Brief an NRW-Landesregierung

Castor-Probleme | Drohnengefahr | Militarisierung Urenco:

Neuer Brief an die NRW-Landesregierung

‒ „Beunruhigende Fahrlässigkeit in Sicherheitsfragen“

‒ Neue Castor-Pause zwischen Jülich und Ahaus?

Die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland und in Jülich haben sich erneut schriftlich an NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne), NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) und NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) gewandt. Sie möchten Auskunft zu den neuen Problemen und zur verschärften Sicherheitslage rund um die Atomanlagen und Atomtransporte in NRW bekommen. Dabei fokussieren sich die Initiativen auf die Probleme bei den bisherigen Castor-Transporten, auf die verschärfte Gefahrenlage nach dem Anschlagsversuch mit Sprengstoff-Drohnen am Leipziger Flughafen sowie auf die Militarisierung der Urananreicherung durch die britische Regierung. Die Initiativen befürchten, dass die Landesregierung in der Atompolitik eine erstaunlich beunruhigende Fahrlässigkeit in Sicherheitsfragen an den Tag legt.

Atompolitik trotz steigender Gefahren kein Thema für Landesregierung?

So fanden schon zwei Castor-Transporte ohne Hubschrauber-Begleitung statt, die sonstige Polizei-Begleitung wurde bereits für den sechsten Castor-Transport um mehr als 80 Prozent verringert und Schutzmaßnahmen gegen die nunmehr reale Drohnengefahr sind nicht zu erkennen. Das gilt auch für den Schutz der stationären Atomanlagen in Jülich, Ahaus und Gronau – und dort insbesondere für die Freilagerung von Tausenden Tonnen abgereichertem Uranhexafluorid ohne jeden Schutz unter offenem Himmel. Zudem halten die Initiativen es für unglaubwürdig, dass die Atomaufsicht NRW keine Ahnung von den Plänen der Urenco haben will, in Großbritannien in Zukunft Uran auf Wunsch der britischen Regierung für das Militär auch auf atomwaffenfähiges Niveau anreichern zu wollen. Dies hatte die Landesregierung gegenüber der taz behauptet. Dabei sitzen zwei der vier Anteilseigner − RWE und E.ON − in NRW und mit Gronau und Jülich gibt es gleich zwei Standorte der Urenco und der Urenco-Tochter Enrichment Technology Company (ETC) in NRW.

„Die realen Sicherheitsgefahren nehmen spürbar zu. Doch die Landesregierung tut so, als sei in der Atompolitik nicht zu tun. Das ist brandgefährlich und wird sich früher oder später rächen. Wer aus Kostengründen oder Personalmangel die Sicherheit der Atomanlagen und Atomtransporte nicht garantieren kann oder will, sollte die Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus und die Urananreicherung in Gronau schleunigst einstellen. Wir sind gespannt auf die Antworten aus Düsseldorf“, erklärten Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ gemeinsam.

„Die Pläne der britischen Regierung, die Urananreicherung und die Uran-Zentrifugen-Technologie jetzt ganz offen auch für militärische Zwecke nutzen zu wollen, beunruhigt uns sehr. Atomares Wettrüsten wie im Kalten Krieg steigert das Risiko – nicht die Sicherheit. Dass die Landesregierung hier als Atomaufsicht gegenüber den Medien bislang einfach abtaucht, ist ein Unding. Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, was in NRW und mit Beteiligung aus NRW atompolitisch real vor sich geht. Deshalb haken wir erneut nach“, so Udo Buchholz vom Arbeitskreis Umwelt Gronau.

Neue Castor-Pause zwischen Jülich und Ahaus?

Zugleich gab es in der letzten Woche erneut eine Castor-Pause zwischen Jülich und Ahaus. Und den Initiativen liegen Informationen vor, dass auch diese Woche kein Castor fahren soll. Grund dafür könnte unter anderem der Polizeibedarf für den Auftakt der neuen Bundesliga-Saison sein. Dabei sind erst 14 von 152 Castoren transportiert worden – jeder einzelne begleitet von Protest. Da seit Transportbeginn Ende März erst weniger als 10 Prozent der Castoren bewegt wurden, bedeutet dies hochgerechnet in diesem Tempo einen Transportzeitraum von mehr als vier Jahren – und das auch nur, wenn keine weiteren Probleme auftauchen.

