Castor-Briefe an Wüst, Neubaur und Reul

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Anti-Atom-Organisationen schreiben NRW-Landesregierung: Castor-Briefe an Wüst, Neubaur und Reul

  • „NRW-Landesregierung soll politisches Zeitfenster nutzen“
  • 24. Januar , 11 Uhr: Demo Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd
  • „Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn“

Mit Schreiben an NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) sowie Innenminister Herbert Reul (CDU) versuchen die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland und Jülich sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) neuen Schwung in die politische Castor-Debatte zu bringen. Es geht um die 152 Castor-Behälter mit rund 300 000 hochradioaktiven Brennelementekugeln, die vom Forschungszentrum Jülich in einem mehrjährigen Kraftakt über die Autobahn ins Zwischenlager Ahaus gebracht werden sollen.

Die Anti-Atom-Organisationen fordern von Wüst und Neubaur eine Einladung an die Bundesregierung zu Last-Minute-Gesprächen, um die Weiterlagerung des Jülicher Atommülls vor Ort zu ermöglichen. Zugleich laden sie die beiden Spitzenpolitiker:innen erneut ein, sich in Ahaus der Diskussion mit der Bevölkerung zu stellen. Von Innenminister Reul wollen die Organisationen wissen, ob seine schriftliche Zusage von Ende November 2025 weiterhin gilt, dass er zunächst den Ausgang des juristischen Streits um den Sofortvollzug der Transportgenehmigung für die Castoren vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg abwarten wird, bevor ein erster Atommüll-Transport starten kann.

Zugleich rufen die Organisationen zusammen mit dem BUND NRW und weiteren Initiativen für jetzt Samstag, 24. Januar, um 11 Uhr zu einer Demonstration am Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd an der Castor-Autobahn A2 auf. Die Demo beginnt mit einer Kundgebung an der Kreuzung Oberhausener Straße / Hanielstr. / Im Fuhlenbrock und wird durch den Stadtteil Bottrop-Fuhlenbrock führen, um die Anwohner:innen zu informieren. Die Demo steht unter dem Motto „Castor-Lawine Jülich−Ahaus stoppen – hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn“.

Der Autobahn-Abschnitt der A2 zwischen Oberhausen und Bottrop liegt auf halbem Weg der 170 Kilometer langen Strecke zwischen Jülich und Ahaus und ist durch eine Großbaustelle ein offensichtliches, sicherheitstechnisches Nadelöhr. Die verengten Fahrbahnen machen eine seitliche Abschirmung der Castor-LKW unmöglich und dürften deshalb im Ernstfall zu einem Polizei-Großeinsatz mit zahlreichen Absperrungen führen.

„Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn. Deshalb werden wir in Bottrop unseren Protest öffentlich sehr deutlich machen – wir fordern weiterhin eine politische Lösung zwischen Bundes- und Landesregierung, die eine möglichst sichere Weiterlagerung des Atommülls in Jülich ermöglicht. Aus diesem Grund haben wir der NRW-Landesregierung jetzt noch einmal geschrieben“, erklärten Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Jens Dütting von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ gemeinsam.

Die Anwohner:innen entlang der Autobahnen wurden bislang weder von der Bundes- noch der Landesregierung oder der Polizei unterrichtet. Die Proteste dienen also auch der öffentlichen Information über die erheblichen Unfall- und Sicherheitsgefahren der LKW-Atommülltransporte. Die Gewerkschaft der Polizei spricht angesichts der „sinnlosen Mammutaufgabe“ seit Monaten von „Wahnsinn“. Denn auch das Zwischenlager Ahaus ist neben Gorleben das älteste in Deutschland und bietet keine Dauerlösung. 2036 läuft auch in Ahaus die Genehmigung aus. Ein sicheres Endlager wird es auf Jahrzehnte nicht geben. In dieser Situation machen Atommülltransporte von einem Zwischenlager in ein anderes keinen Sinn. Sie sorgen angesichts von maroden Autobahnen und Brücken, von Drohnen und der Gefahr schwerer Unfälle nur für neue, unkalkulierbare Risiken.

