Brief an Landesregierung und Proteste Jülich & Ahaus

(Beitragsbild: © Adobe Stock | Kanin | KI generiert)

Zweiter Castor-Transport Jülich-Ahaus vermutlich 21. April

  • Brief an Landesregierung:

Initiativen fordern Antworten auf offene Sicherheitsfragen und eingeschränktes Versammlungsrecht bei erstem Transport

  • Proteste beim Castor-Transport am Tag X2:

‒ 18 Uhr: Dauer-Kundgebung vor Forschungszentrum Jülich

‒ 18 Uhr: Demo in Ahaus vom Rathaus zur Transportstrecke in Ahaus

‒ circa 19.30 Uhr symbolische Sitzblockade an der Transportstrecke in Ahaus

‒ ab 20 Uhr: Nächtliche Dauer-Mahnwache vor Zwischenlager Ahaus

Die Anti-Atomkraft-Initiativen in NRW haben erste Hinweise, dass der zweite Castor-Transport von Jülich nach Ahaus am Dienstag, 21.4.2026, stattfinden soll. Deshalb bereiten sie neue Proteste vor und wenden sich an die Politik: In einem vierseitigen Brief fordern sie von der NRW-Landesregierung Aufklärung über Unstimmigkeiten beim ersten Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll von Jülich nach Ahaus. Sie fordern deshalb den Stopp weiterer Castor-Transporte.

So wurden die im letzten Jahr von der Genehmigungsbehörde BASE angekündigten Sicherheitsmaßnahmen nicht oder nur lückenhaft umgesetzt. Die Polizei bestätigte in der Berichterstattung indirekt, dass einige Streckenabschnitte marode sind. Außerdem schränkte die Polizei den Zugang zu angemeldeten Versammlungen sowie die Bewegungsfreiheit von Anwohner_innen und Arbeitnehmer_innen in Jülich und Ahaus deutlich ein.

„Insgesamt hat sich beim ersten Castor-Transport für uns gezeigt, dass diese Atommüllverschiebung nach Ahaus mit diesem polizeilichen Aufwand und Grundrechtseinschränkungen sowie den Risiken und offenen Fragen, keine Perspektive für die angekündigte `Entsorgung` von Atommüll aus Jülich, Garching, Berlin oder Mainz sein kann!“, so die Anti-Atomkraft-Initiativen in dem Brief.

Neue Demo-Route in Ahaus soll Zugang zu Versammlung ermöglichen

Für die Teilnahme an den Mahnwachen vor dem Forschungszentrum in Jülich und dem Zwischenlager in Ahaus mussten weite Umwege in Kauf genommen werden. Einige Teilnehmer_innen hatten trotz verschiedener Umwege keinen Zugang zu den Versammlungen.

Die Haltestelle „Forschungszentrum” der Rurtalbahn in Jülich wurde ohne Vorankündigung nicht bedient. Das Angebot der Versammlungsleitung der 18-Uhr-Demo in Ahaus, als geordneter Demonstrationszug zur Mahnwache am Zwischenlager zu ziehen, wurde von der Einsatzleitung mehrfach abgelehnt.

Um diesen Einschränkungen entgegenzuwirken, hat die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ (BI) den nächsten Castor-Transport eine Kundgebung um 18 Uhr am Rathaus sowie einen Demonstrationszug vom Rathaus zur Transportstrecke an der Kreuzung Schöppinger Straße/ Schumacherring angemeldet.

Gegen 19.30 Uhr findet dort eine symbolische Sitzblockade statt. Anschließend ziehen die Teilnehmer_innen als angemeldete Demonstration weiter zur Dauer-Mahnwache am Zwischenlager Ahaus.

„Damit fällt auch der Weg zur Mahnwache unter das Versammlungsgesetz, ist ordnungsgemäß angemeldet und die Polizei kann sich darauf entsprechend einstellen. Was 2005 möglich war, muss auch 2026 machbar sein“, so Heiner Möllers von der BI Ahaus.