Für den 17. Oktober kündigen die Initiativen eine große Anti-Atom-Demonstration in Ahaus an.

Hinweis für die Redaktionen:

Den Brief an die Minister:innen Neubaur, Reul und Krischer finden Sie zu Ihrer Information hier:

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Sicherheits-Skandal bei Castor Jülich-Ahaus

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‒ NRW streicht Hubschrauber-Begleitung

‒ Gravierende Sicherheitslücke trotz Drohnengefahr

‒ „Sicherheit der Atommüll-Transporte wird zum Glücksspiel“

‒ Heute 20 Uhr: Mahnwache Forschungszentrum Jülich

‒ Gestern Proteste in Ahaus und Jülich

Mit ungläubigem Staunen verfolgten Anti-Atomkraft-Initiativen in der gestrigen Nacht, dass die NRW-Landesregierung trotz akuter Drohnengefahr bei der Absicherung des 13. Castor-Transports von Jülich nach Ahaus den Einsatz von Begleit-Hubschraubern gestrichen hat. Das öffnet eine gravierende Sicherheitslücke auf der 170 Kilometer langen Autobahnstrecke.

„Die Sparmaßnahmen der NRW-Landesregierung bei der Sicherung der hochradioaktiven Atommüll-Transporte nehmen immer groteskere Formen an. Während sich die Sicherheitslage durch den Drohnenanschlag am Leipziger Flughafen für jedermann ersichtlich deutlich verschlechtert hat, streicht die NRW-Landesregierung die Absicherung der Castor-Konvois immer weiter zusammen. Ohne Sicherung aus der Luft sind die begleitenden Polizeikräfte am Boden praktisch blind und im Ernstfall völlig hilflos möglichen Drohnen-Attacken ausgeliefert. Die Sicherheit der Castor-Transporte wird so zu einem reinem Glücksspiel“, erklärte Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ in Jülich.

„Wenn es weiter so geht, fahren der hochradioaktive Atommüll bald mit drei, vier Streifenwagen über die Autobahnen – weil der Landesregierung offensichtlich der Wille fehlt, die notwendigen Schutzmaßnahmen zu finanzieren. Schon jetzt ist der Begleitschutz um über 80% zurückgefahren worden. Es war jedoch immer klar, dass es sich bei der völlig überflüssigen Atommüllverlagerung von Jülich nach Ahaus um eine `sinnlose Mammutaufgabe` handelt, wie es die Gewerkschaft der Polizei treffend bezeichnet hat. Wer den Schutz des hochradioaktiven Atommülls auf den Autobahnen nicht garantieren kann und will, darf den Atommüll nicht transportieren. Wir fordern deshalb erneut eindringlich, diese sinnlosen Atommüllfahrten von einem Zwischenlager in ein anderes sofort abzubrechen, bevor ernsthafter Schaden entsteht“, ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Gestern hatten ungeachtet des Regenwetters 40 Atomkraftgegner in Ahaus per Rad vor dem Zwischenlager demonstriert. Danach kam es zu einer spontanen Mahnwache bis zur Ankunft des Castors gegen 0.45 Uhr. Auch in Jülich fand wieder eine Mahnwache vor dem Forschungszentrum statt. Dort soll auch heute ab 20 Uhr eine Mahnwache stattfinden, da die Initiativen befürchten, dass bereits heute Abend der 14. Castor startet. Selbst dann verbleiben noch 138 Castoren in Jülich – im bisherigen Tempo eine Transport-Aufgabe von weiteren vier Jahren. Weitere Proteste sind geplant. Für den 17. Oktober ist in Ahaus eine große Demonstration angekündigt.