„Wer in diesen unsicheren Zeiten auf die Idee kommt, dutzende Male hochradioaktiven Atommüll in riesigen Polizei-Konvois über die ohnehin überlasteten NRW-Autobahnen zu schicken, handelt unverantwortlich. Es ist absolut unverständlich, warum von der NRW-Landesregierung so wenig zu hören ist. Wenn NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst wirklich auf jeden Castor gut verzichten kann, wie er letzten Sommer gesagt hat, dann muss er jetzt endlich die Initiative ergreifen, um die hochriskante Atommüll-Lawine für NRW zu verhindern. Die BUND-Beschwerde vor dem OVG Berlin-Brandenburg bietet ein politisches Zeitfenster“, ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Hinweis für die Redaktionen:

Die beiden Briefe an die NRW-Landesregierung finden Sie unter diesen beiden Links:

Ahaus: Erneute Proteste gegen Jülicher Castoren

Bei der Mahnwache vor dem Ahauser Rathaus haben am heutigen Sonntag (18.01.) rund 150 Teilnehmer*innen erneut gegen die geplanten Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus protestiert. Grund für die Proteste war hauptsächlich die Entscheidung des Verwaltungsgerichts in Berlin vor gut einer Woche. In erster Instanz war der BUND mit dem Eilantrag gegen die Castor-Transporte gescheitert. Das Gericht sah den Umweltverband als nicht klageberechtigt an.

Der BUND hat gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Beschwerde eingelegt. Damit erhofft sich der Umweltverband, die 152 Castor-Transporte stoppen zu können.

Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ hatte zu der Kundgebung aufgerufen. Die Initiative fordert bereits seit Längerem, dass die Bundesregierung und die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen erneut über die geplanten Transporte beratschlagen sollen.

Bericht des WDR: https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/demo-ahaus-castoren-transporte-100.html

Keine Finanzierung von Atomproblemen – sondern Klimalösungen!

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Fukushimas Warnung: Keine Finanzierung von Atomproblemen – sondern Klimalösungen!

Die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima beweisen: Atomkraft ist unberechenbar. Selbst moderne Reaktoren können außer Kontrolle geraten – mit verheerenden Folgen für Mensch und Umwelt. Ganze Landstriche wurden langfristig unbewohnbar, Tausende leiden bis heute unter den gesundheitlichen Spätfolgen.

Atomkraft bleibt eine Hochrisikotechnologie. Technische Pannen, menschliches Versagen oder gezielte Angriffe – besonders in Kriegszeiten – können zu schweren Unfällen mit massiver Freisetzung radioaktiver Stoffe führen. Das gilt auch für sogenannte „fortschrittliche“ Reaktortypen wie Small Modular Reactors (SMR). Jede Kernenergieerzeugung ist anfällig für den aktuellen Klimawandel, sei es durch den Mangel an Kühlwasser oder die Gefahr einer Überschwemmung. Zudem hinterlässt jeder Betrieb hochgiftigen Atommüll, der über Zehntausende von Jahren sicher von der Biosphäre isoliert werden muss – eine unlösbare Aufgabe und einen unverantwortliche Last für zukünftige Generationen.

Nicht zuletzt sind zivile und militärische Nuklearindustrie untrennbar miteinander verflochten: SMR für Marinefahrzeugantrieb, die zivile Nuklearkette die nukleare Sprengstoffe für die Herstellung von Atombomben liefert, abgereichertes Uran in „konventionellen“ Waffen usw..