Ausweichrouten und Streckenkontrollen angekündigt, aber nicht umgesetzt

Die Anti-Atomkraft-Initiativen sind verärgert und besorgt darüber, dass die vom BASE angekündigten Sicherheitsmaßnahmen beim ersten Castor-Transport nicht umgesetzt wurden. In einer Videokonferenz mit Vertretern der BI und der Stadt Ahaus hatte das BASE im vergangenen Jahr Kontrollen der Transportstrecke vor jedem Transport angekündigt. Laut Frau Kallenbach-Herbert von der Jülicher Entsorgungsgesellschaft (JEN) stehen diese nicht vor und nach jedem Castor-Transport auf dem Plan. Offenbar fanden sie auch nicht statt. Dabei wiegt jeder Castor-Transport 130 Tonnen. Die Polizei hatte gegenüber der Presse angegeben, dass sie wegen Bedenken bei einigen Brücken zunächst nur mit einem Castor-LKW fahren werde.

Ebenso hatte das BASE angekündigt, dass es Ausweichrouten geben müsse. Die Drohen-Verbotszone sah jedoch lediglich eine Ausweichroute rund um Mönchengladbach vor. Wie die BI am Transport-Tag feststellte, war einer der beiden umgebauten Kreisverkehre zwischen Autobahn und Zwischenlager in Ahaus bereits wieder abgesackt.

„Beim ersten Castor wurde unser Protest offenbar als größeres Problem angesehen als die marode Infrastruktur“, zeigt sich Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich wütend. „Genau wie bei der Endlagersuche geht unser Vertrauen in die Behörden und die Atompolitik hier gegen null! Deswegen wird es auch beim zweiten Castor-Transport ab 18 Uhr eine Mahnwache vor dem Forschungszentrum in Jülich geben!“

Nachlese: Erster Castor-Transport Jülich-Ahaus

https://www.sueddeutsche.de/suche?search=atomm%C3%BCll

https://www.stern.de/gesellschaft/regional/nordrhein-westfalen/atom--erster-atommuell-transport-von-juelich-nach-ahaus-rollt-37252042.html

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-03/atommuell-transport-nrw-juelich-zwischenlager-ahaus

https://aachen.t-online.de/region/aachen/id_101185000/juelich-castor-transport-erreicht-zwischenlager-ahaus-nach-170-kilometern.html

https://www.tag24.de/justiz/polizei/tausende-polizisten-sichern-ersten-atommuell-transport-in-nrw-sogar-mobile-toiletten-teil-des-konvois-3484070

https://www.sueddeutsche.de/panorama/castor-transport-durch-nrw-polizei-zieht-positive-bilanz-li.3458667

Fernsehen:

https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtZTNiYzVkNWMtYTEwZi00ZDcxLTgyYjUtOWRiNGY2NDMwNWRl

https://www.ardmediathek.de/video/morgenmagazin/moma-reporter-der-castor-transport-rollt-wieder/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtMjExODYwZjYtNWYwMi00Nzk1LTg4MjctOWYxMTUzNGZlNDVk
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--> ab 11:48 min.
https://www.ardmediathek.de/video/aktuelle-stunde/aktuelle-stunde-oder-24-03-2026/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtMDBjOGM2MTItY2FlYS00ZGE4LWE1MTctZTcwMmVhODIyMDlk

https://www.zdfheute.de/video/heute-journal-update/atom-muell-transport-100.html

https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/atommuell-castor-transport-nrw-zwischenlager-100.html

