Der Castor–Wahnsinn geht weiter

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Dienstag und Mittwoch jeweils ein Atommülltransport Jülich-Ahaus

‒ Proteste in Jülich und in Ahaus

‒ Es warten noch 144 Castoren in Jülich auf Abtransport

Bereits nach einer Woche sollen zwei weitere Castoren an zwei aufeinanderfolgenden Abenden nach Ahaus rollen. Es wären erst Behälter Nummer neun und zehn von insgesamt 152.

Die Initiative „Stop Westcastor“ erwartet den Transport der Atommüllbehälter für Dienstag (21.07.) und Mittwoch (22.07.).

In Jülich stehen noch 144 für den Abtransport ins Ahauser Zwischenlager. Das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ kritisiert diesen „Transport-Wahnsinn“ und ruft zu neuem Widerstand auf. An beiden Abenden zeigen die Demonstranten ihren Protest vor dem Forschungszentrum Jülich. Die Gruppe trifft sich ab 20 Uhr an der Ecke Wilhelm-Johnen-Straße und Stetternicher Staatsforststraße. Auch in Ahaus finden Aktionen statt.

Marita Boslar von der Initiative „Stop Westcastor“: „Mahatmi Ghandi hat einmal gesagt: `Wir müssen auf die Straße gehen und uns für das einsetzen, was wir für richtig halten.` Wir tun das und protestieren weiter. Damit zeigen wir unsere Wut über diesen Transport-Irrsinn – auch wenn uns ein Protestmarathon erwartet. Das Atommüllproblem wird nicht gelöst, wenn Atommüll von einem Zwischenlager in das nächste transportiert wird. Letztendlich zahlen wir mit unseren Steuern für diesen Castor-Irrsinn.“

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Kommende Woche: Castor 9 & 10 von 152 nach Ahaus

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Aktuellen Informtionen zufolge sollen in der kommenden Woche zwei weitere Atommmüllbehälter von Jülich nach Ahaus transportiert werden.

Im Zwischenlager Jülich warten derzeit noch 144 der insgesamt 152 Behälter auf ihren Abtransport nach Ahaus, das 170 Kilometer entfernt liegt. Zuletzt verließen die Behälter wieder einzeln das Lager.

So fuhren am vergangenen Dienstag (14.07.) und Mittwoch (15.07.) die Behälter mit den Nummern 7 und 8 über die Autobahn. Ein Großaufgebot der Polizei begleitete diesen Transport.

Aktuelle Hinweise sprechen für dieselbe Taktung. In der kommenden Woche sollen die nächsten beiden Behälter (9 und 10) auf die Reise gehen. Auch sie sollen als Einzelfahrten an zwei unterschiedlichen Abenden rollen. Nach unseren Informationen: Am Dienstag (21.07.) und am Mittwoch (22.07.).

Erneut finden Mahnwachen in Jülich und Aktionen in Ahaus statt. Weitere Informationen dazu folgen in Kürze.

Stop Westcastor: „Müssen wir jetzt mit zwei Castor-Transporte pro Woche von Jülich nach Ahaus rechnen?“

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Die Castor–Serie geht weiter

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Dienstag (14.07.) und Mittwoch (15.07.) jeweils ein Atommülltransport Jülich-Ahaus

‒ Proteste in Jülich und in Ahaus

‒ Erst Castor sieben und acht von insgesamt 152 Atommüll-Behältern in Ahaus

Die Initiative „Stop Westcastor“ rechnet für den morgigen Dienstag (14.07.) und Mittwoch (15.07.) mit zwei weiteren Atommülltransporten vom Zwischenlager Jülich zum Zwischenlager Ahaus. Es sollen wieder Einzelfahrten stattfinden. Die Transportserie umfasst insgesamt 152 Castoren. Damit sind jetzt erst der siebte und achte an der Reihe. Den Aktivist:innen droht ein Protestmarathon, wie er in der Geschichte der Protestbewegung noch nie dagewesen ist.