Trotzdem wird Atomkraft als „grün“ und „klimafreundlich“ vermarktet. Doch die Fakten widerlegen dies:

Atomstrom ist zu teuer: Es is mehrfach teuerer als Windstrom und Solarstrom, und deren Kosten bleiben steigen.
Atomkraft lebt von Subventionen: Ohne massive staatliche Hilfen und Risikogarantien wäre kein neues Atomkraftwerk wirtschaftlich. Kostenexplosionen und jahrelange Verzögerungen sind die Regel – nicht die Ausnahme. 
Atomkraft ist zu langsam für die Klimakrise: Der Bau neuer Meiler dauert oft 20 Jahre oder länger, 20 weitere Jahre von CO2 Emissionen. Solar- und Windanlagen hingegen sind in zwei bis fünf Jahren einsatzbereit und liefern sofort sauberen Strom. 
Private Investoren haben die Zeichen der Zeit erkannt: Sie setzen mehrheitlich auf erneuerbare Energien, die längst wettbewerbsfähig sind und rasant wachsen. Denn jeder Euro, der in Atomkraft fließt, fehlt für den dringend benötigten Ausbau von Wind-, Solar- und Speichertechnologien.

Deshalb fordern wir: Keine Gelder für Atomkraft! Die Europäische Union darf Atomkraft – insbesondere den Neubau von Atomkraftwerken – nicht fördern. Im Mehrjährigen Finanzrahmen der EU darf es keine Mittel für die Atomenergie geben. 

Statt Milliarden in eine riskante, teure und überholte Technologie zu stecken, brauchen wir eine konsequente Energiewende: 100 Prozent erneuerbar, dezentral und demokratisch. Nur so verhindern wir neue Katastrophen wie Tschernobyl oder Fukushima – und schützen wirksam das Klima.

Hier geht es zur Petition … Fukushimas Warnung: Keine Finanzierung von Atomproblemen – sondern Klimalösungen!

Ahaus: Proteste gegen Jülicher Castoren

Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ ruft zum ersten Sonntagsspaziergang im neuen Jahr auf:

Dieser findet am Sonntag, 18. Januar, um 14 Uhr als Mahnwache und Kundgebung vor dem Rathaus in Ahaus statt.

Mit der Kundgebung wird gegen die zahlreichen geplanten Transporte von Atommüll protestiert. Konkret geht es um 152 Castor-Behälter aus Jülich. Der Umweltverband BUND hat versucht, diese Transporte mit einem Eilantrag zu stoppen. Ein Berliner Gericht hat den Antrag jedoch kürzlich mit kaum nachvollziehbaren Gründen abgelehnt. Dagegen hat der BUND nun Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt. Die Bürgerinitiative begrüßt diesen Schritt sehr. Auf der Kundgebung am Sonntag gibt es dazu mehr Informationen.

Auch Vladimir Slivyak wird bei der Kundgebung anwesend sein. Er ist Mitgründer der russischen Umweltorganisation „Ecodefense“ und Träger des „Alternativen Nobelpreises“. Slivyak engagiert sich seit vielen Jahren gegen Urantransporte von Russland nach Deutschland.

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Juristisches Tauziehen um Castor-Demo Bottrop 24. Januar?

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  • Polizei möchte Querung von Brücken über A2 verbieten
  • Veranstalter sehen Einschränkung des Versammlungsrechts
  • Morgen (Freitag) neues Gespräch mit Polizei RE

„Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn – Versammlungsrecht muss für Castor-Proteste uneingeschränkt gelten“

Die angekündigten 152 LKW-Transporte mit hochradioaktivem Atommüll vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus sorgen nun womöglich für einen weiteren juristischen Streit vor den Verwaltungsgerichten. Die Polizei Recklinghausen teilte dem Anmelder der Castor-Demo am 24. Januar am Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd mit, dass man die Überquerung der Autobahn A2 – der Hauptstrecke für die Castor-Transporte – auf der Oberhausener Straße sowie auf der Fernewaldstraße im Stadtteil Fuhlenbrock untersagen wolle. Die Veranstalter setzen jedoch zunächst auf das Kooperationsgespräch mit der zuständigen Kreispolizei Recklinghausen am morgigen Freitag. Die Kreispolizei muss sich allerdings mit dem für die Atommülltransporte federführenden Polizeipräsidium in Münster abstimmen. Für den Fall, dass die Polizei bei dem Gespräch bei ihrer Ankündigung bleibt, bereiten sich die Veranstalter parallel auf ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen vor.

