werden wir weiterhin auf den gefährlichen Irrsinn der Castor-Transporte aufmerksam machen: Brücken, die nur in Schrittgeschwindigkeit passiert werden können, 152 Einzeltransporte und Lagerung des Atommülls auf Jahrzehnte in Ahaus in einer der ältesten Lagerhallen, deren Sicherheitsstandard weit hinter später errichteten Hallen zurückbleibt – das ist Atommüllpolitik ohne Perspektive“, erklärt Jens Dütting vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
Diese Woche wird es an beiden Tagen abends ab 20 Uhr in Jülich jeweils am Forschungszentrum und am „Königshäuschen“ nahe der Autobahnauffahrt Mahnwachen geben. Nahe Ahaus ist am Dienstag eine Protest-Aktion auf einer Autobahnbrücke geplant, am Mittwoch dann in Duisburg. Unterstützung unterhalten die Anti-Atomkraft-Initiativen von der Bundestagsabgeordneten Mareike Hermeier, in deren Ahauser Büro Mittwochabend um 20 Uhr die Linke NRW zu einer Info-Veranstaltung einlädt und ab 22 Uhr bei Teppich Janning eine Mahnwache organisiert.
Lückenhafter Polizeischutz – aber kleinkarierter Umgang mit Protest-Symbolen
Beim 7. und 8. Castor-Transport von Jülich nach Ahaus waren vergangene Woche offenbar wieder nicht alle Brücken durch die Polizei gesichert. Atomkraftgegner:innen gelangten auf Brücken und machten so deutlich, wie leicht Sabotage und Anschläge möglich wären. Gleichzeitig versuchte die Polizei aber, angemeldete Protest-Mahnwachen auf Brücken zu verhindern und stellte diese als besonders gefährlich dar.
„Wird der Schutz des Castors durch die Polizei also nur gewährleistet, wenn auch etwaige Sabotage-Akte vorher angemeldet werden?“, fragt sich Hanna Poddig von der Initiative Sofortiger Atomausstieg. „Wir haben für den 9. Castor am Dienstag um 20 Uhr eine Kundgebung an der Brücke der L571 über die A31 angemeldet, danach gibt es noch eine Fahrrad-Demo über zwei Autobahnbrücken. Wir rufen dazu auf, dort mit uns angesichts der Sicherheitsprobleme den Abbruch dieser riesigen Atommüllverschiebung zu fordern.“
Auch Marita Boslar vom Aktionsbündnis Stop Westcastor in Jülich berichtet von obskuren Sicherheitsbedenken der Polizei: „Bei jeder Mahnwache wird kleinkariert etwas beanstandet, erst waren es die Tennisbälle, die die Brennelementekugeln symbolisieren, dann als Atommüllbehälter angemalte Konservendosen. Jüngst wurden auch Presse-Ausweise durch die Polizei abfotografiert. Die Gesamtproblematik der jahrelangen Transportserie mit Gefahren durch Drohnen und Sabotage sind offenbar egal!“
Dienstag und Mittwoch jeweils ein Atommülltransport Jülich-Ahaus
‒ Proteste in Jülich und in Ahaus
‒ Es warten noch 144 Castoren in Jülich auf Abtransport
Bereits nach einer Woche sollen zwei weitere Castoren an zwei aufeinanderfolgenden Abenden nach Ahaus rollen. Es wären erst Behälter Nummer neun und zehn von insgesamt 152.
Die Initiative „Stop Westcastor“ erwartet den Transport der Atommüllbehälter für Dienstag (21.07.) und Mittwoch (22.07.).
In Jülich stehen noch 144 für den Abtransport ins Ahauser Zwischenlager. Das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ kritisiert diesen „Transport-Wahnsinn“ und ruft zu neuem Widerstand auf. An beiden Abenden zeigen die Demonstranten ihren Protest vor dem Forschungszentrum Jülich. Die Gruppe trifft sich ab 20 Uhr an der Ecke Wilhelm-Johnen-Straße und Stetternicher Staatsforststraße. Auch in Ahaus finden Aktionen statt.