Neue Castor-Transporte trotz Drohnenanschlag

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‒ NRW-Landesregierung ignoriert Gefahrenlage

‒ Initiativen: Atomtransporte aussetzen

‒ Mittwoch 18.30 Uhr: Raddemo zum Zwischenlager Ahaus

‒ Mittwoch & Donnerstag 20 Uhr: Mahnwachen Forschungszentrum Jülich

Mit großer Empörung und neuen Protesten reagieren Anti-Atomkraft-Initiativen in Jülich und im Münsterland auf die Vorbereitungen für zwei neue Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus in dieser Woche. Obwohl es vor zwei Wochen zu einem glücklicherweise misslungenen Drohnenanschlag auf den Leipziger Flughafen kam, will die NRW-Landesregierung mit minimalem Sicherheitsaufwand erneut hochradioaktiven Atommüll weithin sichtbar und gut planbar über die maroden Autobahnen vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus schicken. Zudem sind viele Rettungskräfte in NRW durch den Dauereinsatz gegen die verheerenden Waldbrände in der Eifel und dem Hohen Venn am Limit.

Die Anti-Atomkraft-Initiativen fordern deshalb von der NRW-Landesregierung das Aussetzen der gefährlichen Castor-Transporte, um erst einmal in Ruhe die neue Gefahrenlage durch den Drohnen-Anschlag von Leipzig auszuwerten. Für den morgigen Mittwoch rufen die Initiativen um 18.30 Uhr zu einer Raddemo vom Bahnhof Ahaus durch die Innenstadt zum Zwischenlager Ahaus auf. In Jülich startet morgen und am Donnerstag um 20 Uhr eine Mahnwache vor dem Forschungszentrum.

„Die Sicherheitslage ist nach dem Drohnenanschlag von Leipzig eine andere – aus einer bislang abstrakten Gefahr ist eine konkrete Gefahr geworden. Das ist ein neues Level. Und das Risiko durch die Castor-Transporte wird noch dadurch erhöht, dass die NRW-Landesregierung den polizeilichen Begleitschutz in den letzten Wochen enorm heruntergefahren hat. Die Drohnen-Abwehr ist ohnehin ungenügend und viele Polizeihubschrauber waren in der Eifel im Dauer-Löscheinsatz. In dieser Situation gleich in zwei Nächten hintereinander mutwillig eine neue Groß-Gefahrenquelle zu schaffen, ist absolut verantwortungslos. Wir fordern den sofortigen Abbruch der Transportvorbereitungen und eine Aussetzung der Castor-Transporte“, so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

„Die NRW-Landesregierung und die Bundesregierung setzen vollkommen falsche Prioritäten. Südlich von Jülich haben die Waldbrände die sich zuspitzende Klimakrise für uns alle erneut deutlich vor Augen geführt. Doch anstatt sich um effektiven Klimaschutz zu kümmern, verschwenden Land und Bund kostbare und begrenzte Ressourcen für eine völlig unsinnige Verlagerung von hochradioaktivem Atommüll von einem Zwischenlager in ein anderes Zwischenlager. Wann kommt die Klimakrise endlich in Düsseldorf und Berlin an und ändert dort die politischen Prioritäten?“, fragt Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ in Jülich.

Neue Castor-Transporte: Der Irrsinn geht weiter

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Dienstag und Mittwoch wieder Transporte Jülich-Ahaus

‒ Mahnwachen in Jülich und in Ahaus

‒ Es warten noch 142 Castoren in Jülich auf Abtransport

Für diese Woche sind erneut Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus geplant. Das hat das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ aus zuverlässigen Quellen erfahren. An zwei aufeinanderfolgenden Abenden sollen Atommüll-Behälter vom Zwischenlager in Jülich ins Zwischenlager nach Ahaus transportiert werden.

Die Initiative erwartet den Transport für Dienstag (04.08.) und Mittwoch (05.08.) und ruft zu neuem Protest auf. An beiden Abenden wird sie vor dem Forschungszentrum Jülich demonstrieren. Die Gruppe trifft sich wie gewohnt ab 20 Uhr an der Ecke Wilhelm-Johnen-Straße/Stetternicher Staatsforst Straße.