Reuters:
https://www.reutersconnect.com/item/castor-transports-in-north-rhine-westphalia/dGFnOnJldXRlcnMuY29tLDIwMjY6bmV3c21sX0RQQUYyNjAzMjRYOTlYOTMxMjg4

https://www.reutersconnect.com/item/castor-transports-in-north-rhine-westphalia/dGFnOnJldXRlcnMuY29tLDIwMjY6bmV3c21sX0RQQUYyNjAzMjRYOTlYOTMyMzMy


https://www.tagesschau.de/inland/castor-transport-atommuell-nrw-100.html

https://www1.wdr.de/nachrichten/castor-transport-ticker-nrw-ahaus-100.html

https://taz.de/Atommuelltourismus-durch-NRW/!6165618&s=marita%2Bboslar/

https://www.rtl.de/rtl-west/castortransport-in-nrw-mit-atommuell-von-juelich-nach-ahaus-id30507762.html

https://www.rtl.de/news/atommuell-transport-in-nrw-umstrittener-castor-konvoi-erreicht-ahaus-id30508243.html

https://www.ksta.de/politik/nrw-politik/nrw-castor-transporte-sind-startklar-1250317

https://dashitradio.de/news/detail/erste-castor-transporte-erreichen-ziel/

https://www.antenneac.de/artikel/castor-transporte-protest-in-juelich-2607529 (im Vorfeld)

https://www.antenneac.de/artikel/erster-castor-transport-in-ahaus-angekommen-2608154

https://www.radiorur.de/artikel/erste-castor-transporte-sind-gerollt-2608211

https://www1.wdr.de/nachrichten/transport-atommuell-aus-juelich-nach-zwischenlager-ahaus-100.html


https://www.frankenpost.de/inhalt.deutschland-erster-transport-von-atommuell-aus-juelich-in-ahaus-angekommen.f7386fc7-dfd6-4cb7-8908-b170799dd53d.html

https://www.deutschlandfunk.de/erster-transport-von-atommuell-aus-juelich-in-ahaus-angekommen-102.html

https://supertipp-online.de/nachrichten/nrw/atommuell-transport-in-nrw-stoerungsfrei-151-castoren-folgen-id566414

https://www.waz.de/lokales/bottrop/article411550672/um-mitternacht-auf-der-a2-radioaktiver-atommuell-aus-juelich-faehrt-durch-bottrop.html

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/719703/radioaktive-fracht-auf-der-autobahn-start-der-groessten-atommuell-transportwelle-durch-nrw

https://www.wiwo.de/politik/deutschland/kernkraft-serie-von-atommuell-transporten-quer-durch-nrw-gestartet/100211418.html

https://www.welt.de/politik/deutschland/article69c33fa78f5761671715e5ef/atommuell-transport-2400-polizisten-im-einsatz-castor-behaelter-in-ahaus-angekommen.html

https://www.nordkurier.de/panorama/atommuell-transport-in-nrw-darum-startet-die-polizei-einen-grosseinsatz-4458485

https://www.n-tv.de/panorama/Erster-Castor-Transport-nach-Ahaus-verlaeuft-reibungslos-id30508213.html

https://www.tagesschau.de/inland/castor-transport-atommuell-nrw-100.html

https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_101184952/atommuell-castor-transport-rollt-durch-nrw-2500-polizisten-im-einsatz.html


https://www.herzog-magazin.de/magazin/zukunft-wirtschaft/erster-castor-behaelter-aus-juelich-erreicht-ahaus/?fbclid=IwY2xjawQxRmFleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeRU-minE1z72FIP6iEAxnkhh5UhMD2aFzVo8xnbVeiFEmE2UE-7BKG96qkCw_aem_9-83Ev_aFZDAIYYpCrh2LA

https://www.aachener-zeitung.de/lokales/region-dueren/juelich/erster-castor-mit-radioaktivem-muell-aus-juelich-in-ahaus-angekommen/144118591.html

de.nachrichten.yahoo.com/serie-atommülltransporten-quer-nrw-startet-211320568.html?