Marita Boslar von der Initiative „Stop Westcastor“: „Mahatmi Ghandi hat einmal gesagt: `Wir müssen auf die Straße gehen und uns für das einsetzen, was wir für richtig halten.` Wir tun das und protestieren weiter. Damit zeigen wir unsere Wut über diesen Transport-Irrsinn – auch wenn uns ein Protestmarathon erwartet. Das Atommüllproblem wird nicht gelöst, wenn Atommüll von einem Zwischenlager in das nächste transportiert wird. Letztendlich zahlen wir mit unseren Steuern für diesen Castor-Irrsinn.“
Aktuellen Informtionen zufolge sollen in der kommenden Woche zwei weitere Atommmüllbehälter von Jülich nach Ahaus transportiert werden.
Im Zwischenlager Jülich warten derzeit noch 144 der insgesamt 152 Behälter auf ihren Abtransport nach Ahaus, das 170 Kilometer entfernt liegt. Zuletzt verließen die Behälter wieder einzeln das Lager.
So fuhren am vergangenen Dienstag (14.07.) und Mittwoch (15.07.) die Behälter mit den Nummern 7 und 8 über die Autobahn. Ein Großaufgebot der Polizei begleitete diesen Transport.
Aktuelle Hinweise sprechen für dieselbe Taktung. In der kommenden Woche sollen die nächsten beiden Behälter (9 und 10) auf die Reise gehen. Auch sie sollen als Einzelfahrten an zwei unterschiedlichen Abenden rollen. Nach unseren Informationen: Am Dienstag (21.07.) und am Mittwoch (22.07.).
Erneut finden Mahnwachen in Jülich und Aktionen in Ahaus statt. Weitere Informationen dazu folgen in Kürze.
Stop Westcastor: „Müssen wir jetzt mit zwei Castor-Transporte pro Woche von Jülich nach Ahaus rechnen?“
Dienstag (14.07.) und Mittwoch (15.07.) jeweils ein Atommülltransport Jülich-Ahaus
‒ Proteste in Jülich und in Ahaus
‒ Erst Castor sieben und acht von insgesamt 152 Atommüll-Behältern in Ahaus
Die Initiative „Stop Westcastor“ rechnet für den morgigen Dienstag (14.07.) und Mittwoch (15.07.) mit zwei weiteren Atommülltransporten vom Zwischenlager Jülich zum Zwischenlager Ahaus. Es sollen wieder Einzelfahrten stattfinden. Die Transportserie umfasst insgesamt 152 Castoren. Damit sind jetzt erst der siebte und achte an der Reihe. Den Aktivist:innen droht ein Protestmarathon, wie er in der Geschichte der Protestbewegung noch nie dagewesen ist.
Marita Boslar von der Initiative „Stop Westcastor“: „Auch wenn wir in Jülich nur wenige sind, ist es uns wichtig, Position zu beziehen und ein ganz klares Zeichen in Richtung Politik zu senden. Die Transporte müssen gestoppt werden. Dieser ‚Transportzirkus‘ muss ein Ende haben, denn er belastet die Umwelt und die Anwohner entlang der Transportstrecke extrem. Das Atommüllproblem wird nicht gelöst, wenn Atommüll von einem Zwischenlager ins nächste transportiert wird. Vor mehr als zehn Jahren wurde ein neues Zwischenlager für den alten Reaktorkern des AVR-Versuchsreaktors gebaut. Warum konnte für die anderen atomaren Hinterlassenschaften, die 152 Castorbehälter, nicht auch gleich ein neues Zwischenlager gebaut werden, sodass der Atommüll bis zur Klärung der Endlagerproblematik in Jülich bleiben kann?“
In Jülich und Ahaus gibt es Proteste gegen diesen Wahnsinn der Transporte.
Das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ ruft deshalb für Dienstag und Mittwoch spontan zu Mahnwachen auf. Die Aktivisten werden ab 20 Uhr an der gewohnten Stelle an der Ecke Wilhelm-Johnen-Straße/Stetternicher Staatsforststraße stehen.
Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ organisiert für Mittwoch (15.07.) ab 20 Uhr eine Mahnwache an der Kreuzung Schorlemerstraße/Schumacherring.
Zudem gibt es weitere Proteste in der Nähe von Ahaus.
Am Dienstag (14.07.) findet eine Kundgebung und Mini-Fahrraddemo ab 20 Uhr an der A31 in der Nähe von Ahaus statt. Treffpunkt ist die Autobahnbrücke der Straße „Beikelort“ (Legden). Die Kundgebung wird so lange bestehen bleiben, bis der Castor vorbeigefahren ist.