In Ahaus findet am Mittwoch (05.08.) eine Mahnwache statt.



© privat | Der Castor-LKW

Tag X11 & Tag X12: Der Protest geht weiter

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Dienstag und Mittwoch Atommülltransporte Jülich-Ahaus

‒ Mahnwachen in Jülich und in Ahaus

‒ Es warten noch 142 Castoren in Jülich auf Abtransport

Wir haben Informationen, dass diese Woche sehr wahrscheinlich erneut zwei Einzeltransporte mit hochradioaktivem Atommüll von Jülich nach Ahaus fahren.

An zwei Abenden hintereinander rollt der Müll vom Jülicher Zwischenlager in das nächste nach Ahaus. Das sind erst die Behälter Nummer elf und zwölf von insgesamt 152.

Die Initiative „Stop Westcastor“ erwartet den Transport der Atommüllbehälter für Dienstag (04.08.) und Mittwoch (05.08.).

Wir stehen ab 20 Uhr wieder an der gewohnten Stelle (Ecke Wilhelm-Johnen-Straße/Stetternicher Staatsforst Straße) vor dem Forschungszentrum.

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2. August: Demo zur Urananreicherungsanlage Gronau

(Beitragsbild: © Adobe Stock | Md (KI gen.)

Beginn: 12 Uhr, Gronau | Bahnhof

Wenige Tage vor dem Jahrestag der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki rufen mehrere Anti-Atomkraft-Organisationen für Sonntag, 2. August, zu einer Demonstration in Gronau an der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage auf. Start ist um 12 Uhr mit einer Fahrraddemo vom Bahnhof in Gronau. Um 13 Uhr beginnt dann eine Kundgebung vor der Urananreicherungsanlage an der Röntgenstraße.

Anlass der Demonstration ist die offensichtliche Zustimmung der Bundesregierung zu Plänen der britischen Regierung, den deutsch-britisch-niederländischen Urananreicherer Urenco an militärischen Atomprojekten zu beteiligen. Die Anti-Atomkraft-Organisationen sehen dies als klaren Bruch des Vertrags von Almelo, in dem festgelegt wurde, dass die Urananreicherung von Urenco nur rein zivilen Zwecken dienen solle. Dieser radikale Kurswechsel hin zu einer militärischen Nutzung der Urananreicherung betrifft auch die deutschen Energiekonzerne RWE und E.ON, denen gemeinsam das deutsche Anteils-Drittel an Urenco gehört.

„Wenn es um die Urananreicherung geht, ist die Frage einer militärischen Nutzbarkeit leider nie sehr weit. Die zugrunde liegende Zentrifugentechnologie gilt als der einfachste Weg, um atomwaffenfähiges Uran zu gewinnen. Aber auch als Zulieferer für das britische Militär, z. B. für den Betrieb von Atom-U-Booten, würde Urenco in eine militärische Spirale hineingezogen werden, deren Ende nicht absehbar ist. Wir fordern deshalb von der Bundesregierung ein Veto gegen diese britischen Pläne und die Stilllegung der Urananreicherungsanlage in Gronau“, erklärte Udo Buchholz vom Arbeitskreis Umwelt Gronau.

Dazu ergänzte Dr. Angelika Claussen von der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW, die auch bereits den Friedensnobelpreis erhalten hat: „Die zivile Nutzung der Atomenergie befindet sich weltweit im Niedergang, wie die jährlichen Berichte des World Nuclear Industry Status Report zeigen. Die aktuellen Bestrebungen nach Modernisierung und nuklearer Aufrüstung durch die Atomwaffenstaaten sind der eigentliche Treiber für die Aufweichung der Grenzen zwischen ziviler und militärischer Urananreicherung. Deutschland, Niederlande und Großbritannien bereiten mit dem nuklearen Technologiekonzern URENCO die waffenfähige Urananreicherung Großbritanniens vor.  Nicht anders lässt sich die verklausulierte Antwort aus dem Bundesumweltministerium verstehen. Zum Hiroshima-Tag ist unsere friedenspolitische Botschaft klar: Wir brauchen dringend atomare Abrüstung im Sinne des Atomwaffenverbotsvertrags statt europäischer Atomwaffen. Wer die nuklearen Drohgebärden Russlands eindämmen will, muss den politischen Willen zu Rüstungskontrolle und nuklearer Abrüstung zeigen.“ 