„Wochenlang hat sich die Kreispolizei Recklinghausen gar nicht gemeldet, nun soll auf einmal die Nutzung von ganz normalen Straßenbrücken untersagt werden. Das ist eine völlig unbegründete Einschränkung des Versammlungsrechts und wird von uns nicht hingenommen werden, sollte die Polizei bei ihrem Nein bleiben. Wir setzen deshalb beim morgigen Kooperationsgespräch mit der Polizei auf eine vernünftige Lösung. Es zeigt sich, dass die Nervosität auf Seiten der Polizei vor den ersten Castor-Transporten offensichtlich sehr hoch ist“, so Peter Bastian vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Die Demonstration gegen die größte Autobahn-Transportserie von hochradioaktivem Atommüll auf den Autobahnen in der Geschichte der Bundesrepublik beginnt am Samstag, 24. Januar um 11 Uhr an der Betriebszufahrt zum Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd an der Kreuzung Oberhausener Str. / Hanielstr. / Im Fuhlenbrock und führt zunächst durch den Stadtteil Fuhlenbrock und dann über die Autobahnbrücken Oberhausener Straße und Fernewaldstraße. Die A2 ist mit der Großbaustelle Oberhausen/Bottrop ein offensichtliches sicherheitstechnisches Nadelöhr auf der 170 Kilometer langen Castor-Strecke.

„Die Anwohner*innen entlang der Autobahnen wurden bislang weder von der Bundes- noch der Landesregierung oder der Polizei unterrichtet. Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn. Die Demo dient also auch der öffentlichen Information über die erheblichen Unfall- und Sicherheitsgefahren der LKW-Atommülltransporte. Die Gewerkschaft der Polizei spricht angesichts der „sinnlosen Mammutaufgabe“ seit Monaten von „Wahnsinn“. Denn auch das Zwischenlager Ahaus ist nur bis 2036 genehmigt und muss in absehbarer Zeit womöglich selbst geräumt werden, weil es auf Jahrzehnte hinaus kein sicheres Endlager gibt. In dieser Situation machen Atommülltransporte von einem Zwischenlager in ein anderes keinen Sinn. Sie sorgen angesichts von maroden Autobahnen und Brücken, von Drohnen und der Gefahr schwerer Unfälle nur für neue, unkalkulierbare Risiken. Wir fordern von der Bundes- und Landesregierung eine politische Lösung, welche die Transporte überflüssig macht“, ergänzte Jens Dütting von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“.

Kritik an VG-Beschluss zu Castoren

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Kritik an Castor-Beschluss des VG Berlin:

„Staatliche Entscheidungen müssen juristisch überprüfbar sein“

‒ Sachargumente wurden nicht geprüft

Neue Proteste:

‒ 18.1. | 14 Uhr: Sonntagsspaziergang Ahaus

‒ 24.1. | 11 Uhr: Demo am Autobahn-Rasthof Bottrop

Enttäuscht und verärgert reagieren die Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland und Jülich sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) auf die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin zum Eilantrag des BUND NRW gegen die geplanten 152 Castor-Transporte aus Jülich.

„Wenn ein Umweltverband seine begründeten Sorgen nur bei stationären Atomanlagen, nicht aber beim Transport von hochradioaktivem Atommüll auf maroden Autobahnen juristisch vortragen kann, haben wir eine große Lücke in unserem Rechtsstaat. Staatliche Entscheidungen müssen juristisch überprüfbar sein. Das Gericht hat leider keine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Sachargumenten geleistet. Jetzt ist umso mehr eine politische Lösung gefragt“, so Hartmut Liebermann von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“.