Marita Boslar von der Initiative „Stop Westcastor“: „Auch wenn wir in Jülich nur wenige sind, ist es uns wichtig, Position zu beziehen und ein ganz klares Zeichen in Richtung Politik zu senden. Die Transporte müssen gestoppt werden. Dieser ‚Transportzirkus‘ muss ein Ende haben, denn er belastet die Umwelt und die Anwohner entlang der Transportstrecke extrem. Das Atommüllproblem wird nicht gelöst, wenn Atommüll von einem Zwischenlager ins nächste transportiert wird. Vor mehr als zehn Jahren wurde ein neues Zwischenlager für den alten Reaktorkern des AVR-Versuchsreaktors gebaut. Warum konnte für die anderen atomaren Hinterlassenschaften, die 152 Castorbehälter, nicht auch gleich ein neues Zwischenlager gebaut werden, sodass der Atommüll bis zur Klärung der Endlagerproblematik in Jülich bleiben kann?“

In Jülich und Ahaus gibt es Proteste gegen diesen Wahnsinn der Transporte.

  • Das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ ruft deshalb für Dienstag und Mittwoch spontan zu Mahnwachen auf. Die Aktivisten werden ab 20 Uhr an der gewohnten Stelle an der Ecke Wilhelm-Johnen-Straße/Stetternicher Staatsforststraße stehen.
  • Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ organisiert für Mittwoch (15.07.) ab 20 Uhr eine Mahnwache an der Kreuzung Schorlemerstraße/Schumacherring.

Zudem gibt es weitere Proteste in der Nähe von Ahaus.

  • Am Dienstag (14.07.) findet eine Kundgebung und Mini-Fahrraddemo ab 20 Uhr an der A31 in der Nähe von Ahaus statt. Treffpunkt ist die Autobahnbrücke der Straße „Beikelort“ (Legden). Die Kundgebung wird so lange bestehen bleiben, bis der Castor vorbeigefahren ist.

Kommende Woche Castor Nr. 7 & Nr. 8 Jülich-Ahaus?

Nach aktuellen Informtionen sollen in der kommenden Woche zwei weitere Atommmüllbehälter von Jülich nach Ahaus rollen.

Im Zwischenlager Jülich warten noch 146 von insgesamt 152 Atommüllbehältern auf ihren Abtransport in das 170 Kilometer entfernte Ahaus. Zuletzt verließen die Behälter das Lager einzeln, aber in einer höheren Taktung als bisher.

Am vergangenen Dienstag (07.07.) und Mittwoch (08.07.) fuhren die Nummern 5 und 6 über die Autobahn. Ein Großaufgebot der Polizei begleitete diesen Transport.

Aktuelle Hinweise sprechen für dieselbe Taktung. Nächste Woche sollen die nächsten beiden Behälter (7 und 8) auf die Reise gehen. Sie sollen wieder als Einzelfahrten an zwei unterschiedlichen Abenden rollen.

Erneut finden Mahnwachen in Jülich und Ahaus statt. Weitere Informationen dazu folgen in Kürze.



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***Bitte Termin vormerken: Die nächste große Demo gegen diese gefährliche und perspektivlose Atommüllverschiebung findet am 17. Oktober in Ahaus statt.***



Schwarzes Castor-Loch für NRW-Landeshaushalt?

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Zwei Einzel-Castor-Transporte Jülich-Ahaus:

Gestern und heute Proteste in Jülich und Ahaus

‒ Schwarzes Castor-Loch für NRW-Landeshaushalt?

‒ Gescheiterte Bündelung erhöht Kosten drastisch

‒ Polizei reagiert mit weniger Sicherung

Nach dem fünften Castor-Einzeltransport vom Forschungszentrum Jülich zum Zwischenlager Ahaus in der gestrigen Nacht droht heute Abend schon der sechste. Anti-Atomkraft-Initiativen rufen in Jülich und Ahaus auch für heute Abend wieder zu Protesten auf. Um 19 Uhr beginnt eine Mahnwache vor dem Forschungszentrum Jülich, um 20 Uhr in Ahaus an der zentralen Castor-Kreuzung Schorlemer Straße/Schumacher-Ring.