24. März: Castor-Transport & Protest Tag X1

(© iStock | Younes Kraske)

„Sicherheitskonzept bereits vorab gescheitert“

„Reul muss Castor absagen“

Proteste gegen Castor-Transporte Jülich‒Ahaus Tag X1

‒ 18 Uhr: Dauer-Kundgebung vor Forschungszentrum Jülich

‒ 18 Uhr: Demo in Ahaus vom Bahnhof zum Rathaus

‒ Ab 20 Uhr: Nächtliche Dauermahnwache vor Zwischenlager Ahaus






Für den heutigen Dienstagabend rechnen die Anti-Atomkraft-Initiativen mit dem ersten Castor-Transport von Jülich nach Ahaus. Entsprechende Hinweise haben sie aus verschiedenen Quellen erhalten.Sie rufen deshalb für Dienstag um 18 Uhr in Ahaus zu einer Demonstration vom Bahnhof zum Rathaus mit anschließender Kundgebung auf. In Jülich gibt es vor dem Forschungszentrum an der Wilhelm-Johnen-Straße ab 18 Uhr eine Dauer-Mahnwache bis zur Castor-Abfahrt. Ab 20 Uhr startet dann eine Dauer-Mahnwache vor dem Zwischenlager Ahaus, bis der Castor-Transport angekommen ist. Ebenfalls gab es Hinweise, dass die Polizei am Montag mit einem Leertransport nochmal üben wolle. Auch dies werden die Atomkraftgegner_innen im Auge behalten.

„Wir laden alle Menschen ein, ein Zeichen zu setzen: Für die Dunkelheit haben wir in Ahaus gelbe X aus Knicklichtern vorbereitet. Für Protest ist es nie zu spät, Atompolitik muss endlich lernen, langfristig und nicht nur formal-juristisch zu denken“, so Annika Enzmann von der Bürgerinitiative Ahaus.

***Für Jülich***

***Versammlungsort ist auf der Stetternicher Staatsforst Straße (ETC – Enrichment Technology Company) circa 20 Meter vor der Kreuzung Wilhelm-Johnen-Straße***

Anreise zur Mahnwache Tag X!***bitte anklicken***

Alle drei Protest-Aktionen sind bei der Polizei angemeldet und fallen unter das Versammlungsrecht, so dass der Zugang jederzeit möglich sein muss. Laut Auflagenbescheid der Polizei müssen dafür aber vermutlich Umwege in Kauf genommen werden und auch mit den zugewiesenen Versammlungsorten vor dem Zwischenlager sind die Atomkraftgegner_innen nicht zufrieden, weshalb sie eine Klärung durch das Verwaltungsgericht Münster anstrengen.

„Beim Castor 2005 durfte die Kundgebung auf der halben Fahrbahn stattfinden, nicht nur an der Bushaltestelle“, begründet Hanna Poddig von Sofa Münster diesen Schritt. „Und wir wollen eine symbolische Sitzblockade eine Stunde vor Ankunft des Transportes vor dem Tor bzw. auf der Fahrbahn und nicht an der Ausfahrt abhalten. Der Super-Gau sind Unfälle und Anschläge, nicht Protest-Aktionen, wie die GdP behauptet.“

Sicherheitskonzept ist nur zahnloser Papiertiger – Transporte jetzt stoppen

Für die Anti-Atom-Initiativen ist das Sicherheitskonzept bereits gescheitert, weil das Bundesverkehrsministerium am Donnerstagnachmittag die Transportroute online veröffentlicht hat.

„Es ist doch blanker Hohn, wenn die Behörden meinen, sie können Gefahren durch Drohnen begegnen, indem sie vorher eine Drohnen-Flugverbot verhängen und damit die Route auch offiziell bekannt machen“, erklärt Hartmut Liebermann von der BI Ahaus. „Weder Wegwerf-Agenten, noch Terroristen lassen sich so aufhalten. Genau solchen behördlichen Irrsinn meinen wir, wenn wir von rein formal erfüllten Sicherheitskonzepten sprechen. Innenminister Reul muss die Transporte nun absagen!“

Im Internet findet man inzwischen verschiedene Anleitungen für Lenkraketen und Kampfdrohnen zum selber bauen, was die Initiativen sehr besorgt.