Reul muss Zusage einhalten: rechtskräftige Entscheidung abwarten

Die Anti-Atom-Organisationen erinnern zudem an eine schriftliche Zusage von NRW-Innenminister Herbert Reul, keinen Castor-Transport vor einem rechtskräftigen Beschluss durchzuführen. Solange also der BUND NRW noch vor dem OVG Berlin-Brandenburg eine Berufung beantragen kann, darf es auf den winterlichen NRW-Autobahnen zu keiner hochriskanten Atommüll-Tour kommen. In einer aktuellen Stellungnahme kündigte dies auch die zuständige Münsteraner Polizeipräsidentin Dorndorf an.

Neue Proteste und Info-Veranstaltungen

Die Anti-Atom-Organisationen rufen unterdessen zu neuen Protesten auf: Am kommenden Sonntag, 18. Januar, findet um 14 Uhr in Ahaus der erste Sonntagsspaziergang des Jahres gegen die anstehende Atommüll-Autobahn-Lawine statt. Startpunkt ist am Rathaus in Ahaus. Und am Samstag, 24. Januar, findet um 11 Uhr eine Demo am Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd statt. Startpunkt ist im Stadtteil Bottrop-Fuhlenbrock an der Kreuzung Oberhausener Str. / Hanielstr. / Im Fuhlenbrock unmittelbar an der Autobahn A2. Der dortige Abschnitt zwischen Oberhausen und Bottrop ist durch eine Großbaustelle ein offensichtliches, großes sicherheitstechnisches Nadelöhr entlang der 170 Kilometer langen Castor-Strecke.

„Wir erhalten derzeit viele Einladungen zu Infoveranstaltungen quer durch NRW. Das Interesse an dem brisanten Atomthema wächst spürbar. Auch deshalb bereiten wir weitere Proteste vor und gehen am 24. Januar mitten im Ruhrgebiet in Bottrop direkt an einem Nadelöhr der Castor-Strecke auf die Straße. Die völlig widersinnige Gefährdung der Bevölkerung ist nicht hinzunehmen“, ergänzte Peter Bastian vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Ahauser Zwischenlager bietet keine Perspektive

Bereits zu früheren Zeitpunkten gingen die Jülicher Atommüllfirma JEN und die NRW-Atomaufsicht von mehr als zwei Jahren aus, die die Transporte von Jülich nach Ahaus dauern würden. Die SPD-NRW sprach sogar von vier bis acht Jahren. Zudem hält die Gewerkschaft der Polizei an ihrer massiven Kritik an den Transporten fest und teilte mit, dass es anscheinend noch immer kein Strahlenschutzkonzept für die begleitenden Polizist*innen gibt. Angesichts immer weiterer Autobahn-Sperrungen für Schwerlast-Transporte ist die praktische Umsetzung der zweijährigen Genehmigung damit höchst zweifelhaft – das erwähnen weder Verwaltungsgericht Berlin noch das zuständige Atom-Bundesamt BASE. Zudem läuft auch die Genehmigung für das Zwischenlager Ahaus bereits 2036 aus. Zusammen mit Gorleben ist es das älteste bundesdeutsche Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll, das zugleich nach den geringsten Sicherheitsanforderungen erbaut wurde.

„Wenn NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst seine Aussage, dass er auf jeden Castor-Transport gut verzichten könne, ernst meint, dann muss er jetzt Bund und Land endlich an einen Tisch holen und eine politische Lösung herbeiführen. Option Nr. 1 ist eindeutig der Neubau eines Zwischenlagers für hochradioaktiven Atommüll in Jülich. Sollte es jedoch zum Abtransport der 152 Atommüllbehälter kommen, wäre das Forschungszentrum nicht atommüllfrei. Denn vor etwa zehn Jahren wurde der AVR-Reaktor zur Zwischenlagerung in ein neu errichtetes Zwischenlager auf dem Gelände des Forschungszentrums transportiert“, so Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich.