Zugleich gehen die Anti-Atomkraft-Initiativen davon aus, dass sich die Polizeikosten durch die gescheiterte Bündelung der Transporte drastisch erhöhen werden. Sie fürchten, dass sich damit für den NRW-Landeshaushalt ein bisher unbeziffertes schwarzes Castor-Loch auftut. In einem Schreiben vom 16. Juni an die Initiativen hatte sich die Landesregierung geweigert, die Kosten für die bisherigen Polizeieinsätze offenzulegen. Das lässt Schlimmes befürchten, zumal die Landesregierung mitteilte, die polizeilichen Kosten ganz alleine – ohne Beteiligung des Bundes – tragen zu müssen.

Bislang wurden Einsätze mit 1000 bis 2400 Beamten durchgeführt, begleitet von einem großen technischen Support-Konvoi am Boden und in der Luft. Das ist ein enormer Sicherungsaufwand. In der gestrigen Nacht waren allerdings erneut zahlreiche Autobahnbrücken ungesichert, sodass zu befürchten steht, dass die Landesregierung nunmehr ausgerechnet an der polizeilichen Sicherung sparen wird.

„Dass sich die NRW-Landesregierung weigert, die Kosten für die Polizei-Einsätze offenzulegen, lässt vermuten, dass die Castor-Transporte viel teurer werden als bislang angenommen. Insbesondere die gescheiterte Bündelung in Dreier-Konvois dürfte die Landeskasse in den kommenden Jahren spürbar belasten. Und dass NRW die Polizeieinsätze alleine bezahlen muss, zeigt, dass sich das Land vom Auftraggeber im Bund einfach hat übers Ohr hauen lassen. Die ganze Verschiebeoperation für den hochradioaktiven Atommüll von Jülich nach Ahaus ist ein Fass ohne Boden. Die Polizei NRW wird auf Jahre hinaus andere Aufgaben liegen lassen müssen, um nachts sinnlos den Atommüll in 152 Einzelfahrten von einem Zwischenlager in ein anderes bringen zu müssen – und dabei ständig das Risiko von Unfällen oder Anschlägen im Nacken haben. Deshalb ist weniger Sicherung keine Option. Wir fordern dringend Aufklärung, was da auf NRW wirklich zukommt und wie teuer das Ganze wird. Atommülltransporte über die Autobahn lösen nicht die Entsorgungsfrage“, erklärte Peter Bastian vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Proteste: Castor 5 & 6 von Jülich nach Ahaus

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Dienstag (07.07.) und Mittwoch (08.07.): jeweils ein Atommülltransport Jülich-Ahaus

‒ Proteste in Jülich und in Ahaus

‒ Erst Castor fünf und sechs von insgesamt 152 Atommüll-Behältern

Nach sechs Wochen Pause soll erstmals an zwei Tagen hintereinander jeweils ein Einzelcastor vom Jülicher Forschungszentrum über die Autobahnen nach Ahaus rollen. Zuverlässige Quellen bestätigen die Atommüll-Transporte für Dienstag (07.07.) und Mittwoch (08.07.). Das sind erst die Fahrten Nummer fünf und sechs von insgesamt 152 geplanten Atommüll-Transporten. In Jülich und Ahaus gibt es Proteste gegen diesen Transport-Wahnsinn. Das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ ruft deshalb spontan für Dienstag und Mittwoch zu Mahnwachen auf. Die Aktivisten stehen ab 19 Uhr an der gewohnten Stelle: Ecke Wilhelm-Johnen-Straße und Stetternicher Staatsforst Straße. Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ organisiert an beiden Tagen ab 20 Uhr eine Mahnwache an der Kreuzung Schorlemerstraße/Schumacherring.

Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“: „Medieninformationen zufolge lässt die Rheinbrücke der A42 nur eine eingeschränkte Nutzung zu: Ein Doppel- oder Dreifach-Konvoi kann die Brücke nicht passieren. Ein gemeinsamer Konvoi könnte zu einem langen Stillstand auf der Autobahn führen, da die Brücke nur von einem Castor-Schwerlasttransport befahren werden kann – und das möchte die Polizei verhindern. Das heißt, kommen tatsächlich 152 Einzeltransporte auf uns zu?”