Gleichzeitig zeigt die veröffentlichte Route, dass es so gut wie keine Ausweichstrecken gibt. Diese sind laut Genehmigung jedoch erforderlich. „Recherchiert man die Sperrungen für Schwerlast-Transporte bleibt eigentlich nur die A42-Rheinbrücke. Die Alternative über die A1-Rheinbrücke bei Köln-Leverkusen endet an Schwerlast-Beschränkungen im Raum Duisburg/ Oberhausen, auf der A43 bei Herne und macht dann einen Umweg über Münster bis hin zur A30 bei Lotte notwendig, wenn man die weitere Auflage, so viel Autobahn-Strecke wie möglich, einhalten will“, geht Kerstin Ciesla vom BUND NRW ins Detail.

Ebenso ist die Anordnung, dass die  Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) auf ihrer Homepage keine Fotos der Transport-LKW mehr zeigen darf, sinnlos, da diese inzwischen zahlreich im Internet kursieren und auch von der JEN bei der Dialog Veranstaltung gezeigt wurden.

„Die Politik hat seit 17 Jahren auf allen Ebenen versagt. Sie hätte das Ruder noch mehrfach herumreißen können, nachdem die Entscheidung über den Abtransport der Jülicher Atomkugeln getroffen wurde. Nun erwartet uns die größte Castor-Lawine in der Geschichte der Bundesrepublik – das macht uns wütend und dazu werden wir nicht schweigen!“, zeigt sich Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ in Jülich entschlossen.




Solidarische Grüße von Tom Clements – Umweltaktivist aus South Carolina von der US-amerikanischen Initiative Savannah River Site Watch

Bild: pixabay.com



Presseberichte zum ersten Castor-Transport Jülich-Ahaus

Jülich: Anreise zur Mahnwache Tag X1

Bitte um Beachtung: Mahnwache am Tag X1 vor Forschungszentrum Jülich


***Versammlungsort ist auf der Stetternicher Staatsforst Straße (ETC – Enrichment Technology Company) circa 20 Meter vor der Kreuzung Wilhelm-Johnen-Straße***

Anreise zur Mahnwache zum Tag X1 ab 18 Uhr

Von Autobahnabfahrt Düren in Richtung Jülich (B56):

  • An der Ampelkreuzung rechts in Richtung Selgersdorf
  • Am Ende von Selgersdorf links auf die Beschilderung achten: In Richtung Hambach … Daubenrath auf den Hambacher Weg  
  • Nach circa 500 Meter links in Richtung Daubenrath
  • Durch den Ort Daubenrath weiter bis Kasterstraße
  • Dann Kasterstraße weiter folgen bis zur Stetternicher Staatsforst Straße (geht links in den Wald hinein | „Schleichweg“)
  • Stetternicher Staatsforst Straße vorbei am ETC bis zum Versammlungsort

Von Jülich kommend (B56) ab der Ampelkreuzung entsprechend links und dann wie ober erwähnt.

Beachtet, die Anreise aus westlicher Richtung über Leo-Brandt- Straße, Waldstraße und Wilhelm-Johnen- Straße nicht möglich!

Das Mitführen von Alkohol und alkoholischen Getränken ist verboten. Auch das Mitführen von Behältnissen aus Glas und Blech ist nicht gestattet.