Mit der Demonstration in Gronau wollen die Atomkraftgegner:innen zugleich auch gegen den erst vor wenigen Tagen genehmigten Einstieg des Kreml-Atomkonzerns Rosatom in die Brennelementefertigung im benachbarten Lingen/Emsland protestieren – sowie gegen Pläne der niederländischen Regierung, an der Emsmündung bei Eemshaven womöglich zwei neue AKW-Blöcke zu errichten.

„Im Iran-Krieg rund um den Persischen Golf sowie in der Ukraine werden Atomanlagen inzwischen zu Zielen für militärische Angriffe. Das beunruhigt uns sehr, zumal Urenco sowohl das vom russischen Militär besetzte ukrainische AKW Saporischschja beliefert hat so wie aktuell auch den Reaktorkomplex Barakah in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit angereichertem Uran beliefert. Für uns ist klar, dass weder diese unverantwortlichen Uranlieferungen in Kriegsgebiete noch der direkt am Ukraine-Krieg beteiligte russische Atomkonzern Rosatom oder der Neubau von Atomkraftwerken zu einer friedlicheren Welt beitragen können. Atomkraft löst keine Energieprobleme, sondern schafft geopolitische Abhängigkeiten und ist viel zu teuer – wir fordern deshalb ganz klar die Stilllegung der Uranfabriken in Gronau und Lingen sowie den Verzicht auf neue Atomreaktoren im Nachbarland“, so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Bereits am Montagabend demonstrierten in Lingen vor der Brennelementfabrik rund 100 Atomkraftgegner:innen mit einer Mahnwache gegen den Einstieg von Rosatom in die hiesige Brennelementeproduktion.

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10. Castor nachts abgesagt!

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Technische Panne bei Castor-Transport Jülich-Ahaus:

Castor wurde nachts in Jülich abgesagt!

Proteste in Jülich, Duisburg und Ahaus

„Castor-Transporte Verschwendung von Geld und Ressourcen“

Beim 10. Castor-Transport von Jülich nach Ahaus ist es am späten gestrigen Abend gegen 22.45 Uhr kurz vor der Abfahrt in Jülich augenscheinlich zu einer folgenschweren Panne gekommen: Während die Polizei schon abfahrbereit am Forschungszentrum Jülich aufgefahren war und ein Polizei-Hubschrauber über dem Gelände kreiste, blieb der Transport-LKW kurz vor der Schranke defekt auf dem Gelände zurück und Techniker begannen mit einer Untersuchung des Problems. Gegen 0.50 Uhr erreichte dann ein kommerzieller Reparatur-Service das Forschungszentrum, der das Problem aber nicht lösen konnte. Gegen 1.15 Uhr erfolgte dann die Absage des Transports, sodass die Polizei sofort danach in Jülich und Ahaus abrückte.

Den ganzen Abend über demonstrierten in Jülich, Duisburg und Ahaus erneut Atomkraftgegner:innen mit Mahnwachen gegen die widersinnigen und gefährlichen Transporte. In Jülich konnte das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ das Geschehen am Forschungszentrum live beobachten: „Um 22.45 Uhr war alles abfahrbereit, doch plötzlich ging es nicht weiter. Eine ähnliche Situation hatten wir schon Ende April beim zweiten Castor, als sich dann herausstellte, dass die Batterien für die Transporteinheit nicht aufgeladen waren und sich die Abfahrt um 90 Minuten verzögerte. Nun gab es erneut ein unvorhergesehenes technisches Problem am Castor-LKW, das dieses Mal offensichtlich deutlich gravierender war. Wir fordern deshalb umgehend Aufklärung über diese aktuelle Panne, die zur nächtlichen Absage des Castors führte. Und es zeigt sich, wie wichtig die Proteste vor Ort und an der 170 Kilometer langen Autobahnstrecke sind, um live sehen zu können, wenn diese erheblichen Probleme auftreten“, Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ in Jülich.