Castor-Transport nach Brokdorf

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Heute (17.06.) werden die letzten sieben Atommüll-Behälter aus dem britischen Sellafield im Elbehafen von Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) auf einen Straßentieflader verladen. Anschließend soll der Castor-Transport zum 15 Kilometer entfernten Zwischenlager des AKW Brokdorf gebracht werden. Das Spezialschiff, das die Castoren transportierte, traf gestern im Hafen von Brunsbüttel ein.

Der Atommüll soll in Brokdorf zwischengelagert werden, bis es ein Endlager für hochradioaktiven Müll in Deutschland gibt.

– aktuelle Infos hier: https://castor-stoppen.de/brokdorf/

Aus Protest gegen die Atommüll-Lieferung haben sich gestern Abend Atomkraftgegner:innen am AKW versammelt.

„Keiner weiß, wohin mit diesem Atommüll. Der Betrieb von AKW war für mich wie ein Flugzeug ohne Landebahn, und wir suchen immer noch die Landebahn“, so Cécile Lecomte, gegenüber dem NDR Schleswig-Holstein.

„Atommüll: Das Problem bleibt“, schreibt heute (17.06.) Heinz Smital von Greenpeace Deutschland: Der Castortransport mache deutlich, die Atomkraft sei zwar beendet, das Atommüllproblem bleibe aber ungelöst. Zwar ist die Rücknahme der Castoren aus England notwendig, denn der Atommüll stammt aus deutschen Atomkraftwerken und muss nun zurück an die Stellen, wo er entstanden ist. Doch dauerhaft bleiben kann der Atommüll dort nicht – ein Endlager ist weiterhin nicht in Sicht. Die Menschen vor Ort müssen daher noch über Jahrzehnte mit dem hochradioaktiven Erbe leben.“

Die Proteste fallen aktuell zwar klein aus, doch die Anti-Atom-Bewegung hat wichtige Erfolge erzielt: Das Abschalten aller deutschen Atomkraftwerke, die Wiederaufbereitung deutscher Brennelemente wurde beendet und schließlich stellt die Aufbereitungsanlage für radioaktiven Abfällen aus der Sellafield stellt ihren Betrieb ein.

Bereits im Jahr 2024 war die Rückführung von deutschem Atommüll aus der Wiederaufbereitung aus La Hague in Frankreich abgeschlossen.

Nach 40 Jahren: Aufhebung der Betriebsgenehmigung für UAA gefordert

Klare Forderung 40 Jahre nach der offiziellen Inbetriebnahme der Urananreicherungsanlage in Gronau:
Aufhebung der Betriebsgenehmigungen!


Anlässlich des 40. Jahrestages der offiziellen Inbetriebnahme der Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau (NRW) fordern Umweltverbände und Bürgerinitiativen (darunter der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU, die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt Nordrhein-Westfalen (LNU), das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen und der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau) die Aufhebung ihrer Betriebsgenehmigungen und die sofortige Stilllegung der umstrittenen und bundesweit einzigartigen Atomfabrik.


Die Urananreicherungsanlage begann bereits am 15. August 1985 mit der Produktion von angereichertem Uran, das die Grundlage für den Betrieb zahlreicher Atomkraftwerke in aller Welt ist. Die offizielle Einweihung der Anlage erfolgte dann vor 40 Jahren unter Protest am 12. Juni 1986, nur wenige Wochen nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl. Zur Einweihung wurde der damalige Bundesforschungsminister Riesenhuber mit einem Hubschrauber eingeflogen. Vor der Anlage demonstrierten rund 300 Bürgerinnen und Bürger gegen die Anlage und die damit verbundenen Gefahren.

Umstritten ist die Anlage auch, weil die in ihr genutzte Zentrifugentechnik auch zur Produktion von Uran für Atomwaffen genutzt werden kann. Aus diesem Grund wurden in der jüngsten Zeit auch die Urananreicherungsstandorte im Iran, bei denen ebenfalls mit der Zentrifugentechnik gearbeitet wird, bombardiert. Die Anlage in Gronau ist weder gegen Flugzeugabstürze noch gegen militärische Angriffe oder Drohnenbeschuss gesichert.