(Quelle: https://www.openstreetmap.org)

Atommüllverschiebung ohne Perspektive

(Beitragsbild: iStock | Man_Half-tube)

Ahaus – Jülich, Sellafield – Brokdorf:

Atommüllverschiebung ohne Perspektive

Heute in Ahaus Info-Dialog & Mahnwache

Dienstag erster Castor-Transport? Proteste startklar

„Ohne Endlager ist jeder Castor-Transport sinnlos“

Castor Jülich-Ahaus Tag X1 (Dienstag?):

18 Uhr: Dauer-Kundgebung vor Forschungszentrum Jülich

18 Uhr: Demo in Ahaus vom Bahnhof zum Rathaus

Ab 20 Uhr: Nächtliche Dauermahnwache vor Zwischenlager

Mit einer Mahnwache demonstrieren Anti-Atomkraft-Initiativen am heutigen Donnerstag ab 18 Uhr vor dem Ahauser Rathaus. Sie wollen vor der Infoveranstaltung der Betreibergesellschaft des Ahauser Atommülllagers (BGZ) und der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklaeranlagen (JEN) noch einmal ihren Standpunkt verdeutlichen und den Ärger über eine verfehlte Atommüllpolitik zum Ausdruck bringen. Um 19 Uhr werden die BGZ, die Genehmigungsbehörde BASE und die JEN im Rathaus über die nun anrollenden Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus informieren. Nach Informationen der Anti-Atomkraft-Initiativen verdichten sich die Hinweise, dass der erste Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll von Jülich über 170 Autobahn-Kilometer nach Ahaus am Dienstag starten soll.

So ist zum Beispiel ein großer Hotelbetrieb nahe Ahaus von Dienstag auf Mittwoch komplett ausgebucht, offenbar von der Polizei. Die GdP spricht inzwischen von 4500 Polizist_innen, die im Einsatz sein sollen. Diese Kosten werden allein vom Land NRW getragen werden, da diese von der Kosten-Aufteilung 70:30 zwischen Bund und Land ausgenommen sind. Die laut Bund günstigere Option erweist sich somit für NRW sicherheits- und kostentechnisch zum Bumerang. In Ahaus und Jülich sind für den ersten Tag X Proteste zu 18 Uhr vorbereitet. Solidarische Unterstützung erhalten die Anti-Atom-Initiativen aus Norddeutschland, dort sind für das Frühjahr Castor-Transporte aus Sellafield/ England nach Brokdorf angekündigt. Für das Atommüll-Problem gibt es aber nirgends eine Lösung. Am Samstag gibt es deswegen auch in Norddeutschland dezentrale Protest-Aktionen.

Info-Dialog ohne zuständige Ministerien: 16 Jahre lang nichts unternommen

Für die Initiativen ist es nicht verwunderlich, dass die verantwortlichen Minister_innen aus Berlin und Düsseldorf nicht anwesend sind, sondern ihre Aufgaben an untergeordnete Ebenen delegieren.

„Bereits seit 2009 war bekannt, dass die Genehmigung für das Jülicher Zwischenlager im Jahr 2013 auslaufen würde. Der damalige Wirtschaftsminister Duin (SPD) überbrückte das Castor-Debakel daraufhin mit zwei ‚Duldungen‘ für ein Jahr. Seit 2014 verfügt das jetzige Lager über keine Genehmigung mehr. Wir haben immer wieder starke Sachargumente für ein neues, möglichst sicheres Zwischenlager in Jülich vorgebracht. Diese wurden von einigen Parteien und Ministerien ignoriert, von anderen wohlwollend bis bestätigend zur Kenntnis genommen – entscheidend gehandelt wurde aber in keiner Regierungskonstellation in Düsseldorf oder Berlin. Die Atommüllverursacher in Jülich haben nur den Abtransport nach Ahaus ernsthaft verfolgt, nie aber den Bau eines neuen Zwischenlagers in Jülich“, bekräftigt Marita Boslar vom Aktionsbündnis „ Stop Westcastor“ Jülich.

„Formal-juristisch korrekt ist noch lange nicht sinnvoll und sicher“

„Das Ahauser Zwischenlager hat auch nur eine Genehmigung bis 2036 und ist mit Gorleben das älteste der Bundesrepublik mit der geringsten Deckenstärke von nur circa 20 Zentimetern. In Lubmin ist aus Sicherheitsgründen ein neues Lager mit 1,8 Meter Stahlbeton-Decke vorgesehen. Das Ahauser Lager ist nicht zukunftsfest, warum soll jetzt eine massive Castor-Lawine nach Ahaus rollen?“, so Heiner Möllers von der BI Ahaus.