Nach aktuellen Informtionen sollen in der kommenden Woche zwei weitere Atommmüllbehälter von Jülich nach Ahaus rollen.
Im Zwischenlager Jülich warten noch 146 von insgesamt 152 Atommüllbehältern auf ihren Abtransport in das 170 Kilometer entfernte Ahaus. Zuletzt verließen die Behälter das Lager einzeln, aber in einer höheren Taktung als bisher.
Am vergangenen Dienstag (07.07.) und Mittwoch (08.07.) fuhren die Nummern 5 und 6 über die Autobahn. Ein Großaufgebot der Polizei begleitete diesen Transport.
Aktuelle Hinweise sprechen für dieselbe Taktung. Nächste Woche sollen die nächsten beiden Behälter (7 und 8) auf die Reise gehen. Sie sollen wieder als Einzelfahrten an zwei unterschiedlichen Abenden rollen.
Erneut finden Mahnwachen in Jülich und Ahaus statt. Weitere Informationen dazu folgen in Kürze.
***Bitte Termin vormerken: Die nächste große Demo gegen diese gefährliche und perspektivlose Atommüllverschiebung findet am 17. Oktober in Ahaus statt.***
Nach dem fünften Castor-Einzeltransport vom Forschungszentrum Jülich zum Zwischenlager Ahaus in der gestrigen Nacht droht heute Abend schon der sechste. Anti-Atomkraft-Initiativen rufen in Jülich und Ahaus auch für heute Abend wieder zu Protesten auf. Um 19 Uhr beginnt eine Mahnwache vor dem Forschungszentrum Jülich, um 20 Uhr in Ahaus an der zentralen Castor-Kreuzung Schorlemer Straße/Schumacher-Ring.
Zugleich gehen die Anti-Atomkraft-Initiativen davon aus, dass sich die Polizeikosten durch die gescheiterte Bündelung der Transporte drastisch erhöhen werden. Sie fürchten, dass sich damit für den NRW-Landeshaushalt ein bisher unbeziffertes schwarzes Castor-Loch auftut. In einem Schreiben vom 16. Juni an die Initiativen hatte sich die Landesregierung geweigert, die Kosten für die bisherigen Polizeieinsätze offenzulegen. Das lässt Schlimmes befürchten, zumal die Landesregierung mitteilte, die polizeilichen Kosten ganz alleine – ohne Beteiligung des Bundes – tragen zu müssen.
Bislang wurden Einsätze mit 1000 bis 2400 Beamten durchgeführt, begleitet von einem großen technischen Support-Konvoi am Boden und in der Luft. Das ist ein enormer Sicherungsaufwand. In der gestrigen Nacht waren allerdings erneut zahlreiche Autobahnbrücken ungesichert, sodass zu befürchten steht, dass die Landesregierung nunmehr ausgerechnet an der polizeilichen Sicherung sparen wird.
„Dass sich die NRW-Landesregierung weigert, die Kosten für die Polizei-Einsätze offenzulegen, lässt vermuten, dass die Castor-Transporte viel teurer werden als bislang angenommen. Insbesondere die gescheiterte Bündelung in Dreier-Konvois dürfte die Landeskasse in den kommenden Jahren spürbar belasten. Und dass NRW die Polizeieinsätze alleine bezahlen muss, zeigt, dass sich das Land vom Auftraggeber im Bund einfach hat übers Ohr hauen lassen. Die ganze Verschiebeoperation für den hochradioaktiven Atommüll von Jülich nach Ahaus ist ein Fass ohne Boden. Die Polizei NRW wird auf Jahre hinaus andere Aufgaben liegen lassen müssen, um nachts sinnlos den Atommüll in 152 Einzelfahrten von einem Zwischenlager in ein anderes bringen zu müssen – und dabei ständig das Risiko von Unfällen oder Anschlägen im Nacken haben. Deshalb ist weniger Sicherung keine Option. Wir fordern dringend Aufklärung, was da auf NRW wirklich zukommt und wie teuer das Ganze wird. Atommülltransporte über die Autobahn lösen nicht die Entsorgungsfrage“, erklärte Peter Bastian vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
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