Gegen den Betrieb der Anlage richten sich auch vier Jahrzehnte nach der Inbetriebnahme immer wieder Protestaktionen.

Gemeinsame Pressemitteilung:

·Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich
·Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
·AKW-NEE-Gruppe Aachen
·Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
·Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
·Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“
·Grün Alternative Liste (GAL) Gronau
·Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt Nordrhein-Westfalen (LNU)
·Natur- und Umweltschutzverein Gronau (NUG)




Details zur Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau

Betrieben wird die Gronauer Urananreicherungsanlage vom Urenco-Konzern, der international tätig ist, und der unter anderem auch die niederländische Schwesteranlage in Almelo, 30 Kilometer westlich von Gronau, betreibt. Der deutsche Zweig des Urenco-Konzerns ist jeweils zu 50 Prozent im Besitz der Energiekonzerne E.ON und RWE.

Der Atomausstieg in NRW muss konsequent umgesetzt werden


Trotz beschlossenem Atomausstieg wird seit 4 Jahrzehnten in Gronau angereichertes Uran für Atomkraftwerke produziert – bisher ohne Laufzeitbegrenzung. Die Initiativen und Verbände fordern: „Die Landesregierung in Düsseldorf stellt die zuständige Atomaufsicht und muss gemeinsam mit der Bundesregierung den Atomausstieg konsequent umsetzen. Die Anlage in Gronau darf da nicht länger ausgeklammert werden. Als zuständige NRW-Wirtschaftsministerin ist Mona Neubaur für den Betrieb der Urananreicherungsanlage verantwortlich. Es liegt in ihrer Hand für die Stilllegung der Anlage zu sorgen.“

Das Atommüllproblem drängt in Gronau

Beim Betrieb der Urananreicherungsanlage fällt Atommüll an, der in großen Mengen unter dem freien Himmel neben der Anlage gelagert wird (Containerlager für abgereichertes Uranhexafluorid, UF6) und für den es kein Endlager gibt. Abgereichertes Uranhexafluorid wurde in der Vergangenheit auch in großen Mengen nach Russland und Frankreich exportiert. Neben der Gronauer Urananreicherungsanlage wurde zudem ein Hallenlager für rund 60.000 Tonnen Atommüll in Form von Uranoxid gebaut. Eingelagert wurde dort aber bisher noch nichts. Bereits atomrechtlich beantragt wurde zudem der Bau eines Hallenlagers neben der Urananreicherungsanlage, in dem alte und kontaminierte Uranzentrifugen gelagert werden sollen.

Gefahren der Urananreicherung, der Urantransporte und der atomwaffentauglichen Zentrifugentechnik

Wiederholt gab es in der Urananreicherungsanlage Gronau Störfälle und 2010 wurde ein Arbeiter in der Anlage verstrahlt. Anti-Atomkraft-Initiativen, der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und weitere Organisationen befürchten, dass der Anlagenbetrieb mit zunehmendem Alter der Anlage noch unsicherer wird.

Weitere Gefahren gehen von den zahlreichen Urantransporten mit LKW und Sonderzügen von und zur Anreicherungsanlage aus, die ganz NRW, aber auch weitere Bundesländer, durchqueren. Oft werden sie auch international durchgeführt. Hilfs- und Rettungskräfte wie das THW oder örtliche Feuerwehren an den Transportstrecken werden im Vorfeld nicht über die gefährlichen Transporte informiert. Bei einem Transportunfall könnte es zu weitreichenden Verseuchungen kommen.