Jens Dütting vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen ergänzt: „Da mag nun formal-juristisch alles korrekt sein, langfristig sinnvoll und praxistauglich sind diese Castor-Transporte keineswegs – aber das wird vom  Atomgesetz auch nicht verlangt. Das ist ein politischer Fehler, den wir den zahlreichen, verschiedenen zuständigen Ministerien vorwerfen. Umso trauriger ist es, dass diese heute nicht persönlich hier in Ahaus Stellung nehmen!“

Weiter kritisieren die Initiativen, dass es keinen Plan B gibt, wenn die riesige Transportserie nicht vollständig gelingt. Die SPD-Landtagsfraktion geht von 4 bis 8 Jahren Transportdauer aus. Was, wenn in der Zwischenzeit weitere Brücken für den Schwerlasttransport gesperrt werden oder wegen weiter verschärfter Sicherheitslage die Transportserie abgebrochen werden muss?

„Die 130 Tonnen schweren Probe-Transporte führten über die Berliner Brücke in Duisburg, die nun gesperrt ist. Die Sperrung der Rahmedetal-Brücke kam auch von einem auf den anderen Tag – von der weltpolitischen Sicherheitslage ganz zu schweigen“, erinnert Jens Dütting.

Atommüll-Dilemma im ganzen Land – auch Proteste in Norddeutschland

Die Anti-Atomkraft-Initiativen weisen die Forderungen nach neuen Atomkraftwerken zurück, denn das Atommüll-Dilemma ist überall ungelöst. Das zeigen das Endlager-Projekt Asse, die Dauernutzung der Zwischenlager und die vertagte Endlagersuche.

„Atommüll, von dem kein Mensch weiß, wo und wie er langfristig sicher gelagert werden könnte, von einem Ort an den nächsten zu bringen, suggeriert die Übernahme von Verantwortung, lenkt aber permanent von der Unlösbarkeit der Aufgabe ab. Wir demonstrieren solidarisch mit den Atomkraftgegner_innen in Norddeutschland gegen jegliche unsinnige Atommüllverschiebung“, betont Hanna Poddig von der Initiative Sofa Münster.

Castor-Transporte und weitere Proteste schon in den nächsten Wochen?

Nach Informationen der Anti-Atomkraft-Initiativen soll am kommenden Dienstag (24.03.2026) der erste von insgesamt bis zu 152 Castor-Transporten mit hochradioaktivem Atommüll aus dem Forschungszentrum Jülich über eine Strecke von 170 Autobahnkilometern ins Zwischenlager Ahaus rollen.

Wenn sich die Hinweise verdichten, wird es um 18 Uhr jeweils eine Kundgebung vor dem Forschungszentrum Jülich geben sowie eine Demo ab Bahnhof Ahaus in die Innenstadt. Ab 20 Uhr ist eine nächtliche Atommüll-Dauermahnwache vor dem Zwischenlager in Ahaus-Ammeln angemeldet. Weitere kurzfristige Proteste entlang der Strecke sind möglich, so hatte es im Januar bereits eine Demo auf Autobahnbrücken an der A2 in Bottrop gegeben. Wann genau sich die Hinweise für den ersten Tag X konkretisieren, können die Anti-Atomkraft-Initiativen noch nicht genau sagen.