© .ausgestrahlt
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14.01. Köln Info-Veranstaltung zu Jülich-Castoren

14 Januar 2026 “ Atommülltransport aus Jülich stoppen!“

„Stopp den Irrsinn – Keine Atomtransporte Jülich – Ahaus“

Veranstaltung zu den geplanten Atommüll-Transporten aus dem Forschungszentrum Jülich in das Zwischenlager Ahaus (Westmünsterland)

In Jülich stehen 152 Castoren mit rund 300 000 „tennisballgroßen“ Brennelementekugeln. Diese atomaren Hinterlassenschaften stammen aus dem Versuchkernkraftwerk AVR Jülich (Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor Jülich), das von 1966 bis 1988 Strom ins Netz speiste. (1,5 Milliarden Kilowattstunden Strom)

Eingespeiste Energie seit Inbetriebnahme:1.506 GWh (AVR-Chemie Schule)

In Nordrhein-Westfalen droht eine beispiellose „Castorlawine“. Schon bald sollen 152 Schwertransporte, beladen mit hochradioaktiver Fracht, von Jülich nach Ahaus rollen – und das durch teils dicht besiedelte Wohngebiete.
Auf Einladung der Initiative „Stop Westcastor Köln” wird Helge Bauer von .ausgestrahlt über die geplanten Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus referieren. Dabei wird er auch darauf eingehen, ob und wie der Großraum Köln direkt von den Castort-Tansporten betroffen sein könnte.

Referenten:

Worum es geht:
Seit über zehn Jahren ist ungeklärt, was mit dem hochradioaktiven Atommüll in den 152 Castorbehältern des ehemaligen Versuchsreaktors Jülich geschehen soll. Die Verantwortlichen planen, die gefährlichen Hinterlassenschaften von Jülich ins westfälische Ahaus zu verlagern. Dies würde eine bis zu dreistellige Anzahl von LKW-Transporten über 170 Kilometer quer durch Nordrhein-Westfalen bedeuten – über Straßen und Brücken, die zum Teil marode sind.

Dabei gibt es eine deutlich sicherere Alternative: Ein Neubau des Zwischenlagers direkt in Jülich könnte die Risiken erheblich reduzieren.

Die Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt hat mehrere Gutachten in Auftrag gegeben, die sich mit der rechtlichen Situation und den Gefahren einer möglichen Atommüllverlagerung befassen – unter anderem auch mit Szenarien wie Drohnenangriffen.

Beginn : 19.00 Uhr | Clubraum

Ort:  Bürgerzentrum Alte Feuerwache Melchiorstraße 3 | 50670 Köln


… hier geht es zum Video Autobahnkreuz Kaiserberg von Süd nach Nord A40

… Infos zu AVR-Reaktor: Chemie Schule | AVR

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Gericht lehnt Eilantrag des BUND ab

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Das Verwaltungsgericht Berlin hat den Antrag des BUND NRW „aus formellen Gründen” abgelehnt. Laut Gericht sei die Umweltschutzorganisation „nicht antragsbefugt”. Somit könne die Genehmigung nicht angegriffen werden, hieß es weiter. Die 152 Jülicher Castoren dürfen somit weiterhin nach Ahaus transportiert werden. Der BUND wollte den Transport damit verhindern. Das Bundesamt BASE hatte im vergangenen Jahr die Transportgenehmigung (Sofortvollzug) erteilt.

https://www.base.bund.de/shareddocs/kurzmeldungen/de/2026/gerichtsentscheid-juelich-ahaus.html

„Wir freuen uns über die Entscheidung des Gerichts in Berlin. Unsere Fachleute haben die Transporte genau geprüft und kontrolliert, ob sie den Gesetzen entsprechen. Das Gericht hat unsere Einschätzung jetzt bestätigt“, sagt BASE-Präsident Christian Kühn.