Auch aus den Reihen der Friedensbewegung wird immer wieder die Stilllegung der Gronauer Urananreicherungsanlage gefordert. Die Urananreicherungsanlage könnte im Konfliktfall ein militärisch wichtiges Angriffsziel sein, denn die Zentrifugentechnik, die in der Anlage zum Einsatz kommt, kann auch zur Produktion von Uran für Atomwaffen genutzt werden. Aus diesem Grund wurden vor wenigen Monaten die Urananreicherungsstandorte im Iran bombardiert. Um auf die militärische Brisanz der Urananreicherung hinzuweisen, finden immer wieder Ostermärsche zur Gronauer Urananreicherungsanlage statt.

Proteste seit den 70er Jahren bis heute … und auch weiterhin


Die örtliche Bürgerinitiative, der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, ist schon seit 1981 gegen jegliche Nutzung der Atomenergie aktiv und der grenzüberschreitende Protest im Dreiländereick von NRW, Niedersachsen und Niederlande reißt nicht ab. Immer wieder fanden und finden Demonstrationen und Blockaden von örtlichen und überörtlichen Initiativen statt, es gab Unterschriftenaktionen und immer wieder Mahnwachen gegen Urantransporte. Zentrale Forderung: Die zuständige NRW-Landesregierung soll die sofortige Aufhebung aller bisher für die UAA erteilten Betriebsgenehmigungen veranlassen. Dass das rechtlich möglich und machbar ist, wurde mehrfach mit Gutachten belegt.

https://www.wn.de/muensterland/gutachten-sieht-keine-rechtlichen-hurden-fur-urenco-aus-1391557


Wichtiges Element der dauerhaften Proteste in und um Gronau gegen die Urananreicherung und die damit verbundenen Urantransporte sind die monatlichen Sonntagsspaziergänge. Sie finden schon traditionell seit Ende 1986 regelmäßig am ersten Sonntag im Monat um 14 Uhr an der Urananreicherungsanlage statt. Nächster Termin: 5. Juli 2026. Rund 40 Jahre nach der Inbetriebnahme der Anlage werden dann sicherlich auch viele Erinnerungen an die Proteste in den letzten Jahrzehnten zur Sprache kommen. Und aus den Erinnerungen ergeben sich dann bestimmt auch neue Ideen für weitere Aktivitäten.

Die Pause-Taste gedrückt: Im Juni kein Castor?

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Im Juni kein Castor Jülich-Ahaus mehr?

‒ Technische Probleme in Jülich und WM-Belastung?

‒ Atomkraftgegner fordern Ende der Transporte

‒ Morgen, Mittwoch: Proteste in Jülich und Ahaus

Die Castor-Transporte vom Forschungszentrum Jülich zum Zwischenlager Ahaus sind offensichtlich völlig aus dem Takt geraten: Wie Anti-Atomkraft-Initiativen und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz aus gut informierten Quellen erfahren haben, soll überraschenderweise bis Ende Juni kein Castor mehr rollen. Damit ergäbe sich seit dem letzten Castor von Mitte Mai eine Transportpause von mindestens sechs Wochen. Der Grund dafür ist noch unklar, doch die Initiativen gehen davon aus, dass zum einen die zu erwartende Arbeitsbelastung der Polizei durch die WM sowie in Jülich Probleme beim Zusammenstellen der Castor-Konvois ausschlaggebend sind. Bis jetzt waren nur Einzeltransporte unterwegs, die den ohnehin immensen Polizeiaufwand natürlich deutlich erhöhen.

Unterdessen halten die Anti-Atomkraft-Initiativen an den für morgen angekündigten Protesten in Jülich und Ahaus fest. So startet in Ahaus um 18.30 Uhr am Bahnhof eine Fahrrad-Demo durch die Innenstadt zum Zwischenlager und einer Abschlusskundgebung an der Castor-Kreuzung Schorlemer Straße/Schumacher-Ring. In Jülich findet um 19 Uhr vor dem Forschungszentrum Jülich ebenfalls eine Mahnwache statt.