„Wir sind immer noch erst beim 10. Castor. Wie soll das nun noch 142 Mal weitergehen? Dieses Mal ist der Schaden auf dem Gelände des Forschungszentrums in Jülich aufgetreten. Was wäre passiert, wenn die Panne unterwegs auf der Autobahn passiert wäre? Auf solche Schadensfälle ist die Polizei doch gar nicht vorbereitet. Außerdem fragen wir uns, ob womöglich das Transportunternehmen der größten Transportserie für hochradioaktiven Atommüll in der Geschichte der Bundesrepublik einfach nicht gewachsen ist? Wir fordern deshalb nachdrücklich ein Ende des Castor-Wahnsinns auf den Autobahnen von NRW. Die Transporte sind eine reine Verschwendung von Steuergeld und Polizei-Ressourcen“, ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Die Anti-Atomkraft-Initiativen erklärten, dass sie die Proteste auf jeden Fall fortsetzen werden.

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Castor-Transporte: Keine Ferien für Polizei

– Castor-Transporte Numer 9 und 10 am Dienstag und Mittwoch erwartet

– Atomkraftgegner:innen flexibel mit Protesten an verschiedenen Orten

– Brücken müssen überwacht werden – auch ohne Proteste

Da die 152 Castor-Behälter offenbar nur als Einzeltransporte von Jülich nach Ahaus gebracht werden können, kann bei der Polizei offenbar keine Rücksicht auf die Ferien genommen werden. Für den heutigen Dienstag und morgigen Mittwoch starten nach Informationen der  Anti-Atomkraft-Initiativen die Castoren Nummer 9 und 10, in der Woche darauf dann Nummer 11 und 12.

„Mit flexiblen Protesten an verschiedenen Orten werden wir weiterhin auf den gefährlichen Irrsinn der Castor-Transporte aufmerksam machen: Brücken, die nur in Schrittgeschwindigkeit passiert werden können, 152 Einzeltransporte und Lagerung des Atommülls auf Jahrzehnte in Ahaus in einer der ältesten Lagerhallen, deren Sicherheitsstandard weit hinter später errichteten Hallen zurückbleibt – das ist Atommüllpolitik ohne Perspektive“, erklärt Jens Dütting vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Diese Woche wird es an beiden Tagen abends ab 20 Uhr in Jülich jeweils am Forschungszentrum und am „Königshäuschen“ nahe der Autobahnauffahrt Mahnwachen geben. Nahe Ahaus ist am Dienstag eine Protest-Aktion auf einer Autobahnbrücke geplant, am Mittwoch dann in Duisburg. Unterstützung unterhalten die Anti-Atomkraft-Initiativen von der Bundestagsabgeordneten Mareike Hermeier, in deren Ahauser Büro Mittwochabend um 20 Uhr die Linke NRW zu einer Info-Veranstaltung einlädt und ab 22 Uhr bei Teppich Janning eine Mahnwache organisiert.

Lückenhafter Polizeischutz – aber kleinkarierter Umgang mit Protest-Symbolen

Beim 7. und 8. Castor-Transport von Jülich nach Ahaus waren vergangene Woche offenbar wieder nicht alle Brücken durch die Polizei gesichert. Atomkraftgegner:innen gelangten auf Brücken und machten so deutlich, wie leicht Sabotage und Anschläge möglich wären. Gleichzeitig versuchte die Polizei aber, angemeldete Protest-Mahnwachen auf Brücken zu verhindern und stellte diese als besonders gefährlich dar.