„Wurden wirklich alle wichtigen Sicherheitsaspekte und rechtlichen Bedingungen berücksichtigt?“ (Stop Westcastor)

Hier geht es zur Pressemeldung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland NRW (BUND):

https://www.bund-nrw.de/presse/detail/news/castor-transporte-gericht-lehnt-bund-eilantrag-ab

© Dario Deilmann

Gericht: Atommüll-Transporte durch NRW dürfen stattfinden (WDR)

https://www1.wdr.de/nachrichten/gericht-atommuell-transporte-durch-nrw-duerfen-stattfinden-100.html

BUND e.V. kann CASTOR-Transport nicht verhindern (Nr. 1/2026)

https://www.berlin.de/gerichte/verwaltungsgericht/presse/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1631971.php

Castor-Entscheidung vor Verwaltungsgericht naht

(Beitragsbild: © iStock | Man_Half-tube)

Castor-Entscheidung vor Verwaltungsgericht naht:

  • Winter-Castoren auch bei Glatteis, Schnee und Nebel?
  • 18.1. | 14 Uhr: Sonntagsspaziergang Ahaus
  • 24.1. | 11 Uhr: Demo am Autobahn-Rasthof Bottrop

Mit großer Spannung erwarten die Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland und Jülich sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin zum Eilantrag des BUND NRW. Zugleich haben sie große Sorge, dass Bundes- und Landesregierung womöglich noch mitten im Winter – auch bei Glatteis, Schnee und Nebel – die ersten hochriskanten Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus fahren lassen. 2005 waren bei ähnlichen Transporten aus dem Forschungszentrum Rossendorf bei Dresden Winter-Transporte von der NRW-Landesregierung kategorisch ausgeschlossen worden.

Unabhängig von der Gerichtsentscheidung in Berlin starten die Anti-Atomkraft-Organisationen mit mehreren Protestaktionen gegen die Castor-Atommülltransporte ins neue Jahr: Am Sonntag, 18. Januar, findet um 14 Uhr der erste Sonntagsspaziergang des Jahres am Rathaus in Ahaus statt. Und für Samstag, 24. Januar, rufen die Organisationen mit Unterstützung des BUND NRW zu einer Demo am Autobahn-Rasthof Bottrop an der A2 auf. Der Rasthof liegt auf halber Strecke der 170 kilometerlangen Castor-Route von Jülich nach Ahaus und direkt an der Autobahn-Großbaustelle zwischen Oberhausen und Bottrop. Dies ist ein offensichtliches Sicherheits-Nadelöhr für die Atommülltransporte. Startpunkt der Demo ist um 11 Uhr an der Kreuzung Oberhausener Str. / Hanielstr. im Stadtteil Bottrop-Fuhlenbrock.

„Atommülltransporte sind ein unkalkulierbares Sicherheitsrisiko: Gefährliche Autobahn-Baustellen, marode Brücken, Drohnen über den Atommüll-Konvois, schwere Unfälle auf den Autobahnen und jetzt im Winter auch Glatteis, Schnee und Nebel – es ist völlig unverständlich, warum die Bundes- und Landesregierung dermaßen auf diesen gefährlichen Atommülltourismus von Jülich nach Ahaus setzen. Wir fordern weiterhin, dass der hochradioaktive Atommüll in Jülich so lange gelagert wird, bis es endlich ein sicheres Endlager gibt“, erklärte Peter Bastian vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

„Schon seit mehr als 15 Jahren werden diese völlig widersinnigen Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus angekündigt. Bundes- und Landesregierung haben bei der politischen Lösung dieses Problems völlig versagt. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) kann nach eigenem Bekunden auf die Castor-Transporte gut verzichten. Dann erwarten wir von ihm zu Jahresbeginn, dass er die Bundesregierung zu Last-Minute-Gesprächen einlädt. Das ist er den Menschen im Münsterland und entlang der 170 km langen Autobahn-Strecke schuldig“, ergänzte Hartmut Liebermann von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“.

„Mit den neuen Protestaktionen in Ahaus und Bottrop starten wir aktiv ins neue Jahr. Unser Ziel bleibt weiterhin, die planlose Atommüllverschiebung von einem Zwischenlager in ein anderes zu verhindern. Die Gewerkschaft der Polizei spricht zu Recht von „Wahnsinn“, denn es geht auch um eine unkalkulierbare Gefährdung für die Bevölkerung“, so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.