„Wir haben von Anfang an gesagt, dass die Castor-Transporte nicht so leicht abzuwickeln sind. Offensichtlich knirscht es hinter den Kulissen zwischen Jülich, Düsseldorf und Berlin, sodass jetzt erstmals diese Castor-Pause eingetreten ist. Wir fordern deshalb Aufklärung, was eigentlich los ist. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die völlig überflüssigen und unsinnigen Castor-Transporte zu beenden und sich um die Weiterlagerung in Jülich zu kümmern. Noch stehen dort 148 Castor-Behälter und wir gehen morgen auf die Straße, damit sich diese Anzahl nicht weiter verringert und in Jülich endlich ein neues Zwischenlager gebaut wird“, erklärte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

„Es stellt sich immer mehr die Frage, wie viele Jahre dieser Castor-Wahnsinn zwischen Jülich und Ahaus eigentlich andauern soll – vier Jahre, sechs Jahre oder noch länger? Auch das Zwischenlager in Ahaus ist ja nur bis 2036 genehmigt – und wohin geht der Atommüll dann? Wir fordern, dass der Fokus endlich weg von den Autobahn-Transporten hin zur Frage einer sicheren Endlagerung gelenkt wird. Das erfordert alle Ressourcen der Bundesregierung. Die Autobahn-Transporte hingegen sind eine reine Placebo-Aktion zur Täuschung der Öffentlichkeit“, so Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ in Jülich und Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ in einer gemeinsamen Erklärung.

Diese Woche neuer Castor Jülich-Ahaus?

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Mittwoch (10.06) / Donnerstag (11.06.) neuer Castor Jülich-Ahaus?

Zwei-Wochen-Takt ließ sich nicht halten

  • Mittwoch 18.30 Uhr: Raddemo ab Bahnhof Ahaus
  • Mittwoch 19 Uhr: Mahnwachen in Jülich und Ahaus

Die Castor-Transporte sind über Pfingsten durch den großen Polizeieinsatz rund um das Klimacamp in Hamm offensichtlich aus dem Zwei-Wochen-Takt geraten. Anti-Atomkraft-Initiativen aus Jülich und dem Münsterland rechnen nun für diesen Mittwoch oder Donnerstag, 10./11. Juni, mit dem fünften Transport. Ob es dabei erstmals zu einem „Doppelpack“ mit zwei Castor-LKW kommt, ist unklar.

Aus Protest gegen die Fortsetzung des gefährlichen Atommüll-Wahnsinns auf den maroden Autobahnen von NRW rufen die Initiativen für jetzt Mittwoch, 10. Juni, um 18.30 Uhr erneut zu einer Fahrraddemo ab Bahnhof Ahaus auf. Die Demoroute führt durch die Innenstadt hinaus zum Zwischenlager und zur Castor-Autobahn A31. Um 19 Uhr starten Mahnwachen vor dem Forschungszentrum in Jülich sowie an der zentralen Castor-Kreuzung Schorlemer Straße/Schumacher-Ring in Ahaus. Im Bedarfsfall wird es auch am Donnerstag spontan weitere Mahnwachen und Protestaktionen geben. Die Polizei bemüht sich weiterhin, die Castor-Transporte so lange wie möglich geheim zu halten. Das hat bislang aber in keinem Fall funktioniert.

„In den ersten zehn Wochen ist es den bundeseigenen Atommüll-Betrieben in Jülich und Ahaus sowie der Polizei erst viermal gelungen, einen einzelnen Castor von Jülich nach Ahaus zu bringen. Hochgerechnet deutet dies auf eine Transportdauer von rund sechs Jahren hin. Es zeigt sich immer mehr, dass die angeblich kürzeste Variante für den Verbleib des hochradioaktiven Atommülls aus Jülich alles andere als kurz ist – und angesichts des immensen Polizeiaufgebots auch nicht kostengünstig. Nicht umsonst schweigen sich Bundes- und Landesregierung über die bisherigen Kosten für die vier Polizeieinsätze beharrlich aus. Wir werden unsere Proteste deshalb entschlossen fortsetzen, um auf die völlig ungelöste Atommüllentsorgung aufmerksam zu machen. Auch das Zwischenlager Ahaus ist ja nur bis 2036 genehmigt. Die Autobahntransporte sind eine reine Placebo-Aktion zur Täuschung der Öffentlichkeit“, so Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ in Jülich und Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ in einer gemeinsamen Erklärung.