„Wird der Schutz des Castors durch die Polizei also nur gewährleistet, wenn auch etwaige Sabotage-Akte vorher angemeldet werden?“, fragt sich Hanna Poddig von der Initiative Sofortiger Atomausstieg. „Wir haben für den 9. Castor am Dienstag um 20 Uhr eine Kundgebung an der Brücke der L571 über die A31 angemeldet, danach gibt es noch eine Fahrrad-Demo über zwei Autobahnbrücken. Wir rufen dazu auf, dort mit uns angesichts der Sicherheitsprobleme den Abbruch dieser riesigen Atommüllverschiebung zu fordern.“

Auch Marita Boslar vom Aktionsbündnis Stop Westcastor in Jülich berichtet von obskuren Sicherheitsbedenken der Polizei: „Bei jeder Mahnwache wird kleinkariert etwas beanstandet, erst waren es die Tennisbälle, die die Brennelementekugeln symbolisieren, dann als Atommüllbehälter angemalte Konservendosen. Jüngst wurden auch Presse-Ausweise durch die Polizei abfotografiert. Die Gesamtproblematik der jahrelangen Transportserie mit Gefahren durch Drohnen und Sabotage sind offenbar egal!“

Der Castor–Wahnsinn geht weiter

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Dienstag und Mittwoch jeweils ein Atommülltransport Jülich-Ahaus

‒ Proteste in Jülich und in Ahaus

‒ Es warten noch 144 Castoren in Jülich auf Abtransport

Bereits nach einer Woche sollen zwei weitere Castoren an zwei aufeinanderfolgenden Abenden nach Ahaus rollen. Es wären erst Behälter Nummer neun und zehn von insgesamt 152.

Die Initiative „Stop Westcastor“ erwartet den Transport der Atommüllbehälter für Dienstag (21.07.) und Mittwoch (22.07.).

In Jülich stehen noch 144 für den Abtransport ins Ahauser Zwischenlager. Das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ kritisiert diesen „Transport-Wahnsinn“ und ruft zu neuem Widerstand auf. An beiden Abenden zeigen die Demonstranten ihren Protest vor dem Forschungszentrum Jülich. Die Gruppe trifft sich ab 20 Uhr an der Ecke Wilhelm-Johnen-Straße und Stetternicher Staatsforststraße. Auch in Ahaus finden Aktionen statt.

Marita Boslar von der Initiative „Stop Westcastor“: „Mahatmi Ghandi hat einmal gesagt: `Wir müssen auf die Straße gehen und uns für das einsetzen, was wir für richtig halten.` Wir tun das und protestieren weiter. Damit zeigen wir unsere Wut über diesen Transport-Irrsinn – auch wenn uns ein Protestmarathon erwartet. Das Atommüllproblem wird nicht gelöst, wenn Atommüll von einem Zwischenlager in das nächste transportiert wird. Letztendlich zahlen wir mit unseren Steuern für diesen Castor-Irrsinn.“

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Kommende Woche: Castor 9 & 10 von 152 nach Ahaus

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Aktuellen Informtionen zufolge sollen in der kommenden Woche zwei weitere Atommmüllbehälter von Jülich nach Ahaus transportiert werden.

Im Zwischenlager Jülich warten derzeit noch 144 der insgesamt 152 Behälter auf ihren Abtransport nach Ahaus, das 170 Kilometer entfernt liegt. Zuletzt verließen die Behälter wieder einzeln das Lager.

So fuhren am vergangenen Dienstag (14.07.) und Mittwoch (15.07.) die Behälter mit den Nummern 7 und 8 über die Autobahn. Ein Großaufgebot der Polizei begleitete diesen Transport.

Aktuelle Hinweise sprechen für dieselbe Taktung. In der kommenden Woche sollen die nächsten beiden Behälter (9 und 10) auf die Reise gehen. Auch sie sollen als Einzelfahrten an zwei unterschiedlichen Abenden rollen. Nach unseren Informationen: Am Dienstag (21.07.) und am Mittwoch (22.07.).

Erneut finden Mahnwachen in Jülich und Aktionen in Ahaus statt. Weitere Informationen dazu folgen in Kürze.

Stop Westcastor: „Müssen wir jetzt mit zwei Castor-Transporte pro Woche von Jülich nach Ahaus rechnen?“

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