Eine Übersicht über mögliche Transportrouten bietet: https://castor.nirgendwo.info/#7/51.462/6.629

Aktionsplan für 1. Castor-Transport Jülich-Ahaus

Aktionsfahrplan für ersten Castor-Transport Jülich-Ahaus:

  • 19. März, 18 Uhr: Mahnwache vor BGZ-Infoabend im Rathaus Ahaus

„Verantwortliche Minister kneifen und haben Angst vor Bevölkerung“

Castor-Tag X1:

  • 18 Uhr: Dauer-Kundgebung vor Forschungszentrum Jülich
  • 18 Uhr: Demo in Ahaus vom Bahnhof zum Rathaus
  • ab 20 Uhr: Nächtliche Dauermahnwache vor Zwischenlager

Mit einem Aktionsfahrplan bereiten sich die Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände auf die Proteste zum ersten Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll von Jülich über 170 Autobahn-Kilometer nach Ahaus vor. Auftakt der Proteste ist am jetzigen Donnerstag, 19. März, um 18 Uhr mit einer Mahnwache vor dem Rathaus in Ahaus. Dort wollen ab 19 Uhr die Vertreter der Atommüll-Behörden und bundeseigenen Zwischenlager-Verwalter die Ahauser Bevölkerung in einer öffentlichen Veranstaltung zu den anstehenden Castor-Transporten informieren. Die Anti-Atomkraft-Initiativen kritisieren scharf, dass die verantwortlichen Minister aus Berlin und Düsseldorf nicht anwesend sind und die Arbeit an untergeordnete Ebenen delegieren.

Konkret befürchten die Anti-Atomkraft-Initiativen noch vor Beginn der NRW-Osterferien den ersten von insgesamt bis zu 152 Castor-Transporten mit hochradioaktivem Atommüll aus dem Forschungszentrum Jülich über 170 Autobahn-Kilometer ins Zwischenlager Ahaus. Am Transporttag wird es um 18 Uhr jeweils eine Kundgebung vor dem Forschungszentrum Jülich geben sowie eine Demo ab Bahnhof Ahaus in die Innenstadt. Ab 20 Uhr ist eine nächtliche Atommüll-Dauermahnwache vor dem Zwischenlager in Ahaus-Ammeln angemeldet.

„Wir sind tief enttäuscht von der Bundes- und NRW-Landesregierung. Wir kämpfen schon seit 16 Jahren gegen diese verantwortungslosen Atommüll-Pläne. Doch zu keinem Zeitpunkt wurde eine konstruktive Lösung gesucht, um die hochgefährlichen Atommülltransporte über die Autobahnen von NRW zu verhindern. Anstatt in Jülich für die 152 Castoren ein neues, möglichst sicheres Zwischenlager zu bauen, fürchten wir eine Dauerlagerung in der Lagerhalle in Ahaus, deren Genehmigung auch schon 2036 ausläuft. Und im Hintergrund wartet schon Markus Söder mit seinem atomwaffenfähig hochangereichertem Uran aus dem Forschungsreaktor Garching. Ohne Klärung der Endlagerfrage sind Atommülltransporte nach Ahaus eine Reise ohne Ziel. Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn. Wir werden deshalb gegen die Castor-Transporte entschlossen und anhaltend auf die Straße gehen“, erklärten Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“ gemeinsam.

„Dass sich weder Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), dem die Jülicher JEN untersteht, noch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) oder NRW-Atomministerin Mona Neubaur (Grüne) in Ahaus den Fragen und berechtigten Sorgen der Bevölkerung persönlich stellen, ist eine Bankrotterklärung der Politik. Immer wieder wird der Vertrauensverlust in `die Politik` beklagt, doch dann müssten am Donnerstag in Ahaus die vier verantwortlichen Minister:innen in Ahaus auf dem Podium sitzen – und nicht die nachgeordneten Behörden.  Bei der Gelegenheit könnten sie dann auch erstmals in 16 Jahren auf höchster Ebene persönlich über eine politische Lösung der Atommüll-Frage sprechen – noch ist es nicht zu spät“, ergänzte Jens Dütting vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Die Anti-Atomkraft-Initiativen gehen von einem sehr kurzfristigen Bekanntwerden des Transporttermins für den ersten Castor aus.